[Das Jahr 1586]
 
[627']
 
Anno domini 1587 mit got angef..
Anno 1587 den 1. janvarii uff donnerstag newjars tag genant bin ich nach miner swacheit al▀ ich noch allerding gesont ware zum andern au▀ dem hau▀ in die kirch s. Jacob gangen und da die hoemi▀ gehoirt, godt gelobt und gedanckt und vor alle wa▀ selich und gut were gebitten, denselben tag fort still gewest bi▀ uff den abendt, do die portion mit gebrait gebessert wein geschenckt frolich gewest und da▀ newe jar mit ihesu besneidung angefangen.
Dieweil ich aber ihn etlichen verlitten jaren den hau▀gnosen zu Weinsbergh uff dissen tag ein neu jar in minem leben geschenckt, de▀ sie nach minem absterben zu gutter ermanung und warnong zum besten sulten gedencken, so wult ich es di▀mail nit gern achter weghenlaissen und glichfal▀ ein newjar schencken. Wa▀ es aber sin sult dar umb hab ich mich bekommert. Und hab gedacht da▀ nach minem abscheiden zwischn den hau▀gnoissen zu Weinsbergh nitzs erlichen nutzer und leiblicher were dan eindragt, derhalb ich innen gern etwa▀ zun neuwen jar willen geben, dar bei sie an die eindracht gedachten und die fest underhilten, es heischt aber eindragt zu latin concordia seu unanimitas, einhertzigheit da die hertzer aller hausgnoissen eine▀ sin▀, meinong, und sitten im gutten, erlichen, und nutzsten weren. Und un▀ disser zit dieselbe eindragt nirgen be▀ bei kunnen verglichen dan bei einer schoener wolroichender roessen. Dan man findt und sicht in der roessen, da▀ alle und jede bletter wie hertzer figureirt, gebilt, und gestalt sin, unden spitzs und oben ront und breiter eben eim hertzen glich. So gib ich den hausgnossn vorg. jeder zit wesend alsulche roe▀ der eindragt und einhertzicheit, damit sie nuhe deste be▀ darangedencken moegen, hab ich daruff folgendt epigramma gemacht und herzugesatzst.
 
Decastichon.
Unavimes xenii rosa vult conuiverecunctos.
Quolibet in folio cordis imago docet.
Stant in honore simul, dva corda iuganturamore.
Concordate simul sic peto vitferi.
O rosa virtutum concordia, paris amatrix.
Corda tenes iuntim, pacis odore vales.
Crimina nec maculas rosa candida continet atras.
Purpurea aspectus lætificarue rosa.
Horto conueniunt uno vineta rosetis.
Viticolæue meisic sitis unavimes.
 
Explicatio.
Alsulche oese mines geschenckten neuwen jar▀ erfordert und will da▀ alle menschensullen ein modich und einhertzich sin, ursachen da▀ die figur und bildtni▀ jedes blats der roesen sulches leirt und ermant, dan jeder blat ist gestalt wie ein hertzs, und da▀ hertzs mailt man dem roesen blade gelich. Iha die roesen bletter stain in der roesen samen beieinander ihn ehren und freuden, und die roese vergaddert und bestat ire hertzen mit leibe und fruntschaft samen. Also bit und beger ich fleissich, ihr Weinsbergse hausgnosn wilt euch einhertzich samen vertragen. O eindragt ein roese aller tugendt, ein leibhaberin de▀ fridens, dhu heldts die hertzen der menschen samen einich, und bi▀ freftich und leiblich im geroch de▀ fridens. Ist die roese snehe wei▀ so hat sie gar kein sunde, untugendt, laster oder swartze boese hesliche schantflecken in sich dan sie ist rhein von hertzen. Ist die roese aber purper und rhoit so erfreudt sie [628] der menschen augen und ansehen, auch ermant ir rothe da▀ die hertzer in leibe der eindracht sullen fevrich sin, brennen und eiffern. Glich wie auch ihn einem hof oder garthen die weinstock und roesenstreuch samen stain, wassen und sich