[Das Jahr 1583]
 
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Novo stilo 200 anno dm. 1584 mit gott angefe..
Anno 1584 den 1 janvarii novo stilo iuxta reformationem calendarii gregorii 13 moderni papae et rodolphi 2 imperatoris ro. uff sontagh ist di▀ neu jar doch 10 gansser tage froher dan alle vorige etliche hondert jaren angefangen, wie vorhin martini 13 novemb. im fragmento zu ersehen und bericht zu untfangen ist. Und werde eitz in mein sievende jar mines alterthumbs zu treden, der allemegtiger gott wille sinen segen zur seligkeit verlenen. Und ist di▀ da▀ eirste reformeirte und anticipeirte jair da▀ in der stadt und ertzstift Coln im lande von Gulch Cleif Berge in villen landen und stetten angenomen ist, doch nit von allen dan der abgesetzster churfurst Gebhardus truckse▀ helt es noch nit in Westphaln wie wil andern es noch nit angenomen haben, mach aber noch geschein. Und were die eindragt heir in wol loblich nach dem die uneinigkeit allerlei confusion macht. Die Nederlanden haben es angenomen wie selsam sie dannest sint.
Die uberige 12 minuta die jedes jar mehe hat dan 365 tage 6 stunden haben disse reformation und neuwen stilum verursagt. Mit den 6 stunden hat man zum veirthen jar kunnen bessern und mit dem bissexto calend. marcii das ist mit dem schaltag wircklich gebessert. Aber dweil die ubrige 12 minuten der 60 minuta uff ein stunde ghaint, zum 5. jar eirst ein stunde oder vre machte und zum 120 jare eirst einen tag machte, ware es mit den 12Tilgung: vren; durchgestrichenminuten nit so balde und lichtlich zu bessern al▀ mit den 6 stunden zum veirthen jare. Da▀ dan di▀ jar mit abkurtzung oder vi▀leschung der 10 tage ein▀ vor all▀ alle konftige jar leschein ist und sin also mit den extingueirten zehen tagen 1200 jar reformeirt und gebracht wie es ungeferlich umb die zeit constantini magni des keiser▀ und Syluestri de▀ pabst gewesen ist. Man wil sagen wan di▀ reformation nit beschein were het es sich mogen zutragen da▀ die winter festa im sommer und die sommer festa im winter fillicht hetten komen mogen. Aber dar zu hetten noch vil hondert jarn gehoirt. Wer wei▀ wie lang die welt nach unserm glauben soll pliben stain. Ob nuhe di▀ reformation hoich nodich sie gewesen lai▀ ich die de▀ gutten verstant haben urthelen. Di▀ folgt vor eirst drau▀ da▀ die ihenigen so da▀ neu calender angenomen novo stilo dar zu setzen moissen, die andern aber antiquo stilo, die es uff die alte weis noch halten. Her umb moi▀ man auch indechtich sin, da▀ hie zu Coln und wa der reformeirter almanach gelt alle tage der monat als janvarij, febrvarii marcii aprilis maii und so vort an jeder 10 tage froher kompt fort an al▀ zu vor beschein, also alle immobilia festa al▀ christag, neu jar▀tag, regum, anthonő agnetis und der vil und vil, glichfal▀ dar mobilum festa al▀ eschtag palmtag parschtag pingstag und wa▀ der mehe ist. Item die 4 zeiten de▀ jar▀ al▀ glen▀ sommer, herbst winter, die 4 quatertemper und derglichen. Also haben nuhe die verslin nit mehe stat wie zu vor, die sin alle 10 tage anticipeirt, al▀, dat. clemens hiemen, dat [439] petrus ver cathedratus, aestuat urbanus, antummat simphorianus. Item, lambert gregori nox est aequata diei, vitus luceia sunt dvo solsticia. Item da▀ man nuhe fort an uff s. pauli bekerong tag halten sult wie von alters, clara dies pauli etc. ist nitzs item uff purifi. marie, uff georgii urbani mit dem meiforst, uff s johan▀ tag uff christag und der meheErgńnzung am Rand: Da▀ die hausfetter vor eirst nit zu groissem stait werden komen.. Item uff sontag montag dinstag etc. sin alle verandert, derhalb ist mit den genethliacis und planeten anzeigung eitel henrich, die 10 tag confunderen es alles, sie wisten es dan ander▀ zu bessern, doch rhaidt ich nit da▀ man in zu vil vertrauwe. Also fengt da▀ reformeirt newe jar novo stilo an, und sullen hinfort die kunftige jaire da bei verpliben so vil dar in gesatzst wan da▀ alte calender und alter stilusTilgung: hegehalten sult sin worden, so were disser neu jar▀ tag den neigsten tag nach s. thoniæ tag gewesen, dan 10 tage sin vorhin au▀gelaissen.
Dissen eirsten neujarstag, als ich zu s. Jacob die frohemiss und predig gehoirt, bin ich in das gebaurhaus uff s. Cecilien cloister gangen, dahin ich alle befelchaber und ganss gemeinde mines fahnen aus erleubnis mines obersten J. Leiskirchen bescheiden hat. Da hab ich innen die getruckte eins erbarn raitz wachtordnung vorlesen laissen, dan sie die weg durch uff irer arbeit moissen sin ohn feirtage, und hab fort aus 15 rotten, darunden umb der knecht willen anordnung komen, eitz in 12 rotten verordnet und jede iren rotmeister kiesen laissen. Den tag durch porcionaliter gelebt, aber am abend under uns im haus frolich gewestBd.5, S.234.
 
Nachdem ich auch vorhin dem hausfatter und hau▀ Weinsbergh etliche mail umb den eirsten janvarii ein newjair geschenckt, also will ich es di▀ mail nit underwegen laissen und min pfanthasie innen mittheilen etwa▀ gutzs dar bie zu gedencken und drau▀ zu leren. Sulch xenium neu jar oder geschenck soll dissmail sin ein weintraube, derselbe thoit ein anmanung bei dem namen und hau▀ Weinsbergh dan die trauben waxssen im weinsbergh oder weingardt und gehoeren dar zu. Drumb haben die alten und eirste hausfetter und hau▀genoissen zu Weinsbergh in Baiern ein guldin trublin mit eim roeden snoir umb den hals vor der borst zum zeichen gefoirt bei wilchem zeichen man sie vor andern erkennen mogt ohn zweiffel haben sie etwa▀ dar bei geleirt und sich zu erinneren gewist. Wie man under aramonde leben und der folgenden alten hausfettern finden wirt da▀ dissen trauben von gottem golde gemacht zu hohen erhen getragen haben. Anfangks wei▀ man sich von villerlei art truben zu berichten das etliche wei▀ sin, etliche roit, etliche gell, etliche groin grahe, sanguinen, bla, bleich swartzs und wa▀ es dan vor principale, und gemengte farben sint. Etliche sin groi▀ von klaiffen und korner al▀ die man oliven, gekrente corlien▀ und ander▀ nent, etliche mittelmeissiche, etliche klein. So nent man etliche in dissen landen frentzsche, roselinge, klemperigsch heunsche, lampertze und derglichen so die roit al▀ die weisse wie ich mich berichten hab laissen. Disse sin auch ein▀ verscheiden smachs, und ist ehe ein arth edler und besser dan der ander, auch durhaftiger bequemer gesonder und frolicher, wie sie got geschaffen hat nach irer aller art und naturen. Nuhe sin sie [439'] wie sie sin. So ist doch was das sie alle in dem uberein komen, da▀ alle und jede truben verscheiden korner, bircklin, und secklin haben ehe ein korn von den andern vor sich abgesondert also da▀ etliche truben ungeferlich honder korner etliche mehe und etliche weniger haben dar in der wein verhalten wirt, wilche korner an jedem truben nit gliche groi▀ oder klein oder mittelmeissich sint. Und machen dan so vil korner ieder mit sinem stilgin einen truben an einem still der reben oder weinst÷cks.
Und ist dasselb ein wonderliches gescheft undTilgung: Gotordnongh gotte▀ wie in allen dingen, dan wan jede trube nit dan ein groi▀ korn were al▀ der gense trube ist dar in sich der wein verhilte, und dan quatung oder schade dar an geschege, were es al▀ balde umb den selben truben und sinem wein geschein da▀ er und der wein verdorbe. Sunst kan es sich zutragen da▀ etliche korner gut gesont und reif pliben am selben truben aber etliche verfaulten oder verbrenten, verdorten, abfielen von fogelen zerbissen oder nit reif wurden, so pliben dannest die ubrige unverletzst und quemeit zu gutt. Wa▀ nuhe bei dem neuwen jar des trubens zu leren were das es dem hausfatter und ganssen hau▀ zu nutz mogt gedrien da von will ich eitz zum theil anzeigung thoin.
Eirstlich da▀ mancherlei gestalt, art, natur, smach und farben der trauben sin, da bei so der hausfatter und hau▀ Weinsberch erinnert und geleirt sin, da▀ die hau▀gnosen nit alle einer meinong verstandtz sinnen, glucks haben▀ tugentz wircks sin werden der ein erlich, nutz gut, sinnich, glucklich, rich und wes des mehe ist, der ander aber nit also. Derhalb moi▀ man gedencken got ist irer aller scheffer und fatter und moi▀ damit gedolt haben und zu friden sin wie sie auch geschaffen sin.
Zum andern da▀ an einem trauben etliche korner gar groi▀ gut und gesont sin, etliche aber durch eigne boisheit oder versomni▀ oder ungluckselicheit mangel bekomen. So moi▀ man dannest gedencken wie da▀ gut an jedem menschen und hausgnosen zu prisen da▀ boi▀ aber zu lastern und schelten. Man wirbt dannest den gantzen truben der zum thoil gut ist umb der boisser korner willen nit hinwech sonder man nimbt die gutten an und leist die boesen faren.
Zum dritten da▀ ein traube vill korner hat ist da bei zu lernen, da▀ ein bedachter vursigtiger mensch hausfatter oder hausgnoi▀ sin habe gut richtumb nit an einem dan an verscheiden orten haben sol ob etliche korner verdorben da▀ die ander gut pliben ob brandt, kreich diefferei eimen einem orde geschege das man dan am andern einen forthel und vorrhade hett, da▀ man an einem orde nit alle▀ verloere.
Zum veirten glich wieder traube vil korner hat also sol da▀ hau▀ Weinsberch glichfal▀ erinnert sin, da▀ mancherlei hab dar von etwa▀ beikompt etliche korn wei▀ gersten wein gelt renthen, etwa▀ an kunsten arbeit deinsten und ander narong, vill kleinen machen ein groi▀, vil korner machen einen pott oder gla▀ voll wein▀, mit dem heiligs gut, mit erbung versterbni▀ aller etwa▀ bei. Ein▀ hilft dem anderen, wie klein es auch ist.
Zum funften dweil ein traub sinen wein nit zu einen korn hat, dan au▀ villen kleinen kernern vergadert [440] also sol min gesclecht und hausgnogschaft van Weinsbergh insonderheit bei dem trauben irem alten zeichen gelert und ermant sin da▀ sie keinen groissen trunck uff einmail doin sullen, dan uber einem geschir, pott, oder gla▀ etliche vil mail drincken und koren al▀ jedermaill▀ so vil wein▀ al▀ in einem korn ist, so drinck er oft und duck, brengs eim▀ jeden, und wirt nit fol noch ungeschickt. Veracht noch belagt dissen brauch nitt, folgt mine▀ rhaidtzs es wirt euch nit gereuwen, laist dissen brauch etwa▀ singulare und besonders bei dem hau▀ Weinsbergh sin. Es sol euch zur ehren gesontheit freuden und nutz gerathen. Moist ir aber oder wolt groisse drunck dhoin, so nimpt evre wert dar an, ihr hats nit mir zu verweissen. Noch were wol mehe bei dem trauben zu erinneren und zu ermanen will es aber hie bei dissmal berauwen laissen.
 
An dissem orde wil ich auch anzeigen, wie im vorigen sommer episcopus Versellensis, apostolischer legatus, ein verslin hervorpracht, sol ein propheceie sin, wirt uff den konink Philippum van Hispanien gedudet, das sich derselb erfreuen soll. Und wan die zalboichstaben im verslin vergaddert werden, brengen sie das jar MDLXXXIIII mit sich und laut also: DoMIne, In VIrtVte tVa LaetabItVr reX. A. 1584. (Quidam, pro laetabitur, ponunt ,spoLIabItVr' 1585.) Man sagt, die Jesuiten in Coln hetten sulch vers gemacht, oder funden.... Man sagt, das des koninks feltoberster, herzoch Alexander von Parma, grois folk in Flandern bei einandern hab, und das lant hart antasteBd.3, S.224.
 
A. 1584 den 2. januarii n. st., umb dissen tag und zeit, wie Bon vom neuwen churfursten, h. Ernesto von Beiern, zu beiden seiten des Rheins dermaissen mit kreichsfolk benaut, das sie swerlich aus oder in die stat noitturft haben mogten, hat der abgesatzster churfurst Gebhardus Trucksess sinen broder, graff Carlen, so binnen Bon ware, retten willen, und die stat speisen, dan der Rhein war oben und unden besclossen, wie auch die lantstraissen, das in Bon nichtzs mogt komen. Und hat der Trucksess derhalb sin folk bei und langs Siberch mit folk und provianden uff Bon geschickt, und wie sie ins felt komenIsselt: Bellum S. 421.und die fiant vernomen haben, (sin) sie zuruck gewichen, und wie sie merer teil an das wasser, die Achar, komen, war die bruck von den bauren daselbst abgebrochenNach Isselt l. c. erfolgte der Angriff der Baiern wńhrend des ▄berganges der Trucksessischen Řber die BrŘcke, die unter der Last der Fliehenden einbrach. Derselbe erwńhnt aber auch das GerŘcht, dass die Bauern heimlich die BrŘckenbalken gelockert hńtten., das irer vil glichs dem hals durch das wasser swommen, vil zu perde und fois namen die flucht uff Dutz, Mulhem und dar umbher und machten sich widder durch hinwech in Westphalen, das die untsetzung und provianderong innen nit geburren mogtBd.3, S.224.
 
Anno 1584 den 3 janvarii novo stilo decima natalis christi ist min geburtzstag da▀ ich 66 jair alt sin worden doch falt es 10 tage umb de▀ reformeirten calendarii oder almanachs gregoriani willen dan wan sulche reformation di▀ jar in Coln nit angefangen were so hette disser 3 tag janvarii zu ruck uff [440'] den 23 decemb. s. dagoberti regis franciæ gefallen al▀ uff fritag den zweiten vor christagh, doch sult nit fritag dan vogtaghKorrigiert aus: Godestaggewest sin, dan christag aff godestag sult komen sin der iuxta fragmentum eitz uff sontag komen ware. Also ist der 23 decemb. noch der eitziger 3 janvarii nach der alter regnong und stilo min rechter geburtzs tag nit, dan der 13. tag janvarii s. hilarii sult es von rechtzs wegen sin sunst fallen es mir alle jair fort an die 10 tage die visgelaissen sin da▀ ich eitzo 10 tag dem 3 ja. nachzuregnen weniger dan 66 jar alt were, wilches recht uff den 13. janvarii vi▀leufft da▀ es 66 jar vol weren. Edoch wa ich noch lenger leben worde will ich den 3. tag janva. gliche wol umb des alten brauchs willn vor minen geburtzs tag nennen und halten ob schoin 10 tage weniger da sint, dar an den 3. ja. ich einen gutten gefallen gehat hab dweil es der zehnde tag von christag ware, da▀ sich eitz wol steif ungeferlich mehe und nit min dan zweimail zehen tage ertragt dan von christi geburt herwartzs haben sich die 10 und mehe tage verlauffen. Von minem geburtzs tage aber von Anno 1518 bi▀ uff di▀ anno 1584 ungeferlich uber 12 aunde ist ein halber tag allein und etliche minuten. Zu gedencken aber da▀ sich min geburtzstag iuxta novum stilum nuhe fort uber zweimal 10 tage ersteckt hab ich nachfolgendt disthichon gmacht und her zu gesatzst
 
Versus.
Natalis christi decies provecesserat ortus.
Nostri luciserum, bis deciesque modo.
 
Nuhe dissen minen geburtztag hab ich dannest nit ohn freuden willen laissen ablauffen dan haben einen hamel▀boich braten laissen damit sampt weissem broit und knapkoich auch 4 quarten roitz, 1 quarten weissen wein▀ und einer fleschen rhaitzwein▀ min fest gehalten und sin am abendt under un▀ im hau▀ frolich gewest.
 
A. 1584 den 5. tag jan. hab ich einen breiff geschriben und bestalt zu schicken nach Oedt an Ducker zum Altenhaiff, das mir min achterstendege rent bezalt mogt werden. Aber es war umb der soldaten willen besweirlich, die breif uber zu bringen, weiss nit, ob sie zu recht komen werden. Ich bin eitz gar ubel dran, das man sin armoit, davan man leben moiss, nit mach bekomen. Zu Andernach wirt balde der dritte termin verfallen, zu Oede glichfals, zu Zulch der zweite termin, zu Swartzem diss jar gans und van zwei jaren half, zu Dormagen wirtz auch faelen. Ich werde minem broder fast schuldich, weis nit wol, wie ich in von wegen unser kosthaltung bezaln sol. Gott will es foegenBd.5, S.234.
 
Anno 1584 den 5 tag janvarii vig. epiphaniæ uff der h. drei koninck abendt, haben wir nach unsers heimats stadt und hau▀ brauch zu Weinsbergh under un▀ und unserm folck Peter van Weinsbergh min▀ broders sohn zum hau▀koninck und Elisabetgin Horn▀ die jong zur hau▀koninckinnennen bekomen. Mich aber zum hau▀narren und Ennen Peter▀ frawe zur hau▀ narrinnen, und sin also frolich gewest.
Diss sin familiaria und heuslich freuden und geschichten setz ich in der eil hie hie her. Ich mogt wol gern beschriben finden wa▀ un▀ eltern und frunde vormails angetriben, were lustich zu wissen, derhalb hab ich di▀ in kutzer ubriger zeit hie angezeignet da▀ die nachkomenheit van un▀ mog wissen.
 
[441] A. 1584 den 7. jan. war anniversarius jarich, das der morderscher, verreterscher uffroir zu Antwerpen gewesen war mit dem Francisco, herzogen von Alanzon, des koninks von Frankrich broder. Nuhe dissmal sagt man stark, das die nederlensche Staten sich mit demselben Alanzonio ingelaissen hetten etlicher maissen, doch dweil er siner person halber noch umb des vorigen irtumbs nit so angeneim were, solt der jonge her von Conde sinentwegen die verwaltung doin. Diss hat manchn grois wonder geben. Man sagt, der prinz von Uranien tribe diss wirk hart, aber die von Antwerpen und vil anderen legten sich hart darwidder. Derhalb stait der nederlendische handel noch seltzam und gefarlichBd.3, S.225.
 
Anno 1584 den 7 janvarii uff sampstach hat Adolphus von Eller genant Fix min nigte Elsgin von Duytz widue Petri Alsteden ehelich getruwet und sin zu s. Marien afla▀ vom caplan daselbst offentlich in der kirchen uff cathoische weise samen in die ehe geben. Dweil sie ein widwe und er frembt war geschach es ohn pragt. Min swager Johan van Dutz und sin sohn Reinhardt min suster Sibilla waren allein uff Elsgins seithen dar bei, sin eltern waren alt konten bei winter kreichs zeiten nit in Con kumen, doch sin noch fast ander leut zugegen in der kirchn gewest. Den andern tag 8 ja. zogh er in sin heimat zu Eller bei Dusseldorf da er sin moist und quam den 19 ja. widder den 23 janva. hilten sie ir hoichzeitlich mail in irem wonhau▀ uff dem huntzrucken mit wenich frunden zu beiden seithen und einem disch. Disser Adolf Fix von Eller ist ein klein man von person doch nit ungeleirt und wol beredt und erfarn. Ist notarius publicus, mach sich de▀ brauchen und erneren. Und dweil ich sinen vorfatter Petru. Alsteden sentenciarium in aula zum hau▀ notario und schriber zu Weinsberch ernant und verordnet sult mir disser eitz nit zu widder sin. Wil weiters druff bedacht sin.
 
A. 1584 den 8. jan. uff sontag hat Christian Koelgin achter sin krentzgin in sinem haus zum Roden Leiven uff der Bach gehalten und gar woll angericht und idel raitzwin, firnen und neuwen geschenckt. Da sin wir kirchmeister und achten s. Jacob wol frolich gewest, dess wir gutte ursach hatten und uns mit unsen kreichstitulen als heubtman, fendrich, lautenant, pfennincksmeister, rottmeister, wie wir scheir alle beampt waren, saluteirt, genent und zugedroncken. Eitz war es in dem belech vor Bon, das mir uns im bedrobnis viller nachpar und uns selbst etwas ergetztenBd.5, S.234.
 
A. 1584 den 9. jan.Prinz Friedrich Heinrich von Oranien wurde erst am 24. Febr. geboren.umb disse zeit sol Wilhelmi von Nassaue, des prinzen, veirte ehefraue inne einen sohn gepeirt haben, het zu Delft in Hollant desselben ingelegenBd.3, S.225disse ist de▀ alten amiralen elige dochter gewest der vur etliche jarn anno 72 verreitlich binnen Pari▀ geschossen wart darnach er uff s. bartholomei tag mit etlichen tausent in Pai▀ ermort schentlich mi▀landlet wart.
 
A. 1584 den 10. jan. ist zeitung von oben komen, wie unser swager Bruno Bingius lic. von churfursten zu Treir neben zwien doctorn von Ulm vor einen assessorn im camergericht zu Speir praesenteirt were. Er war eitz des raitz und urtelsmeister zu Coln, das im nit hinderlich war. Den 24. jan. zouch er nach Speir, nam von herrn und frunden commendaticias mit, gab sich an, quam widder herab und quam im darnach schriben zu, das er recipieirt und angenomen wereBd.5, S.235.
 
[441'] A. 1584 den 10. jan. quam zeitung in Coln, die von Bon hetten sich erzbischoffen Ernesto von Beieren, der eitz uff Poppelstorf lach, ergeben, aber die zeitung erfolgte sich nit. Wiewol es filligt heimlich von etlichen kreichzbefelchabern in Bon, wilche grois geschenk genomenHs. wiederholt: wol heimlich., beschein mach sin, dan man sagt, graff Carl Trucksess were dermaissen vom kreichzfolk in Bon verstrickt und verwartVgl. die Darstellung Isselts S. 423. Derselbe berichtet ebenfalls, dass Karl Trucksess von seinen Soldaten gefangen gesetzt worden sei. Damit steht aber die Angabe im Widerspruch, dass Karl am 8. Jan. (ib. S. 426) noch einen gewissen Friedrich Spitz, der die ▄bergabe der Stadt betrieb, in Haft habe bringen lassen., das er nirgen hin mogt komen, mit mehe andern heubtluten und befelchabern under dem schein, das die soldaten bezalt wolten sin. Man sagt auch, das grois honger und an broit mangel in der stat sult sin, wie zum teil wol gleublich, so war auch wenich hoffnong einiges untsetzs. Aber das ist war, das ab und an uis der stat Bon und dem leger gehandlet wart mit dem folk in Bon. Sunst wart die stat nit beschossen, oder gestormt, allein ein oder zweimal wart von jenseit Rheins durch den zol geschossen, und were graff Carl seir nach getroffenIsselt: Bellum S. 419.. Also stunden die sachen mit den von Bon in gutter hoffnong und auch groisser gefarBd.3, S.225.
 
Anno 1584 den 12 ja. war min beledt uff s. Severin▀protz gefallen da hin ich mit minen fhanen uff die wacht zum veirthen aber an dem ort zum eirsten gezogen bin. Min folck bi▀ uff Beien, Neckel▀kot Wyntmul Panthaleon▀ und Bachportz Wierportz mit rotten vertheilt auch 3 rotten zu Airsbergh uff die warde, 2 rotten under s Severin▀potzs. Da▀ corpus und fhain war oben uff, und es war dissmal regnich heslich witter, und im belege vor Bon, da▀ gut wagt hoich von noethen wahr ront umb uff allen portzen und thormen, inwendich an den ketten.
 
Anno 1584 den 13 janvarii uff s. hilarii tag wirt min rechte geburtzs tag sin wan die 10 tag von jar abgenomen sin al▀ zwischen dem 3. ja. und 13. ja. tragt gerade 10 tage, doch sol es der 12 ja. sin wan 12 vren umb der 66 jaren miner alter▀ auch abgekurtzst da▀ mach die clare regnong geben. Nachdem ich aber den 3 ja. wil pliben laissen umb so vil min oder mehe so sie es auch der 13 janvarii ipsis idibus janvarii und octava epiphaniæ.
Dissen tag hab ich an die veranderongen in der welt gedacht. Ovidius hat 15 lib. methamorphoseos dar von geschriben. Under anderm hab ich auch an Swelme mine▀ proavi Frobenii wonplatz (da▀ sin locus exilii war) gedacht, wie min auns Gotschalckus da her den zunamen Swelm bekomen und uff minen fatter Christian gelangt da▀ er eitz seir au▀geleschen und vergessen ist. Ich hab von miner anfrawen Marien Keppel wol dar von hoeren reden dan dieselb war mit minem anherrn Gotschalck etlichmal zu Swelme gewest. Sunst ist min fatter Christian noch sin suster noch min motter noch ich oder unser laler broder suster kinder keiner da gewest also da▀ eitzo de▀ alten ellendtzs platzs und zunamens gar nit gedacht wirt, dieweil man daher auch kein frunde oder kuntschaft hat, auch kein erb noch gut, so wirt de▀ orts auch nit gewacht.
 
A. 1584 den 15. jan. war ich bei Gabbel von Zons uff dem Heumart uff sin gweltrichtersessen geladen, quam den abend nit dahin, aber den andern tag, als er michBd.5, S.235.
 
[442] A. 1584 den 16. jan. als das Benedictiner-cloister und abdei zu Deutz im verlitten sommer den 11. und 16. augustiVgl. oben S. 194.gestormt, erobert, spolieirt, verbrant, abgebrochen und verstoret war und der abt sin monchen zu Grois s. Mertin und zu s. Panthaleon in der kost hatte und gern ein plibende platz und neue abdeie in Coln gehat hette, und besonder das Regulerer-cloister zu Herrnlichnam, das wol bebaut war, freihete, darzu im der churfurst von Coln Ernestus behilflich und commissarios gesatzst, wilche understunden unionem zu machen und von beiden cloistern ein cloister und orden Benedictiner zu machen, die gliche freiheit und qualification sulten haben, und ein rait der stat Collen auch nit gern gesehen, das die abdei zu Dutz in ein ander stat oder lant gelacht und die haiffe, herligkeiten, renten, inkomsten, und groisse gutter aus Coln weren komen, wie in schoin etliche fursten und herrn platz und groisse freiheit anpresentirt hatten, so hat doch dissen tagAm 3. Febr. (Rpr. 35 f 24 b), nachdem vorher am 1. Febr. (ib. f 23 a) dem Deutzer Abte ,ein vorschreiben' an den Papst bewilligt und zur Revision des Konzeptes, ,das es dem rait nit schetlich', eine Kommission, der auch W. angeh÷rte, eingesetzt worden war.der prior und ander monch zu Herrn-lichnam bei eim rade suppliceirt, bei vil raitzherrn und bei mir selbst personlich solliciteirt und sich heftich darwidder gelacht, das sie und ire ganser orden des ortz ires cloisters in Collen sulten beraubt werden, das gans unleidlich were, dan sie sich mit den Benedictiner(n) nit verglichen kunten. Ihr orden were auch elter und hett kein cloister in Coln mehe, hetten auch zimliche inkomsten und underhalt bei sich selbst, das sie der Benedictiner regel oder gutter nit begerten. Ein rait het das cloister zu Dutz umb der gutter willen wonder gern in Colne gehat, aber der rait was dermaissen von den Regulireren underricht, das sie in auch nit ungunstich waren und die sache an die geistliche hoichste oberkeit, pabst und erzbischof, weisten, darvor haben sie ire noitturft zu beiden seiten vorzuwenden und bescheit zu erwarten. Wie ich dan hoere, das die Regulerer zu Rome schoin fleissich in werbung sin. Sunst sclogen etliche das jonfer-cloister zu Seien vur, die zu achters weren, etlich das cloister zu den Oliven hinder dem Numart, etlich ander burgers heuser und erbgutter in ColnBd.3, S.226. Wie es aber faren wirt mach die zit leren.
 
Anno 1584 den 21 janvarii ist her Arnoldus Eiffelt dem mir s. Jacob officum s. Annæ etliche jar zubedienen befollen in gott verstorben. Und wa▀ ein gelerther gutter fromer preister und canonicus ad gradus Mariæ. War aber etwa▀ einpessich und straifbar, disser war in einen irthumb mit dem capittel gefallen wegen einer nichtzwirdiger regnong mit dem pister und etlicher wort da▀ in da▀ capittel suspendeirt und im alle renthen der prebenden vor unthilten bei zehen jair lanck da▀ er jamerlich untberen moist und mit siner armer motter mangel leiden. Doch wist er sich mit predigen, miszdhoin und singen zu behelfen da er noitturft erlangte. Aber vil redten dem capittel ubel nach das sie so streng uber in waren. Er wolt auch nichtz nachlaissen und stunde zu hardt uff sinem rechten war auch ubel da von abzuwenden. Dar umb wil ich den hausfatter und jeden hausgnosen und frundt trevlich gewarnt haben [442'] das sie nit zu hardt uff irem rechten willen eifferen und stain dan balder etwa▀ nachlaissen, damit sie nit in groissen schaden fallen.
Zudem da▀ sie sich mit keinen gemeinden, stiften, cloistern, capittuln, broderschaften, gaffeln, scheffenstolen und wa▀ derglichen sin willen irren, streben, disputern oder lagen, dan dar unden sin vil heubter sinne und meinongen. Sin etliche gut so sin vil boi▀, jeder gibt gutte wort aber da▀ capittel ist ein schalck, oder man handle gutlich und cloicklich mit innen. Also auch mit allen groissen, richen armen, moitwilligen widderparthen. Man moi▀ des widderparts fleissich war nemen.
 
Ergńnzung am Rand (horizontal): nicht lebar A. 1584 den 28. jan.Isselt: Bellum S. 436.uff tag Caroli Magni ist die stat Bon am Rhein vom kreichfolk, so darin gelegen, dem erzbischoffen Ernesto von Beiern durch handlungen und vor veirtusent cronen uff- und ingeraumt. Und sin die beiersche heubtludeAm 29. Jan. (ib. S. 440.)hinin gezogen, und das kreichsfolk, zu funf- oder seeshondert, haben das gelt under sich geteiltAm 31. Jan. (ib. S. 440.), haben graif Carln Trucksess, des abgesatzsten broder▄ber das trotzige Benehmen Karls bei seiner Gefangennahme vgl. Isselt S. 440. Bezold II nr. 256 A. 1. Ennen V S. 165., samt etlichen andern uberliebert und sin vergleidt uff den treirischn boddem darvon gezogen. Ob sie ehr oder unehr ingelacht, davon sin verscheiden redenVgl. Ennen V S. 164. Isselt S. 441.. Vorhin, den 25. jan.Die Verhandlungen Řber die ▄bergabe waren seit dem 25. Jan. im vollen Gange, nachdem die Soldaten Karl Truchsess wieder gefangen genommen hatten. (Isselt S. 435.), uff s. Pauli bekerong tag, quamen vil missiven, botschaften, zeitungen in Coln, wie Bon gewisslich erobert und ingenomen were, das nemans dran zweifelte. Aber den andern tag befant es sich nit bis dissen 28. jan. uff saterstag eirst. Und sin fast burger und knecht under andern in Bon gefenklich angenomen, darunden auch Conrat Eck gewesen. Disser uberwindung haben sich die geflauwen burger und geistlichen aus Bon, die sich in der stat Coln meisteils verheilten, auch die lantlude, ackerman, wingartzman, schiffman des ortzs und manch menschs dero ort erfreuet, verhoffende, sie sulten nuhe widder in haus, hoff und gutter komen. Als nuhe die stat Bon, wie vorg., ingenomen ware, hat man sie zugehalten und an drien tagen nemans aus- noch ingelaissen. Der churfurst Ernestus mit sinem broder haben noch zu Popelstorf und im leger still gelegen, wie sie vorhin getain, doe sie etlich soldaten aus Bon zu sich uff Popelstorf komen laissen und dieselben wol tracteirt und iren bescheit mit in gemacht hatten, die nuhe alle darvon komen waren. Den 31. jan.Nach Isselt S. 443 am 3. Febr.haben sie binnen Bon alle heuser und keller besoichen, besichtigen und anzeignen laissen, wie sie es befonden. Und ist die stat seir verwoist gewest an gebeue, wenden, britzn, besonder der canonigen heuser, der vil in den grunt abgebrochen, die kirchen, altair, zerait meisteil versteuret, das (er)barmlich anzusehen gewest; die schiff, so allenthalben im last gehalten, oben und unden, hat man noch nit willen zu Bon laissen komenBd.3, S.226.
 
Anno 1584 den 30 ja. bin ich mit minem fhanen uff die Haneportzs gefallen und gezogen anderthalb hondert starck und hab min rotten uff Thorn portzn tirmen warden vertheilt, wie auch noch zwein ander mit heubtleudt gethain haben. War min 5 wagt.
 
[443] Anno 1584 den 1 feb. ist peste gestorben Jacob Brocher alte halfen zu Mechtern. Disser hat min nicht Leisgen Kort zu Vuylen zu ehe gehat da von au▀ der eirster siner noch ein sohn Sweder Brocher in leben ist. Di▀ Lisgin wart wansinnich kranck und starb, darnach trut er ein ander frawe damit fast kinder gewan, sich in den kreichs leuffen in Coln begab, uff der Erenstraissen ein groi▀ hau▀ baute und vil landts an sich hilte, gut narong hatte das er rich war. Dede sich de▀ hofs zu Mechtern zu rechter zit ab.
 
Anno 1584 den 4 feb. hab ich die regnong von verlittener miner rhaitzchur uff s. Thomas mit dem hausmeister Adolpho Fabro und dem gaffelbotten Thoni van Hackenbroich der geselschaft und gaffeln des swartzenhau▀ gehalten nemlich wa▀ sie von dem geschenckten wein untfangen und dargegen an kost und wein au▀geben und verlagt inhalt nachfolgenden zittel▀.
 
Untfangk.
Item uff der rhaitzchur anno 83 sant thomas tag ist von den herren und broderen de▀ swartzenhau▀ allein geschenckt an weingestrichelte Liniesumma facitgestrichelte Linie161 fi..
Item von anderen herrn und frunden nit uff da▀ swartzhau▀ gehoerendegestrichelte Liniesumma facitgestrichelte Linie208 fi..
Jeder firder 6 alb. gerechent, die namen irer aller stain oben fol. 435.
Summa alles vorg. wein▀gestrichelte Linie369 fi..
Facit zu geldegestrichelte Linie92 gl. 6 alb. au▀gabe.
 
Item vor 8 braithoener da▀ stuck 8 alb. 3 h. facit 2 gl. 18 alb..
Item vor 2 haesen facitgestrichelte Linie3 gl..
Item 37 lb. rintfleisch das lb. 32 h. facitgestrichelte Linie4 gl. 2 alb. 8 h..
Item 22 lb. schincken min 5 loit da▀ lb. 5 alb. 6 h. facitgestrichelte Linie5 gl..
Item 8 lb. hollensch kei▀ da▀ lb. 3 alb. 6 h. facitgestrichelte Linie1 gl. 3 alb..
Item 1 kar halfholtz mit dem fhoirloin facitgestrichelte Linie3 gl. 18 alb..
Item vor 1 sack koellen facitgestrichelte Linie22 alb..
Item vor 1 fi. ertzn seir theur facitgestrichelte Linie1 gl. 8 alb..
Item 14 lb. kalffleischs das lb. 2 alb. 6 h. facitgestrichelte Linie1 gl. 11Tilgung: halb..
Item 10 lb. 1 fi. hammelflisch da▀ lb. 3 alb. facit 1 gl. 6 alb. 9 h..
Item 4 lb. kochbotter, 1,5 lb. uff die teller der lb. 6 alb. fe. 1 gl. 9 alb..
Item 2 lb. spickspecks das lb. 6 alb. facit 12 alb..
Item vor botter wein in die ertzen, beir und broit vor.
Die koch zu vor samen facitgestrichelte Linie21 alb..
Item vor spitzerei und koch kruit facitgestrichelte Linie1 gl. 2 alb..
Item vor gemengt und ander broit und weckgestrichelte Linie3 gl. 10 alb..
Item vor essich kertzen und etwas mehe facitgestrichelte Linie15 alb. 6 h..
Item vor den koch kochloin facitgestrichelte Linie1 gl.
Summa vor die vorg. peelngestrichelte Linie33 gl. 20 alb. 11 h..
 
Item bei Thonis van Dulcken in der gl. wagen geholt 102 quarten noch 0,5 quart firn▀ wein▀ dan der Rhein war noch gesclossn da▀ wenichs wein▀ dan uff der aisser herab komen war dieTilgung: gt4,5 alb..
Summa facitgestrichelte Linie19 gl. 5 alb. 3 h..
 
Item im Schricht vor s. Apren bei m. Johan van Stommel neuwes hochemers 15,5 quarten die quart 5 alb. p__t 3 gl. 5,5 alb. item den beiden hau▀meistern und gaffelbotten jedem 1 flesch wein▀ des andern tags die quart vur 5 alb..
Facitgestrichelte Linie1 gl. 6 alb..
 
Item adolphus und gaffelbode uffm inmane verzertgestrichelte Linie2 alb..
 
[443'] item gaffelboden min 4 rad. gl. hausgeltzs al▀ raitzher zur zit vergnoigt dar vor bezaltgestrichelte Linie8 gl..
 
Item in die kuch dem gaffelgesinde geschencktgestrichelte Linie12 alb..
 
Item uber disch zu Weinsberch vor und nach 1 fi. facit 18 alb.
Summa aller au▀gabengestrichelte Linie68 gl. 19 alb. 8 h..
 
Defalcatis defalcandis so hab ich di▀mail mehe erobert dan au▀geben
Suma facitgestrichelte Linie23 gl. 10 alb. 4 h..
 
Hergegen hab andern rhaitzherrn zu allen halben jaren widder mit dem wein verehrt. Und moi▀ es gegen ander herrn und frunde so nit de▀ rhaitz werden moissen verdienen de▀ hab ich dan 2 rhaitzkerfer und zeichn.
Nota im nachzellen des ubrigen geltzs wan ich min verlegh 6 rad.d 1 goltgl. 1 sonnenkroin. Item vor den neuwen wein 3 gl. 5,5 alb.. Item vor den veirundveirzigen 3 gl. item gaffelgelt 8 gl. abgethain, so bleibt mir noch an barem gelde
Summagestrichelte Linie25 gl. 13 alb..
 
Sic p__bani numeravi iterum anno 84 den 6 feb..
 
A. 1584 den 5. februariiib. S. 443.uff sontag Sexagesime hat der churfurst van Coln, Ernestus, in allen kirchen in Coln und den folgenden sontag baussen Coln verschafft, missam de trinitate zu singen, darnach die klock zu luden und dan Te deum laudamus zu singen und got zu loben von wegen der victorien zu Bon, das es ohn bloitversturzung zugangen were. Als diss unwissent eins raitz beschein und sich bedunken laissen, freudenspil der victorien mit leutung ungewontlicher clocken were species iurisdictionis, sult ohn ansoichung eines raitz sich in irer frier richzstat nit gepurt haben, derhalb die ignorantia protesteirt wordenRpr. 35 f 28 a b (Febr. 15), f 33 a (Febr. 17).. Dissen 5. febr. ist der churfurst Ernestus eirst in die eroberte stat Bon komen, den andern tag die burger und geistlichen widder in die stat laissen komen und den rait widder besatzstIsselt S. 445.. Man hat pillich alle got zu loben und zu danken, das die burger und inwoner zu Bon und alle gotzhuser und hausleut umbher, wie auch der kaufman und jeder, widder in sin raue moge komen, und bitten traulich, das forthin gutter fride im lande moge plibenBd.3, S.227.
Mir haben auch nach dem froligen te deum laudanuus am morgen, den abendt un▀ konincksessen im hau▀ gehalten und sin seir frolich gewest. Jacob von Gusten Steffen Horn von Polhem m. Johan Bruwiler mit iren frawen waren bei un▀ schenckten dem koninck firnen und neuwen wein, der zu lande zu wagen durch umbwege zu Coln wa▀ komen dweil der rhein noch geclossen was.
 
A. 1584 den 6. febr.ib. S. 455., als das kreichsfolk vor Bon zum teil uffgebrochen, sin sie vor Bedber verruckt und haben die Beierschen und der graff von Reifferschit Bedber berant und belagtBd.3, S.228.
 
A. 1584 den 8. febr. sin die in Coln geflouwen colsche und gulische bauren aus Coln an etliche streifende beiersche ruter und soldaten vor der Wierporzen gefallen, dieselb widder beraubt und irer 4 umbbracht, drumb haben die den hoff Klettenberg, her Arnt von Siegens erben in Coln zugehorende, abgebrant, glichfals dem abt s. Panthaleon den vorhoff am Weissenhaus. Ein rait hat dieBd.3, S.228 [444] veir doeten zu hanthabung irer iurisdictionRpr. 35 f 26 a (Febr. 10).des ortzs in Coln durch scholtiss und scheffen uff der Wierstraissen laissen besigtigen und foeren und zu s. Mauricius laissen begraben. Man sagt, die von BroilDer Bote auf der Weyerstrasse, der sich in diesem Sinne geńussert hatte, kam ,siner vermessenheit halber' in Turmhaft. (Rpr. 35 f 27 b, f 31 b.)wolten das getain haben, wan in die von Coln nit vorkomen werenBd.3, S.228.
 
Anno 1584 den 9 febrvarii uff donnerstach hat min neif Petrus Ordenbach miner swester Marien sohn possessionem canonicatus liberæ ad gradus Mariæ sampt sine▀ broder▀ hau▀ uff dem cloister mitz neben der Probstien bekomen. Den 11 feb. hat er dvos annos carentiæ abgelacht und redimeirt, derhalb er eitz ad residenciam zugelaissen ist, wilche er den 12 feb. uff sontag zu groi▀ fastabent in gotz namen angefangen hat. Di▀ ist sin▀ broders herrn Christiani Ordenbachs, decani wormacen. gewest der einen irthumb mit eim capittel und etlichn canonicis ad gradus hat. Und dweil im sin motter fast vorgestreckt hat er sie zu behoif sines broders Petri resigneirt. Aber umb de▀ vorg. irthumbs willen und auch dweil da▀ capittel mitler zit extinctionem 10 prebendarum erhalten mogt die possession sweirlich erhalten werden. Aber der her Ludtgerns Heresbachius licentiatus, scholasticus s. Severini und obersigler unsn neif und ohme hat ein treu stuck beweist umd hat disse possession und hau▀ zu Rom und bei dem capittel doch beswerlich mit vill arbeits erhalten. Dissen tagh ist es sampt dem scholaster zu Bon her Haen bei miner swester zum alten tempel in der Dranckgassen pliben essen dar zu ist mit beroiffen und innen 3 fleschn raitzwein▀ geschenckt hab da▀ mir frolich gewesn und der eroberung und verstorung der stadt Bon vil rede gehatt. Min swester hat mir geklagt sie hab wol 200 dall. unkosten zu Rom und hie moissen anlagen, aber sie hat sich ubel angestalt disser min neif Peter hat vor 10 jaren possessionem quietam eines andern canonicatzs ad gradus Mariæ da▀ wolt sie da▀ er moist resigneren, lagts druff er mogt sterben in annis carentiæ, aber mich duchte sie bedorft geltzs wult wein zappen. Und war di▀ ein groi▀ versehen von ihr.
 
A. 1584 den 11. febr. ist Paulus van Alfter, uff s. Marviren straissn gegen der kirchen uber wonhaftich, der am 9. febr. verstorben war, gar herlich mit peiffen zu s. Johan Cordulen begraben, und das war neulich und seltzam anzusehen von etlichn tuseten menschn und ist also zugangen. Disser war ein raitzman vom backampt und ein heubtman aus den 54 burgers heubtleuten, derhalb sines fanen gemeinde bei eim rade erleubnis erhilt, das er mit dem gansen fanen, peiffen und tromen begraben mogt werden. Also wart er hinab uber s. Johansstraiss, die Drankgass uff, vor s. Paulus uber den Eigelstein uber s. Marviren-straiss wider abgetragen. Die 4 bidler orden gingen vor, darnach folgten die liche, darnach das capitel Cuniberti mit vil preistern, darnach das backampt, auch broderschaft Cuniberti, den folgten sin lautenant mit peiffen und tromen und dem ganssen fendlin wolgerust, die weren alles neder getragen, trurich,Bd.5, S.235 [444'] die beide tromen waren mit swartzen doich uberzogen. Der fane wart mitten uff der scholter von den fendreger getragen, darnach folgten die ander nachparen, nit under das fenlin gehornde, und als er von den weblern und andern gesenkt, ins grab gelacht war, schossen sie am grab alle los, das scheir die glasfinstern uis der kirchen gesprongen sulten sin, und zogen do mit uffgerichtem fendlin und weren mit peiffen und tromen und nachparn vor irer verstorben heubtmans haus, bitten ein pater noster, wie bruchlich, und scheden von einandernBd.5, S.235.
 
A. 1583 den 13. febr. sin die erzstiftsche ruter und soldaten zu Dormagen komen, und wie die nachpar uis dem dorf mit irem vehe und, was sie hatten, gen Zons geflauwen, haben sie uns und anderen die finstern, wende und hulznwirk zersclagen, die zeun verbrant. Der herzoch Fridrich von Saxen, domher und oberster, hat drei tag daselbst uff unsem haus gelegen, wirt nit vil gebat haben, dan unse zeune sin alle hinweg, und sorglich ist neuwen zu machen in disser kreichzit. Die von Stommel, Polhem, Geien, wiewol es Gulichsche waren, moisten unschuldich mit anhalten. Man sagt, mancher ruter und soldat were uff dem streufen vom lantfolk heimlich umpracht wordenBd.3, S.229.
 
A. 1584 den 14. febr. hat das beiers kreichsfolk zu Frimerstorp bei Bruwiler die 4 haiffe, in einem zaun ligende und dem abt zu Bruwiler zustendich, ins feur gestochen und alle abgebrant, umb das daselb(st) etlich kreichsleut heimlich umbkomen weren. Desglichen sin darumb noch vil mehe haif und scheuren abgebrantBd.3, S.229.
 
Anno 1584 den 14 feb. ist der pater zu Marienforst hie in Coln gestorben und zu Carmeliten begraben worden. Die frawe van Merienforst war vor hin buissn gestorben und begraben. Und moist dannest da▀ regiment de▀ cloisters angericht werden. Derhalb hat da▀ conuent in Coln irem hau▀ uff der Drencken zur chur geschritten und der verstorben werdiger frauwen suster ein von den Broichen zum Grevenstein uff der Hoeportzn zu frauwen erwelt, und min nigte Barbar Hersbach zur kelnerschen gemacht auch einen neuwen pater gesatzst, dweil aber da▀ cloister verbrant geplondert versteurt ist, wil es swerlich in den vorigen stant zu prengen sin wie es von ertzbischof Dederichs von Mor▀ ires fundatoris ziten bi▀ her zu gewesn.
 
A. 1584 den 15. febr. uff Eschtag sin uber seeszich geladen schiff mit weinen zu Bon an den zoll komen, die bis herzu zwischenwegen zu Lins, zu Andernach, Coblens, Bobbart und anderswa lange zit im last gehalten hatten, und (als) eitz schiffman und kaufman sich erfreuweten, und insonderheit die von Coln, Cleifschn, Gellerschen und Nederlender, das die so lang uffgehaltene wein einmail herab mogte(n) komen, dess in menschn gedenken so spat nit war zugangen, wie eitz, das kein neue wein, der gut und dess vil gewaxsen, herab zu schiff war komen, dan sonst wol wenich zu wagen und karrn, und einBd.3, S.229 [445] schiff des heubtmans von Lubeck hat sich bei nacht mit gewalt langs Bon verstochen und zu Coln anund uffkomen und gegolten, daher man die prob hat. Wie nuhe die 60 schiff zu Bon verzollen und urlob heischen wolten, wart den schiffluden uff dem zolhaus auch vom camermeister StoirDer bekannte GŘnstling Ernsts Paul Stor von Ostrach.des churfursten Ernesti schriftlicher, versigleter und mit eigner hant underschriben befelch vorgelesen: Nemlich, da sie bis herzu, wie der churfursten abscheit uff dem capittelstage zu Binge mitpragt, das sie den dritten pfenning widder sulten und plagen zu haben, als da sie von einem schiff wein 60 ggl. plagen zu verzollen, da namen sie 20 ggl. ab und leissn uff dem zoll allein 40 ggl., da wolt man nuhe zu Bon und Linxs die 60 ggl. oder dreiteil ohn abzoig voll haben und an beiden zollen dubbeln vollen zoll, das weren 120 ggl. an jedem orte, da sie nit dan 40 ggl. plagen zu geben. Do das die schiff- und kauflude erforen, besweirten sie sich dess, sagten, den mogten oder durften sie ohne ire oberkeit nit inwilligen, der moisten sie das zu erkennen geben. Der Stoir sagt: ,Das stunde zu innen. Sie mogten auch pabst, keiser, fursten und, wem sie wulten, clagen. Sie moisten es doch geben.' Da wart das gesongen in Coln Te deum laudamus umb der victorien in truren und zorn gewant. Die schiff- und kaufleude foeren von stunt herab nach Coln, gaben es eim rait zu erkennenAm 16. Febr. zunńchst der Schickung. (Rpr. 35 f 31 a).. Ein rait war dess ubel zufriden, schriben es van stunt an zum fursten von Gulch und CleifDie Antwort wurde am 23. Febr. verlesen (f 35 b)., auch zu den vergadderten richsstetten uff DinkelspuhelHńberlin Bd. XIII S. 519 u. 522.und keiserliche majestat und leissen alle schiff- und kauflude, so zu Bon den bescheit untfangen, bei iren eiden abfragen, bei wilchem examine die beide syndici und commissarii, darund(er) ich war, gewesen. Und hat sich befonden, das es sich allermaissen, wie oben erzelt, zu mit dem besweirlich befelch zugetragen hatBd.3, S.229.
 
Anno 1584 den 17 feb. ist min 6 wacht mir auff den eirsten fritag in der fasten widder uff die Haneportzs durchs lo▀ mit minen andern zweien heubtleuthen scheffen Sittart, und Christgin Koilgen gefallen dar hin ich mitTilgung: sminem fendlin gezogen. Jedermail wan ich uffzehen kost es mich 5 quarten wein▀ wei▀broit zum dronck vor lonten und drunckgelt summa 6 mr. ungeferlich. Da▀ ist min forthel in dissn erstzstifs kreich ohn min arbeit unkost und wachen. Min ander befelchaber verzern auch wei▀ noch nit wie vil di▀ meistheil im corpus tromscleger und diener ghain scheir frei.
 
A. 1584 den 19. febr. sin der Beierschen ruter und soldaten zu Bruwiler widder ins cloister komen. Und wie sie den abt und monchen da nit fonden, die in Coln waren, und auch nit vil vorraitzs an spisen, drank, fodereien, klinater und anders, haben sie vil schadens an finstern und melereien und ingedoim getain. Es lach ein welscher paff drin, der, sagt man, were des bischofs caplain, hett vil schadens verhut, mach auch wol sin, dess wolt ers auch geneissen. Der abt moist im und andern fast zuschicken. Vorhin hatten die Arburgschen drin gelegen, die es gut fonden, groisse vertroistung getain, das sie fortan das cloister beschirmen wolten, half als nit, als die van dannen warenBd.3, S.230.
 
[445'] A. 1584 den 22. febr. Cathedra Petri ist der stettag zu Dinkelspuhel, wilchen keiser Rodolf ausgeschreiben, angangen. Die stat Coln hat sich umb der kreichzleuf und belegs vor Bon untschuldigtRpr. 35 f 4 b (Jan. 9), f 10 b (Jan. 19). Bei dem Kaiser und den Kommissaren. ▄ber den Stńdtetag in DinkelsbŘhl vgl. Hńberlin XIII S. 513., dan sie durft keiserliche majestat nit wol zuwidder sin, hett sich auch nit gern von den richzstetten abgesondert, dan man besorgte sich, die gmein richstet wurden sich hart halten und dem keiser mit der reichsteuren nit zu willen sin aller dingenBd.3, S.231.
 
Anno 1584 den 24 feb. war der schalttagh da▀ jar zu Coln, bissextus oder von etlichen gnant dies nullus, dan er ist mehe dan in den andern drien jaren.
Uff dissen schaltagh sint die 60 schiff mit den neuwen weinen eirstlich di▀es verlittenen herbst von Bon zu Coln ankomen die nuhe uff den zehnden tag zu Bon angehalten waren. Und ist mehe gehoirt worden da▀ durch den novemb. december janvarium und haben febrvarium kein wein den Rhein hin ab sin komen. Und war da▀ folck in Coln frohe. Es hat aber vil wirks gemacht, dan ein rait zu Coln verordnete ire gesanten, hern Crudener, burgermeister, hern Hardenrait, rentmeister, und d. Steinweg zu dem churfurst, der foigte sich von Lechenich uff Bon, dahin zogen die gesanten den 20. febr.Rpr. 35 f 34 b., wurden erlich und fruntlich untfangen und handelten weit und breit mit dem churfursten, der sich noch gar hart hilt uff den dubbelen zoll zu Bon und Lins, und feilen zu beiden seiten vil argumenten und bewegnissen, doch zulest leis der churfurst den dobbelen zoll eim rat zu Coln zu ehrenib. f 36 b ff., (wie er sagt), fallen, aber wult den einfachen zoll gans ohn abzog des dritten pfenninks profors haben und davon nit abstain. Und als nit mehe zu erhalten ware und den schiff- und kaufleuten nit dienet, noch lenger da zu ligen, sin sie dissen tag, als sie iren einfachen zol gans bezalt, herabkomen. Ob es die meinong gehat: Iniquum petas et aequum feras, dess weis ich nit. Mich bedunkt es, drumb hab er den dobbelen zoll gefordert, das er den einfachen deste balde ohn abzog mogt erhalten. Sunst sult es mit dem dubbeln zoll sweirlich sin zugangen, den man nit het geben willen. Wiewol der ganze, einfacher zoll vil irtumbs zwischen kauflutn und schifflutn machte umb der fragt willenBd.3, S.231.
 
A. 1584 den 25. febr. umb disse zeit hat Conrad Eck zu Bon in der Cronen gefangen gesessen, wie mir Vederhen angezeigt, der in gesprochen hett. Das gerucht ginge, er were vol pocken, darumb were er von den anderen gefangenen besonder gesatzt und an ein kett und fesser gesclossenBd.5, S.236.
 
Anno 1584 den 27. feb. ist Iheronimus von Siegen her Arndt von Siegen▀ ritters und burgermeisters ham son uff dme Holtzmart in de▀ fatter▀ hau▀ gestorben. Und dweil er nit catholischer religion ware ist er uff den ellendenkirchof den lesten feb. begraben worden. Disser hat sich mit dem fatter de▀ zugesagten heiligs gut geirret und folgen▀ mit [446] sinen miterben nit kunnen verglichen, hat dem fatter sinen hof zu Sechten ingenomen da er vor dem kreich eifach hau▀ zu halten. Hat fast kinder verlaissn.
 
A. 1584 den 28. febr. ist graff Carl vom Walpurg Truckses, des abgesatzsten bischof Gebharts broder, von Bon gefenklich in das stift Luick gefoirt, da ist er (wie man sagt) zu HoienIsselt S. 445.in gefenknis. Man sagt auch, dissen tag solten zu Bon etliche verdrenktVgl. Ennen V S. 164. Bezold II nr. 259., etliche untheubt sinBd.3, S.231.
 
Anno 1584 den 29 feb. hab ich gedacht da▀ der hausfatter zu Weinsbergh zu jeder zeit nach ordnong mine▀ testamentzs wesende min unsterblicher erb und nachfolger von wegen sine▀ amptzs sin soll, der ursachen ich denselben pillich halten will vor minen sohn, ich sage und meine von wegen sine▀ amptz de▀ hausfatters. Ob ich dan wol minen broder Gotschalck so lang der leben wurde sohn nente dweil er hausfatter und min erb sin sol so wil ich doch sin person allein damit nit gemeint haben dan sin ampt de▀ hausfatter zu Weinsberg. Glich da ich meinen neiffen Herman mine▀ broder▀ sohn nach mine▀ broder Gotschalck absterben oder abstaint sohn nennen wurde so sol dasselb auch von wegen sin▀ amptzs und nit von wegen siner sterblicher person halben allein min sohn eracht werden oder sin. Und so fort anTilgung: dealle zit wer hausfatter sin wirt sol min son sin und dar vor gehalten werden und das dar umb dweil ein sohn pillich ein erb ist wie iohannis cap. war er sohn ist sohe ists ein erb. Und wirt derhalb min erb mit unbequemlich oder frembt min sohn genant und dar vor gehalten, und ich der testator sin fatter; der fatter hat sinem sohn leib iha uberau▀ leib; also hab ich auch den hausfatter zur zit und jeder zit zu Weinsbergh uberau▀ und neigst gott leib. Der sohn min erb sol sinen fatter ehren und dem gehorsam. Wamit aber, damit, da▀ er min testament und leste willen halte, salomom proverbrorum sagt oft, sohn halt die gebot dine▀ fatter▀, da erzelt er vil gutte stuck die er sinem sohn gebeut. Cicero sagt anfancks in lib. officiorum, marce fol. er nent in sohn und weist in wie er leben sol im selben boich, da▀ befelle ich auch minem sohn dem hausfatter, er wirt dar in nitzs dan gutzs leren, Cato, gibt auch sinem sohn in sinem zugt boich vil schoener leren, die befill ich minem sohn auch nachzufolgen, und zu halten. Ich kan in nit so vil gutzs leren al▀ die obbemelte drei ire sohne oder die sie sohne nennen gebeirt haben. Gutte leer ist besser dna gut und richtumb.
 
A. 1584 den 1. marcii ist das borghaus und haif zu Hurt von den beierschen soldaten verbrant, wie mehe heuser, stell und schuren darumbtrintBd.3, S.232.
 
A. 1584 den 1. marc. mogen auch die im leger vor Bedber das stetlin ersteigen und ingenomen haben. Aber das haus hat noch fast gehaltenBd.3, S.232.
 
[446'] Anno 1584 den 1 marcii ist her Petrus Broich der rechten licentiat uff der Hoeportzn in Grevenstein sine▀ fatter▀ und fatters fatter hau▀ wonhaftich noch ein jongk gesell wesende in stadt sine▀ fatter▀ doctor Johan Broich zum kirchmeister erwelt vor doctor Rongern zum Wolckenberg doctor Offenberch zum Sternen in der Sternengassen joncker Thoni▀ Wolfkeil in der Schildergassen die alle in der chur warn. Man sagt der pastor und offerman hetten di▀ beidem gemeinen man getriben.
 
A. 1584 den 2. marc. hab ich gedacht an so vil veranderongen, die bei meiner zeit vorgefallen sint, als in der religion, die anfangs miner geburt durch Martinum Lutherum verursacht, danach so mancherlei verscheiden opiniones, sectae, uffroren, krege, verstorung der kirchen, cloister, gotzhuser in verscheiden koninkrichen Dutzlant, Engelant, Schotlant, Denmark, Sweden, Frankrich und in ander vil furstentumben gefolgt. Die ceremonien und breuch in den predigen, missen, gezeiden, bitfarten, gotztragten werden eitz nit gehalten, wie mich eirst gedenkt. Die landen und ire regenter sin seir verendert in miner zit. Die policeiordnong, lantfride, camergericht ist wol ins wirk gestalt, doch vil verandert. Was sin vil schoner gebeue von castelen in minem leben gebaut und widder uberhauf geworfen! Ein lant von sinem alten herrn an fremde komen! In der stat Coln was ist mancherlei veranderong gescheit, doch bei minem gedenken vil gebeue der stat und burger, die schoin und nutz sin, uffgericht, alle zu verzellen zu lankwilich. Die groisse verenderong in der schrift kan ich nit vorbeigan, wie schribergesellen in canzeleien, vor gerichten, die rechensmeister so seltzame litern, boichstaben mit groissen, langen strichenwormen machen, die vorhin nit breuchlich waren. Ich besorg, wa die verenderung der boichstaben nit gesteurt und gebessert wirt werden, sol man die alte schrift bei der neuwer und die neue bei der alten nit kennen. Und ist ein grois missbrauch. Ja, die wort, so man spricht, lauten nit, wie vormails. Itz ist in Coln ein andere pronunciation und maneir zu reden, dan vor sesszich jaren, die littern werden versatzst, das e in a verwandelt, oberlendische oder nederlendische wort instat der alter colnischer sprachen, latinische wort instat der deutzen gebraucht. Scheir alle jar komen neue wort uff, die vorhin nit erkant waren. Von veranderong der kleider were vil zu sagen, aber das ist so mancherlei und so duckmail an mannen- und frauwenkunne beschein, das es wol eins besondern zittels bedurft, ist vorhin jeder zit geschein, wirt hernach auch wol geschein. Do ich jonk war, trogen alle mansperschonen lanke haar scheir uff die scholter und schoren alle die berde, jetz scheren sie das har kurz uber den kamp und tragen lange, kurze berde. Die hauben, hoit, bereten haben seltzame gestalten gehat, das gnoig darvon zu sagen wereBd.3, S.232 [447] . Veranderungen sin in der menschen sitten und ander dingen vill und vil vorgelauffen. Es durf wol ein neuwer Ovidius uffstain der ein neu boich metamorphosos der veranderongen mine▀ alters beschribe.
 
Anno 1584 den 4 marcii uff sontag oculi hat min broder Gotschalck sin geburtsfestum das er 52 jar alter▀ sin solt gehalten; sult aber den achten marcii gewest sin nach dem alten stilo aber er hat dissmal sin geflawen swager im hau▀ von Polhem de lode er mit zu gast.
 
Anno 1584 den 6 marcii ist min beledt mit der der fhanen wacht uff die Eigelstein▀portz gefalln da hin bin in gezogen und hab die ronde selbst in der nacht gehalten. War min 7 wacht.
 
Anno 1584 den 8 marcii sin die monchshaiffe im Gilgau bei Rommerskirchen abgebrant von dem kreichsfolck, sin der vernoimbste, groische haiffe im lande gehorende dem abt van Kampen bei Berck. So litten geistlichen, adel, bauren alle schaden.
 
Anno 1584 den 9 marcii umb disse zit ist min▀ steifson▀ licentiati Wilhelmi Rossn hausfrawe in der Burgerstraissen zweier dochter einer dracht ingelegen. Den 20 marcii bin ich uff da▀ kinttauff geladen hab aber mich untschuldigt und gedanckt umb vil drincken▀ willen, der frunde ist ohn da▀ vill. Disse zwilling willen im ein gluckzeichen sin.
 
A. 1584 den 10. marc. uff fritag, als die Beierschen mit dem von Reifferscheit in die sexste wech vor Bedber gelegen und zwein oder drei schuss durch das haus getain, das doch nit seir stark ist, und der heubtman Schreick, ein monch von DurstenNach Isselt S. 455 stammte er aus Herzogenbusch. Isselt setzt die Eroberung auf den 9. Mńrz., wie man sagt, vermirkt, das er das haus uff die lengde nit erhalten mogt, erbaut er sich, das beheltlich leibs und gutzs uffzugeben, dess im die Hispanier und Walen nit gestatten wolten, so sagt er: So wult ers zum lesten zu erhalten. Wie man aber das wolgebaut haus nit gern verdorben het, ist dem heubtman mit drien klepperen und (den soldaten mit) irem sidewer erleubt, unbeschedigt abzuzehen, ist auch mit siner besatzong und knechten in die stat Coln vergleidt worden, da er im domb spacern ginge und in der herbergen uff dem Numart zegteBd.3, S.233. Und ist also da▀ hau▀ zu Bedber auch ingenomen, da▀ graf Adolf von Nuwenar und Mor▀ ab anno 1579 den 10 junii ingehat. Vide supra 130 und mogen die von Reifferscheidt nuhe widder, dran komen. Ungeferlich bei 80 soldaten hat di▀ hau▀ in gehalten und sich schir gegen alle die gewalt so vor Bon gelegen gewert. Wa▀ sie uff dem hau▀ sunst hatten da moissen laissn vorhin mit ausfillen hatten sie vil schaden▀ drau▀ gethain under den beierschen. Unser colnischr kinder war etliche mit dar in gewest.
 
[447'] Anno 1584 den 11 marcii dominica l. wie ich au▀ der hohemissen s. Jacob zu hau▀ quam und an da▀ versickel gedacht da▀ man nach dem introitu singet, ex pfal. 121 lætatus sum in his quæ dicta sunt mihi in domum domini ibimus. Da▀ sanck ich bei mir selbst au▀ freuden, gedacht glichewol da▀ ich sterben solt, erfreuten mich uff de▀ herrn hau▀ da▀ mir in den himmel und ewige freude sulten komen. Und fiele mir da neben in von mine▀ fatters hau▀ Weinsberch da▀ sulches dem hausfatter und inwonern also zu gericht mogt werden da▀ sie dar in so leben und hau▀halten sulten da▀ sie de▀ himmelschn fatter▀ hau▀ auch dheilhaftich mogten werden. In sulchm gedancken repeteirten und verneuwert ich min testament mit freuden, finge an verslin zu machen dar in ich uff das aller kurtzste den summarischen effect mine▀ lesten willens kurtzlich verfaste, und lauthen wie folgt.
 
Summarissima repeticio testamenti mei.
Nunc Hermannus ego Weinsbergus testor ut ante.
Abbreviata sed hoec factio mentis exit.
Votis quinquevirum Weinsbergi sanguinis uvus.
Electus, patriæ sit genearcha domus.
Perpetvo sit in officio meus ipsemet hoeres.
Cunctas res habeat possideatque meas.
Si consanguinitas ea desinat esse superstes.
Emeriti debent iuris inire locum.
Ulterius quæ disposui repetendo reformo.
Iuncta dies vigeat coditioque modus.
Sic latine.
Zu deutzschs ist so vil gesagt. Eitziger zit mach ich Herman von Weinsbergh min testament in gestalt wie vorhin aber diesse vermechni▀ mine▀ lesten willens sol gar verkurstz sin. Einer au▀Tilgung: dem; unterstrichendem weinsbergischen geblode durch der funf executorn stimmen erwelt sol hausfatter mine▀ fatter▀ hau▀ sin, derselbster sol in sulchen ewigen ampt min erb sin auch alle min gutter haben und besitzen. Wan kein hau▀gesuster mehe in leben were al▀ dan sullen die licentiaten der rechten in dero stat tretten.
Wa▀ ich dan weiter▀ verordnet hab das reformeir ich eitz widderholende mit angehenten zit underscheide und manern, etc.. Ich hab di▀ metrum summarii testamenti mei cum heredis mei institutione et executorum ordinatione wol drin verfast, will aber glichewol da▀ min principal testament zu einer handt im schrein ligende durch au▀ bestendich sol sin.
Nuhe kan sulch min testament ohn gotter gnade nit ewich bestain, dar umb hab ich fort precationem in carmen pragt da▀ mich gott selbst bestendich dar bei erhalten wille. [448]
 
Precatio metrica pro confirmatione et manutenencia testamenti mei.
O æterne deus sine te durabile nil est.
Velle precor summum perpetvato meum.
O mea quæ placuitque placete testata voluntas.
Nonquam displiceat complaceatque tibi.
Perpetvus pater officio Weinsbergus et hæres.
Assis sit dominus unicus ipse mei.
Propositum cognosco meum subsistere iure.
Ac ratione boni nilque latere mabi.
Sæpius excripsi scriptam lectamque relegi.
Ratificans tociens quotidieque modo.
Publica lex mutare quidem senit ultima mentis.
Stilus enim liber mortis ad usque diem.
Quod variare queam mentem concedo supreman.
Non est in melius flectere vota nephas.
Præmeditata tamen mea mens digesta libellis.
Effectum teneat quando sepultus ero.
Consilio conclusa semel repetita tot annis.
Hanc mea nelevitas vertat in exitium.
Est levitas vitium mentis, constancia virtus.
Quæ placuera viro perplaceantque seni.
Hactenus ut firmam tenui sic deinde tenebo.
Tempore vitali quam variare vetas.
Obsecro conueniat tecum sit et una voluntas.
Utraque sit constans sit bona sitque pia.
Oppido sed vereor ne pandant retia blandi.
Seu cupidi technis verters scripta prius.
Tale mihi bene vel male si contingat habenti.
Tunc ut nunc revoco nec variata feras.
Si quid in extremis contra variavero sensum.
Tunc nova forma statim suspicione rugt.
Ni fuerit coram septenis rite schabinis.
Condita et illorum pensa sigilla probent.
Declarare licet, sed, et addere firmius ut meus.
In testamento sit capienda meo.
Si tamen obscurent aliqua vel parte repugnent.
Anterior valeat posteriorque nihil.
Tula sit a zoilis, nec eani calumnia vexet.
Nesciat interitum sitque peremus ea.
Confirmet genitor, genitus paracletor et almus.
Scripta voluntatis prævia quæso meæ.
 
[448'] A. 1584 den 12. marc. zu Dinkelspuhel, der richzstat, dahin keiser Rodulphus secundus den stettag ausgeschriben, in hoffnong, die reichssteur der ingewilligter 32 monat uff dem verlitten richztag zu Auspurg zu erhalten, ist (es) dem keiser siner hoffnong nach nit gelungen. Edoch haben die richzstet allein 20 monatHńberlin XIII S. 517.ingewilligt, aber uff 6 besweirlichen condicionen, die man darvor helt, wie ich selbst, das sie keiserliche majestat nit annemen wirt, wilche sich ansehen laissen, als wult man, oder nitz geben, oder den keiser zu irem willen brengen, daruff mach der stettag gescheiden sin. Und zu Rodenberch uff der Tuber mach keiserliche majestat ein churund furstlichen tag beschriben haben, da wirt man ohn zweifel under andern der unwilliger richzstet ret habenBezold II nr. 269. Die kaiserliche Proposition erwńhnt die Weigerung der Stńdte nicht.Bd.3, S.233. Wa▀ daselbst verhandlet wirt werden, mach zu siner zeit offenbar werden.
 
Anno 1584 den 13 marcii ist swager Gerhardt Voe▀ zu mir komen, und verzalt wie er mit siner suster Geirtgin irem man Bartholomeo Goltsmidt und den frunden gehandlet, sin wein bekomenn, uff sin ufftragt de▀ Lantzelroderhofs van der suster verzegen, die breif cancelleirt, und doch folgens am hohen gericht folgen▀ neu breif der gift vi▀ dem prothocol laissen uffrichten und bekomen, und also voe▀ mit voe▀ gespilt. Und sich nuhe angepotten er wolt sich mit mir vertragenn, dar uff min antwort begert. Ich sagt, die sach stunde eitz in einem vil andern stande dan zu vor. Ich were alt, wult nit gern mit den birckmannis et caleniis zancken fride deinte mir am besten. Nam es also in bedencken.
Er zeigte mir auch an da▀ ich vor hin nit gehoirt hatte min swager Gerhardt Ripgen zu Nuy▀ were im felde uff sinem eigen lande von dem kreichtzfolck angetroffen, und so gesclagen und misshandellt da▀ man in vor thoidt in die stadt Nuy▀ pragt hetTilgung: da er kurtzs verstorben; unterstricheltvivit.
 
A. 1584 den 16. marc. sin die beiersche speisruter uff den Steinen bei Neuss uber Rhein gefaren nach Westphalen zu. Am 16. marc. ist der leger vor Bedber, als das erobert, uffgebrochn und den andern gefolgt. Man sagt, die staten in Westphalen weren willich, den neuwen churfursten von Beiern anzunemen. Es sult auch alles dermaissen verschafft sin, das sich stet und scloss alsbalde ergeben sulten. In sulcher hoffnong zouch der herzoch Ferdinant von Beiern ins lant, aber sin broder, der churfurst, bleib uff disside Rheins, quam nit in Westphalen. Der probst Gropper, domher, half auch mit, die ansclege im lande machen, wie der FurstenberchCaspar von FŘrstenberg, Drost zu Bilstein. Vgl. Řber ihn: Pieler: Leben und Wirken Casp. von F. Paderborn 1873., amtman zu Bilstein, und andern, das man in gutter hoffnung was, Westphalen in kurzem zu erobernBd.3, S.234.
 
[449] A. 1584 den 15. marc. sin zwein von den gefangen zu Bon in der eroberong, Stuper und Hapfelt, daselbst uff dem markt an galgen gehenkt. Der Stuper war ein dick, swair man, feil lebentich ab und brach ein bein, begert gnade, wart doch widder uffgehenkt. Als sie etliche tage toit gewesen, sin sie abgenomen und buissen Bon an einen andern galgen gehangen. Was ir factum gewesen, weis ich eigentlich nit. Ich hab sie beide seir wol gekant. Der Stuper war ein sollicitator und schriber, behalf sich in Coln und dar baussen mit allerlei sachen, war der richster nit, dem hat man fett uis dem leib gesnitten. Antoin Habfelt war bei erzbischof Adolfs zeiten in der canzleien wol gehoirt, bequam Clais von Siegens dochter im Gronenwalde zu Coln, verdarf uffs lest, gaben sich beide in Bon zu graff Carl Trucksessen und bequamen sulchen lohnBd.3, S.234.
 
Anno 1584 den 22 marcii starb Agnes Eck min swegerin zum Hacht boven Marportzn Conradt Ecks suster und ist zu s. Laurentz bei ire eltern begraben. Disse hat vor hin Johan Hasselborn lang zit zum man gehat damit sie da▀ hau▀ zum Hacht also gebaut und repareirt al▀ sulten sie ewich drin leben aber da durch jarlichs mit 100 dall. fharn besweirt. Und al▀ er vor 12 oder mehe jar verstorben und sie in gut standt gewesen hat sie ein fasbender▀ knecht zur ehe genomen gnant Wilhem Circk oder von Bon. Wiewol sie fein war so hat er narrischs gehandelt vil scholt gemacht und in dem bonner kreich wol 2000 dall. schaden erlitten dar zu jeder zit so hart mit ihr gelebt da▀ man sagt sie hab dar durch den thoit erkorn. Und wirt groisse verenderong mit irem gut folgen. Seht so unsteit gehtzs in der welt zu.
 
Anno 1584 den 24 marcii uff godestag in derTilgung: kar; unterstrichenpalm wochen ist min 8 wacht gewest. Und ist min beledt uff sant Severinszportz gefallen dar hin ich personlich mit minen fhanen und befilchaber hin gezogen bin. Und minn rhotmeister uff ire tormen vertheilt nach irem lo▀ aller mit piffen und trommen die man uff wisfitag parschabent und parschtag alle laissen gain noch teglich sonder uffhoeren.
 
A. 1584 den 27. marc. umb diss zit sol es in Flandern allerlei gestanden haben, wie Ipern hart von herzoch Alexandro von Parma und Placenz belegert und benaut (sol) sin. Etlich sagen, die von Bruck hetten sich ergeben, die von Gent stunden in tractatu des fridens. Etliche sagten, der fride were zersclagen, darnach jeder geneigt war, hat er zeitungBd.3, S.235. Ich wil wol gleuben da▀ vil in dem lande de▀ kreichs wol mode sin werden der nuhe vil jar gedauret und den lieben friden wol begeren werden.
 
Anno 1584 den 28 marcii sin die frunde mine▀ broders frawen widder nach Geien und Polhem [449'] gezogen die bi▀ herzu im kreich geflouwen waren und lang zu Weinsberch iren leger gehat, dan al▀ eitz Bon und Bedber ingenomen und das kreichtzfolck in Westphalen verreist hoften sie nuhe raulich in garten und felt zur sommer sait zu rusten. Worden doch von den saxischen dhomcapittel▀ folck so abgedanckt und unbezalt da noch lach und umb sich taste beschedigt.
 
Anno 1584 den 30 marcii uff weisfritag nach dem ich die passion zu Carmeliten gehort bin ich zu den Augustinern gangen da gebeicht.
Dissen brauch hab ich wol veirzich jar gehalten von der zit an da▀ ich au▀ der Cronenbursen komen bin anno 1543 do ich zu Weinsberch und folgens under dem Rhaithau▀ zum Roich und Cronenbergh gewont ist mir da▀ cloister zu den Augustinern wol gelegen gewest da▀ da jarlichs zum wenigsten gebeicht zu christmi▀ und zu parschen ,zu seltmalen zu pingsten, und wan afflais zu verdienen war, wiewol das Augustiner(cloister) jonge monch hat und nit so wol besatzst pleicht zu sin umb irer bedurflicheitBd.3, S.235. In mittel▀ hab ich der passion wol an verscheiden orther nachgangen darnach gut pridicanten waren und ich lustich wa▀. Von jongs uff hab ich zu sant Jacob, zu Emerich, ad Predicatores ad Minores wol gebicht.
Zu s. Jacob eirstlich darnach zu Emerich, wie ich widderkomen zu s. Columben, zu s. reinolt, zu Minderbrodern zu s. Brigeden zu s. Laurentz zu klein s. Mertin zu s. Marien in capitolio, doch meistheil▀ und uff da▀ lest s. Jacob.
Ich plach vormail zu latin zu bichten, aber es straifte mich eins ein monich, wolt haben, ich sult uff deutzsch bichten, do gewan ich mich ins deutzsche. Ich hilt ordnong nach der gemeiner beicht, was ich darunden fant, darin ich ubertretten, das bekant ich dem herrn und wart absolveirt. Ich gab dem bichzfatter gemeinlich 6 alb. jedermail. Nitz verdross mich mehe, dan das ich gemeinlich als ein dink hat zu bichten, drumb stunde ich nit zu fast uff einen bichtherrn, als den ich hab, da pleib ich wol bei, wan ich in glich antraff. Er pleib auch gern bei mir und hilt uff mich, quam mir oft untgegen, off ers umb des bichtgelts dede, mach wol sinBd.3, S.235.
 
[450] A. 1584 den 31. und lesten marcii uff parschabent ist eilende potschaft komen, (das sich) die beierschen ruter und foisfolk eitz mit den Trucksessen in Westphalen getroffen hettenIsselt: Bellum S. 458.. Und hetteHs. were.der abgesatzster bischof Gebhart mit graff Adolph von Nuwenar und dem graven von Holloch den wich uff Wesel zu genomen. Aber Idel Henrich von Brunsweich, ein naturlicher und heubtman der ruter uff Trucksess sieten, ist frei zu den Beierschn und Hispanier ingesatzst, und wie er gesehen, das sin fendrich sich zu fern hin under die Beierschen hinin begeben, hat er den willen erretten, also das es zur sclacht geratn, darin Idel Henrich verwont und gefangen worden. Und haben sich doch sin ruter erholt und uff den dritten tagVon einem solchen erneuten Treffen ist sonst nichts bekannt.widder angefallen und sich zu beiden seiten hart gesclagen, doch nitzs mehe schaffen kunnen, also das Idel Henrich zu toit verwont und gefenklich pliben. Darnach sagt man, hetten die fluchtigen das Carthuser-cloister bei Wesel am Rhein spolieirt und versteurt und weren uff Deutekom und Zutphen ins leger der nederlenschen Staten gezogen. Also ist die sclacht mit Idel Henrich uff dem gellerschn oder zutphenschn boden beiSpńterer Zusatz.Burg geschein und nit eigentlich in Westphalen, das numehe der Trucksess vor sin person Westphalen verlaissen hat. Wer weis, ob er immer daselbst ins regiment kommen wirt. Er hat sich ubel mit sinem folk gehalten, sie geschatzst, wenich bezalt, das sie im nit holt pliben sin. (Hat sich uff letzst zu Delft in Hollant begeben und erhaltenBd.3, S.235.
 
Anno 1584 den 1 aprilis war der heilich parstag oder oistertag dismail stilo novo et reformato gefallen. Di▀ hoichzit und fest haben mir alle so zu Weinsberch und Cronenberch un▀ verhilten in der kirspel▀kirchen s. Jacob unsem principaln bedehau▀ gehalten.
Hie werdt ich ermant von dem parschtag, auch noch von ursachen de▀ verenderten calendarii mit den verkursten 10 tagen etwa▀ zu vermelden und damit dan uffzuhoeren und zu bescleissen.
So wist da▀ im concilio niceno im lande bithiniæ wilch durch den keiser constantinum magnum anno a natinitate christi 325 mit 318 bischoffen umb des arrii willen angesclagen daselbst vertragen worden. Das der parschtag bei den christen allezit uff den eirsten sontag der folgen wirt nach dem vollen monenschein glich nach dem æquinoctio verno gefeirt sult werden, das es die christen mit d. judden phast nit zu glich uff den 14 und 15 tag des neuwen lichtes so im mertz zum april scheinet. Der ursachen ist der 21 tag marcii zum æquinoctio verno bestimpt. Darnach da▀ pleniluniu __ und also der eirst sontag darnach zum h. parschn anzumercken sien solte. Auff dissem concilio niceno ist da▀ calender von iulio cæsare so 45 jar vor christi geburt uffgericht mit guttem rhaidt bestetigt. Es befandt sich wol da▀ iuliuus cæsar da▀ gansse jar recht in 12 monat, 365 tage und 6 sunde getheilt hat aber es befandt sich durch die astronomos das sulch calender jarlich 12 minuten zu lank ware.
Sulche 12 minutn machen zu alln funf jaren 1 stunde. Und zu 120 jaren 1 tagh dan 1 stunde hilt 60 minuten. Und 1 tag 1440 minuten, dweil nuhe von obg. 45 jar vor christi geburt bi▀her 328 jar nach christi geburt wol 373 jar verlauffen, und iulii calender alle jar 12 minuten [450'] lenger weret als der sonne lauff, alda uff dem concilio hat sich befonden da▀ von iulii zeiten bi▀ zu ende berurtes concilii der minuten halber 3 tage 0,5 stunde 6 minuten verlauffen waren, die do durch abzehung ingeholt und da▀ calender damit gebessert ist. Wiewol der zit noch 2,5 stunde und 6 minuten uberich gewesen von æquinoctio verno so hat man doch dieselb nit geachtet sonder dar vor gehalten die nachkomen werden dem zu siner zit mit flei▀ wol zuhelfen wissen.
Sulcher ordnong de▀ concilii niceni ist bi▀ uff unse zit gefolget worden. Aber hat man vor 200 jaren und bi▀ herzu uff den jongern conciliis dar von geredt da▀ da▀ rom. calender widder gebessert moist werden wie es im concilio niceno vorhin gebessert wa▀. Nuhe befindt sich da▀ von anno christi 373 jar bi▀ uff un▀ zeit anno 1583 jar abgelauffen sint 1255 jar und dan so manch mal 12 minuten abgezogen ertragt sich 10 tage 11 stunden wan dan dar zu die vorg. 2,5 stunde und 6 minuten gethain, machts eitz 13,5 stunde 6 minuten mehe dan 10 tage, dar au▀ dan vil incennenientiæ gefolget al▀ mit den solstitis æquinoctÿs festis mobilibus et immobilibus et agricultura und wa▀ der mehe sin also da▀ die hohe noit erfordert da▀ die hoigste oberkeiten ein insehen▀ gethain da▀ dem gebrech mit abzehung der 10 tagen einmal verholfen ist.
Wa▀ dan antrift die ubrige 13,5 stunde und 6 minuten uber die abgezogen 10 tage die sin zu wenich zum abzugh eine▀ ganssen tags die moi▀ man pliben laissen und unsern nachkomen uber 52 jaren befillen und dan noch 1 tagh abzehen laissen, da▀ were ungeferlich wan man schriben wurde 1636 der dan leben wirt, und wa es die oberkeit dan nit auch vergessen werden und hintriben laissen wie von constantini magni zeiten beschein ist.
Also ist der calender nuhe recht reformeirt und gestalt wie er war tempore iulii cesaris et octaniam augusti do unser heilant ihesus christus in solsticio hiemali der aller lengstenkorrigiert aus, nicht lesbar nach geboren wa▀, wie christongius in 1 omelia beim 1 ca. lucæ bezuget. Und wirt nuhe fort an der heilich parschtag gehalten werden wie er in niceno concilio verordnet ist zu halten.
 
Anno 1584 den 1 aprilis uff parschtag ist Elisabetgin van Deutz elige dochter neif Reinhardtzs von Dutz goltsmitz und Tringin Ponellen in der kleiner Bottegassen neben der gassen upperwarts geborn. Und darnach den 15 aprilis zu s. Laurentz mÿt dem golt und silber geteufft, und ich bin mit andern frunden da zu gast gewest. Und ist di▀ ein geborne cognatin de▀ hau▀ Weinsbergs.
 
A. 1584 den 3. apr. ist die widwe jonker Aloff von Straln under Spermecher, elige dochter herrn Johans von Aich, burgermeisters zu Coln verstorben. Ist bei iren man uff den Ellenden kirchoff umb der geussereien willen begraben, mogt nit in vorelter erliche graber komenBd.5, S.236.
 
A. 1584 den 7. apr. starb Theiss Schilt uff dem Numart bei der drenken, fleischewer, bannerher, und sin hausfraw als balde nach im. Disser war alter im raitzgange als ich, also das ich eitz uff zwein nach, Jacob von Siburg und Johan Lutzekirchn, der elste raitzman sinBd.5, S.236.
 
[451] Anno 1584 den 8 aprilis uff sontag quasi modo nach parschen umb di▀ zit besonder die kauffleude eirst vor Coln zu schiff hin uff nach Franckfordt in die mi▀ zu fharen 4 wechen spader dan gewonlich da▀ quam zu da▀ die von Franckfort den neuwen calender noch nit angenomen hatten.
 
Anno 1584 den 9 aprilis bin ich in die Reimersga▀ zu moder Engin in Conuent gangen und die 10 dall. bracht, noch 1 scleiffer 1 raitzeichn geschenckt sie hatten kein kirchmi▀ di▀ jar gehalten, dan es wa▀ kreich und schade allenthalben, batten mir 1 fi. rhaitzwin▀.
 
Anno 1584 den 11 aprilis ist min neunthe fhanenwacht uff s. Severni▀portzs gewest. Ich hab 1 fi. wein▀ 4 quarten facit 20 alb. zum besten geben, den spilluden 1 qz. 5 alb. 2 alb. gobel 4 alb. von lonten herpan.
 
A. 1584 den 13. apr. Lanceae et clavorum uff colner gotztragt haben 8 fanen burger im harners mit flegenden fendlin gestanden, stark und wolgerust, ehe aus jedem quateir ein fendlin, da alle zit vorhin die gaffeln sulche wagt plagen zu besetzen. Es war auch jemerlich im umbtragen uber die graben anzusehen, das die beum in den buistersten graben ront umbher abgehauwen und die britzen zu beiden seiten abgeworfen waren, das es gar kael was, das der stat heubtman mit den soldaten baussen im felde mit umbgingen und gutt hude hiltenBd.3, S.236.
 
A. 1584 den 18. apr. sol ungeferlich und mit behendicheit Arnsberg von dem von Beiern, neuen erzbischof, ingenomen sin. Und mach sich der adel und stede in Westphalen, ausgescheiden Geiseken und Brilon, dem neuen herrn ergeben haben. Umb diss zit sol auch Werle ingenomen sin. Das kreichsfolk mach auch vor Recklinkhusen gelegen und gestormt haben, weren doch drimal von den Trucksessen abgesclagen, aber sich uffs letzst ergeben, also das Westphaln balt erobert wordenBd.3, S.236.
 
Anno 1584 den 19 aprilis hat der pastor zu s. Columben die canononicatsic?zu s. Revilien eirstlich ratione jndulti apostolici et extinctionis zu behoif de▀ kirspels s. Columben bekomen, also da▀ eitz alle kirspel die extinctiones erhalten alle prebenden bekomen haben. Diss canonicat hat her Stephanus Isaac, pastor Indulgentiarum, vorhin gehat, der umb sines predigen widder die hilligen tragt in ungnade komen, das man in priveren wulte, so hat er in favorem senatus canonicat und pastorei resigneirt und sich in deinst bei dem pfalzgraben ergebenBd.3, S.237.
 
Anno 1584 den 22 aprilis al▀ Conradt Eck des gefenckni▀ zu Bon erledigt ist er dissen tag zu Coln komen. Man sagt er were uff 300 dall. ranzont die sult er uffbringen und sich da mit loesen und freien. Ich hoer sagen es sult langsam beikomen wie es faren wirt mach au▀brechen.
 
Anno 1584 den 23 aprilie alter iubilate in die memoria barbaræ von Gladbach zu s. Peter und zu Cronenberch gehalten. Sin dar bei gewest und ist zu gangen wie im boichlin irer memorien da von vermelt ist.
 
[451'] A. 1584 den 25. apr. hab ich uff s. Marxtag den kuckuck eirst von dissem jair hoeren singen, drei oder veir mail, und hat do uffgehoirt roiffen. So ist mir ingefallen, was ich vormails von den kindern und alten hoeren sagen, wan einer das eirstmail, wan der kuckuck songe, zelte, wie vil und manichmail er kuckuck reiff, so manich jar sult er darnach leben. Es het sich aber wol ehe anders zugetragen, das sich einer daruff verzert und verregnet, meinte, er sult nit lenger leben und moist bidlen gain. Drumb were sulchs nitz, und wan es schoin wair were, so ists doch nutzer, den finden etwas zu ersparen und nachzulaissen, dan den frunden etwas zu heischen. Edoch es sin 3 oder 4 jair, es were noch vil, wer sulcher gewiss were. Ich sin mit der zeit zufriden, die mir got beschert hat, ich hab keiner zit lenger zu begern, dan die mir selich ist. Vogelgeschrei irret mich nitz, halt nitz darvon; dan wan sie soiss und leiblich singen, das hoer ich gernBd.5, S.236.
 
A. 1584 den 28. apr. umb disse zeit mach der abgesetzster churfurst von Coln, Gebhardus Trucksess, in Hollant gewesen sin und umb des von Arburgs gutter da geworben, das im die vor sinen schaden, von graff Carl von Arburg erleiden, mogten geben und ingeraumt werdenBd.3, S.237. Wa▀ erfolgen wirt mach folgens an tag komen.
 
Anno 1584 den 29 aprilis ist der alte Michel Lutgin▀ ein rhaitzman von 80 jaren ein gewantsnider am Hewmarckt gestorben.
Glichfal▀ dissen tag jonfer Odilia Rynck ein unbestatte weltliche jonfer von 60 jarn starb zu s. Reinolt im cloister, dar sie in der kost uhar. Hat sich nehe bestatten willen wiewol sie von guttem gesclecht und reich war.
Umb di▀ zit ist in Oisterich auch doctor Conradt Betztorfs dochter und doctor Kriptzen hausfrawe gestorben.
 
Anno 1584 den 29 aprilis uff sontag cantate ist min zehnte fhanen wagt gewesen, al▀ ich zu Cronenberg wonen komen min 12 rhottmeister dahin zehe ire beletten in meinem hausse. Min fendrich wont zum Stommel gegen mir uber zapt wein da vergaddern sich piffer und tromenscleger. Wan min befelchhaber und alle andern vergaddert zehen wir mit peiffen und tromen uffgrecktem fhanen in der ordnong und rustung langs s. Steffen s. Marien die Bach uff nach s. Severin▀portz und dan jede rhott an ir orth. Dismal 4 quartz dem corpus 1 quartz den spilluden gebelger und leuten, kost zu samen 31 alb. da▀ forthel hab ich dar von.
 
Anno 1584 den 30 aprilis bi▀ her zu mich unden in meinem stublin verzalten, dar nach hin uff min schribkamer gefarn.
 
A. 1584 den 30. apr. umb diss zitDas GerŘcht war falsch. Alencon starb erst am 14. Juni.sol der herzoch von Alanzon, Franciscus, des konink Henrici tercii von Frankrichs broder, verstorben sin. Disser war der einige broder und neigste erb von Frankrich, hat noch kein hausfraue oder elige kinder gehat. Dissr war vur einen herzoch von Brabant von den Staten und lantschaft ingehuldet. Und wan er nit so verretterlich, morderischs und schentlich zu Antwerpen gehandlet hett, er were ohn zweifel her der Nederlanden worden und het sie alle under die croin van Frankrich mogen breingen. Dweil er aber die schanz versehen, das sie in nit mehe kennen wolten, hat er filligt melancoliseirt und ist gestorbenBd.3, S.237.
 
[452] Anno 1584 den 1 maii philippi et jacobi al▀ ich das evangelium johannis 14 cap. in s. Jacobskirch von dem pastoir hat predigen und vi▀lagen hoeren uff die diesic!wort, creditis in deum et in me credite i. da der pastor den underscheidt macht. Sagendt aliud esse, credere deum, aliud deo, aliud in deum es were nit gnog das man gleubte das gott were, noch auch wa▀ got geleirt und gethain het, dan man moist in got gluben. Al▀ balde hab ich under der prædich sulch distichon gemacht und wie ich zu hau▀ komen angezeignet und landt also.
 
Versus.
Crede deumque deo nec solum sufficit illud.
Quem libet inque deum redere saluificat.
Sic est.
Dissen abendt hat ich den dischs uff minen saal zu Cronenberch decken laissen, und hab da mines neiffen Hermanni fest siner geburt anticiopando froe gehalten und sint under un▀ al▀ min broder und sin frau min suster Sibilla und ich Lisbetgin Horn▀ und Gotschalck Herman▀ broder frolich gewest und 8 quarten wein▀ gedruncken.
 
A. 1584 den 1. maii ist auch swager Henrich Faber in der Bottegassen gestorben. Man sagt, er het einen swerlichen bruch gehat, das were sin doit gewest. Er hat in der kommerschaft wol prospereirt, das er fast rich gewesen. Der Menschesche cantzler, seir rich, und Cosmas, burgermeister zu Neuss, waren sin broder, hat sin hausfrau Greitgin Bruns mit 8 lebentigen kinderen nachgelaissen, hat wol sin testament in der schrift da ligen gehat, aber ist ubereilt, das es nit solenniseirt, noch in wirk gestallt kunt werden, das der frauwen ein groiss nachteil ist. Er war ein raitzman gewest und (hat) vil ampter getragenBd.5, S.237.
 
A. 1584 den 2. maii starb der alt pistor s. Georgen, der uber drissich oder veirzich jar pistor gewesen. Als er sin dochter in die pisterei bei sich bestatt hat und im sin hausfrawe verstorben war, wart er balde darnach im alter dol und ginge so in der stat umbher an das raithaus, alle gerichter und kirchen, und rete seltzam dingen in der dollereien, dranck auch wol mit, dreiff das so lang, bis er starbBd.5, S.237.
 
Anno 1584 den 3 maii inuentionis s. crucis hab ich gedach an die historiam unsers patriachen Aramondi von Weinsberg, das der anno christi 794 in der herschaft brunisa in Beiern geborn, und nackt mit wingartz blettern in gelacht van siner motter Adelde im weinsberch verlaissen da denselben tag fonden wart und dweil de▀ von dem 3 tag maii bi▀ heude 780 jar sin, und nach dem reformeirten calendario sich befindt da▀ 10 tag au▀gelescht und au▀gethain sin al▀ von jeder 120 jar einen tag. Da▀ machte von der geburt Aramondi gerade 6 tage 12 stunden bi▀ uff dissen tag wan die von 10 tagen abgekurtz wurden so pliben noch 3 tag 12 stunden dieselben 3 tag 12 stunden von Aramondi geburtztag zu ruck gesatzst. So sult ungeferlich Aramondi geburtzs uff den 29 tag aprilis gefallen sin gewest nach der rechter zit sonnenlauff und reformeirter calculation de▀ calenders wan die der zit beschein were.
Nuhe ist die frage ob uff Aramondi geburtzs tag den 3 maii der zit wan er schoin wol zu ruck uff den 9 aprilis reduceirt were, sulche groisse wingartz pletter hetten gewesen dar uff da▀ kindt Aramondus het mogen ligen.
Ich sage iha das hat wol geschein kunnen, do al▀ nuhe und nuhe als do, wie das clairen, an den tag zu thoin ist, [452'] dan ich noch heutigs tags ein weingardtzsblat in miner colnischer cronicken hinden an ligen, da▀ hab ich anno 1556 den 25 aprilis uff s. marcii tag uff dem weingardt an platz de▀ rhaidthau▀ abgepluckt und in da▀ boich gelacht geparst und drugen laissen und ist ein firdel und ein doumb breidt einer colnischer illen und oben her ab noch etliche finger breit lenger dan breider. Und der bletter waren fast mehe daselbst und uff andern orthen gnoig in Coln. Und die wingartzs loeden waren 1 und 1,5 ille colschs lanck.
Di▀ war uff den 25 aprilis geschein 4 tag vor dem 29 tage aprilis und 7 tag vor dem 3 tag maii do Aramondt geborn ware. Und es mach der zit auch ein frohe jair gewest sin, auch ein ort da er froe weckscht oder ein art von reben die frohe au▀sclaint also das es seir wol gleublich ist, da▀ uff den geburtzs tag Aramondi weingardtzs lauffs gnoigsam gewesen da▀ man innen druff gelacht hab und da▀ der reformeirter calender daran kein zweiffellhaftich bedencken machen kan.
 
Anno 1584 den 4 maii umb disse tage hat Anna van Haren widwe Jaspar Liblars tuschen dem hau▀ zum Hollender und Stommel uff der Hoeportzn genant zur Setzroben eitz Maubachs zwei alte zin▀ heusser uff dem Buchel hinder dem putz zu Weinsberch gelegen abgeworpen die hultzen und zwen besonder taiher seir alt waren abgeworfen. Und ein neu hultzen hau▀ under einem tag widder da uffgericht und doch zwa wonongh dar in gemacht dan die hausser golten eitz groissen zin▀ mehe dan vor etlichen hacht jaren.
 
A. 1584 den 5. maii sol Westerholzs, auch die fest und stat Recklinkhusen in Westphalen von erzbischofs Ernesti Bavari kreichsfolk ingenomen sinBd.3, S.237.
 
A. 1584 den 6. maiiVgl. Motley III S. 448 ff.umb diss zit sullen sich etliche stett in Flanderen, als BruckBrŘgge trat am 20. Mai zu dem K÷nig Řber (ib. S. 451)., Gent und andere mehe mit herzoch Alexandro von Parma in namen koninks Philippi von Hispanien, verglicht und vertragen haben, das sie es nuhe mehe mit dem konink Philippo lieber wulten halten, als mit dem konink von Frankrich. Diss sulte man kein inquisition halten, auch kein scloss bauwen oder starke besatzung in die stet lagen. Es quam folgens zeitung, es were war, dan, es were nit wair, dan Bruck hett sich schoin ergeben, Gent wult sich ergebenDie eingeleiteten Verhandlungen wurden wieder abgebrochen., dan widder contraria. Es mach mit der zit clar an tag komen. Vil catholischen erfreuweten sich der lantschaft Flandern, das ein mechtich lant ware, verhofften, wan sich das an den konink ergebe, die ander landen sulten mit der zeit folgen und sult also entlich zu eim gutten friden geratn, das wol zu wunschen und hoffen wereBd.3, S.238.
 
A. 1584 den 7. maii hat der furst von Gulch drei amter, als Berchem, Caster, Grevenbroich, uffgemant, die zogen mit etlichem kreichsfolk vor Woringen, wolten die sassensche kreichsleude zu pferde und fois, so darin lagen und im lande von Gulich umbher streufden, uffsclain. Und wie sie samen an ein andern leifen, pleben 6 Saxen doit. Doch uff das lest gab man innen etlich gelt, das sie abzogen, und die bauren zogen auch zu haus. Das domcapittel was den ruter und knechten, so in Woringen gelegen, uber 50 tausent daler schuldich, aber sie uberquamen bose bezalong. Irer viel quamen in die stat, gingen im domb, vur das capittelshaus, leifen die 7 preister filfeltich an mit scharfem manen und dreuewortenBd.3, S.238 [453] das sie sich besweirten in (den) dom zu komen. Der edlen waren eitz wenich zugegen, bliben uff andern orten ligen. Und uff anroifungAm 23. April entschuldigten sich der Herzog und seine Rittmeister wegen der Rńubereien ihrer Soldaten und baten den Rat, sich beim Domkapitel fŘr die Soldzahlung zu verwenden. (Rpr. 35 f 81 a). Am 8. Juni ersuchte der Domdechant Schwolgen um Schutz gegen die Soldaten. Der Rat befahl darauf, die Schuldigen verhaften zu lassen (f 116 a b).der gegenwortigen bei eim rade, gebaut man dem kreichfolk, sich der dreuen und gwalt zu enthalten. Und wolt sie ein rait auch folgens in Coln langer nit lidenBd.3, S.238.
 
Anno 1584 den 8 tag maii hat mir min pflegdochter Marie Luchelgin vorstendersche in s. Peter under Kestern zum Buderich sunst genant bei Jacob Koninck den morgen frohe umb 4 vren botten geschickt. Und wie ich dahin komen, ist sie vom bedde uffgestanden und sich zu mir und in die cammer verfoigt. Und gesagt sie were etliche tage unlustich und swach gewest, were die nacht seir kranck und bekommert gewest besorgte wol half da▀ sie sterben sult, begert von mir zu wissen ungeferlich wa▀ sie hett und wie hoich sich daselb ertroge. Ich vernam wol da▀ sie fast kranck war aber seir bescheiden und gar verstendichTrennzeichen.
Ich sagt, da▀ ihre sult sich wol zu tusent daller ertragen, und rechnet es ir mit kniten dar da▀ sie es wol verstunde do bat sie mich ich wolt papir nemen und schriben uff wem sie etwa▀ besetzen wult ob sie sturbe, wurde es besser mit ir so sult es nit sin. Und wan ich es angezeichnet hett, so ich ir da von uff den nachmittag ein abschrift zustellen zu besigtigen off sie ab oder zu dhoin wult. Ich sagt, iha, satzst mich neder und wa▀ sie mir befall anzuzeichnen da▀ schreib ich an. ich sagt ir aber wa sie etwa▀ bestendigs machen wult so moist sie umb der erbfaren zwei scheffen notarium und zu dar bei nemen, de▀ sagt sie were sie zu freden, da▀ sult ich gegen den andern tagh in▀ wirck stellen. Aber under disser handlung mogten mir besweirlich allein sin und samen zur noitturft reden, dan ir steiffatter meister Gerhardt Wendel im hof van Coln und sin frawe quamen druber zu maissen bei unse da mit mir nit allerding frei samen mogten un▀ besprechen, die frau im hau▀ und gesinde gingen auch an aff und zu da▀ mir etwa▀ verhindert worden, da▀ es lanck wart bi▀ 10 vren, und Merge fast swach wart mit dem langen sitzen. Also da▀ ich wa▀ untworfen war uff da▀ papir ihr den nachmittag zu ubersehen in der abschrift zu gestalt sult werden, also ginge ich mit dem concept zu hau▀. Wie ich aber hin wegh war fragten sie Mergen die da pliben wa▀ sie uffzeignen laissen. Und sie hatzs in alle▀ verzalt wie ich nach bericht wart. Wa▀ sie aber den morgen mit gan▀ guttem verstunde befollen anzuzeignen, laut van worde zu worde wie nachfolgt
 
Anno 84 den 8 maii.
In gottes namen amen etc. Marie Luchelgin van Reimbach testatrip etc.Ergńnzung am Rand: Min neif Herman wolt kaufmanschafft lern buissn Coln..
Elegit sepulturam, apud carmelitas apud patrem.
Item besetzst dem ertzbischof zur zit zu Coln 1 troners item zum bau der dhomkirchn 1 torners.
Item Jacob Koninck und Christinen Plettenbergs eluden samen 100 dall..
Item den 5 kindern Jacob Konincks vreder in zu dheilen 100 dall..
Item der moenen Marien Bloemendal 100 dall. besetz.
Item der nichten zu Lyn▀ Gertrudt und Wilhelm Castenholtz eluden besetzst sie wa▀ her Johan von [453'] Tonberch testatrici zu guder regnong schuldich ist.
Item Elsgin Koch widwen irer nigten, und iren kinder 102 dall.Schlusszeichen.
Item besetzst m. Gerhardt Wendel irem steiffatter die halfscheit de▀ hau▀ vor s. Laurentz off so vil sie dar zu beregtiget ist.
Item Helenen Wendlels vorg. m. Gerhardts hausfrawen 50 daller.
Item licentiaten Herman Weinsbergh besetzst sie 200 dall. jure institutionis.
Item her Johan van Tonberch 25 dall. irem ohmen und vormunder.
Item Ennen der dauffer frawen 50 dall..
Item den 2 armer medergin Eifgin und sustergen 100 dall. wan sie bestat werden.
Item Beil der deinstmagt im hau▀ wan sie bestat wirt 50 dall.Ergńnzung am Rand: Weinsbergh zu Weinsbergh..
Item Engel der arm jong 25 dall. in verwarter handt, fromlich helt.
Item suster Sibillen 4 goltgl. uff der Hoeportzen wonende.
Item her Augustin zu Munstereiffel (in statt der 2 schalen) besatzst 4 goltgl..
Item allen andern frunden samen 1 goltgl. under sich zu dheilen.
Item obg. Weinsbergh ernent und setzst sie zum erben und executoren.
 
Wie ich mit dem eitzbestimpten zittel von Merien gescheiden in meinongh den irer erclerong gemei▀ abzuschriben, bin ich doch strack an der gebaur hau▀ uff den Altenmart gangen da selbst Maltheisn Ropertz borggeruen und notarium gesoigt den mir Marie genant hat da▀ testament zu schriben aber er war vi▀ der stat nach Stammel verreist. So ginck ich an den platzs traf da an Wilhelmum Wolbeck bidellum notarium, begert er sult doch den nachmittag ander den andern tag sich moissich machen ein testament bei eim metgin uffzurichten und zwen scheffen mitbrengen wan ich in wissen lei▀ da▀ er komen sult, de▀ war er zu friden. Ginge do zu hau▀ und abschreib und extendeirte do da▀ vorg. concept ein wenich nach Marien erclerong so sie mir montlich gethain, di▀ dede ich incontinenti eilens in feischer gedechtni▀ verzauch es mit dem mittags essen so lange.
Als balde nach der maltzit quam die deinstmagt widder und sagt ich sult doch eilen▀ wider zu Marien komen. So ginge ich zwischen einer und zweien vren dahin. Mÿt mir bracht ich da▀ concept und abschrift wult sie Marien vorlesen ire meinongh vernemen und alle▀ mit ihr endlich abreden und scleiffen. Nimpt war, do vernam ich ander zeitung, wie ir hoeren werdt. Erstlich sagt mir die frau im hau▀. Man hett Merien mitlerweil vil angelegen. Es were ire▀ steifffatters sohn meister Josephus canonich s. Cunibertzs bei ire gewest und mit ihr gesprochen da▀ sie de▀ fatter im und sinem broder jedem ein hondert daller wult setzen. Ich sagt so kunth sie nit zukomen off sie moist den vorigen besetzen abzehen. Sie sagt ich sult zu ihr komen, mit ihr allein sprechen und ire meinong vernomen. Wie sie mich oben uff den saal fort, so wa▀ Marie uff die holssluif gangen, al▀ sie die selbe her ab zu mir brachten. So starte sie mich an sprach wenich, und sagt ich scham [454] mich. Ich scham mich. Ich sagt, war umb, oder war vor. Sie sagt ich scham mich, do leissen sie mich bei Marien allein uff dem saal, so fragte ich sie, wie es were, off sie etwa▀ veranderen wulte oder befetzen, da▀ sult sie mir sagen. Sie sagt ich wil▀ dhoin, und sweich doch still. Ich fragte wie ir geschein were, da▀ sult si mir frei sagen. Sie sagt ich haf neman wa▀ abgestolen noch beschedigt, und swich da mit stil da▀ ich nitzs verstendtligs oder verstdigs an ihr mircken kunth, und hilt es dar vor sie were gan▀ verirret in iren sinnen, da▀ ich den andern sagt, die fragte sie, ob sie wa▀ sagen wol, wie sie es gern het, do sagt sie wie ich ichsices hude gesagt haf so sol idt sin. Weiter▀ kunth ich den gantzen nachmittag keinen bescheidt vernemen, da▀ ich sagt, ich wist nichtzs mit Marie eitz vi▀zurichten da mit ehre inzulagen, sie were verirret. Man sult sie in ire rast laissen komen bi▀ den morgen off es dan besser wurde und al▀ ich zu hau▀ gain wult so hilte sie mich bei der handt wolt mich zu drein malen nit verlaissen bi▀ ich ir gelobt widder zu komen. Den andern morgen schickt ich min suster Sibille (die sie wol vermogt) zu ihr, aber die und die leudt im hausse vernamen kein verbesserong an sinnen oder leibsswacheit also quam ich mit dem bestalten notario und 2 scheffen nit da hin, also da▀ sie ohn besserong bleib ligen uff den achten tag da▀ nichtzs mehe bestendigs mit ir vi▀zurichten, oder da▀ angefangen wirck ad publicum actum seu formani hab bracht mogen werden, mehe dan den vormittag beschein war und dweil ich den irthumb bei Marien befonden hab ich ir da▀ concept oder abschrift nit durfen vorlesen da▀ vergeblich gewest were. Also ist es in der warheit zugangen, ob drumb disputirt sult werden, drumb hab ich di▀ zu gedechtni▀ angezeignet.
 
Anno 1584 den _ maii hat min nicht Tringin Jabachs uff dem Eigelstein von irem dritten man Ambrosio van der Eiken ein▀ kindes ingeleden haben, dweil di▀ ein cognat zu Weinsberch ist und min sustern nit da hin beroiffen werden auch sunst selten samen komen so kan ich ihre kunne und namen nit wissen oder anzeignen auch die geburtztage nit eigentlich. Ich mach auchTilgung: feselbst nit vil darnach fragen. Min erb mach es nach mir von innen oder au▀ iren anzeignissen erkundigen und zu gelegenen ziten in da▀ genealogeiboich zu Weinsbergh bringen.
 
Anno 1584 den 14 maii hab ich gedacht wiewol ich neben minem broder beide kirchmeister zu s. Jacob sint so laden mir doch den pastor caplan scholmeister offerman de▀ kirspel bei un▀ nit zu gast. Ich habs uff andern orthen auch nit vil gethain, dan ich vernemen da▀ sie ghir und begerlich sin, alle zit zitsic gebricht in fill, und mir kunne in auch nit helfen, die nachpar laden mir auch selten zu gast, dan mir haben eitz folcks gnog an unsem dischs da▀ mir geseschaft bei selbst haben, so haben mir auch kein kindt tauffen oder groisse essen zu halten da▀ es zu ruck pleibt.
 
[454'] A. 1584 den 15. maii sol ein groisser rumor und ufflauf in Schotlant zwischen dem konink und dem gemeinen man von wegen scharfer ansclegen und daitlichem vornemen in religionssachen gewesen sinBd.3, S.239.
 
A. 1584 den 15. maii ist Maria Luchelgin den abend umb 10 uren des dingstags vor Pfingsten im haus zum Buderich under KesternHaus ,zum Butterich', siehe Keussen. Topogr. I, 128 a 3.in got verstorben. Was ire krenckde gewesen, weiss ich eigentlich nit, man sagt von der pest, aber mich duchte, sie sult kelte halbe mangel gelitten haben. Sunst was sie seir harthorich, etwas tauff von jongs uff gewest, war eitz noch im jonfferlichen stait, 26 jar alt, ein vorstendersche bei Jacob Koninck und Christinen Plettenberchs, war wol geschickt, kloick, gespreich; und wie der dodengreber van s. Brigiden ires fatters Bernhard Luchelgin van Reinbachs graf vor der marterer altar oder hinder dem predigstoil in der kirchen wolt eroffnen, so hat im meister Henrich Bruine glasworter das verpotten, sagt, Berndt von Bensberch fasbender het im das haus zum Aren uff der Drencken mit allem zubehoir verkaufft, so gehoirte das grab mit dem iser und stein dar uffstanden samt dem weikessel im zu, nemans sult ohn sinen willen drin begraben werden. Ich gestunde nit, das emans macht het, das grab zu verkaufen, dan es gehoirt irem fatter allein zu, des einiche dochter und neigste erbe sie were; der das grab erworben, sin nam stunde uff dem grabstein, den er neu bezalt und druff gelacht, auch das iser mit dem weikessel druff machen laissen. Nemantz het sy vor ires fatters grab zu halten, das ich alle jar uff allerselntag bis noch zu belucht het, als sin truhender in Marien namen. Meister Henrich wult mir des nitz vergunnen, so fern ich es von im nit begeren wurde. Ich sagt, die begerte durf ich nit doin, dweil es Marien und iren erben zugehoirte, den ich es nit zu nachteil toin durfte, und als ich nit abstain wulte und mir das begraben gestatten moiste, protesteirde er, das er im dadurch an siner geregtigkeit nitz benomen wolt haben. Uff donnerstach den 17. maii wart Maria wie ein jonfer mit schonen gronen rosmarins krentzen umb das flawilen doich umb die lade begraben. Die 2 orden Carmeliten und Augustiner und Longbroder, der choir s. Brigiden und s. Jacob gingen mit zum grabe, da sie zu Carmeliten bei iren fatter (wie sie im leben begert hatte) begraben wart. Item uff freitag den 18. maii ist Marien begencknis zu Carmeliten erlich gehalten worden. Uff dem grabe haben 4 beginen gelegen, daruff, wie uff dem gebeirs, groin rosmarins krut und blomen. In das convent und reventer fast wein und kost, presentz und waxBd.5, S.237wa▀ nuhe mehe vor kosten zu dem sterben, begrebni▀, begenckni▀ gegangen, da▀ wirt man zu minem rechensboich fol. 84 finden.
Ich hab auch dissen 18 maii an Marie Blomendal▀ widwe Kochs zu Lynx▀, und an her Johan Tonberch pastoir zu Rhein broil geschriben ind innen verkundigt da▀ ire nigte Marie Luchelgin verstorben were, da mit sie mir nit zu verweissen hetten al▀ hett ichs in verhalten. Also ist Marie Luchelgin in irem blohenden alter und jonferlichn stait verfallen, und hat nit vil freuden von irem gut gehatt, wult alles sparren. Got wil ir die ewige freude dar vor verlenen. Amen.
 
[455] Anno 1584 den 17 maii ist min fhanen wacht gefallen uff die Hanenportz zum eilftenmaill. Und dweil ich mit Marien Luchelgin▀ begrebni▀ und begenckne▀ zu schaffen hat, besall ich minem lutennanten dem lic. Petro Broich da▀ er in minem abwesen da▀ best thoin sulte. Derhalb treib ich kein kosten dan schenckte den spilluden 1 q. wein▀.
 
A. 1584 den 18. maiiNach Kleinsorgen l. c. S. 267 erst am 5. Juni.ist erzbischof Ernestus von Beiern uber Rhein gezogen und fort zu Westphalen, dweil daselbst scloss und stet ingenomen waren, die zu besetzen und sich inzuhulden laissen, dan das lant was in sinem abwesen ingenomenBd.3, S.239.
 
Anno 1584 den 20 maii uff pingstach ist Georgen Volckquin der jonge mine▀ eidombs Georgen Volckquin scheffen und miner dochter Drutgin Ro▀n sohn gestorben. Disser hat bei einem herrn zu Strasburch gedienet der innen mit eim schif wein▀ her ab geschickt, war uff dem wege kranck worden sine▀ alter▀ von 20 jaren. Ist zu sant Jacob uff den choir in Altenais grab zu siner motter und andern frunden begraben. Ich bin bei dem fatter uff der Briderstraissen zum sencken gewesen.
 
Anno 1584 den 21 maii uff montag zu pingsten hat min suster Sibilla ir geburtzsfest uff der stoben zu Cronenberch zeirlich gehalten, da sin mir under un▀ im hau▀ frolich gewest den abendt in die nacht. Ich schenckte ir ein firdel rhaitzwin▀ zum besten.
 
Anno 1584 den 21 maii ist Johan Fix von Eller von minem swager Adolpho Fix von Eller und miner nigten Elsgin van Dutz eluden ehelich geborn in Coln uff dem Huntzrucken. Und ist folgens den 3 junii im hau▀ vom caplan zu Marien affla▀ geteufft worden umb kosten zu sparen, und noch keinen pracht anzutriben. Di▀ kindt ist auch einTilgung: agn, gestrichencognat zu Weinsbergh.
 
A. 1584 den 24. maii sin die jonferen van Benten widder aus Coln in ir cloister zu Benten gezogen, hatten weit uber ein jar lank in Coln bei her Lambert, pastor s. Jacob, in der herbergen gelegen, neben der dechenien uff s. Joris cloisterBd.3, S.239.
 
A. 1584 den 25. maiiRpr. 35 f 104 a, vgl. ib. f 79 b ff.ist jonker Caspar von Mulhem, wilant her Melchior von Mulhems burgermeisters sohn, uff anclage siner hausfrauwen swegerherrens, hern Gerhart Pilgrum, burgermeisters zur zit, durch ein gefast urtel von 6 rechtzgelerten zu erlicher gefenknis in sinem hause Rodenberch zu verhalten, verdammet. Aber jonker Caspar wult in sinem haus nit gefangen sin. So wart er mit etlichen soldatn under dem raithus verwart 8 oder 10 tag. Der irtumb quam her von eim irtumb und verdacht uff sin hausfraue, die Jeronimi Federhennen dochter war, und herr Pilgrum, ihr ohm und vormunder, der in vil wolt meistern, daraus stolzicheit, smehe, dreuwort untstunden, das es ein grois gefert und geschrei in Coln wart. Doch zuletzst durch beiderseit frunde und gelertn hingelachtib. f 114 b.. Und were hievon vil zu sagen, lais es uis ursachen plibenBd.3, S.239.
 
[455'] Anno 1584 den 26 maii al▀ es allenthalben ein vurawige zit wa▀, so haben sich min neiffen Johan van Dutz steinmetzer von meister Henrich in der Sterngassen vor etlichen wechen gethain auff Bon verreist da gearbeit, den hat der fatter widder von Bon und den 23 maii zu sinem meister bracht und versonet.
Also hab ich sinen broder Gotschalck van Dutz lederreider der vor zwien tagen von sinem meister komen widder bei Gobbel van Zon▀ bracht und innen versonet. Item vor hin war es Gotschalck von Polhem goltsmidt bei sinem meister uff dem Dhomhaif mode gewest und sich uff Bon gemacht von Damen lei▀ in sin neif Reinhardt van Dutz goltsmidt uff Coln hoelen und wuste im arbeit bei sich zu geben di▀ gschach den 27 maii da▀ mit Gotschalck lederreider geschach den 26 maij, also ubel ist man mit dem jongen folck dran.
 
Anno 1584 den 29 maii ist Wilhelmus Castenholtz gerichtzschriber zu Lyn▀ Marien Blomendhails eidomb zu mir komen, und wegen siner swegermotter allerlei mit mir geredt wie man sich mit der verlaissenschaft Marien Luchlgin▀ zu verhalten hett.
Anfangs ist der lester handlung rede gewest da Marie in irem lesten etliche mit besetzs bedacht, die besetzungen weren wol nit abzusclain dan siner swegermotter weren hondert dall. siner swegerschn Elsgin hondert daller. Und im nit weniger dna wol mehe an her Johan Tonberch besatzst. Und mir auch zweihondert daller frei, aber da Marien seliger fatter ein testament gemacht dar in sinen kindern die ab in testato sturben erben substitueirt het, dieselb mogten dan komen und worden Merien legata und besetz vernigtigen willen und sprechen ihr geregtigkeit were in eim bestendigen testament gegrunt, die leste besetzungen hetten keinen grunt dan da▀ testament were ohn scheffen notarien und ohn zugen allerding unbestendich, so sulten mir mit den lesten legaten nit bestain mogen. So wart vor rhaidtsam angesehen dweil mir ohn her Johan Tonbergh in die kist zu Bernhardtz testament dar zu er die sclussel hat nit kunten komen. So moist man au▀ der scheffen schrein ein copie au▀ Bernhardtzs testament nemen da▀ geschach die copie bequamen mir umb dubbel gelt 44 rad. alb. noch 3 alb. dar in befandt sich da▀ Bernhardt im fhall sin kinder onvergeben in iren unmondigen tagen absturben so hatte er veirerlei erben siner neigster bewanten ingesatzst, dar under war sin swegermotter mit der er nit mehe dan 10 dall. drin besatzst hatte, also deinte un▀ da▀ testament gar nit.
Derhalb ist zum andern vorgelauffen wie dan Marien Blomendal▀ wol bewost und irem verstorben man Herman Koch noch be▀, da▀ Marie Luchelgin vor etlichen jaren ir testament uffgericht und in da▀ schrin gelacht dar in sie etlichen frunden besetz gethain da▀ uberich in zwei theil getheilt der ein theil die halbscheit aller ubriger gutter Marie Blomendal▀ zur leibzucht und ire kinder zum eigenthumb haben sulte. Die ander halbschit sulten die armen und ere gotzs haben aber ich die leibzugt ob ich wulte, dar in ich auch executor sin solt.
Di▀ testament gefiele un▀ am besten, [456] hat fast die meinong zum theil wie da▀ leste Marien vermechni▀ und besetzs. Und mogten auch mit dem eirsten bestendigen Marien testament de▀ fatters testament vor komen und dar in ingesatzste erben zu ruck weisen und halten da von hab ich Wilhelmo Castenholtzs ein abschrift folgen laissen, sin swegermotter allenhalben zu berichten.
Also sin mir di▀mail von ein andern gescheiden da▀ mir un▀ zu beiden sithn mittler weil bedencken sulten und einer zum andern sin meinong und ansclach zu schriben wa▀ ferner▀ zu thoin oder zu laissen were.
 
Anno 1584 den 31 maii hab ich in minem weingartgin in der Achterstraissen zwein blohende truben gesehen, der vil im ende de▀ meien▀ an andern orthen binnen und buissen Coln gewesen da▀ noch frohe im jair ist.
 
Anno 1484 den 3 iunii uff s. iacobs gotztragt ist her Johan van Tonberch pastor zu Rhein broil der mit mir seligen Marien Luchelgins protutor und ires fatters testaments executor wa▀ zu mir komen. Und sinen broder Theissen Thonberch mit im pracht und gesagt. Er were zu Munster eiffel bei her Augustin Tonbergh zu Reimbach und Euskirchen bei den frunden gewest. Und dweil sie alle vernomen da▀ Marie Luchelgin mit doede abgangen were, und wa▀ sie im lesten vor besetz anzeignen laissen, nit in actu publica oder forma probante beschein were. So quemen den veirerlei frunden Marie verlaissene gutter zu wilche ir fatter sinen kindern undersetzst hett dar zu gehort sin fatter, er, sin broder und swester zum veirthen theil, die andern worden auch komen und anhalten. So begerte er mit mir zu regnen die kist zu eroffnen und sine sachen glich zu machen ehe dan die ander frunde darzu quemen. Mit erpietung sie wurden sich gegen mich wol danckbar und recht halten.
Al▀ ich sin meinong verstanden, verzalt ich im wa▀ selige Marie Luchelgin sich duck besweirt und beclagt, sie hett etliche jar bei her Johan selbst durch mich und andern bei im montlich und schriftlich laissen anhalten. Er wulte doch sin regnong und bezalung dhoin und sin dingen mit ihr oder mir richtich machen, dweil er aber nit erscheinen und sich irer nit hardt angenomen, wie auch andere ire bewanten, so were sie gan▀ unlustich uber sie gewest. Und gesagt, ich mirck jetz verlaissen mich min frunde, wan ich aber sturb wurden sie van stundt komen lauffen. So wil ich es da bei laissen wa▀ vor hin gethain oder uffs neut machen die mir troistlich sin gewest und da es wol bestalt sult sin. Derhalb het sie acht tage vor irem thoedt mich beschickt und anzeignen laissen wa▀ sie jedem besetzn wulte, da het sie ungeferlich ir gut mit besetzungen au▀getheilt und im her Johan 25 dall. besatz mit underscheidt dar zu ich sie bewecht sunst wult sie im nit uber 1 goltgl. besatzst haben. Und ob sulch nit bestendiger weise zugangen und bestendich were, so mogten sich doch die leste legatarien ufflenen und hardt druff stain willen. Ich were auch selbst drin mit 200 daller zum eigenthumb versehen, wie dan auch die leudt im sterbhui▀, die armen, und besonder die frunde von Lyn▀ al▀ Marie Blomendal▀ und ire kinder. So [456'] durfte ich baussen dieselb nit gestatten noch die kist eroffnen noch regnong anhoeren, mit denen moist man eirst sprechen.
Item wolt im da▀ eirst nit ansagen da▀ Marie Luchelgin vor etlichen jaren ein bestendigh testament uffgericht hett das im schrein lege, het lieber gehat die es am meisten geneissen wurden da▀ die auch den undanck verdeinten, dan her Johan und ich waren gutte frunde, und ich wust auch wol da▀ her Johan noch zu achters ware. Derhalb weiste ich hern Johan nach Lyn▀ und sagt von denen wurde er allen bescheidt vernemen. Er mogt auch Jacob Koninck seligen Merien hern und frawe auch iren steiffatter und motter im hoiffe Coln ansprechn und hoeren wie sie gesinnet weren. Weiters mogt her Johan keinen bescheidt von mir bekomen. Ich hilt in bei mir zu gast und ein nacht sclaiffen. Er bleib noch 2 oder 3 tage in Collen. Engin▀ son zu Reimbach quam noch dar zu. Aber her Johan wolt die leudt im hau▀ noch den steif fatter nit ansprechen, dan zu hau▀ zehen und mit den von Lynx▀ handlen. Und bei dissem abscheidt ist es da▀ mail pleiben.
 
Anno 1584 den 4 junii bin ich zu Carmeliten von dem licentiaten hern Peter Broich gebeden gewest uff siner monen jonfer Ursuln Broichs confirmation oder in segnong al▀, abdi▀ und frawe zu Marienforst, dar zu man den choir zu Carmeliten geleint hat, da der weibischof her Theobaldus agnensis in gegenwortigkeit aller jonfern und herrn von Marienforst und ander herrn und frunde. Und al▀ da▀ in der kirchen verricht ist man in der procession uff die Hoeportz zu Grevenstein in der abdissn elter hau▀ gangen daselbst hab ich sampt ander herrn und frunden mit der confirmeirter abdissen gezegt und frolich gewest.
Denselben abendt bin ich zum zwelften mit minem fhanen uff s. Severin▀portzs gezogen, da ich 3 quarten wein▀ geschenckt und 1 q. den spilluden die quart 5 alb. vor 7 alb. lunten bezalt. Min lautenant licen. Broich moist bei siner moenen der abdissen und frunden pliben da▀ er nit mit hin uff zouch.
 
Anno 1584 den 6 junii hat min swager Adolf Fix van Eller und Elsgin van Dutz min nigt mich minen broder und sin husfrawe mine sustern Marie und Sibille sampt andern frunden in sin wonong uff den Huntzrucken zu gast gebitten, solt in stat sine▀ bruloffs und kindt tauffs essen sin, da▀ sie nit gehalten sin, da mir alle frolich gewesen.
 
Anno 1584 den 6 junii starb Johan von Suchteln hausfrawe die 70 jar alt wart zum Wilden man under Wapensticker do sie eben da▀ hau▀ newe gebaut hatten und fertich wa▀. Bei dissen leuthen hat Merie Luchelgin da▀ side ampt geleirt.
 
Anno 1584 den 7 junii hab ich under dissem dato breif von Wilhelmo Castenholtz stadtschriber zu Lyn▀ den 14 junii bekomen, dar au▀ verstanden da▀ er siner swegerfrawen Marien Blomendael den inhalt seligen Bernhardten Luchelgins ire▀ neiffen▀ und auch Merien irer nichten siner dochter testamenten vurgelesen, dar au▀ sie sich der nichten testamentz [457] hoichlich bedanckt. Er peut sich auch gegen mich aller fruntschaft. Mit beger ich wult ir in geheimni▀ und haelen mitheilen, wa▀ doch Marie Luchelgin in irem lesten besatzst und durch mich anzeignen laissn. Er vermelt mir auch wae her Johan Tonberch auff Muntzster eiffel, Euskirchn und Reimbach verreist und bei mir gewesen, begernde zu wissen wa▀ gehandlet were. Auch zeigt er an wie Marie testament da▀ noch still were an den tag zu prengen. Und endtlich ich sult mich der stadtgeregtigkeit Coln erkundigen und wie Marien testament zu vertadingen und behanthaben were.
Daruff ich im am 15 junii vor antwort geschriben. De▀ fatter▀ und dochtern bestendige testamenten im scheffen Schrein beide ligende wurden der lester Merien legata und besetzt zu nit machen ob es mir wol schedlich were, so moisten mir es mit Marien Luchelgin▀ bestendigen testament halten sunst wurden un▀ die substitueirte frunde un▀ mit de▀ fatters testament den schaden thoin. So schickt ich innen auch wa▀ Merie im letzsten vor mir anzeignen laissen und besetzn willen, da▀ si allerseidtzs den bericht haben mogten, mit beger sie sulten da▀ hailbar bei sich laissn, dan ich het ein bedencken drin da▀ ich die copie da von mit getheilt het. Ich erzalt im auch wie her Johan bei mir gewesen, wa▀ sin werbung und min bescheidt druff gefallen da▀ ich innen zu den frunden zu Lyng▀ gewest. So mogt er im frei Marien testament vorlesen da▀ da▀ vor im und den andern Bernhartz und Merien bewanten und frunden publiceirte und ruchpar gemacht wurde.
Glichfal▀ sulten sie es her zu Coln an Jacob Koninck und sin hausfrawe schriben und hie offenbar machen und da▀ sie nich sulten inuentarisern laissen wa▀ selige Marie noch im hau▀ hett.
Es were die monstunde gehalten man mogt es nuhe bequemer an tag brengen dan vor hin. Ich zeigt auch an ob Merie schoin jonck gewesen so were doch adultis und medtlin von 12 jarn joncklin von 14 jarn zugelaissen testamenten zu machen. Wa▀ dan die beschriben rechten zu leissen da▀ wurde auch wol recht sin. Minen deinst anpietende.
 
A. 1584 den 11. junii sin die jonfern von Marienforst mit den herrn und allem gesinde, auch miner nigten, jonfer Barbarn Hersbachs, widder nach irem versteurten, verbranten cloister mit drien wagen gezogenBd.3, S.240. Und regnet den tag fort da▀ sie wol na▀ worden; hatten bi▀ her armlich in irem hau▀ uff der Drencken in Coln sich beholfen.
 
A. 1584 den 11. jun. ist Marien Luchelgins monstunde zu Carmeliten erlich und kostlich in der kirchen zu Carmeliten gehalten, das grab mit kertzen, grunem krude und beginnen gezeirt, den mittag mit wein und gebrait im reventerBd.5, S.238. Ich wult es mit der erhen au▀richten vom iren wie pillich dan sie hats vor hin nit vil erfreuwet gewest, das mir leidt ist, der ewige got wil ihr es hier oben im himmel mit der hoigster freuden und selicheit vergutten. Und die ire▀ gutzs immer geneissen werden mogen sie mit dem jonferlichen namen wol ehren und jonfer Marie nennen wan sie vor ire seel bitten und irer im besten gedencken. Requiescat in sancta pace. Amen.
 
Anno 1584 den 12 junii bin ich uff dem banneressen bei Mertin von Polhem bruwer vor Lei▀kirchen gewest, da wol angericht war und seir gutter wein vorgesatzst. Da die sex herrn alle waren, langer saissen dan gewontlich und seir frolich mit den banherrn und andern frunden waren. Und hat Johan teil von Nuy▀ da▀ kentzgin bekomen.
 
[457'] Anno 1584 den 14 junii hat min suster Maria widwe Ordenbachs zwei urthel im rhade verloren, ein▀ gegen Han▀ Keiffich factorn Han▀ ulrich Merfelder van Strasbergh, da▀ ander gegen Dierich Blanck weinunderkeuffer. Von Han▀ Keiffichs urthel hat sie an da▀ keisserlich cammergericht nach Speir appelleirt dan es wa▀ ein endturthel uber 489 dall.. Vom andern urthel appelleirten sie nit, dan es wart allein erkant da▀ nit formlich appelleirt were.
Mit dissen urtheln moi▀ es viseirlich zu gangen sin. Dan Bartholt Questenberch min gesel und mit commissarius hat da▀ hinder mir her getriben de▀ ich mich zu im nit versehen het. In beiden sachen stundt es druff da▀ articuli gravami man sulten ad respondendum zu gelaissen sin, ohn da▀ terminus angesatzst war producendi omnia ob emantz etwa▀ mehe inzuprengen hatt. Wie min suster dan noch hat, dar durch min suster hoich besweirt wart, auch in groissen last irthumb und schande quam, da▀ sie Han▀ Mirfeldt ein kindtheil alle▀ gutz zur caution durch iren sohn her Peter am hohengericht moist stellen. Und ihr kleider in die Weinschoelle zu pfande moist setzen ehe ein heubt urthel in eirster oder zweiter instancz gesprochn worden und dar zu die kosten erlagen. Aber wa▀ sol man thoin, die recht werden seltzam gedrehet. Got hof ich sol es zum besten foegen sed interim patitur justus. Das gleubt hat miner sustern in iren jongen tagen zu gut gelauffen, eitzs leufft es zum schaden, sie moi▀ gedolt tragen. Es dhoit mir leidt und wehe, ich dhoin min und ihr best, hilt alles nit. Gedolt bi▀ un▀ holt.
 
Anno 1584 den 15 junii desser zit ist der zolner zon▀ Joseph Ortenberch wie er abfaren wolt im Rhein verdroncken. War min elste scholgesel sant Jacob gewest ein▀ altruischers sohn in der Butgassn war choral sant Georgen gewest, van dan quam er zum dhomdechen Witgenstein dem deinte er seir lang, der half im da▀ er zolner zon▀ wart und bestatte in an ertzbischof Adolf von Schauwenberg naturliche dochter, ginge im da mit wol da▀ er reich wart und zon▀ ein hubsch hau▀ bawte, war mine▀ alters. Requiescat in pace.
 
Anno 1584 den 16 junii war meister Henrich von Ham steinmetzer in der Sternegassen von eim gesteiger (da▀ nit wol in der mauren versehn wa▀) gefallen, und die morter budde uff sin leif und huffe da▀ im da▀ span bein also verruckt da▀ im die 4 meister nit wol gehelfen kunten. Und moi▀ villicht sin lebtagh ein lamer man pliben, da▀ im ein groi▀ ungluck war dweil er sich mit sinen henden erneren moi▀.
Uber da▀ wart im in dem groissen leiden sin dochter Feigin min dauffgode an der pest kranck und starb den 21 junii dar an er gehuchni▀ hatte, da▀ metgin war aber schele und nit von den schoinsten.
 
Anno 1584 den 19 junii am abendt wolt min swager Johan von Dutz uff dem Huntzrucken hin uff zu bedde gain und ob im die magt wol nachfolgte so feil er doch zu ruck hin uff ein kist und streifte da▀ fell oben vom hinder heubt das es wol ein handt breit offen war, und groissen smertzen uff sin alte tage dar an leidt [458] und sweirlich zu heilen wa▀. Also ist di▀ zit vill unglucks widderfharen, der her will es widder zum besten wenden.
 
Anno 1584 den 22 junii ist min 13 fhanenwagt uff die Hannenportz gefallen. Ich bin mit an die portzs gangen und minem lautenanten und andern befelch da▀ regiment befollen denen sampt den 12 rottmeistern die loese au▀getheilt, und mich untschuldigt zu hau▀ gangen zu bett und gsclaiffen damit ich den andern tag im rhat do man sult burgermeister keissen wackerich und nit scleifferich durft sin.
 
Anno 1584 den 23 junii ist her Jaspar Kannegisser vor den eirsten und her Johan Hardenrhaidt vor den zweiten burgermeister erwelt allderding eindrechtich und ich bin mit her Kannegeisser zu hau▀ gangen und da gessen.
 
Anno 1584 den 24 juniii ist doctor theologiæ her Stralen den man her Schram gnant gestorben. Di▀ war canonicus ad gradus Marie, vicarius im dhom und capitolis, war predicant daselbsten.
 
Anno 1584 den 24 juniii hat mir abermal Wilhelmus Castenholtzs stadtschriber zu Leyn▀ geschriben, wie er bei hern Johan Tonbergh zu Rheinbroil uff sin begerTilgung: zu Rhein R; unterstricheltkomen dan er durft sich in Lyn▀ umb de▀ kreichsfolcks willen nit begeben dweil er caluenisch ware, da het her Johan wol vorgesclagen wie sich Marie Blomendails mit sinem fatter und den erben in de▀ fatter Bernhardten testament ingesatzst verglichen so hetten sie den lesten legataris in der dochter Marien Luchelgin▀ be▀ zu begegnen. Al▀ er Wilhelmus im aber von Marien eirsten testament vermelt, im da▀ vorgelesen auch selbst lesen laissen, hab er nit vil dargegen kunnen sagen, dan were im moedt und sprach untfalln. Edoch hett sie uns gut angesehen da▀ die frunde samen quemen und sich verglichten wie der sachen zu thoin were, da▀ were im auch nit so gar zu widder so mogt man vernemen wa hin au▀ sie wulten etc.. Dar au▀ ich wol mirck da▀ her Johan von Marien testament noch nichtz vernomen hat und im aller dinge verborgen gewesen, da▀ mich wonder gibt.
Es hat mir auch Wilhemus einen breif an Jacob Koninck und Christia Plettenbergs Merien herrn und frawe in namen Marien Blomendal▀ oder Kochs her abgeschickt, dar zu innen kunth gethan ist wie der fatter Bernhardt ein testament uffgericht und erben ingesatzst und glichfal▀ Marie die dochter ein testament vor etlichen jaren uffgericht hett da▀ sin swegermotter halten moist umb de▀ fatter▀ ingesatzst nacherben willen, mit anzeige al▀ die leste handlung und besetzssic: Klammer vergessenwiewol ir da▀ nit fast nachtheilich) nit bestant mogt und darumb sulte sie mich da▀ jenich wa▀ Marien noch zustendich sie in im hau▀ were uffschriben laissn wie da▀ doch nit und einlich zu allen seithn were. Dissen breif hab ich in Jacob Konincks hau▀ under Kestern geschickt. Versehn mich die werden es nuhe wol verstain und au▀breten da▀ Marie vorhin ein ander testament gemacht hab ehe sie in ihr komen oder sie gekant hab. So mach man nit he fort an vernemen wa▀ dar umbgain wirt. Und wer sich reppenuwigtn. Auch hat mir Wilhelmus ein kerlgin mit siegeln wongartzfoglin geschickt und fruntschaft machen willen.
 
[458'] Anno 1584 den 27 junii hab ich mir vorgesatzst dweil Marien Luchelgins funeralia begrobni▀ begenckni▀ monstunde gehalten, und irer gutter willen, der wegh bereit ist, ire herkompst und historien, fort den effectum und meinong ire▀ fatter▀ und ire▀ selbst testamenten anzuzeignen da▀ man umb disse zit und an dissem orde den ganssen bericht mogt haben und wissen.
Anfencklich ist zu wissen da▀ wilant Bernhardt Luchelgin und Frewe Becker▀ eheleudt zemlich alte und habselige leudt die gein kinder hatten von Reimbach da sie vorhin gewont in Coln sin komen, rewige tage zu haben und ire▀ gutzs zu leben. Und haben vor eirst da▀ hau▀ zum Aren uff der Drencken hinder s. georgens Thorn gegolten und sin dar in zehen wonnen sich gar erlich und wolgehalten da▀ Bernhardt Luchelgin anno 1542 zum achten und tirmmeister im kirspel erkoren worden und meistheils Bernt von Reimbach genant, lange darnach ungeferlich anno 1557 anfangs de▀ jair▀ war gedachte Frewe Beckers oder Veronica eirst kranck und in der krenckten machten sie ir testament und besatzsten iren beiden nichten Marien Blomendhails hausfrawen Michaels Bergerhuisser von Blaitzem folgens Herman Kochs vor ein halfschit. Und Feigin van Reimbach hausfrawen Johan▀ Pyr von Bensbergh vor die anderhalfscheit ir hau▀ zum Aren uff der Drencken zum eigenthomb vorbeheltlich dem lestlebendem der leibzugt unverhindert doch s. Jacob und Carmeliten samen 3 goltgl. erfrenthen druff gebendt. Und hat fort der eirst ablibiger den lestlebendem zum eigen erben und truhender ingesatzst. Und uber etliche wochen ist die hausfrau eirst mit dhoit abgangen. Und Berndt hat ein grab zu Frawenbrodern in der kirchen hinder dem predigstoil geworben, sie drin laissen begraben, einen neuwen stein uff da▀ grab gelacht uff den klaen stein ire beide namen laissen hauwen, ein eiser wirck mit eim steinen foi▀ mit iren mirckern dran uff da▀ grab gemalet setzen und einen weikessel dran hangen und war die memoria dar zu bestift vor 1,5 goltgl. jarlichs umb remigÿ. Auch hat sich gedachten Berndthardt zu kraft in beider testaments irer beider aliger gutter al▀ ein einiger erb angenomen und im widwe stant fridlich drinnen pliben sitzen. Und dweil er kein kinder suster noch broder in leben hat, so haben sich sine frunde und bewanten, auch die kirchn diener und nachparn sant Jacob fruntlich mit im gemacht. Also da▀ er anno 1557 den 25 tag octob. sin testament vor Nicla▀ von Siegen und Johan Bruck van Dutz scheffen und meister Johan van Cortessum notario, offerman s. Jacob sinen nachpar und 2 zugen uffgericht dar in er joncker Goddert van der Heiden, Herman van Weinsbergh lic., her Johan von Tonberch, Johan Castenholtz zu executorn ingesatzst, und vil den frunden und in die kirch sant Jacob besatzst.
Ob da▀ villicht au▀gebrochen sie und den frunden nit gefallen hab, kan wol sin. Do haben die frunde im ein gestanden magt von Munstereiffel in▀ hau▀ bestalt ungeferlich scheir anzusehen von 38 oder 40 jaren damit sult er wol bewart und bedeint sin und hetten die frunde auch einen freihen zuganck zu im. Aber wa▀ geschach der kloicker elster wart da▀ ei gestolen. Er Bernhardt lacht sich zu der magt die Marie genant war da▀ sie uff da▀ lest eine▀ kinde▀ swanger wart, do hatten es die [459] frunde wol bestalt, also da▀ sie sich uff dem heubt krauweten dar sine keinen juck hatt, die magt Marie van Munstereiffel, wie sclecht sie war gefacht de▀ iren, und lach Berndten in den oren so lang bi▀ er sie truweten und gelobte sie und da▀ kindt so sie troge zu legitimern und zu eligen. Wie er dan auch folgens gethain und sie zu kirchen geleidt und zur ehefrawen genomen.
Darnach hat Bernhardt Luchelgin und eitzige Marie sin swanger hausfrawe anno 1558 den 11 eilften maii ein ander testament mit irem consens wist umb willen uffgericht in der Weinscholen vor j. Joisten von den Reven und Jacob im Haif scheffen meister Henrichn Odeno notario her Johan Tonberg und Wilhelm Schumpf gezugen, dar in er die vorige executorn nochmail▀ gesatzst aber alle vorige testamenten widderroiffen und testeirt wie nachfolgt. Und da▀ kindt ist folgens kurtzs darnach anno 1558 den 17 maii geborn war ein medtlin und ist wie die motter auch Mariæ genant da▀ ist nuhe Marie Luchelgin vorg..
Darnach hat mich der fatter Bernhardt der min besonder gunstiger frundt wa▀ beschickt. Und angezeigt da▀ er nit wol fertich dan kranck were und dieweil da▀ kindt vorhanden gewesen het er da▀ willen eligen und sin testament gemacht und mich wie vor executorn verordnet. Er begerte ob er sturbe ich sult im vorstain da▀Tilgung: es; gestrichensulch kindt in Coln plibe und da▀ siene in Coln angelacht und wol erzogen wurde. Ich hett im auch vil gedeint und fruntschaft beweist so sult ich funf goltgl. jarlichs zur leibzugt haben da▀ wult er verschaffen. Ist aber nit gescheit oder ist es gescheidt und versclagen de▀ wei▀ ich nit. Er hett wol s. Jacob alle sin silber zum silbern crutz verordnet da▀ crutz lege eitz in der wiegen drumb het er▀ widderroiffen das moist auch etwa▀ haben, mit beger ich wult zum friden helfen rathen. Wie nuhe Bernhardt tagh vor tag swacher worden ist er net lange darnachTilgung: Anno 158; unterstricheltanno 1558 den 2 septmb. in gott verstorben, und in sin grab zu Carmeliten bei sin hausfrawe Frewe Beckers begraben worden. Do sin die 4 executorn zu Coln in▀ sterbhau▀ komen da▀ testament verlesen sich der execution angenomen, ein inuentarium aller gutter uffgericht die besigelte breif silberwirck gelt und anders consigneirt und besclossen. Und die magt da▀ eitz die widwe war und irem kinde Marien Luchelgin ein weil zit verpliben laissen. Under de▀ quam der widwen Marien ein heilich vor mit meister Gerhardt Wendel schroder vor s. Lauren▀ der wart als balde besclossen und bruloft gehalten dan er war auch ein widman und hat kinder; wie di▀ gescheit wart die dheilung gemacht, da▀ besetz verricht die gutter vereussert die widwe zeucht im de▀ brudtgam▀hau▀. Und die legatarii de▀ hau▀ zum Aren namen da▀ in. Aber da▀ kindt Arragit Luchelgin▀ wart vor den executorn genomen und bei moen Greith meister Ropert gichscherer▀ frau in der Streitgassen verdidingt zu erzehen und ist anno 1559 eirst dahin komen. Als da▀ kindt 7 jar alt worden ist es bei Marien Blomdal▀ Herman Kochs frawen vor s. Klein s. Mertin komen zu erzehen, die wa▀ im bewant hat es gern bei iren kinderen und man gab ir dar von wa▀ man mit ir uber komen war, da▀ es dar quam geschach eirst anno 1565 umbesant johan▀mi▀ mitzsomer▀ da bei ist es 8 jar pliben wonen, dan ab und zu uff Munstereiffel mit im gezogen; mitler weil ist Marie Luchelgin bedicht wa▀ testament ir fatter gemacht und im fhal sie in iren unmondigen jaren und unvergeven ohn testament ab [459'] sterben wurde, wa hin ir gut dan fallen sulte da▀ etliche nit so gern gesehen hetten. Und da▀ gefiele Marien auch nit also.
Derhalb al▀ Marie Luchelgin ihre unmondige jare abgelacht da▀ sie in ir 13 jar getroden war, da▀ den id eigen zu 14 jare und den medtger zum 12 jare wan sie sulche vollich erreicht ir testamenten machen mogen da▀ dan bestendich sin. Derhalb hat Marie Luchelgin anno 1570 den densic23 septemb. ir testament und lesten willen vor Matthesen van Tytz und Georgen Volckquin beiden scheffen, Hermanno Wiltforst notario meister Peter van Remunde snitzler und Gerhardo Kerckman von Nymmagen gezugen in der Mynderbroder cloister uffgericht, wilch folgen▀ in grosseirt und ein▀ in▀ scheffen besiegeltTilgung: ge; unterstrichenTilgung: gelt; unterstrichengelacht, dar in zu erben gesatzst; legeirt, und disponeirt wie folgen wirt etc.. Uber dri jar darnach anno 1573 den 4 julii ist Marie bei Johan van Suchtelen und sin hausfrawe veir jair verthain worden das side ampt zu leren un zuzugeben wie man sich de▀ verglicht hat di▀ wonten zum Wildenman under Wapesticker wilch sideampt sie au▀geleirt hat und ingeschriben ist, da ist sie pliben 4 jar 5 monat do ist sie erzornt von dannen gangen. Und ist zu irer moenen Marien Blomendal▀ widwen zum Aren uff der Drencken dar in sie geborn und ir fatter gestorben anno 1578 den 8. decemb. kommen wonen. Und al▀ sie daselbst ein jair gewonet und befandt da▀ es ir da zu einsam wa▀ auch nitze sach oder leirthe aber mehe verzerte und ir da▀ leben widderrathen und gerathen wart sie sult sich in ein kruthau▀ verthoin. So wart sie bei Jacob Koninck und Marie elude ire▀ steiffatters swager und swegerschs zum Buderich under Kestern in ein kruthau▀ verthain anno 1579 den 22 tag decemb. solt nit langer dan drei jar da sin ist aber 4 jar 5 manat da bliben so lang sie gelebt umb de▀ willen da▀ die eirste frawe starb die streng wa▀ und ein neu frawe die gutich wa▀ dahin quam und Marie gern bei sich behilt dweil sie de▀ handels wo eirst noch unkundich wa▀. Alda ist Marie Luchelgin bei innen gestorben im hau▀ zum Buderich under Kestern anno 1584 den 15 maii requiescat in sancta pace, stetatis 26 jar.
 
Extractus summarius testamenti Bernardi Luchelgins patris.
Anno 1558 den 11. maii hat Bernhardt Luchelgin und Marie sin hausfrawe gesont 7 foi▀ gainde ihre testament vor Joist van den Reven und Jacob im Haif scheffen Henrico Ogen notario her Johan Tonberch Johan Schumpf gezugen in der Weinscholen uffgericht.
Item alle vorige testamenten vermechni▀ und we▀ de▀ mehe ist widderroiffen.
Item sin begrefni▀ zu frauwen brodern begert.
Item dem ertzbischof 1 thorner▀ item zum dhombau 1 torner▀.
Item den sterbfhal au▀ sinem und siner vorfrawen testamen adieirt und angenomen.
Item besatzst siner suster Hilgin Lambertz enckeln ein rentbreif von 15 goltgl. bekacht mit 300 goltgl. zu Oeddendorp.
Item besatzst siner suster Elsgin Blomendal▀ enckeln einen rentbreif von 110 dall. heubtgeldts zu meil an lauthn quadt.
Item besatzst und quidtgescholden zu behoif der kinder Johan Castenholtz und Entgin eluden zu Reimbach einen rentbreif von 150 goltgl. heubtgeltzs al▀ dieselb elude im uff ir landt verschriben.
Item besatzst und quidtgescholden den enckeln sine▀ [460] broders Daem Luchelgin▀ von 40 goltgl. uffgelauffener pension etlicher da bestimpter jare jarliche 7 goltgl..
Item besatzst der broderschaft Marie zu Munstereiffel zu behoif 13 armer menschen einen rentbreif von 7 goltgl. jarligs belacht uffs hui▀ zum Wilderman daselbst.
Item besatzst allen andern frunden 0,5 dall. ein▀.
Item verzelt da▀ eitz sin hausfrawe ein▀ kindlin▀ von im swanger ghahe dasselb und wa▀ der mehe von im gezilt wurde die institueirt und insetzst er zu sinen erben in allem ubrigen sinen guttern, der motter zu einer handt die leibzugt zu erzehong der kindern vorbehaltende.
Item besetzst sinen kindern einen rentbreif von 10 goltgl. jarlichs am rhade zu Coln zur leibzucht und nach irer aller dhoit den kirchmeistern zu beheif der kirchn s. Jacob.
Item besatzst sinen kindern einen rentbreif zu Meckenhem von 4 goltgl. an der gemeinden daselbst belacht zur leibzugt und nach iren aller thoidt half den armen zu Meckenhem und half den armen zu Reinbach zum eigenthumb.
Item besatzst nach den armen zu Reimbach nach aller siner kinder dhoit einen rentbreif von 4 rad. mr. daselbst dem Reinart Kuchemens guttern.
Item verordnet ob sin hausfrawe Merie zur ander ehe greiffen wurde sol sie halfscheit aller gereider gutter haben zum eigenthumb aber halfschit der renthen zur leibzucht, die ander halfscheit der gereider gutter sulln den kindern angelacht worden.
Item verordnet von einen kinde uff da▀ ander zusterben und vom lesten uff die motter zur leibzucht allein.
Item nach siner haffeamptz Marien dhoit aber besetz er Feigin Bensberg zu behoif irer kinder 10 daler.
Item Marien Koch zu behoif irer kinder 10 dall..
Item de▀ Amptman Blomendal▀ kinder 10 dall..
Item sines broder Hupert Vaidtz kinder 10 dall. aller ein▀.
Item alles im fhal sin kinder in iren unmondigen tagen unvergeben und ohn leib▀ erben (____ der motter)nachtr. EinfŘgungZeichnung einer Hand am Rand als EinfŘgungszeichensterben wurden so wil er da▀ sin uberige gereide und ungereide gutter in veir theil getheilt sullen werden.
Item Neli▀ Tonberchs kinder sullen ein theil haben.
Item Lambert Tonbergs kinder da▀ ander veirthen theil.
Item wilant Daem Luchelgin▀ enckeln da▀ dritte veirthentheil.
Item zu behoif der kinder Johan Castenholtz und Engin.
Eluden da▀ veirthe veirtentheil.
Dar in jeden zu sinem veirthen theil wie im pfhal vorg. zu erben in gesatzst da▀ ist den kindern undersatzst und substitueirt und alle andern vi▀ gesclossn.
Item ordineirt und setzst zu sines testamentz executorn und zu siner kinder und gutter tutorn un curatoren samen und jeden besonder
Joncker Goddert van den Heiden.
Herman von Weinsbergh der rechten licen.
Her Johan von Tonbergh.
Johan Castenholtzs mit der gewalt andern in ire stette zu setzen etc..
Item clausula codicillaris, subscriptio schubinorum et notario.
 
Seguitur summarius extractus testamenti Marie Luchelgin▀ filice.
Anno 1570 den 23 septemb. uff saterstag zu 8 vren vormittage hat Maria Luchelgin gesont und verstendich ire testament vor Mattheisn Tytzs und Jurgen Volckquin scheffen, Hermanno Wiltforst notario und Petern von Reimunde snitzler und Gerhardten Kerckman van Nymmagen gezeugen zu Mynderbroderen im cloister uffgericht.
Anfencklich alle fatters motters herchen freuchen verlaissenschaft adueirt und angenomen.
Item ir begrebni▀ bei irem fatter zu Frawenbrodern begert.
Item bestatzst dem ertzbischof 1 torner▀.
Item dem dhomb 1 torner▀.
Item besatzst her Johan Tonbergh 100 gl. cur. so fern er gutte regnong gethain hett.
Item besatzst Neli▀ Thonberch zu Euskirchen irem ohnen 12 gl. cur..
Item besatzst Theivi▀ und Zeigin de▀ eir▀ herrn Johan▀ broder und suster jedem 3 gl. current.
Item Marien Tonberghs reitmeisterschn zu Monster irer.
Monen 1 rosennober gegen zustellung der 2 schaelen iren executoren zu behoif di▀ ires testamentzs.
[460'] Item besatzst Augustin Tonberch irem neiffen 12 gl..
Item Geirtgin siner suster 12 gl. wa sie uberleben.
Item den enckeln von Daem Neli▀ dochter Margreten.
Jedem die sie uberleben 3 gl. cu..
Item der widwen Johan Castenholtz 3 gl. und jedem von iren kindern 3 gl. die sie uberleben, de▀ sulln sie nit mehe fordern dan dar uff verziehen.
Item Feigin von Ben▀berch irer goden, und Berndt irem sohn samen 12 gl. under in zu theilen.
Item besatzst Gerhard Wendel irem steiffatter 12 gl. de▀ sol er ir irer mutter und freuwen gutter zu behoif ir▀ testamen▀ anweisung thoin.
Item allem andern frunden 1 gl. under sich zu theilen.
Item der sich widdersetzst sol sin legatum verwirckt haben.
Item alle ire ubrige gutter sullen in zweitheil getheilt werden macht zwa halbscheit.
Item ein halbscheit sullen Herman Koch und Maria Blomendal▀ ihr ohm und moen samen und besonder zur leibzugt haben. Aber irer moenen vur und nachkinder zum eigenthumb, dar in sie dieselben zu erben institueirt. De▀ sie vor sie bitten und ir grab beluchten uff aller hilligen und selentag.
Item die andern halfscheit aller ubriger gutter besetzst sie den armen und in die ehr gotzs und institueirt die zu iren erben dar in. Macht auch den licentiaten Weinsberch und sin erben zu executorn sulches ir▀ gefallens vi▀zurichten sonder inrede vorbeheltlich dem lic. Weinsbergh siner leibzugt dar an vor sin vererhong wa er da▀ begeren wirt zu geneissen.
Item verordnet Herman van Weinsberch und Herman Koch in di▀ testaments executorn.
Item vorbeheltlich di▀ testament zu verendern under eigner handt oder vor den vorg. scheffen notario und gezugen, ohn sulche solenneteit sol da▀ nit uffgehaben werden.
Item ob es nit in testamentzs rechten bestain mogte so sol es jure codicillorum domitronis etc. bestain.
Subscamptio sigillatio sigvalis schabinorum et notarij.
Da▀ orginal testament mach in zu gelegener zit van wort in min copien boich abschriben und hinforter bedacht sin uff ein fundation zu behoif der armen und in die ehre gottz uffzurichten.
Wa▀ aber Marien Luchelgin▀ in irem lesten vor legata zu thoin und er standen, ist oben wortlich angezeichnet. Vide supra fol. 153.
 
Anscheinend Wechsel der Feder an dieser Stelleanno 1584 den 29 junii uff sant petri und pauli der apostolen festag da man ir gedechtni▀ durch die gansse christenheit hoichelt, hab ich gedacht wie gott disse begnadet und unsterblich gemacht also kan er auch mine▀ fatters hau▀ und geblode begnaden und unsterblich erhalten so fern sie sich dar zu schicken und in sinen wegen wandern. Ich hab wol in minem testament und declarationboich auch sunst in andern anzeignongen verordnong gethain da▀ hau▀ und geblode mine▀ fatter▀ in ewigkeit bei ein andern sult pliben und unvertheilt werden. Aber so vill zusatzs gethain da▀ alle min gut und verlaissenschaft auch dar bei sult pliben und zur vursorgen verordnet das in mangel de▀ gebloitz frembden licentiaten der rechten in Coln promoveirt dennen vom geblode und in gebrech desselben sulten folgen und anders nitt. Min agnaten mans kunne promarii sollen vorgain so lange der einer ist, zum allerlesten zu. Und in mangel der allenTilgung: der; unterstrichenminer secundarien agnaten man kunne so lang der einer ist zum allerlesten zu. Und mangel aller agnaten sollen min privirii cohnati folgen so lange der einer ist zum lesten zu. Und in der mangel eign secundarus cognati so lang der einer ist zum lesten zu. Aber in mangel aller agnaten und cognaten priliariorum et secundariorum und also de▀ ganssen gebloitz au▀ min▀ fatter▀ hau▀ Weinsbergh untsprossen dan eirst ein licentiat der rechten, nit allein wegen mines titel▀ da▀ ich auch [461] licentiat bin, dan principalich darumb, damit da▀ hau▀ Weinsbergh ein gelerte, verstendige, werdige person zum heubt und fatter mog haben.
Wer nuhe die primarii oder secundarii agnati und cognati sullen sin davon wirt man oben fol. 212 ein addition und bericht finden.
Zu dem ist zu wissen, da▀ der hausfatter zu Weinsbergh agnait cognat oder licentiat wie obg. jure surrogationis et non successionis sanguineorum da▀ ampt vertritten und min erb sin soll, also da▀ der allereirste und allerleste, mit allen die darzwischen im ampt de▀ hausfatters zu Weinsberg sint min erb sullen sin. Iha ich sag und ercleir da▀ sie alle wan irer schoin in der zaln 10, 20, 30, 100 oder mehe weren ein einich hausfatter und min erb sin sol, vil sullen ein sin, plures in infinitum erunt unus in officio et officium mens hæres non quelibet persona per se, ne transmittant hæreditatem meam et bona domus patris mei in filios aut propinquos svos ex testamento vel ab intestato da von hab ich alsulch tetrastichon gemacht und ist die meinong kurtzlich drau▀ zu vernemen.
 
Versus.
Primus et extremus noster Weinsbergicus hæres.
Conglutinabuntur omnis et interior.
Cuncti narretzue patres unus genearcha vocentur.
Surrogat officium, perpetvatque vices.
 
Anno 1584 den lesten junii ist jonfer N. Kannegeissers elige dochter herrn Henrich Kannegeissers burgermeisters und elige hausfrawe doctor Martini Snellii daventrien in irem wonhau▀ in der Clockergassen nach langem leger gestorben. Und etliche kinder irem man verlassen.
 
Anno 1584 den 1 julii ist Sibilla Heymans in irem wonhau▀ zum Wyngart in der portzn gegen der Carmeliten kirch uber verstorben, und zu Carmeliten vor sant Johan▀ altar bei ire eltern begraben. Hat vor hin Thoni▀ Lutgin gewantsnider da mit ein dochter im leben wonten uff dem Heumartzs eck neigst der Boltzgassen. Darnach truwet sie N. Vinck da mit sie kein kinder zelte, da mit sie zum Wyngart herberge hilte, ir testament machte, dem man am hau▀ theil besatzste da von groi▀ irthumb untstunde. Di▀ hau▀ war vor 20 jaren von den alten herften an frembden nemlich disser Sibillen eltern verstorben.
 
Anno 1584 den 2 julii ist Enne miner motter magt uff zit ires thoitlichen abgancks zu Worm▀ ben unserm neiffen her Christian Ordenbach dechen daselbst s. Marien bei dem sie bi▀ her zu gedienet in got verstorben an der wassersucht, licht auch daselbst s. Marien begraben, disse war unse nicht, miner motter swester neiffen zu Ichendorps dochter Leisgin zum Weissenperde uff dem Numart dochter von Wilhem N, zu Polhem geborn. Sult zu Rheinhaussen an den postmeister sin bestat worden were sie nit mit dhoit abgangen. Requiescat in pace.
 
Anno 1584 den 2 julii uff festag visitationis mariæ hab ich mich der vision und gesigtes erinnert da▀ mir vor 34 jaren im hau▀ Weinsbergh erscheinen. Wie anno 1550 den 2. julii in minem gedenckboich der jaren da von vermelt ist. Und hab mich de▀ noch nit wenich verwondert, wie oft mitler zit, in hofnong es sol gutzs bedudet hab, da▀ min gesclecht und hau▀ Weinsbergh durch die erscheinong erlugtong und segnong sol begnadiget sin und pliben. O her ich bit lai▀ es wircken. Und dweil min gesclecht von dem jare 1550 Weinsberg genant al▀ da▀ hau▀ Weinsberg genant ist und beide unverscheiden bei ein andern bi▀ uff disses jare tag und stunde sin pliben, got sol sie bei einandern erhalten wie er dan noch dhoit und erhelt. Derhalb gefelt mir [461'] der zunam Weinsberg be▀ dan der zuname Swelme umb eitz angezeigter vision willen. Un▀ gblode ist anno 1550 nit mehe under dem zunamen Swelme bekant gewesen.
Ich kan mich auch nit bedencken warumb mir so hart uff den zunamen Swelme zu halten hetten, dieweil unse maiores und alte vorfetter sich von Weinsbergh benant haben. Wol ist war, da▀ min proavus paternus Frobenius von Weinsbergh au▀ Coln gen Swelme ist gezogen sich dar in sin ellendt und exilum nedergesclagen und gewont und vort minen avum paternum Gotschalckum daselbst gezilt der folgens zu Coln komen und sich nach siner geburtzs platzen von Swelme au▀ einfalt genennet, wie auch min fatter Christian ein zit langk. So ist doch war da▀ es der name de▀ ellendes ist gewest. Es ist ohn da▀ ellendes gnoigh war wir komen sin, die gansse welt und wa mir sint ist un▀ ellende. Der zunam Weinsbergh ist herlich, frolich, und fein, drumb behagt er mir be▀ dan Swelme. Wan man reimen oder zergen will, sagt, Swelme ist ein schelme, da▀ ist dan smertzlich zu horen. Man sagt oft, er oder sie swelln wie ein krade, squallor heischt geswell, squallidus, sordidus, incultus, zu deutzsch geswollen, das ist ein gebrech. Man hat auch wol geschertzt swelhm keuwet helm, da▀ dhoin koe und beisten. Swelm, sin wort sin wie melm, da▀ ist stoff, nitzs werdts. Derhalb hat man sich nit zu betroben da▀ der ellendischer betrobter zunam Swelme undergangen ist, und bei un▀ nit mehe gebrucht wirt. Aber got hab lob der zunam Weinsbegh in guttem wesen ist da bei man auch was besonders gutzs leren kan und mach. Und mach un▀ Weinsbergh wolbehagen Swelme aber misshagen, dan da her wei▀ man nit einen heller inkompstzs odr nutz zu prengen.
 
Anno 1584 den 4 julii al▀ min neif her Peter Ordenbach canonicus ad Gradus mariæ et residentiarius au▀ siner motter hau▀ zum Alten tempel in der Dranckgassen in die vesper eilens wult ghain begegnet im Viatreus Grave procurator vur den burgermeister etwa▀ beschenckt uff dem cloister an dem Berge und hat Han▀ ulrich Mirfelder von Stra▀bergh und einen fa▀bender bei sie. Und her Peter und Viatrius worden sich mit worten stoissen und zancken auch mit den koppen zu nemen, und her Peter warf Viatrium under sich und kratz im in angesigt da▀ er wont wart und an etlichen tagen nit au▀gain durfte. Di▀ wart im wol gegunnet und gnog drumb beschimffet. Aber her Peter sult druber zu kurtzs gesessen haben, dan der fasbender heif im mit dem stepmetz nach dem kop, sult im den kop gespalten haben wan er nit von andern gesteirt were worden. Folgens wolt Viatrius seir boi▀ sin, clagt es dem capittel da▀ weist die sach an gepurlich recht und lobten hern Peter da▀ er sich so frei gewert hat. Aber da▀ recht wart nit genomen.
Die ursach quam da her da▀ min suster von dem urthel zwischen ir und gegen Hans Keiffich factor Han▀ ulrichs Mirfelder an da▀ keiserlich camergericht appelleirt hatte und caution moist stellen wa▀ im camergericht erkant wurde dem gnog zu thoin. Und dweil min suster ein leibzuchtersche war und man geerbte burgen wolt haben oder mit der pfandong fortfaren, so erbarmde sich her Peter wult sin kindtheil zur caution stellen wie geschach und im di▀ leide dede. Hinc ille lacheimæ.
 
[462] A. 1584 den 6. julii, wie vorhin zu mehemalen, wart gespreich im rade zu Coln von der Bach gehalten, ob die nit nutzer bei den Weissenfrauwen hinaff uber den Perlegraven langs s. Catharinenkirch uber s. Catharinengraben in den Rhein zu leiten were, als were man des beswernis mit den senkkuilen ab, das das gewessers nit in die weingarten leif und den leuten groissen schaden dede, das sunst nit zu bessern were, so wurde der stank der stainder poele auch hinweg gefloitzst und vertriben, auch kunt man ein wassermul bei der Neckelskuilen machen. Diss wirk treib seir her Hillebrant Suderman, rentmeister, umb sines wingartzs willen an der gassen bei den Weissenfrauen gelegen, der im voll wassers stunde, wan die poele von den sturzen uberleifen, und war auch mit keinem fegen der poel zu bessern umb der fette scleims und leimwassers willn. Diss soult etlich tausent ggl. kosten, der nachpar beilage kunt nit vil beiprengen. Der lantcomtur hat sinen willen wol darzu gegeben, das es ein rat uff sin kosten undergraben und uberwulfen sult, ohn des deutzschn haus schaden und ungemach, dan es an dem orde seir hoich war, vil grabens wolt nemen und vil kosten. Nuhe besorgten etliche, das der Bach alsdan iren floss van den Weissenfrauen hinab langs Weinsberg und die Hoeporz hinab durch Filzegraben in den Rhein (verlaissen wurde), und moist die Malzmul, die vor 8 jar gebaut, vergenklich werden, auch mogt die Bach dan nit uff den Heumart in die drenk fleissen, glichfals wurde der floss durch die Butgass uber s. Georgens cloister durch die Witzgass benomen, oder allenhalben seir geswecht. Dieweil es aber seir vil kosten sult und ein rait ohn das den bau am Pollerwerde und vor der Wierporzn hat, wult es noch zur zit nit vor sich gainBd.3, S.240. Ob es aber gut oder nit gut were haben die herrn zu bedencken. Dem hau▀ Weinsberg sampt beiwonenden wullen linen garferbern, schartzewebern loerern und weisgerbern sult es nit so wol deinlich sin. Doch sult die strai▀ von den Weissenfrawen bi▀ in den Filtzegraben zirlicher und glicher gemacht mogen werden, wie auch da▀ man von der Hoeportzen recht zu druge uff den Weitmart kunthe fahren reiten und ghain.
 
A. 1584 den 9. julii haben beide burgermeister, her Jaspar Kannegeisser und her Johan Hardenraidt, ire burgermeistersessen jeder in sinem haus, her Kannegeisser uff der Brucken, her Hardenraidt in der Rheingassen gehalten. Sie hatten mich beide geladen, aber ich quam nit dahin, dan ich war nit so wol mit siden und kostlichen kleidern gefast, wie eitz der brauch ist, das sich die licentiaten den graven gemeis kleiden und tragen. Ich bin eitz alt, das mir die ungewonliche neu tragt nit so gefellich war, noch anstehet. Min gewin war auch nit so grois, das ich darumb vil kostlicher kleider durft machen laissen. Ich lagt auch nit gern vil an, so mogt ich auch nit vil sclegter komen dan andern, als wult ich mich absondern. Damit sparte ich auch das geschenk, dan wer geladen wart, pleicht die burgermeister mit capunen, felthoner, swanen, hasen, zu verehren. Sult ich das alle jar toin, darzu bedurft ich wol ein eigen rentlinBd.5, S.238.
 
[462'] A. 1584 den 10. julii ist graff Wilhelmus von Nassaue, prinz von Uranien, oberster gubernator in Hollant und vernoimster von und under allen nederlendischen Staten, zu Delft, in eim cloister, da er hoff hilt, von einem siner diener, genantAm Rande nachgetragen.Balthasar Serack, einem BurgundierDiese Ergńnzungen gehen auf den Stich Hogenbergs zurŘck, den W. spńter erwarb. Der Attentńter wird dort Balthasar Serack benannt., mit eim langen roir mitten durch das leib bei der leber und longen erschossen, doch feil er neder, lebte etliche stunden darnach und starb doe des schoss. Der dieter entran zur porzen, ein lackei folgte im nach, das er gefangen und zu torn und kerker gelacht wart. Hievon untstunde ein grois rumoir in der stat und schallerten balde aus in alle lande. Dasmail war der abgesatzster erzbischof und churfurst Gebhart Trucksess mit etlichen domgraven des erzstiffs Coln binnen Delft, wisten mit den burgern nit anders, dan sie weren alle verraten gewest, waren geharnerst und gewappent balde uber ende und verwarten und besatzsten die stat durchaus fleissich, bis das der rumoir uber ware. Disses princen toit erfreuweten sich die koninkschn, Hispanischn, catholischen und geistlichen. Aber die widderwertigen des koninks, die Staten des landes und alle Geussen, betroibten sich des mortzs am hoichsten. Der dieter wart gefragt und gepeinigt, wer in zu sulchen morde beredt oder bewegt het. Er antwort und sagt, nemans, dan er hetzs aus sich selbst getain ausser eifer gegen die catholisce religion und leifden des fridens und hetzs im wol sieven jar nachgetragen und sulches im sinne gehat zu verrichten, hetzs nehe zuwegen konnen bringen, dan eitzs. Und bleib auch bei der meinong, das in nemantz zugemacht hett. Und als er gefragt wart, was er duchte, wie es im ergain wurde, sagt (er): ,Wan ich dan gewislich den prinzen umbpracht hett, so wult und moist ich gedultich leiten, was mir widderfoere'. Wie er nuhe zum toit verurtelt wart, hat man innen ubel sin ganz leib hart gegeisselt und daruff mit salzs gereiben und nalden in sin finger gestochen und also die nacht im kerker laissen ligen, den andern tag uff den markt bracht, an einen stock gebonden, mit gluenden zangen sin fleischs abgerissen, sin hende mit eim gluenden waffeliser samen getruckt, sin leib uffgesnitten, das herzs in sin hant geben und drin gestochen und geroifen: ,Sulchen schrecklichen lohn mois sulcher schrecklicher verretischer morder sines eigen hern pillich tragen.' Wart darnach gefirdelt und uff veir ort gehangen. Vil leut in Coln lobten dissen dieter und hatten grois mitliden mit sinem bittern liden und toit. Also ist der prinz umbkomen, also sin umbbringer. Der vorg. Wilhelm, prinz, graif Wilhelms von Nassauen sohn, zu Dillenberch bei Siegen geboren, wart von sinem ohmen, graff Renato von Nassau, prinzu zu Uranien, der anno 1542 als uberster felther keisers Caroli quinti, der aus dess befelch ins lant von Gulich feil, das verbrant, darnach vor Masen von den Franzosischen geschossen, zum einigen erben ingesatzst und zum prinzen von Uranien in sim testament gemacht, dan derselb kein erben noch kinder hatte. Darnach hat in keiser Carl an die einige dochter des graven von Buren bestat, damit die graffschaft und einen einigen sohn bekomen, der eitz noch in Hispanien gefenklich ist. Folgen(s) hat der prinz herzoch Mauritz, churfursten zu Saxen, einige dochter bekomen, ab(er) kein lant, davon auch ein sohn, zwa dochter noch leben mogen. Bei disser saxischer frauen ist (d)er irtumb der Geusserien und rebellion in den Nederlanden anno 1566 angefangen zu sinem und viler herren verderben und undergank aller der Nederlanden, das der duc de Alba uis Hispanien in dieBd.3, S.241 [463] Nederlande quam, den von Egmont, Horn, Battenberg und vil zum toit richten leis, do machte sich der prinz van dan in Deutzslant, kreich groissen zustant, bracht einen gewaltigen, reisigen zeug uber Rhein, zog uber die Maese in Brabant, da im der von Alba stark begegnet, das der prinz die floicht moist nemen durch Frankrich und quam zu Strasberg, van dan widder in Dutzlant. Darzwischn im sin hausfraue getain, das sie nit widder samen quamen. Folgentz hat er sich widder mit eim stark reisigen zeug, daruber Mandesloe uberster war, bei Urdengen uber Rhein geben, die stat Remunde ingenomen, widder uff Berg in Hennegau gemacht, das sin broder Lodowich ingenomen hat. Aber es war ein verreterei mit den Franzosen anno 1572 mit der parischr bruloff, das er den wich in Hollant nam und da bleib, in ellent feil und dreimal die pest gehat mach haben. Und wie der von Alba, des zehnden pfennigs in irtumb, widder in Hispanien gefordert, dahin reiste, ander gubernatorn ins lant quamen, die castelen zu Gent, Antwerp, Utricht versteurt, Don Johan de Austria verstorben, der herzoch von Parma ins regiment quam, sich der prinz in den landen noch verhilt, hat er ein herzogin von Borbon, ein cloisterfraue, zur ehe genomen, damit kinder gezilt. Darnach wart er zu Antwerp, als der von Alanzon zum herzogen daselbst angenomen, durch das heupt geschossen, scheir ein jar lank toit gesagt, darnach die von Borbon im auch abstarb. Und als der von Alanzon die verreterei in Antwerp anrichte und uis dem lande vertrieben wart, hat er des admirals aus Frankrich dochter zum veirten gemahel genomen und damit gelebt bis noch zur zit, do er diss lesten schoss umbkomen ist. Disser prinz ist ein wonder kaltsinniger, guttiger, kloicker man im lande gewest, davon sie vil hilten und im vil vertruweten. Und man plach zu sagen, wan der prinz nit mehe were, so moigt es besser und der kreich gestilt werden. Nuhe ist er doit, wa es nuhe frit wirt, so hat man diss zu gleubenBd.3, S.242. Gott wei▀ es.
Wahe auch der koninck Philippus sines dhoitzs begert und fridlich zu sinen landen widder kompt, so mach die prophecie dar innen der datum di▀ veirundachtzigsten jair▀ stehet war sin. Domine in virtute tva lætabatur rex. Darin sullen die zal littern 1584 beiprengen. Ob der princz zu Delfft begraben licht wei▀ ich nit eigentlich mach wol sin.
 
Anno 1584 den 10 julii ist min 14. fhanenwagt uff die Haneportzs durch das lot gefallen. Darhin bin ich gezogen. Hab weisbroit und ein firdel wein▀ zum besten geben, den spelluden 1 q. geschenckt, die herpfan mit den louten verschaft und die ronden tragen laissen, alles uff min kosten.
 
A. 1584 den 11. jul. umb disse zit hat sich herzog Alexander von Parma, des koninks von Hispanien felther, aus Flandern uff Antwerpen begeben und den ein schanz under der stat ingenomen, bei Lillo, und neue schanzn zu beiden seiten gemacht, ein partei mit der andern scharmutzelt, die abgesclagen, fast folk und burger verloren, das die frauen und kinder aus Antwerpen verschickt, vil richen verreist, ir gut versant und in grosser sorgen stunden, doch mit schiffen gespeist worden, darumb der von Parma understunde, die Schelde zuzupaelen, oder zu versperren. Und waren umb disse zeit Mechlen und Bruissel auch in noten, das sie die Schelde uff kein provande oder swerlich mogten haben, dan Vilforden, so darswischen licht, hat der von Parma folgensfolgens: am Rande.in sin gewalt bekomen. Das irrte die stet seir, wie auch des princen doit, der in allerlei bedenken der landverretereien machet. Und hat scheir ein gestalt, als weren sie einer belegerong gewertichBd.3, S.243.
 
[463'] A. 1584 den 12. tag jul.Vgl. Rpr. 35 f 149 a.ist den judden in einem raede die beiwonung in der stat Coln entlich abgesclagen und zwein monatib. f 151 a.angesatzst aus Coln zu verreisen und nimmer mit der wonong zuzulaissen. Und ist das also beikomen: Als im verlitten 83 jars die von Bon zweimail Duitzs verbrant und geplondert hatten, durften sich die judden nit mehe zu Duitz laissen finden, hat(ten) doch ihr gutter und pfende in schiff vor Coln geflauwen, da sie verhalten und etlicher maissen verwart worden. Dieweil die burger nuhe vil pende darunden hatten, suppliceirten sie bei eim rade und baden, das den joeden so lang geleide gegunt und ein haus in der stat zu meden gestattet wurde, bis sie ihr pfent geloist hetten, das uff der burger undertenich pitt den joeden 3 monat zugelaissen. Also meden sie ein haus unden in der Drankgassen neben dem haus zum Alten Tempel. Als die 3 monat umb waren, hilten die judden umb langer zit an. Aber ein rade gestattet innen noch 3 monat, doch sulten sie kein gelt uff neue pfende doin. Darzwischen aber machten die judden vil frunde und raitzherrn zu, das in die wonong etliche jare in Coln dar gegunt wurde und erlangten auch bei villen gunst, dweil geistlich und weltlich recht die judden bei den christen liden, wie auch keiser, koninken, erzbischoffen, bischoffen, forsten, herrn, richzstet sie litten. Sie wulten auch groissen steur geben. Vil herrn und burger waren widder die judden, sagten, sie weren vor hondert und mehe jarn zu ewigen tagen aus Coln verweist und das nit ohn groisse ursachen, dan die churfursten zu Coln nemen sich der judden in der stat Coln allein an, so hett man stedich hadder und zank mit den bischoffen, dess man wol moissich kunt gain. Nuhe hilten Gotschalk und GersonRpr. 35 f 112 a.und ihr swester Koilgin, alle drei judden, gar heftich darumb an, und noch ein judde, Heyman genant, und machten so vil wirks, das sich ein rait den einen oder andern weg moist erclern. Also wart den gewolfsherrn befollen, die alte breif und sigel und handlungen von den jodden uffzusoichen, wie geschach, da fant man ganse laden vol breif van zwei oder drei hondert jaren, was groissen irtumbs ein rait mit bischof Fridrich von Sarworten und andern bischoffen der judden halben hetten gehat. Und mogten die judden ein zit lank wol mit eim rade halten, darnach umbfallen und die stat in last und verdreis bringen. So kunten sie auch nitzs antriben, dan woichern und die burger betregen und betruben. Man kunde doch wol andern rait finden, damit den armen burgern geholfen wurde. Vil moitwilliger burger verleissen sich auch druff, versetzsten kleider, klinater, hausrait und versoffen das gelt. Hantwirker und kaufmanschaft wurde(n) in die burger nit vergunnen zu triben. Und ob sie wol steur der stat geben, so were der nutz nit so hoich zu achten, als der last und unglimpf der judden beibrecht. Also wartzs den judden abgesclagen und man solt sie nit mehe hoeren. Do rusten sie sich und zog Gotschalk mit siner swester in Menzs, Gerson in Bon, Heyman was toitlich krank, bleib noch ein zitlank. Man sagt, da man die wenich judden in Coln zugelaissen hett, sulten sie mit der zit ingesclichen sin, das ihrer groisse mennigde sulten komen. Die herrn und burger waren nit alle einer meinong. Ich haltzs besser sin, das man sie faren lais uff andere orter. Voreirst werden die judden gen DutzBd.3, S.243 [464] nit widderkomen wonen oder daselbst floreren wie sie vil jaren gethain haben, bi▀ der kreich aller ding sin ende wirt haben.
 
Anno 1584 den 12. julii under dissem tage und dato hab ich ein fundation uff papir geschriwiesic!ich die halbscheit der ubriger gutter gern zu behoif der armen und in die ehre gottes wult anwenden. Inhalt der clausulen in wilant jonfer Marien Luchelgin▀ testament da von vermelt und oben fol. 460 pa. 2 summarie zu sehen ist, dweil ich und min erben executorn verordnet sin druber ordnong un▀ gefallens zu machen. Und ist die meinong sulcher ordnong und fundation, da▀ der hausfatter zu Weinsbergh min erb zu ewigen tagen zwei arme kinder erwelen und annemen sol der ein ein jonglin da▀ ander ein jonglin oder medlin sin sol, und vor die beide kinder einen lermeister halten, der sie lesen, schriben, tugent gotforchten leren. Und weiter▀ ordineirt wie sie qualificeirt und geleirt angenomen und erleubt sullen werden. Und soll an jedes von den drien da▀ drittheil der auff kompst gelacht werden. Und damit bedunckt mich sol es gnogsam zu noitturft der armen und zu der ehren gottes angewant sin, wie ich die fundation dan weiter▀ extendeirt auch etlich ferners zu ercleren und zu verordnen vorbehalten. Datum ut supra.
Nuhe ist min will noch da▀ sulche min papiren schrift der vorg. fundation bestain soll fast und gehalten werden al▀ ob sie ingrosseirt und mit minem siegel oder vor notario und zugen zugericht were bi▀ zur zit ich sie oder etwa▀ dar innen ander▀ ordineren instellen verendern lengen oder kurtzen wurde.
Die ursache aber warumb ich den leermeister und zwei arme kinder verordnet, dweil die ordnong mir eirst zu meinem gefallen heimgeben ist, und ich dan den hausfatter zum erben und hau▀ Weinsberch bei minen geblode wult stedich und ewich pliben laissen, und dan der hausfatter und hausmotter fillicht kinder mogten haben und sunst gesinde moisten erzehen und halten da▀ sie dan den leermeister zum pedagogo mogten gebrauchen oder zu anderm deinst de▀ hau▀ glichfal▀ der zwier kinder die mit der zit uff woissen und von jongs uff ihr naturn erkant wurden und sie auch de▀ hausgebrauch dar zwischen vernemen. Dan so ich doch die macht hab mines gefallens zu ordinern so mere dhoin ich es dan in einem wege mit zu de▀ hau▀ Weinsberg nutzs und forthel dan da▀ ist mir naher dan andere heusser und hausfetter. Sie dienen minem erben hausfatter und fatter▀ hau▀ so pillich al▀ frembden. Der rock ist mir naher dan der mantell. Und ist gliche fil hie al▀ da, da al▀ hie, wan es sunst recht und wol zur ehren gottes und troist der armen verricht wirt. Da▀ (will got) geschein soll.
 
Additio.
Nach dem dan ich Herman von Wein▀bergh lic. executor des testamentzs wilant jonfer Marien Luchelgin▀ mir vorbehalten die vorg. fundation zu verendern zu lengen zu kurtzen und zu ercleren. Derhalb will ich dasselb folgender gestalt dhoin in kraft disser miner eigner handt und verzeichni▀, will und verordnen druff das min neif und tauffpatt Herman von Weinsbergh min▀ broder▀ sohn der eirst leermeister (da von obgemelte fundation vermelt) sin soll, und da▀ dritte theil inkompsten dar [464'] von, wie auch die ubrige zwei dritte theil und also die alige inkompst der halfscheit seligen Marien gutter wa▀ dar von belacht ist oder belacht sol werden macht soll haben inzumanen da von zu quitern und vor sich selbst zu siner noitturft und alimentation jarlichs zu geneissen. Und da▀ so lang und die zit herlich bi▀ er zu besserm gluck und narung wirt komen darvon er erlich kan underhalten werden und leben. Und so lange sol auch der hausfatter zu Weinsberch zur zit min erb der obgemelter zweier armer kinder kein erwelen oder annemen, dan sulche erwelung und annemong so lang instellen und uffschurtzen. Dan dweil Herman▀ min▀ neiffen motter die leibzugtersche noch lebt und dieselb auch nit wol umbweren mach da▀ er daher nit vil nutzs forthels oder beforderong haben kan und sin theil fatterligs patrimonii auch nit vil beiprengt, und so lang min broder und hausfatter und min beide sustern Maria und Sibill samen und besonder im leben sin wegen mine▀ codicilli innen zu gut uffgericht mine▀ testaments und codicilli am meisten nit geneissen kan. Und dan dweil er bloit ist und sich nit so wol wei▀ umbzuthoin kein kommarschaft oder handtwirck geleirt da von er narong mog haben und sin leir lesens und schribens, regnen▀, sollicitern▀ langsam narong wurde geben. So halt ich e▀ dar vor da▀ er in sinem stande selbst arm gnogh ist und sinem stande gemei▀ erliche alimenta und leibsnotturft moi▀ haben, da▀ dan auch zu noitturft der armen angewant wirt. Und wan er mit studeirt armen leirt den armen vor solliciteirt und deinst da▀ sulchs auch zu der ehren gottzs geschicht. Derhalb will ichTilgung: abauch bemeltem Herman bei siner conscientz befollen haben so lang er der inkompst vorg. zu behoif siner alimenten genoist da▀ er so lang armen kindern und der ehren gotz vorstain sol al▀ in dunckt da▀ sulchs ungeferlich vergudet werde, dan sin deinst und vorstant der armen und ehren gotz kan in so nutz sin und zu zeiten nutzer dan ir drttesictheil der vorg. inkompst. Edoch wan gedachter min erb zu besserm stande und erlicher narong gerethe sol er▀ zu behoif obbestimpter fundation folgen laissen. Ich beger auch von minem broder Gotschalck wan er hausfatter zu Weinsbergh nach mir sin wirt und min erb werden da▀ er gedachtem minem und sinem neiffen heir in nit zu widder dan beiredich und behilflich sin wil dweil er sin nachfolger und hausfatter mach werden. Di▀ vorg. ist also min erclerung veranderung und lengerong die ich also mit eigner handt thoin, schriben und underschriben zu zeugni▀ der warheit. Datum ut supra 12 julii anno 84.
Hermann Weinsberg lic. s. et subs. etc. sig..
 
A. 1584 den 17. jul.Vgl. Kleinsorgen l. c. S. 282.ist erzbischof Ernestus van Beiern aus Westphalen uber den Rhein langs Coln gen Bon widderkomen, als er mit hilf des hispanischen kreichfolks das westphalischs ort stiffs ingenomen und besatzst hat. Und mangelden im nuhe noch des Nederstiftz Berk, Urdingen, Cracaue, und was darumbher zu toin war. Umb disse zeit war ein churfurstlich tag zu MenzVgl. Hńberlin XIII S. 430. Bezold II nr. 288, nr. 303 u. 306.angesclagen, dahin herzoch Augustus von Saxen, herzoch Johan CasimirusEin Irrtum W.'s. Vgl. Bezold II nr. 293 S. 224 u. A. 7., palzgraff, vormonder sines broders, churfursten, sohns, die bischoffen von Menz und Treir und der ander volmechtigen (erscheinen), und die haben unsern bischof Ernestum in ire broderschaft der churfursten angenomen. Man sagt, das were mit drien condicionen gescheit, ich hab sie hoeren verzellen, weis aber nit, ob ichs glauben sol. Also mach nuhe min gnedigster her von Coln churfurst genent und gehalten werden, dess vil (nit) gemeint sulten habenBd.3, S.245.
 
[465] A. 1584 den 20. jul.Nach Aitzinger: De Leone S. 623 am 27. Juli.ungeferlich haben die Trucksessen mit zutoin der Gellerschen und Moerscher ein fast haus, nit weit von Nuiss, gnant Horst, ingenomen, mach zimlich fast von graven sin und der Pallant einem zustendich, habens noch fester besatzst und ein raufneist draus gemacht. Wolf von Irlach, ein von des churfursten heubtleuten, ist alsbalde darvor geruckt, vermeint es widder zu erobern, aber es hat im gefalt und ist hart abgeweist. Und gescheicht eitz den von Nuiss und des ortz vil schadens drausBd.3, S.245.
 
Anno 1584 den 21 julii ist Johan Ivo baussen Coln im lande Gulch uff sinem haif an der pest gestorben und sin hausfrawe jonfer Ursula Broichs flaweten widder in Coln in ir▀ fatter doctor Johan Broichn hau▀ Gruenstein uff der Hoheportzn da sie auch die pest kreich und lange sweirlich dran lagh und noch nit genesn ist. Hatten ein sontgin im leben und gehort in da▀ hau▀ zum Kluppel uff der Hoeportzen zu, dar in sie vorhin gewont und eitz verheurt hatten.
 
Anno 1584 den 23 julii hab ich geschriben an jonfer Anna van der Reck witib von Hall de▀ jongen fursten von Gulichs hofmeistersche sie umb zwier achterstendiger termin nemlich anno 83 und anno 84 letare jedesmal 32 rad.d gemant. Ich schick den breif uff die cantzelei zu Dusseldorf dar er pleib ligen dan sie di▀mal zu Cleve ware.
Disse jonfer noch iren sohn joncker Dederich Hall zu uphaiffen amptman zu Monhem hab ich beide min lebtag gesehen. Aber duck in beiden geschriben und die rent gemant und also bekomen. Also hab ich auch zu Oede und Zulch mit schriften vil mail gemant und erlangt, damit vil unkosten gespart die andern verzert und durch da▀ landt gelauffen sin, vil unrawe gehat und dannest nit vil visgericht. Derhalb ist es ein bereiflich deinst da▀ man gern schrift, duck wol schreift, und wei▀ wa▀ man schreiben soll. Und so nutzs und gut es ist zu schriben, so gefehrlich ist es auch zu zeiten wan man nit behut ist oder smelich schreift oder sich verleufft dan man moi▀ sich wol vorsehen der schriben will dan die breif werden verwart und oft einem vor gelacht wan man etwa▀ gegen sich geschriben und da in bekant hat.
Drumb sol man da▀ schriben nit zu ruck stellen, und gliche wol schribe gern schribe und sich drin gewinne, ist es zu zeiten sorglich so ist oft nutzlich, eine▀ gesprochen wort kan man in da▀ argst wenden, die schrift nit anders dan sie lautet: ich rhate gern zu schriben, und wol zu bedenken wa▀ man schribe.
 
Anno 1584 den 24 julii hab ich ein alte gerichtzsach die in▀ zwentzigste jar vor dem rhaitzgericht und urthel▀meistern ein▀ erb rhaidtzs geswebt hat vertragen und dissen tag mit zuthoin de▀ secretarÿ Nicolai Lyncky da▀ laudum penale au▀gesprochen. Zwischn Ena van Medman witiben Crisanti van Antwiler original clegern und hausfrawe Henrichen Wolfs landtmesser uff der Wierstraissen ein▀, und Fiegin GursginTilgung: aboriginal beclagtin witiben Wynant van Orbach steinmetzer bannerherrn eitz Sebastiani Feder van Duysbergs dhorworter▀ hausfrauwen andertheils. Und moist die beclagtin gegen funfhondert mit urthel erhaltener dall. da von appellirt waher eitz 200 dall. her au▀ geben und den friden gelten. Ich mirckte da▀ die sach an▀ cammergericht sult lauffen, lanckwilich werden, die frawen beide alt worden und wol gern an ein ende gewesen, so hab ich vill mohe angewant und wenichs dancks verdeint.
 
[465'] Anno 1584 den 26 julii starb Peter van Mechem eitz in her Peils hau▀ gen dem Salmanach an der pest. War heubtman de▀ ortz. Wart den 28 julii mit peiffen und tromen und sinem ganssen fhanen begrabemsiczu klein s. Mertin. Sin widwe Feigin Sontgin schenckte jeder siner rotten 4 firdel wein▀, also begerten es do die nachparn dweil die fhanen in Coln flogen. Und joncker Gerhardt Angelmecher wart in sin statt van eim rhade zum heubtman erwelt.
 
Anno 1584 den 26 julii uff s. annentag da▀ moder Engin van Weinsberg im conuent Reimersgassen ir fest hilt und den sustern etwa▀ zum besten diethe loede ich mich selbst dar zugast unverhoitz schenckt ihr den wein, wie auch min suster Lisbet und Sibil do ai▀ ich eirst ein kompgin reisbrei und dranck wol druff darnach al▀ zu hau▀ quam ginge mir der oberbruch au▀ drumb ich zu bedde ligen ginge und verbarch es heimlich und leidt die nacht vi▀ groisse bangicheit, kunt gein wasser machen, meint ich sult gestorben sin, kunt mir nit helfen, den morgen umb drei vren uber gab ich alle spei▀ und dranck au▀ dem magen dar nach arbeide ich es widder in, und pleib noch alles heimlich und verswigen da▀ es auch Herman der uff mier camer scleif min▀ wissens nit gewar wart. Derhalb moi▀ ich wol sober leben, mich vor uberflu▀ und flussiger spisen seir hutten, doch ist mir min dhoit uff die maneir beschert des moi▀ ich zu friden sin. Wan es einen tag uber ist, so wirtzs widder gut.
 
Anno 1584 den 28 julii bin ich mit miner fhanenwagt gegen die nacht uff s. Severinsportzs gezogen. Ich moist selbst fort in minem alter dan min lautenant l. Broich war geflouwen au▀ sinem hau▀ dweil sin swester die pest im hau▀ hat. Min wachtmeister Peter Rost war nach Lubeck verreist mit weinen, so moist ich selbst mit zusehen da▀ die ronde gehalten und die loese geben und umb die beletten gelost i wurde. War min 15 wagt verzert 4 q. 1 q. win▀ wi▀broit und trinckgelt der magt. Mit der ketten wagt wart miner verschoint. Aber den bott an der Wierportzn moist ich verschaffen und belonen vor mich zu tragen.
 
Anno 1584 den 28 julii starb scheffen Caspari Andreæ van Sittertz hausfrau uff s. Marcellenstra▀ n. Herin, ein dochter Peter Hern der da▀ rifferscheider wert zu Dormagen hatt.
 
Anno 1584 den 30 julii quamen zu mir der licen. Lommershem und her Augustin van Tonberg canonicus zu Munstereiffel, begert bericht van wilant irer nigten Marien Luchelgin▀ testaments de▀ sie doch vor hin per copias missivas et nuncios bericht waren. Ich lei▀ sie da▀ besiegelte original durchsehen und lesen ir▀ gefallens. Moisten dem glauben zustellen, wistens nit zu widderlagen, dan sagten Merie were der zit zu jonck im 13 jair gewest. Dieweil sich aber der lic. Lommershem ex 50 qua ætate 100. destisn zu berichten wist da▀ die medtlin uber 12 jar alt ir testament machen mogten moist sie wol gedolt haben. Wultens aber an die ander frunde bringen.
 
[465] Anno 1584 den 31 julii ist Herman Volbergh zeichnschriber sin▀ alters von 70 jaren in siner behausong uff dem krummen Buchel gestorben und zu sant Peter begraben worden, Disser was im bergschen lande geborn, zur schoelen gangen zu Coln, bei Birckman boichtrucker in der Fetterhennen gewont, im hie und zu Antwerpen etliche jar gedienet. Darnach ein witib vom zeichamt getruwet, damit er das zeichamt bekomen und getriben, sich wol geschickt, gut narong gehat, ist bei dem zeich- und linenweberamt und gaffel zu rade gekoren und ir bannerher worden, darnach von eim rade zum zeichenschriber anno 1560 verordnetBd.3, S.245. Min beisitzender gesell am platz beim Rhathuy▀ worden ich hab da▀ weinzichn er da▀ beirzeichn geben und seir leiblich mit mir in▀ funfte jar gehalten. Ist folgens kirchmeister zu s. Peter worden, und wie im binnen jar▀ sin hausfrawe abgestorben ist, hat er einen schaden am foi▀ und zehen von einem duck gesnittenen elstern auge bekommen dar da▀ feur zu gesclagen und zugenomen dergestalt da▀ man im da▀ bein under dem knehe anno 84 den 25 julii hat abgesnitten solt er bei leben bliben. Aber fillicht umb sines hohen alters willen hat es nit geholfen und ist uff den sibenten tag darnach dhoitlich abgegangen. Got gib im die ewige freude. Und dweil er gar kein bewanten hat und der kirchen s. Peter geneigt war hat er in sinem testament jarligs in die gerkamer pro reparatione ornamentorum verordnet 5 dall. erflich. Item zu behoif der kost die rechnong einmail im jair zu halten auch 5 dall. jarlicher erbrenthen. Item dem schoilmeister zu underhaltung de▀ choir▀ und schoeler 12 dall. jarlicher erbrenthen. Er hat kein leibserben derhalb hat er die halbschit sines wonhau▀ und alles ubrigen siner frawen kindern verlaissen und den kirchmeister zum s. Peter zu executorn verordnet. Da▀ ist sin leb und thoidt gewest.
 
Anno 1584 den 31 julii ist Magdalena Brandis hern Mattheisen Hilten doctor▀ und ritters witib im Filtzegraben gestorben und zu Leiskirchn bei innen begraben. Disse war lange zit disses groi▀berombten her Hilten deinst magt gewest damit er etliche kinder gezilt, und sie uff da▀ lest getruwet damit sin kinder geeheligt und an sin groi▀ gut pracht. Disse ware ein unzirlich unsauber weib wie ein moi▀mengers gekleit ihr dochter jonfer Margreth Hiltin fort da▀ regiment und troich dem adel glich wie sie wol thoin kunth ihr veir broder sin worden monchen und verthoner. Und wirt da▀ geswinde gut filligt seltzam fharen.
 
A. 1584 den 31. jul. umb disse zeit ist die dochter von CulenbergVgl. Harless: Elisabeth von Kuilenburg. (Berg. Zeitschr. 26 S. 227 ff.)ausgerissen und darvon komen. Das hatt sich also zugetragen: Der graff zu Limburch, her zu Styrum und BrunhorstGraf Joest von Limburg-Styrum-Bronkhorst., mogt sich mit der jonfern angelacht habe(n), das der fatter sie im eirst versprochen hat. Daruber quam der jonger markgraben von Baden einerJacob III. von Baden-Hochberg. Vgl. auch Rpr. 35 f 143 b--196 a b. Brb. 103 f 247 a.in kuntschaft mit dem fatter und jonfern, das sie dem auch versprochen wart. So besorgte sich der von Styrom und bracht processen gegen sie aus vor dem official, der sich alsbalde competentem judicem pronuncierde und erkant, das die jonfer sequestreirt und s. Cecilien im cloister in custodia sin solt, leis auch jurissubsidiales gegen einen rait ausgain, das man die jonfer anhalten und nit ausser Coln sult laissen, dan man sagt, sie sult wol drei tonnen goltz scheir reich sin. Der von Culenberg mit der dochter waren dasmail in her Arnt von Siegens haus uff dem Holzmart mit der wonong. Es worden soldaten drin gelagt, sie zu verwaren, zu beiden sieten gehandlet, darzwischen, sagt man, het die jonfer manskleider angelegt und also aus dem haus uber Rhein dem von Baden zugezogenBd.3, S.246.
 
[465'] Anno 1584 den 1 augusti viucula petri hab ich in minem weingart in der Achterstraissen mehe dan an zehen orther untferbte, lauther, truben korner gesehen, in andern weingarthen und weinbergen vil froer, alsulchen gutten vorsommer hatzs gehatt. Aber gab sich darnach in▀ fuchte witter.
 
Anno 1584 prima augusti hat ein rhait zu Coln uff keinen predigstoeln laissen verkundigen feur uff straissen und gassen der stat anzustechen underlaissen wiewol es bi▀ herzu seir droge und hitzich gewesen. Wie dan ein rhadt da▀ zehen oder zwelf jar lanck alle jair▀ plach zu verpieten und ob es schoin di▀mal unverpotten bleiff, so machten die burger doch kein feur vor iren heussern wie dan vormail van unverdencklichen jarn una kindtzs uff alle jar gepruchlich wa▀ wan es nit verpotten wart.
Und leist sich ansehen al▀ sult die gewonheit in Coln nuhe von im selbst abkomen die van sagt von augustoTilgung: dem, unterstrichelteirst herkomen sult sin. Und uff den eirsten augusti sulch freuden feur dem keiser zu hohen erhen angestochen sin. Und wan ein schoin augusto nit zu ehren beschein da▀ es dan unserm patroin sant peter dem fursten der apostoln und eirst pabst zu ehren in Coln geschin sie.
,Doch ob es abqueim, were nit so hoich dran gelegen, dan es zum misbrauch gerete. Alle die tartonnen, alte korfHs. koff., fesser und anders wart verbrant. Das jong folk leif durch die ganse stat, man danzste am kranzs, sprank ubers feur, worfen sich in die Bach und drenk und war ein heidnisch wesen und freudeBd.3, S.246. Sunst da▀ die nachpar zugtich samen quamen aissen und druncken in der nacht war nit so boi▀, Diss schrib ich, ob es in Coln abqueim, wie zu Bon, Nuiss und uff vil orter, das man wiste, das es vormals in Coln also gewesen wereBd.3, S.246.
 
Anno 1584 den 3 augusti umb di▀ zit nit zwein tage von ein ander sin beide Lullingk fatter und sohn in der Dranckgassen gegen der Dhom trappen uber an der pest gestorben. Der fatter Johannes Lullinck war der elste und vernoimpste procurator im saal vor dem official min alter bekanter. Der sohn noch unverheirat und wolgeubter sollicitator notarius und student.
 
Anno 1584 den 4 augusti sin die citationes inhibitiones compulsorial vom keiserlichn cammerbotten von Speir ad justami miner suster Marien Weinsbergs witibn Ordenbachs anspracht gegen Han▀ Keiffich, Han▀ Mirfelder, Reinhardt Balick und einem rhade insinueirt. Es mogen nuhe her Christian Ordenbach dechen zu Worm▀ und doctor Tilman zu Strasbergh die sach ver sorgen dan es gehet sie mit an, trift 500 dall. ung. an da▀ sie wol verwaren wert ist doctor Tilman ist advocat hat da▀ libel wol von 200 artickel ingestalt, wirt ohn zweiffel ein lanckwilige sach werden. Die ander sach mit Blanck wirt hie be▀ bedacht vide supra 14 junii anno 84.
 
[466] Anno 1584 den 6. augusti umb di▀ zit hab ich von Speir von doctor Johan Croinberch, lic. Brunione Bingio und andern breif bekomen die minen zunamen Wintzberch per tz pro ▀, schriben, desglichen der greif Caspar Trach von Geilenkirchen schreibt an mich Weintzb. item lic. Boi▀. Item Gerhardus Helman substitus Lynck schribt in die acta Wintzbergh item ich hab von alter▀ in den schrinen Wintzberch gefonden. Und verdruist mich nit mehe dan da▀ geleirten und erfarne schriber thoin da▀ sie vor ei, i, vor s, tz vor b. p. schriben. Ich mir die teuschen halten orthograhiam nit so genaut wie die latiner, die latini komen in allen nationen uber ein mit irem boichstaben Italia Hispania Franckrich, Engelant, Ungarn aber die dutzschen haben in verscheiden furstenthumben und landen verscheiden maneir zu boichstaben non conueniunt ire orthographia nec in ethimologia. Aber di▀ ist nit zu bessern, es ist irthumb, und groisser irthumb dan Wintzbergh laut al▀ queim der nam und wort vom wint her nit vom wein, dan es ist Aramondt uff dem weinsberch nit uff eim wintzbergh geboren. Man findt von mir angezeignet wie er mit acht litter sol geschriben und au▀geredt werden al▀ w ei n s b e r ch die regel sol man halten, keinen verwesseln, mehe oder min setzen sunst wirt der zuname geschant und unrecht geschriben, dar uff sol acht uff acht bestimpte littern geben, und die irrende de▀ berichten. Aber es ist gar sweirlich zu thoin.
 
Anno 1584 den 7 augusti hab ich an den kunftigen leser di▀ min▀ alterthumbsboich gedacht da▀ er von mir urtheln wurde ich hett alles in di▀ boich geschreiben wa▀ min thoin und laissen gewest were und nitz vi▀gelaissen oder vergessen. So moi▀ ich wol bekennen da▀ de▀ vill in di▀ boich pracht ist, aber der wenigste theill, der meisthe theil mine▀ geschichtzs, handel▀ gespreichs ist nit her in komen ist auch nit alles dar in nodich gewest. Ich hab villen leuthen in sachen gedeint geschriben und gerathen, von villen breif untf. und innen breif geschickt, mit villen gehandelt contraheirt und conuerseirt. Min ampten vertrotten in der hau▀haltung uff tagleistung und we▀ dessen mehe ist angetriben da▀ ist werlich nit alle in di▀ boich geschriben. Wer wult auch alles wa▀ er sagt und thoit anzeignen vurwar da▀ sult unmoglich sin oder aber uberau▀ besweirlich fallen. Wol war ist da▀ ich vil von mir selbst, vom hau▀, namen wapen von minen bewanten, nachparn, burgern, auch frembden heir zu geschriben, da▀ hab ich dem hausfatter minem erben, mine▀ fatter▀ hau▀ und heimat, und minem geblode geschriben. Die mogen da▀ best zu gedechtni▀ zur leer und ermanong drau▀ nemen da▀ uberich aber passern laissen.
 
A. 1584 den 13.Das Datum ist aus ,8' verbessert. Die Eroberung fiel auf den 17. Aug. (Strada II S. 311.)augusti umb disse zit hat der herzoch von Parma, gubernator in den Nederlanden, Dermunde in Flandern ingenomen, darin grois gut, profande und geschutzs erobert. Den 6. septembris Vilfort, post IpernBd.3, S.247.
 
Anno 1584 den 9 augusti ist min neif Goddert Koppen van Ichendorp fasbender oben uff der Bach in minen zin▀hau▀ zu Overstoltz an der borst krengden gestorben und ist zu klein s. Mertin in die kirch bei sinenn broder Johan und kinder begraben. Es stunde im nau bei da▀ gluck wolt im nehe zu gefallen lauffen.
 
[466'] Anno 1584 den 10 augusti uff s. laurentii tag haben die broderschaft der harner▀mecher s. laurentz bilde in s. Laurentzs kirspelskirchen roitte und weisse reiffe truben angebunden, wiewol disser tag 10 tage froher quam dan in den forigen jarn, so frohen jar wa▀ es, wiewol der gansse augst feucht ware.
 
Anno 1584 den 11 augusti ist mir die question vorgefallen, da au▀ einem dem neigsten grade ein hausfatter zu Weinsbergh erwelt sult werden und dan under sulchem grade der agnaten einer oder mehe licentiaten der rechtem befonden wurden und man al▀ dan sprechen wurde pilliger wurde der licentiat den andern vorgezogen, dweil der testator sulche gnoigde zu den licentiaten gehabt da▀ er sie in mangel aller agnaten und cognaten zum folgen verordnet hat. Und wurden sulche question vorwenden und hart druff sthain, und die vertadingen willn. So will ich sulche question eitz selbst ercleren und decideren.
 
Additio.
Im fhall sich zu troge da▀ nach mine▀ broder▀ absterben oder abstandt min executoren zu dem folgenden grade mines testaments schriten sulten und befonden under minen eligen primarien agnaten einen licentiaten der rechten so sol es minen executorn freistain sulchen agnatischen licentiaten oder einen andern agnaten zu erwelen und nit zu erwelen wie es innen geleibt dan es mocht sich zutragen das sulcher licentiat nit der bequeimste dan andern nit promoveirten bequemer und dem hau▀ erlicher und nutzer weren.
Und in mangel aller primarischn agnaten wa dan ein licentiat befonden wurde under den secundarÿn, so sol es den executorn auch freistahn den oder einen der nit promoveirt ist zu erweln den nutzsten doch und bequeimsthn. Also sol es auch in mangel aller agnatorn primariorum et secundariorum gehalten werden so dan under den primarien cognaten ein licentiat befonden so steht es den executorn frie den oder einen andern erlichen cognaten zu erwelen. In glichem in mangel der primarischen cognaten da under den secundarischn cognaten ein licentiat befonden da▀ min executorn den oder einen andern den ehrligsten und nutzsten erwelen mogen. Ich bin den licentiaten wol gewogen und la▀ mich beduncken sie sullen wol bequeim zu de▀ hausfatters ampt sin, doch kunnen andern auch wol bequeim sin da▀ dieselben nit verachtet oder allerding zu ruck gesatzst werden als were neman▀ bequemer dan die licentiaten. Wan aber zum lesten uberall kein agnat oder cognat mehe were das es zu den licentiaten sult komen dan hatzs sinen bescheidt dan sullen min executorn einen licentiaten eirst au▀ dem kirspel sant Jacob wa da einer ist darnach au▀ dem capittel sant Georgen wa da einer ist und in mangel der aller in▀ gmein au▀ allen licentiaten in Coln promoveirt einer so langs licentiaten binnen oder baussen Coln zu finden sint, di▀ vor▀ ist also min Herman▀ von Weinsbergh lic. und testaoris will und befill.
Datum anno 1584 den eilften tag augusti.
Herm. Weinb. __ et sub __.
 
Anno 1584 den 14 augusti vel circiter ist Melchior Mant mit Stuper und Brant die uff dem sclo▀ Zon▀ uber ein jar lanck uff ir leib gefangen gesessen eitz vi▀gebrochen und zo Coln binnen komen sin, dar sie verspeit beclagt gesoicht waren und doch gewarnt in [467] einen nachen bei der Dranckgassen sich ablaissen foeren und sin unverletzst dar von komen. Melchior Mant war ein burger in Coln gwest der die judden zu Deutz uff Geller untfoirt und zu Hulchrade al▀ da▀ sclo▀ ingenomen wart daselbst gefangen uff Zon▀ bracht da er bi▀ noch zu gesessen hatte, sin motter hausfrau und broder leben noch in Coln. Wie di▀ zugangen sie und wa sie sich eitz erhalten, wei▀ ich nit. Hertzogh Fridrich von Saxen dhomher der sie gefangen beclagte sich sie hetten im gedreuwet.
 
Anno 1584 den 15 augusti ist die zweite hausfrawe, von Geien burdich in irem wonhau▀ uff dem Igelstein an der Kranenbeumen gassen ort wonhaft peste gestorben und zu sant Cunibertz begraben. Disse hat er scheir zwei jair gehat wie auch min nicht Feigen Ordenbachs. Hat in im testament zum erben ingesatzst, wa vil ubrichs vom gereiden zum besten; vom erbgut zu Polhem wirt er wenich prengen dan sie lei▀ im kein lebentige kinder.
 
Anno 1584 den 16 augusti bin ich mit miner funfzehnter fhanen wagt uff die Haneportz gezogen und verzert 4 q. 1 q. wein▀, 4 alb. gobelger.
 
Anno 1584 den 16 augusti starb Peter Broilman min swager gewantsnider, rhaitzman, kirchmeister am eck de▀ Heumarts neigst dem Maltzbuchel, verlei▀ sin husfrawe mit zehen groisser kinder. Sie war Steffen Sontgin veschriber▀ dochter, waren habselich, licht zu klein s. Mertin begraben.
 
Anno 1584 den 16 augusti ist Johan van Weinsbergh da▀ ein jarich elich kindt Peter von Weinsbergh und Ennen van Gusten eluthn in irem wonhau▀ vor den Mynderbrodern gestorben nach der spenong. Und ist den 17 augusti in da▀ paradi▀ ad gradus Mariæ vor den trappen daselbst zum dhom zu begraben.
Di▀ kneblin war anno 83 den 4. augusti geborn. Vide supra fol. 414, pa. 7. Ich hat mich mit siner gebort frolich gemacht, verhoft es sult langh gelebt haben. Aber es lebt eitz im himmel langh. Di▀ war de▀ namen Weinsbergh ein hausgnoi▀ und agnatus secundarius. Sehet wie sorglich ist es mit den stemmen und geblode ewigh zu erhalten.TrennzeichenWan die kinder nit gerathen, so kan es nit durhaftich sin, dan von kindern waxen man und frawen. Doch haben wir dem herren keine zill zu setzen sin wille bitten wir moi▀ geschein. Er kan es versetzen den stam und geblode erhalten wie sorgfeltich ich auch sin mit substituerten licentiatn novissimo loco. Er kan au▀ erden klotzn menschen und au▀ steinen kinder abrahe erwecken. Got will ichs alles befillen.
 
Anno 1584 den 19 augusti uff sontag nach marien himmel uffnemong ist die broderschaft unser lieber frauwen sant Jacob in behaussung Laurentzn Mock zum Haesen oben uff dem sall gehalten worden. Ich bin daselbst bei den brodern und sustern gewest wie da▀ vorigh jare, und verhof da▀ brodergelt sie nuhe gebessert und angelagt da▀ es wol pliben wirt und nit mehe so sorglich sin wie vorhin, und die kost von der inkompst gehalten werden. Der wein wirt beigelacht wie allezit beschein.
 
Anno 1584 den 20 augusti hab ich Herman minen neiffen und diener nach Swartzem geschickt ein verbot uff Wilhem von Meternichs gutter thoin laissen und nitzs von dannen zu bringen ich were dan zu friden gestalt, dan ich wa▀ noch fast zu achter▀ inhalt mine▀ rechensboich. Und hat Wilhem gelobt zu bezaln.
 
[467'] Anno 1584 den 21 augusti hab ich auch under dissen dato nach Oedt an Gerhardt Ducker den jongen geschriben. Ich wost nit wa es stach, sin vormonder und frunde waren auch seir verstevret und verstorben in kreichs und sterbendt zeiten. Die noit dranck mich anzuhalten dan ist fast zu achter▀ ware. Ich drewet gegen innen oder hie im salgericht oder mit dem umbsclag de▀ underpfandtzs fort zu faren. Wilant joncker Frantz von Haitzfelt zu Bracht hat sich sinem fatter widder verschriben de▀ widwe oder kinder wult ich nit manen dan die waren mir nit obligeirt wolt also gein novation machen. Ich mach erwarten wanne ich widder bescheidt uff min breif mach bekomen. Min erbe mach auch wol gut achtung druff haben da▀ er Duckers erben und da▀ underpfandt nit verlaisse dan es im ertzstift Coln gelegen ist. Die erben Haitzfelt mogen gulisch sin und swerlicher anzutreffen au▀ Coln.
 
Anno 1584 den 24 augusti uff s. Bartholomitag hat min neif Gotschalck van Weinsbergh sin gebortzs fest gehalten, das er 23 jar alt worden. Er hat die portion gebessert und wein geschenckt wie im hau▀ Weinsbergh under un▀ breuchlich.
 
Anno 1584 den 25 augusti hat mir min pachter Wilhem van Meternich zu kleinen Vernich wonhafftich gnant Carden Wilhem vom Wolfgut zu Swartzhem geschickt 7 mr. 0,5 lb. korn▀ uff regnong und untbotten mehe zu prengen. So vil hatzs geholfen da▀ ich da▀ gut durch Herman minen neiffen verbeiten laissen.
 
Anno 1584 den 25 augusti hat sich ein man in eim armen hau▀ in der Ulregassen seltzt erhangen. Man sagt er were von Bon gewest verdorben und vi▀gewichen nach dem belech. ,Wiewol diss under der herlicheit zu s. Severin sich zugetragen, so ist er doch von wegen des hohen gerichtzs durch den scharfrichter uber den Weitmart zur Wierporzn hinaus gen Melaten gescleift uff einer leiter, daselb ist ein fork uffgericht, darzwischen mit dem hals gestochen und so hangen laissenBd.3, S.247.
 
A. 1584 den 26. aug. min kirchenregnong sant Jacob gehalten, bin etwas schuldich pleiben, wie min boich uisweisen wirt, bin mit dem pastor, kirchmeistern, caplain und achten den abent uff der schoelen seir frolich gewest, das alle dingen richtich und ordentlich zugangen warenBd.5, S.239.
 
A. 1584 den 27. aug. sagt man, das die von Antwerpen ubel zufriden gewest von wegen der blochuser und kreichfolk, bestonden fast ordnong zu machen, sich zu erwerenBd.3, S.247. Bei sich selbst ist die stadt unuberwindtlich, wa sie mit provande und andern vorrhade wol versehn ist. Wa sie eindragt drin halten und sich nit spalten, dan daruff practisern koningen fursten und herrn seir da▀ sie zweispalt anrichten mogten.
 
Anno 1584 den 29 augusti hab ich noch ein▀ an jonfer Anna von der Reck widwe von Hall uff Dussel dorf geschriben und umb bezalung gemant, dan ich moist gelt haben und andern bezalen.
 
[468] Anno 1584 den 2 september mit miner 17. fhanenwagt selbst uff sant Severin▀portz gezogen. 4 q. 1 q. 4 alb. lonten alb. gobberger zum besten geben. Der heubtman Christian Koelgin bleiben gemein einer uff s. Severins, der ander uff der Haneportzn, dan keiner war gern uff der Igelsteinsportzn, die zu weit gelegen war. Der dritte heubtman aber, scheffen Sittart uff s. Marcellenstraiss war gern uff dem Eigelstein, dem gestatten mir das, wiewol es die colonellen nit gern sahen und lieber gelost hetten gehatt. Mir losten wol, aber einer uberleiss es doch dem andern zu zeitenBd.5, S.239.
 
Anno 1584 den 4. september bin ich bei Johan Peil van Nuy▀ bannerherrn der goltsmede uff dem Heumart an der Boltzegassen orde in sinem hausse uf sinem banneressen gewest hat wol und kostlich angerichtet.
 
Anno 1584 den 6. septemb. ist Hilger van Duren zur alten Truben uff der Bach schartzeweber an der pest gestorben und s. Jacob begraben neigst der dheur in der kirchen uff sant Georgens cloister gainde. Uff disses heiligsscleissenTilgung: jch; durchgestrichenmin broder und ich gewesen prima janvarii anno 1578 ibi vide, de▀ eitz in▀ achte jar ist. Mitler zeit hat er da▀ hau▀ zur alten Duben au▀ dem grunde mit der mauren newe gebaut vil geltz dran gelagt, auch mitler zit sich an die weinhandlung egeben und etlichmail roit und wei▀ gezapt und den schartzen handel getriben. Vil durch die landen gereist und sich gar wol gebraucht, wa er nit scholt verlaissen hat man im nachzusagen da▀ er vor sin alter in so wenich jaren vill dar bei gethain hat. Hat sin hausfrau Mettelgin van Rhade und zwei kinder in leben nachgelaissen. Sic transit gloria munde. Got sie im gnedigh und barmehertzichSchlusszeichen.
 
A. 1854 den 7. sept. ist Suffridus Petrus Leovardiensis, rector bursae Coronarum, licentiatus juris zu mir komen und nach etlichem bericht der rent die fundation quondam Hermanni Twerg fundatoris der zwelf studenten aus sex steden und quondam Johannis Vorborg fundatoris der drei studenten daselbst betreffende erfragt, wie er dan zu mehemaln mit mir derhalb gespreich gehalten, dweil ich vormails vor 40 jaren da rectoir gewesen, auch 8 rader gl. darhin far bezalte. Ich sagte, mir stunde wol etwas vor, mir were auch umb lankheit der zit vil abgefalln. Ich fragte widder, ob er die boich (register) zitlen und verzeignissen nit funde, die ich und ander rectoren daselbst verlaissen hetten. Er sprach, als der leste rector vor im, meister Johan von Zulch, und sin hausfrawe verstorben, het er von den erben und frunden das statutenboich wol bekomen, sunst nit eine litter mehe, was er auch nachforschong gehabt und drumb angetriben het. Das gab mich wonder und gedacht allerlei in meinem sinne. Es fiele mir auch in, das der abgesetzter churfurst von Coln Gebhardus Trucksess alle privilegia, instrumenta, breiff und siegel, jura, boich, register und wie diss mehe uff der cantzelien oder sunst bewart lag, in der widerwertigkeit dem ertzstifft untfurtBd.5, S.239. Das ein mit der Cronenbursen wa▀ ein klein sach. Mit de▀ ertzstiftzs Coln geregtigkeit war ein wigtige groisse sach. Dieweil di▀ nuhe also sich zugetragen und gescheit ist, gedacht ich da▀ mogt sich auch wol bei den geregtigkeiten de▀ hau▀ Weinsbergh zutragen.TrennzeichenAl▀ wan ein moitwilliger oder boeser oder listiger hausfatter selbst oder durch sin husfrau kinder, frunde und frembden min testamenten codicillen inuentarien bref siegel declarationboich, copienboich, gedenckboicher, da▀ boich Weinsberg rechensboich register zitteln verzeichnissen acten und wie die namen haben mogten versclain, verbrengen, verbrennen, zu [468'] reissen, zu felschen, zu verderben zu kratzen zu cancelleren, zu verargern zu ringer understunde etc. wie dem ubel zu vorkomen oder da▀ zu verhutten were, und wa mit, uff wilche weise, und durch wen.TrennzeichenSo verhof ich nit da▀ immer sulcher boser hausfatter komen wurde der da▀ thoin sulte. Aber de▀ besten hat man wol zo hoffen edoch de▀ argsten daneben zu besorgen und da▀ so vil menschlich und moglich ist zu verhoethen.
Ich hab wol in minem testament und declarationboich verordnet wie da▀ verhut sult werden. Aber wan der hausfatter meineidich were wult ger practisern da▀ sin eidom swester, sohn, bewanter in sin stat hausfatter nach im mogt werden und die ordnong und grade mine▀ testamentzs umbsetzen oder wurde gern etlich acker rent, gut an sin kinder und frunde bringen vom hau▀ und derhalb die testamenten inuentarien declarationes, additiones copiens heubtbreif versclain, viciern, cancellern, blettere, vi▀reissen, au▀weschen oder kratzen. So sullen min executoren min sementliche oder sondere hausgnoissen iha die oberkeit geistlich und weltlich und jeder wer kan macht und recht haben sulchs zu inquireren zu erforschen, anzugeben und zu weren. Es ist wol im declarationboich gedacht und versorgt aber da▀ declarationboich mogt auch verleuslich werden oder falscheit drin getriben sin. Derhalb moi▀ vorsorg getragen werden. Edoch ob wol boisse, argen falsche, schelmsche, diebische gemotter und hertzn sin. So moi▀ man dar vor sorgh. Nuhe mogt der hausfatter min erb dencken oder sprechen, ich werde hie angefast und in argwon bedacht oder die hausfetter so unschuldich sin, es mogt der mangel sin oder gebrech auch wol bei den executorn oder andern hausgnoissen oder bei den licentiatn und frembden sin. Antworten ich da▀ mogt auch wol geschein, wer wei▀ wa calumnien bedrogh angelist sticht da vor man sich am wenigst hut ist zu zeiten der verreether und diether;. Derhalb ist min rhait bitt wil und befilch jeder will from treu und geregt sin, kein verrether, verderber, oder verstorer de▀ hau▀ Weinsberch und siner ordnong und geregtigkeit, der eine will uff den anderen fleissich uffsigt haben, der hausfatter executoren hausgnossen licentiaten, interessenten, ehe einer uff den anderen da▀ die instrumenta boicher und aller bericht de▀ hau▀ gar wol verwart und unbeschedigt plibe. Und da eman▀ befonden wurde der dar widder gehandlet da▀ der hart gestraift oder untsatzst werde darnach die thait groi▀ oder wigtich ist und wa▀ verargert beschedigt verloren gebessert und erstat werde.
Sult nuhe emantz sagen sulche boese leuth sulten nit sin, ich wil sie nit nennen, der dhoten verschoenen. Ich wei▀ aber da▀ n. truhender einer alter frawen ir gemacht testament au▀ de▀ notarii prothocol gerissen vi▀ dem schrin genomen daselb mit dem gude verpracht moist auch drumb zu thorn sitzen, geschant und werden und restitution thoin. Di▀ prach au▀, wa▀ bricht nit au▀. Einer hat einen versigelten vertrags breif radeirt und gekratzst und in stat zwelf malder korn▀ erflic, gesatzst zwelf malder korn▀ ein▀, durf den breif vor gericht brengen wie die rasura und falscheit befonden wart er mit dem haltz genomen und jair und tag uff sin leib in gefenckni▀ gelacht, da er sin leben gar thever mit gelde gnede und schanden moisten loissen. nit lang ist verlitten da▀ einer ein notarium bewegte da▀ er ein falsche handtschrift al▀ notarius underschreif und worde beide flugtich au▀ Coln. Wa▀ geschein dan der falscher boeser stuck die verborgen bliben. Mich troist aber hin widder ob die Cronenbur▀ wol umb etliche boich register verzeigni▀ ist komen, so ist dannest noch die fundation in irer kraft und wesen pliben. Es werden alles mehe copien bei dissem und dem finden. Die possession und brauch erhelt und wirckt auch den vernimpt man von den lebentigenn. Item hat der truckse▀ die boichkisten schaffer und cantzelei beraubt so vermorthen ich der churfurst und dhomcapittel werden wol rhait finden da▀ untfoirte widder zu bekomen, ader uff ire possession stain, ad perpetvam rei memoriam newe instrumenta, altestationes und kuntschaft uffzarichten, da▀ dan nit ohn schaden und nachtheil wirt zu ghain. Deswegen liebe hausfatter executoren hausgnosen licentiaten, uffs her und alle interessenten wil flissich zusehen
Hermannus Weinsbergh lic. _ et sub___
[469] Anno 1584 den 7 septemb. ungeferlich hab ich acht versen gemacht van der hau▀ kisten, wilche verslen man uff ein breiflin schriben mach, und binnen in die kist widder den boversten deckel heften oder klesen, da durch der hausfatter und executorn erinnert wurden da▀ alle nodige schriftliche dingen de▀ hau▀ Weinsbergs gutter ordnungen und geregtigkeiten in sulcher kisten am fleisligsten besclossen und wol verwart werden sulten, es were in pergamenen oder papiren breiffen allerlei art beschriben oder in boicher bracht und abcopieirt al▀ da▀ copienboich, declarationboich, gedenckboich alterthumbsboich, weinsbergerboich, rechen▀boich und ander klein lange smale geschriben boichlin register verzeigni▀ da▀ hau▀ Weinsberg betreffende.
Da auch boich, breiff, und wa▀ de▀ were au▀ der kisten moisten genomen, und gebraucht werden kurtzs oder lang drau▀ zu pliben, sol es doch al▀ balde gefordert und widder in die kist gelacht und besclossen werden. Und sol stetich ein schreibtaflin oder ander schribzug in der kisten zu dem ende und gebruch ligen und bei der handt gegenwurtich sin, da▀ jeder zit drin angezeignet, wa▀ au▀ der kisten genomen ist, und wem es gefolgt sie, mit tag und datum namen und zunamen zu wa▀ behoiff. So duck die kist uffgehet da▀ man in da▀ schreibtaflin sehen moge, sich de▀ ausgenomen berichten und widder drin fordern. Und wan es drin gelacht worden au▀ dem boichlin strichen, da▀ man nit meine es sie draussen wan es drinnen were, und sich also irrete auch wol besege wan es drin gelacht widder werde da▀ mitler zit dweil es drau▀ gewesen nitzs radeirt, cancelleirt, vicieirt, au▀gestrichen, gebunckt, gefelscht, zugesatzst au▀gerissen und derglichen schaden gescheit sei. Auch moist oft darnach gesehen oder mit kunsten al▀ bereuchwirck, mit wirich und swegel versorgt, da▀ die motten, schei▀worm und ander worm keinen schaden drin thoin, oder die meu▀ dar zu quemen, oder da▀ netzste, regen und snewasser ob obsicolii oder schemel dar an queme oder etwa▀ verdurbe oder da▀ die kist an zu fuchten, bedomptem, faulen orde oder da di hitzden von obfen, herden, feur, sonnen schaden mogt, dan da▀ die kist luchtsam, reinlich und an sulchem orde stahe ob es brente die kist dar von zu prengen were. Wan man auch in der kisten etwa▀ uffsoichte die breif uber hauff worpe da▀ kein sigel gequat oder zerbrochen wurden.
Wan die hau▀kist auch besclossen sult werden da▀ dan der orden mit dem zu und uffscleissen gehalten wurde, der hausfatter da▀ principall mittelste kisten sclo▀ uff und zu scleissen, der pastor ein sclo▀ oder kloister uber de▀ hausfatters sclo▀. Die beide canonici sant Georgen an derTilgung: herrechter seithen ire clauster hangen, der elste oben der jongste in der chur unden. Also die beide kirchmeister und executorn ire beide clauster an der lincker seiten der kisten, der elster in der chur oben der jongster unden. Und sulten sulche verslin ein gesetzs der hau▀kisten sin und wurde also der schade wie oben im neigsten capittel vermelt damit zum theil zu verhutten sin.
Und lauten die verslin wie folgt
 
Lex cist.
Cista domus Weinsbergh custodiat omnia iura.
Ipsius in chartas atque redacta libros.
Si quid ab hac sumptum, repetas, et conde renactum.
Aut ubi sit referat præsto tabella iacens.
Ne tineas habeat, vel blattas ipsa caveto.
Neve sigilla premas, humor et ardor obest.
In medio genearcha seret, pastor super ipso.
Dextro canonici, lævo ob id ædituiSchlusszeichen.
 
Disse verslin, sin sie schoin nit kunstich noch kostlich so mogen sie doch von wegen ires kurtzen begriff▀ desthe be▀ behalten werden und in gedechtni▀ pleiben anmanong zu thoinTrennzeichen.
 
[469'] Anno 1584 den 9 septemb. uff dissen tag felt mir in min gedancken den hausfatter und sementliche hausgnosen zu Weinsbergh zu ermanen da▀ sie samen und besonder verpfligt sin vill umb de▀ hau▀ Weinsbergs gemeinen nutz zu thoin und zu laissen. Lieber hausfatter, liebe hausgenoissn ir wist, da▀ jeder vor sin selbst heubt und person gern soicht sinen eigen nutz wie pillich und nodich wan er da▀ gepurlich thoit ohn de▀ andern und besonder nutzs schaden, sunst sol der gemein nutzs vor den eigen nutzs ghain, dan da▀ sulcher uhar sie, dar an wert ihr, noch keiner (der von verstande ist) zweiflen, dan wer wolt der gantzer stadt oder des gantzen landtzs nutz nit hoher achten und halten, dan eine▀ einigen menschen nutzs allein. Vurwar neman▀.
Edoch mach jeder sinen eigen nutzs neben dem gmeinen nutzs soichen. Ihr mogt nuhe sprechen, mir sin de▀ mit euch ein▀ sinne▀. Aber mir fragen euch, ob der hau▀nutz vor eigen nutz, oder vor gmeinen nutzs zu halten sie? Des bericht un▀. Ich wult da▀ ich ___ wol berichten kunt, und ihr es auch wol verstain mogt und sage, da▀ der hausnutzs vur eigen und besonder nutz und auch vor gemeinen nutzs verstanden und gehalten kan werden man moi▀ aber uff die worther etwa▀ gute achtung haben, und den underscheit ansehen. Aut emm est utilitas propria aut communis, aut privata vel publica, unius vel omnium, singularium vel plurium, particularis aut universalis, specialis vel generalis, ader der nutzs ist eines oder mehen, eigen oder gemein, besonder oder viller. Man kan sagen, ein man, ein frawe, ein mensche kan allein in einem hau▀ sitzen und sinen eigen nutz schaffen. Es kan auch ein man mit siner frawen, kinder, gesinde in einem hau▀ sitzen und sinen eigen nutz schaffen, da▀ were dan eigen und besonder nutz gesoicht, dan er soigt sinen nutz, da▀ ist sin intentio und vornemen. Er soicht aber gliche wol auch den gmeinen nutzs vor sin hausfrawe und kinder, vor sin knecht und megde die im dienen, er nimpt sie an umb sines eigen nutzs willen, und da▀ gesinde deint im umb sine▀ loin▀, kost und kleidung umb ir▀ eigen nutzs willen, und also wirt au▀ eigen nutz gemeiner nutzs. Und wan eben ein einzich menschs in eim hau▀ wonte der kunt nit also sinen eigen nutz soichen, da▀ nit andern siner auch nutzs hetten, dan er moi▀ gelten, verkauffen, lenen, meden, vermeden, contrahieren und sinen nachparn zu leif sin, der stat last helfen tragen, und also wirt sin besonder nutzs, gemeiner hau▀ nutzs. So sehet ihr da▀ der hau▀nutzs besonder nutzs und auch gemeiner nutz kan sin, darnach ir in gebraucht.
Also ist es auch vil mehe mit dem nutzs de▀ hau▀ Weinsbergh gelegen, der kan eigen und besonder sin, auch viller gemein.
Dweil es aber ein vill ander meinong mit dem hau▀ Weinsberch dan mit andern besondern heussern hat, so wirt der nutz de▀ hau▀ Weinsberg auch mehe vor gemein geachtet da▀ aller hausgnoissen gemeiner beste nutzs dar an gelegen ist. Dan min testament magt da▀ haus Weinsbergh allen hausgnosen gemein da▀ sie dar an alle beregtigkeit sin und ewich pliben sullen, uff ire geregtigkeit nit renunciern noch verzeichn sie und ire kinder und nachkomen, jeder hat die hofnong hausfatter daselbst zu werden, ist nit in kurtzem, so ist es uber lanck. Mit andern besonder haussern ist es nit also geschaffen, die kinder und erben theilen, under theilen, alienern bringen in andere hende, renunciern und vereihen verkauffen und unterben sich, da▀ sie und ire kinder frembden dar zu werden. Dweil dan der gemeiner hausfatter zu Weinsberg euch ander alle hausgnosen præsenteirt und ewiglich erhele in der gemeinschaft bestetigt, so sult ihr auch alle glich den gemeinen nutzs de▀ vren gmeinen hau▀ befordern, alle und jeder van euch vil drom thoin sulchen gmeinen hau▀ Weinsbergs gemeinen nutz zu soichen.
 
[470] A. 1584 den 11. septembris ist Wendel Moskop zur Hardefaust uff s. Loenplaitz neben der Augustinerporzn am orde, ein raitzman vom fasbenderamt in sinem eirsten jar, verstorben. Er leis sich einen zant ausbrechn vons barbers knecht, der im die lade zubrach, wilch gebrech zunam, das er sich verbloitte und sin leben kosteBd.3, S.247.
 
A. 1584 den 11. sept. der preceptor zu sant Antonio in Coln, als er zu Bon quam, wart gefenklich gelagt. Das trog sich also zu: Der preceptor hat ein schoin haus zu Bon vor zwei oder drien jaren zu behoif des cloisters gegolten. Der churfurst, erzbischof Ernst von Beiern, fordert die sclussel des hauss vom preceptor, als das der das haus verkauft, dasselb verwirkt hett. Der preceptor sagt, er und sin cloister weren dran geerbt, und er hetzs wol bezalt, ehe sin venditor etwas verwirk(t) hett oder in ein peen ercleirt were, dan er hett sinem fiant, dem Casimiro, zugefoirt, wie dem uffgemessen wart, mit beger, die sach an vaigt und scheffen zu Bon ans recht oder an etliche rete zu weisen. Das half nit. Und als der preceptor die sclussel nit wolt folgen laissen, quam der provais dahin, claustert in mit ketten und fesser(n) die hende und foirt in ins profaishaus gefenklich. Diss wart dem churfursten nit ins gut von etlichen uisgelagt, das sin churf. gn. einen geistlich prelaten ohn erkentnis des rechtens umb eines stritigen hauss willen mit ketten binden und kerkern laissen. Und dweil es das haus antraff, damit der camermeister Stoir bezegen, verglichte man die handlung zum teil mit dem konink Achab und NabothBd.3, S.247de▀ weingartzs halber den naboth dem koninck geweigert Nuhe wart vil durch das cloister s. Thonis an den churfursten und an den fursten van Gulich suppliceirt, auch von Jesuiten dem churfursten zugeschriben, das der preceptor nach etlichen tagen erledigt worden, was gestalt, weis ich noch nit. Diss wirk sult dem churfursten wol einen boesen namen machenBd.3, S.248.
 
Anno 1584 den 13 septemb. hab ich al▀ urthel▀meister von 10 urtheln im rhade refereirt die ausgesprochen worden, etliche durch mich etlich durch ander rechtzgelerten verfast und underschriben.
Dar undn ein urthel pro Ambrosio Fabri contra Dederich Blanck von 500 dall. von zwien rechtzgelerthn besclossen in die raitz camer pracht und vi▀gesprochn da von refereirt ich nit, dan des secretarius Nicolaus Lynck, dweil Blanck mit miner suster plicht hat.
Hie moi▀ ich den mangel mine▀ gesigtes untwagen da▀ ich bei tage mit dem brill min jura nit wol fertigh lesen kan, de▀ abendtz vil weniger bei den kertzen, da▀ ich mit minem studern fort mehe nit vil vi▀rechten kan. Aber mit dem schriben kan ich mich noch be▀ behelfen, bi▀ da▀ auch abgehet.
 
A. 1584 den 17. sept.Richtig.haben sich die von Gent dem herzoch von Parma in des koninks Philippi namen ergeben, mit dem sie lange zeit sweirlich gedadingt hatten, der hat die stat Gent ingenomen und besatzst, moisten zweimal hondert tusent (gulden) geben. Die von Bruck in Flandern hatten sich vorhin ergeben, also das nuhe scheir gans Flandern ins koninks von Hispanien handen wirt sin. Ob die vernoimte stat sich aus noit, oder zweitragt under in, oder das sie nit gern franzosischs gewesen (ubergeben hat), kan ich nit wissenBd.3, S.248. Ohn zweiffel werden sie es wol bedacht haben. Und ginge eitz da▀ gespreich der koninck wurde alle sine landen widder zu sinem willen bekomen, und sich erfreuwen, jucta allud, domine in virtute tva lætabitur rex de dato et 84.
 
[470'] A. 1584 den 18. sept. starb meister Jacobus Lichius, ein gutter grammaticus und lermeister uff s. Marvirnstrais, vor burgers und fremder, edel und unedel, kinder, guttes wandels und leer, aber nit catholischer, colnischer, bruchlicher religion. Vor etlichen jarn wart im prebenda universitatis de prima gratia von provisorn geben, ad Gradus Marie, der begert er folgens nit, resigneirte sie sinem broder, her Kochem, nam ein ehefraue, die catholischs pleib, dabei er sie leis, und sich armlich der leerkinder ernerte lange zit van jaren, still hilt, gelitten wartBd.3, S.248lestlich starb, und uff der Geussen kirchof vor die Wierportz begraben wart. Hæc scripsi a prandio 6 hora semiptene potus.
 
Anno 1584 den 18 septemb. starb auch Georgen Vorrhaitz ein alt jong gesel von 50 jaren der bei mine▀ fatters zit ein diener im rhaitzkeller plach zu sin. Und mir der zit mit dem drunck im rhaitzkeller zu gefallen wa▀. Er bestat sich nit, solliciteirt, warb den leuthen umb gelt zu belenen oder zu belagen, min gaffel gnoi▀ und gar gutter frundt.
 
A. 1584 den 19. sept. hab ich aus befilch eins raitz uffsigt moissen haben uff die steinmetzer und alle ander arbeiter und bottreger an der Wierporzen, dan das gink umb under den raitzherrn, grois und klein, jedem einen tag. Und war mir disser tag gefallen, do eben die steinmetzer den mittelsten bogen van der nuwer steinen brucken baussen der Wierporzn zu felde zu sclogen. Und weren alle tag wol 500, die arbeiten, opperden und den bott trogenBd.3, S.248.
 
Anno 1584 den 20 septemb. hat man den knoden zu Airsbergh getheilt und jeder amptman hat in sinem knoden bekomen 7 gl. cur.. Und ist eitz vertragen da▀ fort an nit mehe amptlude in der zaln sin sullen dan 29 man, vorhin plach irer mehe zu sin.
 
Anno 1584 den 20 septemb. ist min 18 fhanenwacht uff s. Severin▀Tilgung: kirch; unterstrichenportz gefallen. Ich bin selbst mit uffgangen und min rhotten zu beiden seithn vertheilt. Item den spilluden 1 q. geschenckt ohn da▀ die ihre bezoldong alle monat vom rhade hatten, und ein firdel wein▀ dem corpus zum besten geben. Auch sunst gobel drinckgelt der magt.
 
Anno 1584 den 21 septemb. von Swartzem uff regnong noch untf. 8 mr. pachte▀ gar vurheine▀ korn▀ vol dort moist annemen wa▀ ich bekomen mogt, zu vil sclecht gut.
 
Anno 1584 den 24 septemb. ist verstorben her Johan Imbs von Virschen canonicus Georgÿ vicarius s. Marien officiant s. Peter und s. Jacob und begraben in s Georgen kirch mitten neigst dem crocodilo an der banck. War oimm senior s. Georgen, ein from sclecht man. Sin ohme her Gerhardt Virschen und er nach haben da▀ capittel▀ hau▀ neigst s. Jacobs kirch rorendt ligende bei funfzich jar mehe oder min bewont. Disser her Johan war etliche jar mine▀ testamentzs executor al▀ der elster gesatzst und unverandert zugelaissen.
 
Anno 1584 den 27 septemb. starb joncker Wilhem Stommel in sinem hausse am orde de▀ krommen Buchel▀ und wart au▀ Coln gefoirt und begraben, verlei▀ jonfer N. von Frentzs und ein sohngin im leben sonst het man in mit schilt und helm mogen begraben wiewol er funf broder gehat die alle ohn leib▀erben verstorben [471] waren. Foirt 6 roder rosen im wapen wehe ein crutz ordi neirt im gulden sohilde. Sin hausfrawe ein gulden crutz im swartzen felde. Warn beide von den alten colnischen gesclechten inhalt der colnischr cronick.
 
Anno 1584 den 29 septemb. starb meister Drei▀ fasbender gegen der Doichscherer gaffel uber wonhaft war der eltist und armste man under den nachparn uff der Hoeportzen. Wiewol mich seir wol gedenckt da▀ er noch lang nit dar quam zu wonen.
 
Min bedencken vom sterben.
Nachdem ich fast die verstorben anzeigenen moi▀ ich di▀ ortz so vill da von vermelden. Alle menschen sin sterblich, moissen auch sterben. Mogen aber lang leben iha hondert ihar alt werden und elter, wie gescheit ist und geschein kan aben den zil im von got angesetzst nit verlengen oder dar uber tritten. Wan aber der zill tag und stunde sin soll kan kein menschs wissen. Sunst kan des menschen alter wol hondert jar sin, wie es die hillige schrift und beschriben recht dar vor helt. Ich halt es auch dar vor da▀ de▀ menschen leben hondert jar sult sin und nit weniger wan die zeit von gott nit verkurtzst were, von natura sulten es hondert jar sin wan der mensch nit versumpt were, oder sich selbst nit versaumpte. Man sagt durch die pest, roitbuch, wassersucht, feber und mancherlei krenckde stirbt der mensch, oder er wirt ersclagen erschossen, erstickt verbrent ertroncken, vergeben. Iha da▀ ist war da durch kompt er umb durch sin versumpni▀ oder da▀ er versumpt ist von sich oder andern. So ist es auch nit jeder zit moglich sich selbst also zu verwaren und hutten da▀ man sich nit selbst versaume oder durch andern, durch gluck und ungluck, uberflu▀ und honger, hitzst und kelde, lust und unlost loesse lufft und unfhall versaumpt werde, wa▀ wirt manch kindt in motter leib, in der wieggen, mit krischen, follerei, mit fallen versaumpt und durch manche zufhel inwendich und au▀wendich. Und ist allenhalben sorglich er sie in jugendt manheit oder altheit, er ist nit vor verseuni▀ frei. Etliche clagen sie sin kranck, haben boesen wein getruncken es ist war ein ursach de▀ verseumni▀ aber haben doch zu vil gesoffen und zu duck vol gewest, gulsigkeit ist oft ein seir groisse ursach zum thoit, auch groisser zorn und abgunst, groisse leibte am wenigsten, dweil dan der menschs nit ohn versumpni▀ sweirlich dar durch faren mach, so moi▀ er▀ got und dem gluck heimstellen, und leben also al▀ ob er am morgen sterben sult.
 
A. 1584 den 29. sept.Nach Isselt: Historia S. 848 am 1. Okt., ebenso Aitzinger: De Leone S. 630.ist Urdingen, das stetlin under Nuiss, von den beierschen kreichsleuten ingenomen, waren bei nachtlicher weil durch ein kellerfinster in das haus und keller von baussen inkomen, etliche vol, und etliche sclaffent fonden, die erstochen, mehe folks von baussen zu sich laissen komen, bis sie das scloss zu irem willen hatten. Wie die in der stat sulches vernomen, haben sie die statporzn eroffnet, darvon gelaufen und die stat verlaissen. Man sagt, der heubtman Stuper sie in der nacht uff das uisladers schiff (geflouwen) und also darvon komen. Die Trucksessen und Morschischn hattens bis herzu ingehatBd.3, S.249.
 
A. 1584 den lesten sept. hat der cammermeister Stor den hoff von Coln aus befelch des churfursten Ernesti willen weitern und hat den hoff von Witgenstein, neigst daneben gelegen, ingenomen, mit 4 soldaten besatzst, die diener des von Witgestein domprobsten draus gehalten und ein groisses loch des garten uis einem hoff in den andern durch die maur gebrochen. Dess sich die diener von Witgestein zum hoigsten bei eim rade der stat Coln beclagtenRpr. 35 f 240 b ff.und begerten, sulche gewalt abzuschaffen und sie in namen ihres herrn domprobsten zu restituern. Ein rait leis sich auch bedunken, es were zu vil gehandlet, auch widder ordnong, brauch und friheit der stat. Solt zu behoif des neuwen domprobsten, des von Beiern sohn, beschein sinBd.3, S.249.
 
[471'] Anno 1584 den 1 octob. hat her Petrus Broich der rechten licentiat uff Hoeportzen zu Grevenstein min lautenant ein hausfrawe getruwet ein dochter wilant de▀ licentiaten hern Johans Horstgin uff sant Johansstrai▀n neigst sant Serva▀ capellen colnischn churfurstlichen rhaidtzs gewest.
 
A. 1584 den 2. oct. truben in minem weingart in der Achterstraissen gelesen, ungeferlich 2 foder weins bekomen, war vil gnog, dweil dem wingart mit den beumen und grashoff fast abgenomen, und unkosten angewandt, item 7 leserschen gehat, einen tag jeder 3 alb. geben, facit 21 alb; vur die sieven und ohm Johan weingartner die kost, facit 1 gl.; ohm Johan von truben tragen vor 1Ż tag, facit 9 alb.; ohm Johan von 2Ż tag zu kelteren und fass zu foeren, den tag 6 alb., facit 18 alb.; weins gedrencken 3 quart weiss, die quart 5 alb., und 3 quart roit, die quart 3 alb.; vor die kost under dem keltern 22 alb. und 2 quarten roitz 6 alb.; dem zehenman vom zehnden 8 albBd.5, S.240.
Nota. 1 zolast van m. Wolter gehat gegen ein alt fa▀ und minem broder sol ich ein fa▀ bezaln. Item 1 fesg. suster Sibil. Item foirloin de▀ wein▀ Achterstrassn 26 alb.. Item vi▀ und in zu schraden m. Michel noch schuldich.
 
Anno 1584 den 5. octob. hat mir jonfer Anna van der Reck witibe und motter der amptmen Halln zu Monhem 32 richtzdaller pensionen von dem termin lætare zu halbfasten anno 1583 erscheinen von Dusseldorp her uff zugeschickt, het wol verhoft sie sult mir die pension von anno 1584 lætare auch geschickt haben wie ich der wol von nothen hat aber sie beclagte sich so seir al▀ ich mich clagen mogt ire pachten quemen ir in disser kreich zit auch nit all in. Also pleib disse leste pension unbezalt anstahn.
 
Anno 1584 den 5 octob. ist Wilhelmus Castenholtz statschreiber zu Lyn▀ bei mich komen, und hat mir ein verzeigni▀ van der inkompsten Marien Luchelgin▀ seliger gedachtni▀ zu gestalt die er von herrn Johan Tonbergh zu Rheinbroil erlangt. Dar in studen under anderm die 4 goltgl. fhar jeder zu 26 rad. alb. uff halfscheit der zin▀ huser uff der Bach. Ich sagt da▀ were wol war, ich hett nehe heller da von bekomen, und hett auch interesse dar zu von wegen seligen Berndtzs Marien fatter▀ zusagen und vereherong, da bei pleib es di▀mal▀. Ich sagt auch ich het alle dingen gefertigt da▀ sin swegerfrawe Maria Blomendal▀ witib Kochs und ire kinder. Auch ich al▀ executor an die nachgelassene fharen hie in Coln uff unse gesinnen jeder zit inhalt seligen Marien testament im schrinen geschriben mogten werden. Ich hab dem stadtschriber auch vor sin swegerfrawe folgen laissen uff die leste erscheinen und untfangen fharen 8 goltgl. und 8 richtzdaller also vil 8 goltgl. und 8 rad.d hab ich auch vor mich behalten, dan selige Marie hat un▀ beide in leibzuchter der uffkompst gemacht, dan ich wost da▀ sie es von nothen hat. Ich bedorft es zu disser zit auch seir wol, und quam un▀ wol eben. Got wil seliger Marien gnedich sin.
 
[472] Anno 1584 den 6 octob. starb N. Kerpens witib hern Brun Angelmechers burgermeisters und motter ietzigen Gerhardt Angelmechers urthel▀meister mine▀ gesellen, zu s. Columben in den choir begraben.
 
Anno 1584 den 6. octob. starb Christoff von Reil zum rhade in der Rheingassen weinzepper, ein wolberedt rhaitzman vom smidtampt und seir koen im rhade da her er etliche ungunst inlagt.
 
A. 1584 den 7. oct. hab ich mit minem broder gespreich gehalten wegen siner faren mit Stapedio, dar im schrein stunde als 26 rad. alb. den daler zu bezalen, und leissen uns bedunken als der rader alb. vor 150 jaren ungeferlich eirst gemuntzt, so sult er umb disse zit vergenklich werden disser ursachen, das binnen funfzich jaren nit vil rad. alb. sin gemuntzt, und die noch vorhanden sin, werden versmoltzen, versclissen und verteilt durch die landen hin und her. Es plag wol ein rait der stat Coln den goltgl. in der rent-bezalung mit 26 rad. alb. (zu) bezalen, in den brauch hat mans pragt und derhalb untfinge man auch in der wein und beir accinsen nit anders dan rader alb. Also deden auch etliche ander fursten und herrn, wiewol der rad. alb. stigerten und der goltgl. uff 27, 28, 29, 30, 31, 32 und mehe rad. alb. stigerte, und mit sulchem untfange und ausgabe der enkel rad. alb. oder rad. schillingen wart das rader gelt erhalten. Nuhe aber in wenich jaren gestatt man wein und beir zins mit allerlei harder muntzen zu bezalen, als goltgl. vor drissich rad. alb., und den richtsdal.. vor 27 rad. alb., da doch der goltgl. 36 rad. alb. und der richtzdal.. 33 rad. alb. galt nach dem lichten gelde, das man an bezalung der zinsen verloere an jedem goltgl. 12 alb. current und am richtzdal.. auch 12 alb. current. Der rad. alb. galt wol nit mehe dan lichtes geltz 24 hell., war aber uff die weise wol 28 oder 29 heller wert, nach der weisen, wie man eim rade die zinse bezalt, wie man auch den rad. alb. zu Neuss und anderwa beneden vor 28 und 30 heller ausgab. Aber ein rat wol den rad. alb. in Coln nit hoher laissen gain dan 24 h., so wult im nemans vor 24 heller in Coln ausgeben, wart darumb verfoert oder versmolzen. Die erbfaren mit rad. gelde schuldich waren zu bezalen von etlichen tusent husern in Coln, die sahen auch nit gern die stigerong des rad. alb., und half das auch darzu. Vormals in miner jugent und fort lange zit war das rad. gelt ein frei gemein gankbar gelt, mich gedenk, das der rad. alb. plach zu gelten 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20 heller, vor drissich jarn wart er uff 22 hell., darnach uff 24 hell. gesatzt. Aus den vorg. erzelten ursachen wirt der rad. alb. vergain und nit mehe gankbar nutz sin, dan man wirt ein neue muntz erdenkenBd.5, S.240. Also leissen mir un▀ beduncken.
Ob es aber geschein wirt da▀ mogen die nachkomen erfaren.
 
Anno 1584 den 8 octob. bin ich personlich mit der fhanen wagt uff s. Severin▀portz gezogen. Ware min 19 wagt. Es zogen noch al▀ 3 fhanen starck alle abendt uff und vertheilten sich rondt umb her mit rotten uff und portzen thorn wichausser und warthn wiewol nit fil folcks im felde ware. Es war zimlich beswerni▀ aber meistheils burger hatten noch al▀ lust darzu. Item verzert di▀mal 4 q. wein▀ 1 q., 3 alb. 2 alb., 4 alb. etc.. [472']
 
Von der hau▀kostregnong zu Weinsbergh.
Anno 1584 den 10 octob. uff tag gereonis haben min broder und ich unsere gemein hau▀regnong der teglicher kost zu Weinsbergh under un▀ beiden zu Cronenbergh oben uff dem saal abgesondert sitzende gehalten ansahende von prima octob. anno 1583 bi▀ prima octob. anno 1584 man hat jeden tag durch da▀ gansse jar wa▀ ausgeben uffgeschriben verlesen, jeder wegh besonder und jeder firdel jar▀ besonder summeirt und also summam summarum de▀ ganssen jar▀ gemacht. Min broder hat boich gehalten er und sin hausfrawe zum mart gangen verlagt und bestalt. Und laudt summarie wie folgt.
 
Exposita und ausgabe.
Eirstlich wa▀ durch das gansse jar in▀ gro▀ oder sunst teglich zum mart und in▀ gmein vor speise, beir, und vor unkosten ausgeben worden.
Item im ersten firdel jar▀gestrichelte Linie278 gl. 14 alb. 3 h..
Item im zweiten firdel jar▀gestrichelte Linie106 gl. 5 alb. 1 h..
Item im dritten fi. jar▀gestrichelte Linie52 gl. 15 alb. 2 h..
Item im veirthn fi. jar▀gestrichelte Linie55 gl. 4 alb. 2 h.
Summa sumarumgestrichelte Linie492 gl. 14 alb. 8 h..
 
Item an broidt die 4 fi. jar▀hier eine Strichrechnung
Summa an broit facit 89 gl. 12 alb..
 
Item einen aissen gewigen 500 lb. facit, 30 dall..
Item 4 fircken gewigen 734 lb. ggolten 47 dall. 17 alb..
Item 5 mald. maltzs da▀ mald. 6 gl. itemmald. wei▀ da▀ mald. 7 gl..
Item an botter ein fi. fa▀ 13 dall. sunst das lb. 6 alb. 7 alb. summa 220 lb..
Item hollenschs kei▀ 68 lb. da▀ pont 3Ż alb. und weissen engel▀ kei▀ das lb. 26Tilgung: helleralb. ungeferlichgestrichelte Linie91 lb. min off mehe.
Item stockfischs ein fi. pont swairs 75 lb. item 68 lb. facit 16 gl..
Item ein gezall schollen, facit 3 gl. 16 alb. item 16 rochelger.
Nota. Disse groisse posten sin hie wol angezeignet, sin aber oben in die tegliche regnong nach der zit de▀ jar▀ pracht.
Summa aller au▀gabengestrichelte Linie582 gl. 2 alb. 8 h..
 
Heir von kompt der hau▀haltung zu gut, an vet, an ai▀ vor smaltz vor beir den geflouwen vom Polhem.
Summagestrichelte Linie16 gl. 9 alb. 4 h..
 
Wan disse 16 gl. 9 alb. 4 h. van der voriger summa summarum abgezogen, so pleiben noch
Summa 565 gl. 17 alb. 4 h..
 
Weiter ist zu wissen das broders frunde geste und anders geregnet uffgestrichelte Linie84 malziden, facit 6 weghen.
Item nota. Gotschalck von Polhem goltsmide 17 weghn sie gwest.
Item vor broder, sin hausfrawe, und Lisbetgen Horns jede 52 weghen.
Summagestrichelte Linie179 weghen.
Jeder weghgestrichelte Linie1 gl. 7 alb. 7 h..
Summagestrichelte Linie235 gl. 13 alb. 5 h..
 
Glichfal▀ vor mich, vor suster Sibillen, vor Herman jeder 52 weghen.
Summagestrichelte Linie156 wegehn.
Jeder weghgestrichelte Linie1 gl. 7 alb. 7 h..
Summagestrichelte Linie205 gl. 7 alb..
 
Item vor Gotschalck Weinsbergh zimmermangestrichelte Linie46 weghn.
Item vor Bertz sinen knechtgestrichelte Linie49 weghen, dan sie pleiben zu zeiten au▀essengestrichelte Liniesamengestrichelte Linie96 weghn jede wegh 1 gl. 7 alb. 7 h..
 
Hie van summa thutgestrichelte Linie125 gl. 5 h.
 
[473] Wan dan 3 alb. noch 6 alb. 6 h. min au▀geben werden, so beleufft sich die summa aller vorg. weghen.
Nemlichgestrichelte Linie565 gl. 17 alb. 4 h..
 
Abschnittstrennstrich
Recepta und innam.
Folgt was minem broder gegen sin verleg on mir zukompt.
Item von wegen miner, und suster Sibillen, und Hermangestrichelte Linie156 weghen wie vorg.
Facitgestrichelte Linie205 gl. 7 alb..
 
Item kompt minem broder von mir die pension von anno 84 termino remigii von Laurentz von Blaitzem oder von Oedegestrichelte Linie5 dall. zu 52 alb.
Facitgestrichelte Linie10 gl. 20 alb..
 
Item noch hat broder von Herman schiin zu lappen, ut in scedula in der laden ligende.
Facitgestrichelte Linie1 gl. Ż alb. 4 h..
 
Item von 16 maltziden vor min besonder gest, da van broder vor sin anpart zu gut kompt.
Facitgestrichelte Linie16 alb..
Summa facitgestrichelte Linie217 gl. 20 alb. 4 h..
Linie
Di▀ vorg. hab ich brodern zu gut gethain mit nachfolgenden parcelen.
Item hat broder von Jacob Bedber vom hau▀ Brun▀bergh under Kestern de termino iacobi anno 83 verfallener fharen untf., als vor min antheil, sustern Sibillen antheil und Herman und Gotschalcks antheil 15 rad.d.
Facitgestrichelte Linie41 gl. 6 alb..
Des sol ich Gotschalck sin anpart gut thoin.
 
Item von hau▀zin▀ zu Weinsbergh al▀ suster Sibillen theill, und beider vorg. neiffen theill, de termino remigii anno 84 facit 10 dall. jeden zu 52 alb.
Facitgestrichelte Linie21 gl. 16 alb..
Hie von sol Gotschalck sin theil auch zu gut komen.
 
Item alle abendt Ż quart bleicherts mines wein▀ uber dischs gehatt, mit dem kochwein 200 quarten ist broders theil 100 quarten, jede quart 3 alb.
Facitgestrichelte Linie12 gl. 12 alb..
 
Item noch hat broder van minem korn eim bergschn holtzman verkaufft anno 84 den 18. marcii 2 malder das malder vor 6 gl. 18 alb.
Facitgestrichelte Linie13 gl. 12 alb..
 
Item hat die beckersche di▀ jar untf. so mir so mir bei ir gessen 9 mald. 3 lb. von unsem gemeinen korn da▀ mald. vor 6 gl. 12 alb. da von hat broder vor mich suster Sibilln und die 2 neiffen vorg. 6 mald. zu gelde
Facitgestrichelte Linie39 gl..
 
Item noch hab ich brodern di▀mal an barem gelde gethain so er untf.
Facitgestrichelte Linie135 gl. summa alles untfancks, facit in allemgestrichelte Linie262 gl. 22 alb..
Linie
Also bleibt broder mir di▀mail gegen da▀ kunftich jar schuldich
Summa facitgestrichelte Linie45 gl. 1 alb. 8 h..
Linie
Nota. Sol Gotschalck Zymmerman vor sich und sinen knecht Bertzn wie vorg.gestrichelte Linie95 wegen. Facitgestrichelte Linie125 gl. 5 h. de▀ kompt Gotschalck sin anpart fharen und zin▀ an mir zu gutgestrichelte Linie12 gl. 7 alb. wa er mir da▀ 1 mald. zalt.
 
[473']
 
Was anno 1584 den 10 octob. im vorrade verpliben mir halb zogehorich.
Item an rintfleischsgestrichelte Linie18 stuck.
Item an speckgestrichelte Linie8 siden.
Item an schinckengestrichelte Linie4 stuck.
Item an saltzsgestrichelte Linie1 fi. hoidtzs.
Item an stockfischengestrichelte Linie50 pont.
Item an schollengestrichelte LinieŻ gezall.
Item an rochengestrichelte Linie8 stuck.
Item an botterngestrichelte Linie40 pont.
Item an hoppengestrichelte Linie2 mald..
Item an kollengestrichelte Linie16 maischn.
Item an holtzsgestrichelte Linievor da▀ jar.
Item an beirgestrichelte Linie4 aimm.
 
Wa▀ besonder gest ich di▀ jar gehatt.
Anno 83 den 16 octob. vor die zop uff der fhanen monsterong vor weibler trommescleger peiffer etc.gestrichelte Linie16 maltzit.
Anno 83 den 18 octob. vor lantzelroder halfengestrichelte Linie1 maltzit.
Anno 83 den 17 novemb. vor steinmetzer kei▀ broitgestrichelte Linie1 maltzit.
Anno 84 den 4 junii her Tonberg cu. fre.gestrichelte Linie3 maltzit.
Anno 84 den 10 julii Castenholtz van Lyn▀gestrichelte Linie1 maltzit.
Anno 84 den 25 augusti Aloff halfens sohn Swatzhemgestrichelte Linie1 maltzit.
Anno 84 den 21 septemb. pacht van Swartzhemgestrichelte Linie3 maltzit.
 
Summagestrichelte Linie16 maltzit facit 1 gl. ungef..
Ist broder half und mir half.
 
Linie
 
Nota.
Item min 5 dall. hau▀zin▀ von Weinsbergh bekom ich nit, pliben au▀ da▀ ich de▀ hau▀mitbrauch camer, putz, korn leuff keller und durchgancks.
Item suster Sibillen ire 10 dall. leifrent de anno 84 termino remigii also bezalt 2Ż rad.d wie sie Jacob van Bedber bezalt. Itemdall. jeden mit 26 rad. alb. item die ubrige 5 dall. pliben mir vor min heubtsumma al▀ hett ich die angelagt und werden doch ingerechent an der kost. Di▀ hat suster anno 84 den 19 octob. sonder quitancz untf. wirtzs nit leugnen.
Item anno 84 den 11 octob. Lisbetten der alter magt 2 richtzdaller vor iren lhoin geben vor un▀ halfschit die halbschit irer kost trag ich auch.
Item zu gedencken suster Sibill hat mir 20 dall. gethain jeden zu 52 alb. die ich broder geliebert dan sie ir korn van Dormagen noch rent van Andernach nit bequam wie ich glichfal▀.
Finis der regnong di▀ jair▀.
Linie
Anno 1584 den 10 octob. am abendt umb 6 vren uff der Smidtgaffel ist Adolf van Langenbergh ir raitzman zur zit von einem bussenmecher under spormecher gegen dem Salmanach nit weit uber mit einem plotzermetzer uber die scholter hart gestochen und verwont da▀ er al▀Tilgung: nicht lesbarbalde verstorben ist. Und der dheter ist dar von komen die nacht gesoigt worden aber den morgen sich verkleidt uber rhein gefharen, sich uff Essen gemacht da gleide erlangt.
Disser Langenberg war auch heubtman unden uff der Breiderstraissen, den begerten sin befelchaber und rotmeister mit peiffen und trommen zu begraben. Dweil aber der jamerlicher mordt disser stadt und smidtampt zur schanden richet, wolt ein rhaidt de▀ nit gestatten.
 
[474] A. 1584 den 11. octobris ist ein schiff mit antwerpschen burgern und kostlichen gutteren von golde und silber, wie man sagt, zweimail hondert tusent daler wert, zu Keiserswerte angelendet, wie es aus der frankforter missen komen ware. Und wie der schiffman sinen zoll, licenten, gleitzsgelt verrichtet und bezalt, auch urlob hatte, umbgewert, haben uff dem werde gegen Keiserswerde uber etliche soldaten gehalten, an das schiff gefaren, alle, die darin waren, gefangen und die gutter zu sich genomen und uff Keiserswerde samt dem schiff pragt. Diss hat ein grois gerucht gemacht, und das die spolierong widder geben geleide beschein ware, davon fielen allerlei redenBd.3, S.250.
 
A. 1584 den 12. oct. im aissenmart quam fast clagte von den aissenkaufleuten und schriben von Munster an den fursten von Gulch und stat Colnib. f 252 a (Okt. 13)., das die beiersche ruter und soldaten in Westphaln zwongen die aixsendriber mit den aissen, die zu Coln uff den frien mart komen solten, das sie uff Recklinkhausen driben und da von jedem aissen zwein daler geben moisten. Ein rait zu Coln schribf 252 b (Okt. 15), f 258 b, f 259 a).an den alten und jongen fursten von Gulich, Cleif etc. und ander mehe herren, das es etwas gestillt wartBd.3, S.250.
 
A. 1584 den 20. oct. nimt ein rat zu Coln den Witgesteinschn hoff in der Drankgassen in, lagt lantknecht, den zu bewaren, drin und leist das loch zwischen den garten des hoffs Coln und Witginsteins in der mauren zumuren, wie es vorhin gewesen. Die verordneteZu diesem geh÷rte auch W.hatten vorhin etliche tage mit den rete(n) des churfursten und dem domcapittel gehandlet, die es in ein disputation und verzog stalten. Aber dweil alle rete und veirundveirzigen besclossenAm 15. Okt. (Rpr. 35 f 252 b)., in ansehung keinem geistlichn, noch weltlichen, uff geistlichen, noch weltlichen platzen in Coln gepurte, eigener tat heuser inzunemen ohn erkentnis des rechten und aneroifung eins raitz oder geweltrichter mit der gewaltzpfandung, so solt man das haus in sequestrum innemen bis zur ordentlicher gewaltzspfandung eins raitzs, derhalb wart geeilt und das haus ingenomen vom rade. Diss solt den churfursten wol verdreissen, aber es war kein haus der domprobsteien zustendich, dan ein capittelshaus, und dissmal kein domgraff in Coln war, noch residerte, derhalb es sich wol toin leis und es noch zur zit darbei pliben istBd.3, S.250.
 
Anno 1584 den 21 octob. uff sontag ist der heilich zwischen minem neiffen Gotschalck von Polhem und Engin van Morstorp zu Carmeliten im umbganck besclossen und die maltzit zu Weinsbergh gehalten worden. Und ist abgeredt da▀ jeder sin patrimonium und wa▀ im anerstorben und im zu [474'] stunde beiprengen uns heiligs gutt. Und im pfalle ein vor dem andern ohn lebentige nachgelaissen leibserben absterben wurde, so sol der lestlebender alles wa▀ von siner sithen herkomen vor ab nach sich nemen und behalten und au▀ de▀ eirstableibergen gutter 200 oder 300 dall. gewinnen und haben. Also wirt es ungerferlich von einem notario angezeignet sin.
Disser Gotschalck von Polhem ist ein secundarius cognatus zu Weinsbergh.
 
Anno 1584 den 19 octob. einen aissen gehat van 38 dallern, war guttes gewichtes und hat vill untzels innen uber 5 klut. Weich 565 pont.
 
Anno 1584 den 23 octob. starb N. Cronenberch goltsmidt im orthause neben dem Backhau▀ uff der Hoeportzen an der pesten. Und den andern tag 24 octob. starb N. Gyr sin hausfrau im wae mit etlichen kindern auch an der pesten und gehoirt in di▀ hau▀ zu. Waren aber zu ruckkomen und zu rechter zit gestorben.
Waren gutte leude und nachparn. Der frawen motter witib Vicentzs Gyr bleib leben mit eim kinde im hau▀, hat vill widderwertikeit uff ire alte tage.
 
Anno 1584 den 25 octob. starb Catharina Lauvenbergs elge hausfrawe Petern Beiwegs in irem hau▀ zum Hacht boven Marportzen peste und ein▀ kindtzs. War noch fast ein jonge frawe, doctoris Siberti Lauwenberg dochter der den torn uff der brucken im winckel bei dem Widdenhof s. Columben vormail▀ gebaut.
 
Anno 1584 den 26 octob. starb her Melchior Hittorpius theologiæ licentiatus canonicus ad Gradus et decanus Cuniberti an einem gebrech im haltzs. Man sagt, er het etwas in sacris gemacht, das in truck sult ausgahen, was ColoniensisBd.3, S.251.
 
Anno 1584 den 26 octob. ist min 20 fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefallen. Ich bin selbst mit uffgezogen. Item den spilluden 1 q. geschenckt dem corpus 4 quarten, vor gobbeliger und drunckgelt 9 alb..
 
Anno 1584 den 27 octob. starb Elsgin Krau▀e zur Gan▀ vor s. Thoni▀. Disse war vorhin eine▀ sclechten metzmechers dochter, etwa▀ balde geladen, die joncker Herman Rynck zur Gan▀ zur boilschaft hat und folgens zur ehe nam. Sin testament macht dar in er ir etliche erben und rent zum eigenthumb vermacht. Da▀ hau▀ aber zur Gan▀ mit 5 zin▀husern ir zurTilgung: eigent; unterstrichenleibzugt siner suster kinder den Kannegeissern dieselbe zumapt andern guttern zum eigenthumb doch vorbeheltlich wa▀ er mit eigner handt ordineirt sult so bundich sin al▀ stunde es im prinncipaln testament hat dar nach mit eigner handt etliche erbgutter und rent gedachter Elsgin ordineirt und ist gestorben dar nach hat sie Johan Leifdal zur ehe genomen, den 17 jar gehat und den uffs lest zum erben institueirt.
Gegen dissen leuten sich die Kannegeisser uff sagten es mogt da▀ codicil mit eigner geschriben nit bestain dweil es inhalt de▀ schrein▀ von scheffen nit gehort noch besigelt noch binnen jar▀ in▀ scheffenschrein gelacht were. Aber Leefdall sagt dweil es so im besigelten ingelagten testament vorbehalten, sult es bestendich sin eben al▀ hett es im ingelagten testament gestanden. Disser punct [475] wart durch beider parthien advocaten heftich pro et contra vor den verordneten ein▀ rhaidtzs und iren doctorn ordinarÿs disputeirt doch die sach so weit verglicht und vertragen, da▀ Leefdall in craft de▀ mit eigner handt joncker Herman Ryncken gnogsam an erbguttern und renthen erhilt.
 
Anno 1584 den 27 octob. ist min neif her Petrus Ordenbach canonicus resi dentiarius ad gradus Mariæ von Unckel (da hin er vom capittel in den herbst verschickt war) kranck her ab komen. Und kranck bei her Broichhausen uff der emuniteten gelegen darumb da▀ er daselbst in residentia verdienen mogt.
 
Anno 1584 den 28 octob. hat min neif Peter von Weinsbergh kertzemecher sin gaffelkost eirstlich uff dem Swartzenhau▀ gehalten. Und sin neigste frunde dahin beroiffen dar ich mit gewest sin.
 
A. 1584 den 31. oct. hab bezalt 6 alb. vor mich den bott zu tragen baussen der Weirportzen, mach naher dan zu drien wegen durch die burgerschaft umbgain. Etliche schemelburger und witiben beclagen sich seir, das sie diss jar an der fanen und ketten wagt und bott under 20 gulden nit zukomen mogen, die es belonen moissenBd.5, S.241.
 
Anno 1584 den 31 octob. dissen herbst vom ganssn jar keinen pacht von unsem erb zu Dormagen bekomen. Die gulische schutzen sulten uns▀ in de▀ weirdtshau▀ abverzert haben 80 gl. 3 alb. und disses willen war min broder Gotschalck ubel zu friden. Sagt, min suster Marie sult da▀ tragen und nit mir dan sie ware unse pachtersche, hat koe und vehe gehalten, und derhalb wulten die nachparn dweil sie weidt und drift gebraucht so sult sie auch andern nachparn glich nachparn last in dissen kreichszeiten tragen. Min suster sagt wol man were es nit schuldich zu geben dweil man nit da wonte. Aber da▀ half nit die nachparn hatten, den halfen uff irer seithen auch den vagt, da▀ mir zu swach waren, wer wult von un▀ zu Haif bei dem fursten vil clagen, vill verzerren und dan noch erwarten wa▀ un▀ begegnen. Und min suster Merie wult auch. Un▀ allen gehorte der last zu tragen van hau▀ und hof da▀ mir da hatten. Mir meinten wie un▀ die nachparn berichten dieweil min suster vehezugt hilt da her queim der schade den sult sie al▀ unse pachterschs tragen, mir mogten ihr etwa▀ zu gut komen, dan die pechter trogen sulchen nachparn last, nit da▀ herschaft. Nuhe stunde die sach noch also. Mir leissen den hof umb die halfscheit bauwen min suster stunde in un▀ stadt und dar tuschen dede sie mit dem erb al▀ gehurt es ihr allein zu, satzst den einen pachter aff den andern an, wult nutz schaffen mit botter kei▀ eier und wa▀ doch nit da▀ ihr die nachparn mi▀gunten und di▀ practizerten. Di▀ beclagte sich min broder min suster Sibilla und wir andern da▀ sie un▀ den schaden an dede. Vorhin war min swager Johan van Dutzs mit ir, aber min selige suster Catharin, wult der gefhar nit stain und hatten sich vor eim jar de▀ wircks abgethain, clagten min suster Merge werg in zu cloick, sie hetten es mehe schaden▀ dan nutzs. Nuhe hat min suster Merge auch da▀ vehe von Dormagen genomen, sagt man dede ihr ungutlich. Seht so irthen sich min sustern und brudere. Und pleib der pacht di▀ jar im lauff.
 
[475'] Anno 1584 den 1. novemb. uff allerhilligen tag hat man unsers seligen fatter▀ und motter▀ bestifte erbmemoriam gehalten wie folgt. Eirstlich sin mir in die vesper zu Carmeliten komen, unser eltern graf visiteirt und gepitten, min broder hat es mit einer grafkertzen belucht wie gewontlich. Ich hab auch jonfer Merien Luchelgin▀ graf daselbst belucht und eitz groin krut druff spreiten laissen. Und wie mir nach der vespern und vigilien mit umb durch den umbganckchoir und kirchen al▀ wan wiet waren umb gangen, quamen mir alle zu Weinsberch in das hau▀ ohn min suster Marie noch irer kinder ghein. Ich war dar min broder und sin husfrau min swager Johan van Dutz und sin son Reinhardt und de▀ hausfrawe, sin eidomb Adolf Eller und de▀ hausfrawe Elsgin, und min suster Sibbilla und Herman und Gotschalck min▀ broder Christian▀ sohne waren da, und neman▀ frembder▀ dan die frau zum Korf. Also stundt man eitz so genau nit auff die acht personen inhalt der fundation, dweil es alle gutte frunde waren, und min broder und ich es under den frunden nit so nau achten. Min broder hat di▀ mail seir kostlich angericht, hatten einen haesen der mir geschenckt war zum besten. Ich schenckte auch funf fleischen rhaitz wein▀ newen zum besten, hatten newen und firnen rhoittn und weissen wein, und waren zugtich und frolich. Hatten auch in der camern ein feur da mir saissen. Und al▀ der disch uffgehaben und der gracias gepitten war, haben mir unser lieber eltern und suster Catharinen die nevlich au▀ unser zall verstorben gedacht mit einem pater noster und stue maria so mir gesprochen und vor allen christgluben vi▀ dem hau▀ und gesclecht verstorben.
Uff aller selen tag bin ich den mittag nit zu Carmeliten gewest dan ich hat den nachmittage im rhade etwa▀ vorzutragen.
 
Anno 1584 den 4 novemb. hat mich min napar Johan Eifler schomecher gegen mir uber uff der Hoeportzen mich neben ander nachparn uff die Schoinmechergaffel geladen. Wie da hin komen bin, bin ich berichtet da▀ in sulchen hausse in der Sternegassen vormal▀ die jonfern zu nazareth gewonth hette. Und ein schoinmecher ampt het uff sant Gereon▀strai▀ da eitz da▀ cloister zu nazareth steit ir loehui▀ gehat da sie ire fhel zu lohen plagen. Und hetten also samen gebeutet da▀ die jonfer ir hau▀ in der Sternengassen eim schomecher ampt uberlaissn und ein ampt ir loehui▀ uff sant Gereonstra▀ den jonfern darau▀ sie ir cloister gemacht und nazareth genant. Und da▀ hau▀ in der Sternegassn ist ein gaffelhuis worden und pliben bi▀ auff dissen tag.
Und ihr gaffelstobe war vorhin der jonfern reventer gewest, wie es dan noch am gebeu wol scheinet.
 
Anno 1584 den 6 tag novemb. starb meister Reinhardt van Lyndt sneider im ordthau▀ am Weidtmart neigst der bachbrucken. Disser war anno 1579 in da▀ hau▀ komen wonen hat sulchs narong erlangt da▀ er veir knechten stetich wirck gaff vil fhanen und kreichskleidong [476] onuffhorlich macht und dermaissen prospereirte und zunam in funf jaren da▀ er da▀ hau▀ galt und mit etlichen honderten da▀ gelt au▀lenet. Und auffs lest in sinem besten alter nit vil uber 33 jaren am roden bauch dissenteria starb. Sin hausfrawe und kinder verlei▀ der etliche im nach storben, und lach do alle narong.
 
Anno 1584 den 7 tag novemb. al▀ mir langh bekommert gewesen wie man die hederam oder efken zu Weinsbergh bequeimlich mogt abthoin allein die reiser und nit die stein wilche rorendt lang die maur zu Cronenberch boven au▀ gewassen und ire armen ubergesclagen hat. Wir hetten die efken nit gern vergencklich laissen gain dweil sie vor minem gedencken von minen fatter dar gepost war, dan allein dieweil sie langs den ganssen giffel zu Cronen rawe wie mit beumen bei veir oder funf illen van der muren uber gewassen da▀ der krutstoil under nimmer fuchtigkeit kunt haben und alle verdorte und verdarf van druchte da▀ nichts da gewaxsen mogt sunst war es lustich anzusehen, und die muschn und ander foegel hatten ire floicht darzu. Nuhe troge es sich zu da▀ mir vom abscheren un▀ beredten und min neif Gotschalck Weinsbergh war lustich lei▀ die groisse lengste brantleider hant Jacob holen, satzst die dar an, und seichten die au▀gewaxssen lange reiser mit einer gar scharfer seghen uff deren aff. Und gab so vil reiser da▀ man sie uff einen arndtz wagen nit wol het kunnen laden. Von dem holtz macht man schantzen, da▀ groin lauff verkauffte un▀ magt den weinzepper vor krentzs dan es ging gegen s. mertin▀ abendt das man neu wein sult zappen. E▀ licht noch vil da. Nuhe wart es wol kael, aber wir hoffen es sol gegen den sommer fein groin uber all widder vi▀sclain. Mir hetten es wol anders ab kunnen thoin wan wir die armen oben uff der mauren hetten abgebrochen, so were es gan▀ rein langs die maur abgefallen die stem mit den reisern. Aber de▀ wolten wir nit thoin, die stem moisten pleiben, sunst hets an zwenzich jarn nit widder so krau▀ kunnen werden. Minem fatter zu ehren und gedechtni▀ auch da▀ ein antiquiteit und zu wonder von villen angesehen wart leissen mir es nit vergencklich werden raiff. Her im winckel leissen mir es oben noch rawe und uber den giffel zu Weinsberch oben von einem eck zum andern waxsen, wie itz zu sehen.
 
A. 1584 den 8. novembris quam allenthalben zeitung, das so vil weins gewaxsen were, das vil fass mangeltenBd.3, S.251da▀ man die truben in den budden so lang moist stain laissen da▀ er halber schanden wart. Man sagt es weren auch truben an den stock bliben stain, A. 1584 den 8. novembris quam allenthalben zeitung, das so vil weins gewaxsen were, das vil fass mangelten. Ein foderfass galt hie in Coln 4, 5, 6 daler, oben noch mehr. Aber die fass und sware zolle und unkosten hilten die wein noch in zimlichen preis, das die quart in Coln noch alls uff 5, 4Ż, 4 albus pleib. Doch es waren lichte heller und lichte munzsIn einem nicht zum Abdruck geeigneten Abschnitt erwńhnt W. beilńufig, dass im Jahre 1583 in Neuss eine grosse ,sterbte' gewesen sei.Bd.3, S.251.
 
[476'] Anno 1584 den 9 novemb. ist min swager Gerhardt Ripgin van Nuy▀ bei mir gewest und schreiender augen geclagt wie im nevlich sin hausfrawe sampt etlichen kindern an der pest abgestorben weren. Zu dem were im ein sohn vor Nuy▀ gefangen wie etliche au▀ der stadt gelockt worden und auff da▀ sclo▀ Cracau gefoirt da von sie nit weniger dan 500 rad.d ranzon▀ wolten haben. Und verzerte alle tage 1 gl. ridder, mit beger ich wult im doch vor so vil geldes landt bei Nuys abkauffen da▀ er den sohn loesen mogt. Ich hat groi▀ mitleiden mit im troist in so vil mir moglich, aber ich wust im nit zu helfenmit dem gelde. Ich kunth selbst nit wol umbweren vil weniger etwas zu erobern. Er hat mir auch erzelt da▀ min swegerin jonfer Elsgin Bock zu Gnadendal dweil da▀ cloister in Nuy▀ geflauwen verstorben were. Glichfal▀ min swager Kreitfischs der wilant mines swager▀ Henrichen Ripgin▀ zu Nuy▀ im engel enckelen nevlicher jare getrawen auch mit thoidt abgangen were, dan es hett verlitten sommer ein groisse sterbdt gewest da▀ der rhaidt und scheffenstoil wol halb verstorben were.
 
A. 1584 den 10. nov. s. Mertinsabent waren vil zappen in Coln, firn und newen. Ich schickte motter Entgin in der Reimersgassen iren jeirwecken von 12 alb. und vor ein fleschs weins 9 alb., firnen oder neuwen zu hoelen vor iren mertin. S. Mertinstag waren mir frolich, der uff den sontag quamBd.5, S.241.
 
Anno 1584 den 13. novemb. lei▀ ich min stoblin unden eirst wermen, zoich dar in, dan es hat wenich gefroren. Ich hat auch den snop und hoist, war hei▀ im hal▀ da▀ ich nit hel sprechen mogt.
Dissen abendt wa▀ min 21 sche fhanen wagt, dweil ich aber ubel fertich wa▀, hab ich mich untschuldigt. Und befalch dem pfenningkmeister doctor Offenbergh da▀ er min stadtuertritter disse nacht sin wult, dan lic. Broich min lautenant war nit in der stadt. Also zauch ich nit selbst mit uff die Haneportzs da hin un▀ belet gefallen ware. Und verhilt mich die gansse wegh zuhau▀ bi▀ es etwa▀ besser wart.
 
A. 1584 den 13. nov. under dissem dato hat Alexander, herzoch zu Parma, felther des koninks von Hispanien, aus dem leger zu Stabrock an burgermeister, scheffen und rait, auch den breiten rait zu Antwerpen gar hofflich, fruntlich und bedachtlich geschriben, der meinong: Nachdem sie von etlichen verfoirt weren und unschuldich bloit vergossen, da folk und lant verdorben, ihr macht durch abgank des princen van Uranien und Alanzon geswecht und der konink teglich zuneme, hat er innen des koninks vergess aller iniurien angepotten und verheischen, da sie sich in gutlich handlongen wurden begeben, wult er sich fatterlich erzeigen und alles, was zur versoenong und friden deinlich, getrulich beforderen, mit angehenkter protestation, da das nit geschehen wurde, das alles folgent bloitvergeissen im nit sult zugemessen werden etc. Und war disser breif zimlich kurzs. Darauf burgermeister, scheffen, tresorier, rentmeister und rait der stat Antorf under dato den 23. nov. dem herzogen von Parma widder ein antwort, edoch etwas langer und doch gar ehrpietich, hoiflich und zirlich zugeschriben, die handlung und ursach des kreichs und irer gegenwer ingefoirt, den princen von Uranien untshulBd.3, S.251 [477] digt, und das die ganse lantschaft under schein der catholischer religion undertruckt und innen nit freistunde, in irem gewissen ire religion zu uben, wie in Deutzschlant, Frankrich, Polen zugelaissen were, daran aller kreich und fride gelegen were, mit anzeigung, das im, dem herzogen von Parma, noch dem konink von Hispanien selbst, nit frei stunde, oder bestendich, in religionssachen nit bestendigs zu handlen umb des pawst und etlicher fursten in Italien willen, ohn wilche religionsverglichung kein bestendiger freide kunt uffgericht werden, so begerten sie innen nit zu verargern, sulche sin schriben an die gmein unierte landen und an den konink von Frankrich zu gelangen (zu) laissen, dweil sie sich mit dem konink so weit ingelaissen hetten, auch mit andern staten, das sie ehren und eitz halber darvor nit hin komen kunten, sult es in nit am allerverweisligsten sin, und uff die protestation begert, er wult sich sinem erpieten gemeis des bloitvergeissens unthalten und sinen hoichen ehren und verstande nach weislich und fridlich handlen, mit erpietung und wunschung alles gutten und sin fuiss kussende. Aus dissen in truck ausgangen beiden breifen kan ich noch nit verstain, das sich die sach zum friden will schicken, besonder dweil der von Parma umb durchstechung der dichen die schanzen under Antwerpen hat verlaissen moissen und die schiffart uff die stat widder passeirt, das sich der Franzois irer auch zum teil angenomen hat. Wiewol etliche gemein(t), dweil der prinz Uranie doit were, sult es anders zugainBd.3, S.252. Wa▀ dan darnach sol folgen, wit zeit geben.
 
A. 1584 den 14. nov. ist auch ein schriben von den unierten, nederlenschen Staten an einen rat der stat ColnVgl. Rpr. 35 f 276 a b (Nov. 16)., wie auch an den churfursten und domcapittel (ankomen), von wegen des geplonderten schiffs und gutter dern von Antwerpen vor Keiserswerde, mit beger ein rat wult bei dem churfursten und domcapittel intercedern und handlen, das die gefanklich angehalten burger van Antwerp und spolieirt schiff und gutter restitueirt wurden, wa nit, moisten sie sich widder an den burgern von Coln und iren guttern erholen. Ein rat hat am domcapittelRpr. 35 f 276 a b u. f 278 b.anmanong derhalb getain, die es uff das kreichsfolk gelagt, und hat sich ein rait widder schriftlich an den Staten untschuldiget, das es innen nit uffgemessen kunt werden,das die stat ein freistat und sich neutral verhalten'.und haben vur ire burger gepitten, innen keinen schaden zuzufoegen. Nachmals sagt man, der churfurst were uff die restitution bedachtBd.3, S.252.
 
A. 1584 den 18. nov. umb disse zit hat erzherzoch Andreas von Oisterich, cardinalis tituli s. Marie nove, die possession der probsteien s. Gereonis, damit in der pabst provideirt, ingenomenVgl. dazu Ehses-Meister: Nuntiaturber. I nr. 9, 12, 13, 16., war eitzigen churfursten Ernesti naher bloitzbewanter. Des churfursten broderssohn von Beiern war auch neulich domprobst worden, beide in stat graif Georgen von Witgesteins, der umb anderunge der religion aller geistlichen beneficien in Coln priveirt und untsetzst war, wiewol sich sin diener vilfeltich darwidder lagten, mogt nit helfen. Also bracht die religion graffen Georgen in ungluck und den churfursten und sin bewanten zum gluckBd.3, S.253.
 
A. 1584 den 21. nov. ist Erzbischof Ernestus zimlich stark nach Lutgin geritten. Man sagt, uff hern Stours hoichzit, der da ein riche frau getreuwet. Den vermocht der churfurst uberaus wol und beforderte in hoichBd.3, S.253.
 
Anno 1584 den 21 novemb. hat min suster Elisabeth Horn▀ ir fest uff dissen tag gelagt und gehalten dweil es unser lieber frawen offerungs tag und feirlich war. Und hat uns▀ wol angericht und gutten wein geschenckt, wie das under un▀ jedem im hau▀ bruchlich war.
 
[477'] Anno 1584 den 22 novemb. starb Adam von Delfs sohn uff der Hasenportzen sin▀ alters von 29 jarn ungeferlich, uhar an etlichen jaren gebrechlich gewest noch hatten die eltern siner mit reissen uff Strasberg und ander▀ wa nit verschoint wiewol er nit dan einen jongen broder und ein suster hat, rich und unbestat war.
Er starb auch disser tag broder Matthei▀ von Sechten in der Ihesuiten bursen ein alt jonck geselle von 4 jaren der sich einfeltich bei den herrn erhilt.
 
Anno 1584 den 24 novemb. sin min neif Gotschalck van Polhem goltsmidts gesel und Entgin van Morstorp, den saterstag zu morgen frohe umb 5 vren zu s. Lupus in der kirchen under dem boich gewest, und in die ehe sich begeben sclecht ohn allen pracht oder ohn ohnsic!zwei oder drei frunde uff jeder seithen. Sin vi▀ der kirchen uff die Ehrenstrai▀ in ihr Engin▀ hau▀ gangen da sie wonen sulten. Den 25. novemb. uff sontag bin ich mit minem broder und sustern zu im zu gast gangen und im hau▀rait geschenckt. Ich hab im geschenckt zwein zinnen beirpott, zwein luchter zwei sal▀fesser samen gekost 4 gl. 16 alb. die andern ander▀. Disser Gotschalck ist ein hau▀cognat zu Weinsberch secundari 9. Er hat kein gnogde zu sinem goltsmidt ampt das er geleirt hat aber will etwas anders antriben das er nit geleirt hat, da▀ mich nit wol ansteit.
 
Anno 1584 den 24 noumeb. sin Melchior Imhaif van Duren und min steif enckel Gertrudt Volckwyn zu s. Columben in die ehe samen komen. Und die bruloft ist uff montag den 26 novemb. gehalten worden, der brudegam wa▀ fast rich hat ein gutten bauhof bei Duren und irer beider moen Margret van Altena gab in noch zwein bauhaiffe dar zu. Uff dissen kirchganck und bruloft wart ich nit gebeden wiewol ich der steiffhergin wa▀, fillicht umb de▀ alten grol▀ willen mit irem fatter Jurgen Volckquin scheffen. Ob es aber sin schande oder mir schande war, lai▀ ich stain, wiewol mir seir wol da mit beholfen wa▀. Hab im glichewol darnach fruntlich gluck gewunscht. Er wart aber roit und untschuldigt sich.
 
Anno 1584 den 26. novemb. am abendt zu 10 vren ist meister Adam Kreitfischs van Nuy▀ offerman s. Jacob al▀ er die pest uff den dritten tag gehat verstorben. War ein widman die frau und kinder waren im vor zwei oder drei jaren abgestorben, war 7 jar offerman gewest, hat das reimsneider ampt geleirt, mogt es doch nit uben. War wol zimlich lanck und rustich un leib ein guttich kaltsinnich man, ginge gern moissich und der geselschaft nach, kunt zimlich latin und singen hat nit vil uberichs, des deinst mogt es nit visprengen im were wol mere glucks zu wunschen gewest. Wonte uff dem Weidtmart tuschen Gulich und der schoelen. Wa▀ von gutten frunden zu Neu▀. Den 27 novemb. wart er zu s. Jacob mitten in die kirch bei sin frau und kinder begraben da er sin wapen uff da▀ grab laissen hauwen und ein finstergin uff die steinen trap vorhin geben hat. Und wie er begraben wart worden alle die kloicken gelaut, wie eim kirchmeister. Wei▀ nit vi▀ wa▀ befelchs. War nit 46 jar alt.
 
Anno 1584 den 29 novemb. starb der licentiat Walramus Blanckenbergh zum Krentgin uff der Santkuylen an der pesten. War vor drien tagen noch uff de▀ vor▀ Melcher▀ Imhaif bruloft gewest gedantzt und gesprongen, sult jonfer n. Heimbachs zur ehe gehat haben.
 
[478] Anno 1584 den 29 novemb. hat mich gebeden min bewanter Christian van Halferen da▀ ich von siner qualification da▀ er ehelich in Coln von eligen eltern geboren were, das hat ich gut zu thoin. Er ware dhomher zu Lutgen worden dar zu moiste er alsulcher zeugni▀ gebrauchen, also hab ich den nachmittag in herrn Johan von Swolgen▀ dechen zu s. Andreen hau▀ vor im und herrn official gesworen dar nach gezeugt da er ersicvon wilant Petern von Halfern rhatzman in Coln und Richmoidt Horner▀ elich geboren were, dan ich het sie und ire eltern wol gekant der fatter und min fatter weren neiffen gewest, sin hergin Dederich Horner wer auch ein vernoimpt rhaidtzman in Coln gewest da dan neman▀ de▀ rhaitz moist sin oder mit weinen handlen wie sin eltern und voreltern gehandlet sie moisten elich sin. So were er auch licentiandus juris, der gezeugen hat er vil gehat alle promoveirten.
 
Anno 1584 den 30 novemb. uff s. andreæ tag gehat 3 fercken vor 30 dall. haben gewigen 474 lb. damit verhoften mir umb zu weren mit speck durch da▀ jar.
 
Anno 1584 den eirsten decemb. ist min zweiundzwentzigste fhanen wagt widder uff die Haneportzs gefallen, und ,Ein rait hat dissen tag vertragenBeschluss vom 1. Dez. (Rpr. 35 f 287 b.), das man fortan mit zweien fanen sult uffzehen, wie man vorhin mit 3 fanen uffgezogen wareBd.3, S.253. Da▀ uber ein jar gedauret hat. Dissen abendt bin ich nit personlich mit uffgezogen wolt auch miner freiheit de▀ rhaitzgangs ein mail gebrauchen dweil ich di▀ kunftich christmissen de▀ rhaitz abghain sulte, dan der rhaidt zur zit durft nit wachen wiewol ich di▀ jar durch im rhaidtganck selbst gewacht hat. Und min lautenant licentiat Broich zeuch di▀mal mit uff der an 6 oder 7 malen nit uffgezogen ware. Und am 5 decemb. haben der newer ordnong die zwa fhanen allein angefangen uffzuzehen, under den obersten und colonellen her Caspar Kannegeisser zur zit burgermeister und her Gerhardt Pilgrum alten burgermister. Und ein fhan van den ist uff sant Severin▀ portzs gezogen zwa rhotten uff Beien und dan fort bi▀ uff die Wierportz samen funf ort mit rhotten zwei oder ein besatzst dar nach jeder fhan starck war. Der ander fhain ist uff die Eigelstein▀portzs gezogen sant Cunibertzs thorn und dan fort an bi▀ an die Hanneportz inscleissich sex orther auch darnach sie vil oder wenich rhotten hatten besatzst.
 
A. 1584 den 5. decembris hat der cardinal von Oisterich brachium seculareib. f 289 b (Dez. 5). Dem Rate schon am 21. Nov. insinuirt (f 281 a b).von dem official, als von pabst verordneten executorn, auspracht und einem rade insinuern laissen, das man die witgesteinsche diener aus der probsteien s. Gereon sulte setzen, dem moist ein rait ehrenhalben pareren, wie man sich vorhin gegen die colnische rete im irtumb des Witgesteinschen haifs in der Drankgassen hat erpotten, wan ein rait ordentlich ersoicht wurde, das er dran realem und wirkliche execution wult doin. Es het ein rait die sach wol an das keiserlich cammergericht mogen weisen. Nachdem aber das domcapittel, das capittel s. Gereon, der official und alle ander burger, des Witgesteinischn alte frunde und dischgenger, die hant abdeiden, was kunt do ein rait mehe darin doin. EsBd.3, S.253 [478'] half alles nit, da sich das gluck mit dem vorigen probst Witgestein wante, so verleissen in alle sein frunde, do es im wol ginge, do hiltzs ein jeder mit im, do hilt man vil von im, dweil er ohn das seir leibzellich, sanftmodich, fruntlich, zugtich, geleirt, verstendich, kostfrei was. Das reimverslin hat hie wol stat: Tempore foelici multi numerantur amici, Dum fortuna perit, nullus amicus erit. Aber das kan verenderong der religion an dissem und mehe orten wirken, das hat dem herren jars wol zweitusent daler uis der kuchen genomen. Vil sin im umb siner fromigkeit gunstig, aber der meher teil sin im umb der neuwer religion zuwidder, er aber leidet den schadenBd.3, S.254.
 
A. 1584 den 6. tag dec. ist Peter van Rhade in Paulus haus uff der Bach, zum teil min hausgeseis, uff der leinenweiffer gaffeln zum bannerheren erwelt. Ich gan im der eren hertzlich wol, aber den schaden nit, dan er mois an das banneressen wol 80 dal.. lagen, wa er damit zukompt, und einem guten ammichsman sulches sweir wie im, der durch die lande uff die merckt mit geringschetziger war sol reisen und deur zeren. Nuhe, die gaffel und etliche ander gaffeln haben der groiss vermogender leude nit vil, moissen erwelen, die sie habenBd.5, S.242.
 
Anno 1584 den 10 decemb. quam Tilman van Eller leur uff der Velbach in einem nachen dhoit den Rhein her ab dar in er auch gestorben wa▀ ein wolhabender leur winzepper und geerbter burger. Etlich tage zu vor starb noch ein leur mit siner frawen bei den Weissenfrawen, also da▀ es binnen und baussen Coln an der pest fast starb. Und her den da▀ jar vor jar. Nuhe mach es bequemer sin so gemeglich zu herden mit dem sterben, dan die groisse plotzlicher sterbden der ich drei erlebt da▀ vil tusent in Coln in einem jar storben. Und darnach 10 oder 12 jar ohn pest still wa▀) weren. Di▀ gib ich andern heim zu urtheln.
 
Anno 1584 den 11 decemb. uff dinstach den nachmittag umb ein vre al▀ es den sontag uff dem predigstoil verkundigt und eitz die klock ein firdel vren gelaut wa▀ sin die kirchmeister achten und geerbten zu sant Jacob uff s. Michel▀ gewolf erscheinen Und haben drei under in erwelt, wilche vor den altair gingen stain, und zu den gink einer vor, der ander nach, und gab jeder sin stimb in geheim, die worden uff ein bret geschribenBd.3, S.254. Und troge sich zu da▀ Wilhelmus Monhem mit 27 stimmen und dem meisthen theil zum offerman erwelt wart. Noch ein ander Reinhardt van Kommern hatte 15 stimmen und wart es nit. Und so balde er gekorn hat man im die artickel sines amptzs vorg. und er hat sinen eidt druff gethan, sin burgen ernant und die sclussel mit der possession untf.. Disser Wilhelmus offerman wa▀ meister Gilli▀ van Monhems offerman▀ und Geirden eliger sohn, wilant doctor Wilhelm Wissel und ich hatten in uff der tauffen gehaben anno 66 den 27 janvarii also da▀ er nit alles [479] 19 jar alt war, die motter hat in bei sich lei▀ in zur Bursen bei den Ihesuiten gain da▀ er gut grammaticus ware und dweil sie in nit zur leer langer kunt halten und er ein geborner sohn am doichscherer ampt war die geregtigkeit hat und da▀ ampt eitz bei einem meister in ubung sult brengen starb m. Daem offerman da▀ die motter vor in dissen deinst begerte und dweil es min pat war und noch ein jonck unbestat jonck gesell, wa▀ ich im gunstich. So hat er es bekomen mach noch geistlich ob weltlich werden ist frei mach es bedencken.
 
Anno 1584 den 11 decemb. hat min suster Maria gegen Diederich Blancken das endturthel in der Weinschoelen vor den rheinmeistern verloeren, und schein halb al▀ were es au▀ zorn geweist also wa▀ es in allen puncten ir zu widder. Dieweil ich mich auch uffs recht verstain und ein rechtzgelerter war so dunck mich ohn alle affection geredt da▀ es den rechten nit gemei▀ wa▀. Di▀ irret mich seir dan ich vil flei▀ angekeirt hat, und irret min suster noch nuhe dan sie den schaden moi▀ erwarten und tragen da es recht sult pleiben in der appellation sachen, dan es ist dar van an einen rhaidt appelleirt die sach hie zu erzelln zu lanck feille, die acta wiesen sulchs au▀ so vil aber dar von gesagt. Blanck hat von miner suster ein rest von verkaufften weinen 175 dall. gefordert sie aber hat nichtzs von im gegolten dan ihr eidomb Reinhardt Balick dem sie auch geliebert waren, und dweil der absclach uber die halbschit sich zugetragen wolt neman▀ den schaden erliden. nuhe, die gunst und ungunst da▀ beduncken und misdunken der urthelsprecher hilft vil, dan wirt die strengigkeit de▀ rechten dan die pilligkeit gebeucht der richter hat groisse macht hat vil in siner handt, neman▀ stahe zu hart uff sinem rechten, der richter sitzst er wol in gotts stat so ist er ein menschen der irren kan, auch unwissent die ungestomme harte widderparthei kan auch den richter vil bewegen, dar uff hat jeder der richten wil oder richten mois zu zulagen und sich dar vor zu hutten. Da▀ es war sie hab ich di▀ jar noch versoigt da ein sach zwein rechtzgelerten verscheiden zugestalt, und de▀ einen gefaste urthel dem anderen strack zu widder wa▀. Iha, es ist war da▀ die schribenten uber die beschriben diversas opiniones verscheiden meinongen gefoelen und au▀lagungen haben, da man oft communiorem opinionem oft æquiorem opinionem wie folgen und halten.
 
A. 1584 den 12. dec. bin ich in des probsten von Cleiff Ryncken (haus) zum gulden Ringe, vor s. Thonis uff einem scheidongssachen gewest zweischen eheluten Peter van Langenberch und Catharinen von Memmingen zum Korff in der Nuwergassen, eluden, in beiwesen des probsten Rynck, doctor Crantz, doctor Unverdorben, miner und Peter Feist schreinschribers, des custors zu Crutzbrodern und beider elude, und dweil es vorhin vor eins raitz commissarien zu erhalten nit moglich, das sie widder samen mogten komen, sie wolt den man nit annemen, so wart eitz gehandlet, das sie im sult alle scholt, so er ir schuldich, sult quit schelt(en) inhalt siner handschrifft und darzu 15 dal.. faren und eins hondert dallers bar geben, des sult der official, das hohegericht und geweltrichter dissen vertrag bestetigen und besiegeln. Es ist wol nit gut eheleut zu scheiden. Ich wil aber zur leer und warnong hie von etwas mehe vom anfank erzelen. Disse frawe hat vorhin drei ehemenner gehat und wie sie widwe des dritten mans war, a. 1568 ungeferlich ires alters von 59 jaren, hat sie iren leirknecht, dissen Peter, zur ehe genomen, sines alters 20 jaren min oder mehe. Wer den andern gefreit, weiss ich nit. Disse frawe hat einen irtumb mit irem vorsohn, dan ire ander kinder toit waren, das sie mit dem teilt und sich abgudet und so vil als funftusent daller behilt, des sie zu wenden und keren megtich was. Er, Peter der man, vermogt, nit vil, so was disse frawe fastBd.5, S.242 [479'] scharf, handelt mit dem man, das er die kost und haushaltung solt,nemen' zu ergńnzen., darzu sie im etlich hondert daler verlast und allen kraim mit velwirck uberleiss, dan er ein reimsnider was. Das uberrich wolt sie vor sich halten. Aber er war jonck, die narong wult nit lauffen, das sie im vor und nach vorstreckt bei zwei oder drei tusent daller, das er ir schuldich pleib, davon er sin hantschrift van ir gab. Darnach verleif er sich mit einer magt, das sie im ein kindt troich, do war alleluia gelacht. Ihr frunde machten vil wort, das sie den leirknecht genomen het, eirst statige man, den letzten einen ratzman gehat het, so das Peter mit ir in ungnade quam und sie sich gern von im gescheiden het, dan er verleiss sich uff rent und gut, ginge moissich, veracht und versprach sie und reitzt das gesinde gegen sie, ginge der gaffeln und gesellschafft nach. Sie aber war einBd.5, S.243sin erliche, stadige frawe, verdrous der verachtung neben irem schaden und smach, und zulest bescleiff er noch ein ander magt, das dubbel ehebruch da was, und sie sich uis dem haus zum Korff in der Nuwergassen van im dede in ein zinshaus in der Reimersgassen, und wie er ir nit mehe uis dem haus wult folgen laissen, beclagte sie sich des bei einem rat, aber nit uber den ehebruch, doch ehe leiff mit vor, das er zu torn moist gain. Darzwischen geit sie ins haus und schafft alles daraus, und wie er abqueim, fant er den unrat und suppliceirt auch. Ein rait verordnet mich und drei off veir herrn darzu, zwischen in zu handlen. So wart vor und nach nitz uisgericht dan die scheidongBd.5, S.243.
Di▀ setz ich jongen und alten zum vorbilde und warnong da▀ man uff die ungliche alter im ehestait wie uffTilgung: gungliche sitten und sinne wol bedacht sol sin der hiligen will, alten haben andere wei▀ dan jongen, jongen al▀ alten. Und uber die unglicheit tragt sich dan allerlei unraedt zu wie hie mit dissen beiden, da es sich verlauffen hat. Man sagt wol, da▀ alt weib sult so jongen man zur ehe nit genomen haben. Ich sache, der jonge knecht sult auch die alte frawe nit genomen haben. Aber er wirt ihr gut gefreihet haben, sie mach do mittelmeissigs alter▀ gewesen sin, und ist folgens alter worden. Er sult sich auch nit vergriffen haben und sie do veracht. Glich bei glich jonck bei jongk alt bei alt, mittelmeissich bei mittelmeissich suckt sich nit ubell, doch ehe ist ehe wan man sich getrut sult man ehe halten und sich verglichn, war zu man nit geschickt ist sich geschickt machen, oder da▀ ver gutten, leif und leidt samen liden. Jeder sult recht und bekentlich leben. Ein gerathen ehestandt ist von got.
 
Anno 1584 den 13 decemb. s. lucientag plach da▀ solsticium brumale seu hiemale zu sin da▀ der tag am kurtzsten die nacht am lengsten plach zu sin. Es mach sich nach dem reformeirten almanach eitz 8 oder 10 tage spader zutragen. Disser kurtzer tage und lengster nachten plege ich mich zu betroben, wan ich nit wol sclaiffen kan und halbe nachten wache, die vren zelle.Ergńnzung am Rand: Bispinck zu Bispinck.Und zu zeiten sulche rÿmen in zellen mache damit die zit vertribe, eingestrichelte Linieher gott alleingestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 1.
Zwagestrichelte Liniebi▀ un▀ gar nagestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 2.
Dreigestrichelte Linieund stant un▀ beigestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 3.
Veirgestrichelte Liniehab lob und ehrgestrichelte Linie: und Zeilenzńhlung: 4.
Funfgestrichelte Linieun▀ sunden stumpfgestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 5.
See▀gestrichelte Liniekein scholt uffme▀gestrichelte Linie und Zelenzńhlung: 6.
Sevengestrichelte Liniegib das lebengestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 7.
Achtgestrichelte Liniedhu hast die machtgestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 8.
Neungestrichelte Linieunser nit leungestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 9.
Zeingestrichelte Liniedin gnadt verleingestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 10.
Eilfgestrichelte Liniein nothen hilfgestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 11.
Zwelfgestrichelte Liniewir bitten selfgestrichelte Linie und Zeilenzńhlung: 12.
 
Wie ich dan ungeferlich disse lengste nacht uff sulche rÿmen phantaseirt und sie nach den 12 vren zu gedechtni▀ angezeignet hab, und geben mir ein halb gebett, dan ich kan [480] die lange zit nit stedich einerlei gebitter sprechen. Und lai▀ mir dan di▀ oder derglichen wirck die zit umbbringen. Ob aber min alter oder jaren minen sclaif hindern wei▀ ich nit. Ich vernim von etlichen alten da▀ sie seir wol sclaiffen, etliche auch nit wol, jongen sclaiffen be▀, doch sclaif ich gewonlicher wei▀ balde in 2, 3, 4 oder mehr vren in eim stuck daher ehe ich wacker werde, darnach es dan felt da▀ ich sorge oder kein sorge, vil oder wenich gessen oder gedroncken hab, lustich oder unlustich sin sclaif ich widder in oder nit in. Und wan ich nit in sclaif besweirt mich der sclaf wan ich uffstain sol, da▀ ich im kein stat geben dan machtz mich den ganssen tag unlustich da▀ heubt swair da▀ gesicht dunckel.
Zu ziten sclaif die gansse nacht durch und schickt sich wol ich werde wacker oder nit wacker da▀ ist mir seir gesunt und macht mich den tag durch rustich, und besonder geschicht da▀ wan ich meissich leb und ohn sorg oder swarmoit sin.
Der lengster nachten in winter zeit erfreuwe ich mich zu zeiten auch da▀ es dan stiller ist nit so vil geschrei gebolder▀ uff den gassen und huissern wie im somer da▀ ich le▀ rast mach haben widder in zusclaiffen. Doch so vil gnaden hab ich wan ich in der nacht wache, da▀ ich alle zeit etwa▀ zu betrachten, zu dichten, und zu machen hab da mit ich die stunden und zit umbringe, das sie mir selten zu lanck wirt und wondert mich selbst da▀ sie mir so balt umb leufft, den tag lag ich mich eitzunt nimmer dan zu zeiten nach der mittags maltzit sitze ich und sclaif oder sclommern ein wenich wan ich vor stetigem anlauffen so vil rau zit kan haben.
 
Anno 1584 den 14 decemb. hab ich gehort die staten in Hollandt sulten den jongen princen von Vranien de▀ vor hin den 10 julii disses jar▀ wie oben erschossen sohn graff(en) Wilhelmi von Nassauwen, princen von Uranien, in des fatters stat vor iren herrn und markgraven angenomen haben. Disser sohn sol aus der zweiter ehe sin, gar edel der motter halber, dan ir, der motter, fatter war herzoch Mauritz von Saxen churfurst gewest und ire motter war ein lantgreiffin von HessenAgnes von Hessen, Tochter Philipps I.gewest, die ich seir wol gekant und gesehen hab. Vil hatten daruff zugelacht, wan der alte prinz Wilhelm doit were, so sult es fride werden. Durfen die Hollen(der) den sohn noch annemen und er das wagen, das schickt sich noch ubel zum freiden in den Nederlanden. Und vorwar, es stelt sich disser jonge prinz, wie hoich, edel und befrundt er ist, in groisse perickel und gefar, nit weniger, dan sin fatter. Der konink Philippus von Hispanien und sin anhank werden diss annemong des Hollantz achten pro crimine lese majestatis, vor sunde beleidigter majestait, dan Hollant und die sievenzehn provincien sin konink Philippi patrimonial- und stockgutter, der sich disser jong prinz underwindt, das regiment und herschapei drinnen zu foeren. Er ist noch jonk von jaren, nit uber 20 jar alt, minderjarich, wirtzs noch selbst das fleissigt nit bedenkenBd.3, S.254. Ohn zweiffel wirt de▀ konincks parthie und hispanischen dissen vor iren findt halten und im nach leib und leben trachten. Sin halb elster broder von der graiffinnen von Buren geborn wirt noch in Hispanien verhalten da hin er anfanck de▀ kreischs von Loven gefencklich gefoirt wart, ist graf zu Buren aber mach noch nit verheilicht sin.
 
Anno 1584 den 17 tag decemb. hab ich zum drittenmal di▀ jar▀ und eitz von 8 urtheln im rhade refereirt die vi▀gesprochen worden, also da▀ ich in dissen ratzgange wol drissich sachen abgeholfen und da von refereirt da▀ die urtheln ergangen sin, bei dem einen danck bei dem andern undanck verdeint. Es moist doch einmal recht widderfaren.
 
[480'] A. 1584 den 20. dec. als Wilhelmo Monhem, dem neuwen offerman s. Jacob, in gegenwortigkeit des pastoirs und kirchmeister daselbst, auch des verstorben meisters Adam Kreitfischs offermans burgen, der kirchen kleinater, ornamenta, boicher und ingedoim inhalt des alten uffgerichten inventarii (so vorgelesen) uberlibert worden und ungeferlich alles vorhanden ware, hab ich in der gerkamer der kirchmeister kist sehen stain, darzu jeder van innen veiren einen sclussel zum clauster oder scloss hat, zudem hab ich des pastors schaff in der mauren angesehen, darin sin breiff die pastorei antriffend ligen, darzu er und der elste kirchmeister einen sclussel habenBd.5, S.243. Und gedacht wie dannest der kirchen und armen und de▀ pastoir▀ breif und siegel und geregtigkeiten hondert und vil jaren da befor, so trevlich und fleissich verwart und versorgt weren, auch jeder zit wan da▀ nodich gewesen besonder in miner zit die kist und da▀ schaf eindregtich wie da▀ bruchlich uff und zu gesclossen haben, ohn da▀ man sich ehe zitzs under un▀ drumb geirret hab. Und feil mir under de▀ weiter▀ ingedancken von der hauskisten zu Weinsbergh, ob dieselb nach minem absterben auch wol so eindrechtich uff und zu gesclossen und alles wa▀ dar in gehoirte so fleissich sult verwart werden ich machte mir gutte hofnong es worde geschein, wie ich dan noch hoffe. Sult aber immer nach mir zwischen dem hausfatter und executorn irthumb de▀ uff und zu scleissens, au▀nemong oder inlagen▀ oder verwaren▀ einem oder mehe vorfallen da▀ einer oder zwein oder mehe sagten es were nutzs und nodich ein oder mehe andern sprechen es were nit nutzs oder nodich und wenten jeder sin ursachn oder kein ursachen vor, und wurden sich nit verglichn kunnen. So ist min will und befil da▀ sie zu jeder seithen einen oder zwein verstendige und scheidbare frunde erwelen sullen die sie samen ire▀ mi▀verstandes verglichen kunten, wa moglich. Sunst sol es dem herrn official de▀ hofs Coln und dem greven de▀ hohen gerichtzs geclagt werden. Wa▀ die beide al▀ dan erkennen und befellen darnach sol es exequeirt und verricht werden doch da▀ dem hau▀ an siner geregtigkeit nitzs abgebrochen werde. Sic addo et declaro.
Herman Weinsbergh lic. s.s..
 
A. 1584 den 21. dec. uff fritag s. Thomastag min leste raitztag des verlitten jairs bin ich mines raitzgangs abgestanden, und Brun Barthel ist uff dem Swartzenhaus in min stat erwelt und bin wol froe gewest, das ich des bandes dismail untbonden war, dan es hat dannest sinen last alle tage am platz im rade, gericht oder schickung zu sin. Ich war alt, hoirt und sach das best nit, das mir nit so wol eben quam mit anhoeren, mit lesen und dan druff zu bescheiden, und dieweil,ich' zu ergńnzen.alt und nit so fertich und lustich war wie vormail, gefiele mir die rawe und rast eitz seir wol. Man schicke und brauchte mich zu mehe sachen, dweil ich commissarius, licentiat und betagt ware, dan andere von handwirkern, kremer, kauffleut oder jonker. Es sult mir bess gefallen haben, wan ich darin quam, das ich gehoirt, was darumb ginge, und wan ich gefragt, min meinong gesagt het, und weiters nit besweirt wereBd.5, S.243 [481] gewesen dan gemeinlich die andern, aber das mogt mir nit gepurren, moist also gehorsam und darmit gedolt haben. Ich moiss wol bekennen, das villen, die zu schaffen haben und drumb versaumen moissen, der raitzganck ein groiss beswernis auch schade ist, darnach ein jeder gestalt ist. Man leirt und erfeirt wol etwas im rade, das nutz und lustich ist, darvor man sich auch hutten mach, (das man) mit eins andern schaden weis werde, auch vor sich und sin frunde etwas zu behilf ires rechten oder untschuldigung das best sprechen und sollicitern (kann). Sulch fortel mach einer dargegen haben, es einem auch kein unehr dan ehr,ist' zu ergńnzen., wiewol es oft mit schaden und unehren zugehtBd.5, S.244.
 
A. 1584 den 21. dec. starb Marx Ruther in Mullegassen, war von Deventer, ein jonger und richer, feiner kaufman, an der pest, die er ober gefangen und damit den Rhein herab komen was, hat Christian Wickraidtz dochter uff dem Heumart und einen gutter bauhof zu Stammel gegolten. Disser war heubtman in der Mullegassen, sin befelchaber begerten, in mit peiffen und tromen zu begraben wie Paulum van Alfter und Peter von Merhem. Aber dweil ein rait die peiffen und tromen zum begreffnis vorhin verpotten und es eitz saterstag war, haben sie sampt dem ganssen fanen mit reuementeln und sitwern im nachgefolgt und den jongen im sinen staff und wer laissen nachtragen bis an das grabBd.5, S.244.
 
Anno 1584 den 22 tag decemb. am morgen gar froe wa es nit s. thomas tag gar spade beschein ist Johan van Weinsberg der zweite di▀ namen▀ eliger sohn Petri von Weinsbergh und Annæ van Gusten eluden vor den Mynderbrodern in irem wonhau▀ geborn.
Ist wol anno 84 geborn aber anno 85 den 8. janvarii widdergeborn und s. Columben geteufft und den namen Johannes bekomen wie sin eltern begert hatten umb de▀ verstorben Johan▀ Willn da▀ der name widder mogt lauten, der ein patt war Johannes Rotarius canonicus et thesaurarius ad gradus Mariæ, der ander patt war meister Andre▀ van Solingen goltsmidt ein nachpar, daher da▀ kindt sich wol Joannes andreæ kunth nennen, die gotte war min suster Sibilla von Weinsberch.
Di▀ kindt ist auch ein secundarius agnatus de▀ hau▀ Weinsbergh. Gott der her will es zum fromen christen gesparen.
Im jar 83 den 4 augusti do sin verstorben brodergin geborn war, hat ich de▀ datum im verslin begriffen, ihesus ioannem dilexerat exuperanter. Dieweil es aber mit dissem kindt Johan ein jar ubertroge hab in stat de▀ præteriti plus quam perfecti, eitz gesatzst da▀ præteritum perfectum, damit disses geburt jar fonden.
 
Versus numeralis.
Ihesus ioannem dilexit et exuperanter anno 84.
Vide anno 83 den 4. augusti, supra in lib. senectutis.
 
Anno 1584 den 24 decemb. hat mich uff christabendt ein hoichweisser rhaidt widder zum rheinmeister und richter in der Weinschoelen erwelt und da▀ ist zum funften mall so ich doch ein ampt sult tragen war es mir am leibsten gemegligsten und neigstgelgenen. wanne joncker Johan Judde weinmeister eitz nit were rhaidtzrichter were worden, so hetzs mir wegen der ordnong und alters wol gepurren mogen. Dieweil er aber vom adel und burgermeister gesclechth ware ist er fast jonger dar zu vorgezogen. Bin▀ seir wol zu freden.
 
[481'] A. 1584 den 24. dez. uff Christabent ist min 23. fanenwacht uff die Eigelsteinsportz gefallen, und wiewol uff das hoichzit ein ungelegener tag ware, darzu unfeletich witter, noch dannest zouch ich im groissen regen uff die Eigelsteinsportz, Dr. Acht heubtmann mit sinem fanen van s. Maximinenstrass uff s. Severinsportz. Da besclossen wir zu 12 uren das alte jar, fingen do an zu singen: ,Puer natus est nobis' und ,Dies est laetitiae' und machten uns mit dem neuwen geborn kintlin Jesu frolichBd.5, S.245.
 
Anno 1585 den 25 decemb. finge di▀ selich neuwes jar nach der geburt ihesu christi uff einen dingstag an. und wie ich under der prædigen van der wagt zu hau▀ quam ginge ich zu s. Jacob in die hohemi▀ bin aber durch allerlei geschefft verhindert da▀ ich nit communiceirt hab. Doch da▀ hoichzitlich fest glichewol mit andacht und freuden gehalten, wie gewontlich.
An dissem tag vor der mittags maltzit hab ich da▀ offergelt im hau▀ umbgetheilt da▀ den abendt zu vor nit kunth geschein dan sie nit alle bei handen waren wie ich uff die wagt moist zehen, gab wie nachfolgt.
 
Item minem broder Gotschalckgestrichelte Linie1 raitzeichn.
Item mine▀ broder▀ frawen Elisabethngestrichelte Linie1 raitzeichn.
Item miner suster Sibilln Weinsberghgestrichelte Linie1 raitzeichn.
Item jonfer Lisbetgin Horn▀gestrichelte Linie1 raitzichn.
Item neif Herman Weinsberghgestrichelte Linie3 rad. alb..
Item neiffen Gotschalck Weinsberghgestrichelte Linie3 rad. alb..
Item Bertzs Schall dem leerknechtgestrichelte Linie3 rad. alb..
Item Lisbeth van den Steinen der magtgestrichelte Linie1 ort rad.d.
 
Dem offerman s. Jacob und s. Peter in beiden kirspeln und dem gaffelbodten swartzhau▀ und andern wa▀ ich den vor offergelt geben hab setz ich nit her zu.
 
Anno eodem den 26 decemb. uff s. stephan▀ tag ist min swager Johan van Duytzs bei un▀ zvWeinsbergh komen essen, und un▀ geklagt da▀ im vorkomen sin ingekleidte dochter Lisbeth Duytzs zu Claren begerte nit im cloister zu pleiben, dan sie kont da▀ latinsche singen und lesen nit geleren. Mir sagten man solt vernemen wie es dar mit were, und ihm darnach rathen, wie alter darnach gefragt wart, hatzs noch keinen mangel.
 
A. quo supra uff den 27. dec. s. Johanstag in den Christhilligen tagen sol N. Monhem, ein jonck rich burgers sohn, der abatissen zu s. Marien deinstjonfer N. von Mettern, ein vom adel aus dem lande von Gellern, getruwet und zur ehe genomen haben widder aller siner frunde wissen und willen. Er hat vor eim jar und lenger mit herrn Pilgrum burgermeisters suster dochter von Pingsthorn im heilich gestanden, (man meint nit anders, der heilig sult vor sich gangen sin), so wart er doch von andern sinnen und freihet joncker Anthonii Ryncken dochter, die er auch zur ehe sult gehat haben, aber die starb underdess, so hat er mitler zit umbgezogen und sich versoicht, binnen jars hat er sich zu meinem neiffen, dem obersigler zu s. Severin, in die kost getain, da auch min neiff doctor Muisgin in der kost war,Bd.5, S.245ich kan noch nit wol geluben da▀ er dissen heilich mit jonfer Mettern mit irem wissen und willen gethain hab, dweil er innen befollen und vertruwet war. Doch ist nit hoich daran gelegen ist) ist nit so rich al▀ er, der jarligs wol tusent [482] taler renten mach haben und mehe, wie man sagt. So geschein der heiligen vil, da man nit gliche rich ist, so ist sie auch vom adel, des er nit ist, das er villicht gesoicht hat und vill vom adel helt, das sie also wol mogen umbweren und haushalten. Sin vormonder hatten in frohe ins keisers hoff getain, da mach er den adelischen brauch gesehen und lust zum adel bekomen haben. Vill halten grois vom adel und hoher gebort; ich laiss es gern zu, wan tugent, geschicklicheit und groiss gutt darzu ist, dan kunnen dieselben durch iren adel und geburt im hoehe domstifften, zu fursten, bischoffen, abten, comturen erwelt oder sunst bei fursten zu hohen emptern zu hoff befordert werden, lichtlicher als andern, die nit vom adel sin, wiewol es denselben auch zu zeiten gluckt. Sunst wan sie nit tugenthafft, verstendich, geleirt, fleissich oder rich sin, so weiss ich nit, was in der adel hoich nutzt, ist in balder schedlich, dan schamen sich zu arbeiten, kaufluten und herrn zu dienen, hantwirker zu leren, dadurch der unedel edel mach werden, der arm rich, der klein groiss kan werdenBd.5, S.245. Aber etlichen ist der moit so hoich und dencken da▀ endt nit wa▀ folgen wirt. Der so gesinnet der meint wan er edel von geburt oder joncker gescholten warde dan were im vil zu gelaissen also dhoin die trasones im kreich und zu hof ist dan kein groisse inkompst oder gut da, so ist nichtzs.
 
A. 1584 den 30. dec. uff sontag nach christtag hat der churfurst von Coln, Ernestus, eitz das raufhaus Horst bei Nuiss, das die freibutter einem von Pallant abgesehen, berant und belegert und nuhe etliche tage darvor gelegenBd.3, S.255. Wie es fharen wirt, mach folgens au▀schallern.
 
Anno eodem den 31 decemb. war es newe jar▀ abendt do haben unser sieben am disch zu Weinsbergh uff der stoben gesessen und ist unse alte magt Sibilla Schab van Polhem dar zu komen, da▀ unser acht worden undTilgung: syn; unterstrichenhat jeder sinen genannen am dischs gehat Herman Gotschalck Elisabet Sibilla jede▀ namen▀ zwein, da▀ seltzam war. Ist aber dasselb vor drei jaren min oder mehe noch ein▀ under denselben daselbst widderfaren. So haben wir gutten wien gedroncken, de▀ gewagen ein dem andern in allerglichheit uber ein zukomen ein newes jar gewunscht und da▀ alte besclossen.
 
Dissen lesten tag decemb. ubersclagen, da▀ ich di▀ verlitten jar an weissen wein so firn so rewe die q. vur 6 alb. 4,5 alb. 4 alb. verthain, doch wol den halben theil uff der wacht
Summa facit 148 quarten.
 
Item an rodem wein ohn wa▀ ordinarie uber dischs verthain die q. 3 alb. 2 alb.
Summa facit 64 quarten.
 
Item noch an raitzeichen so ich verschenckt und auch verdroncken
Summa facit 48 fleschn.
 
Noch ubersclagen da▀ ich di▀ jar an sportelgelt und wa▀ mir geschenckt und ich verdeint hab, ein▀ zum andern gethain.
Summa facit 131 gl. current 22 alb..
Facit zu dall. 62 dall. 28 alb.
 
[Das Jahr 1585]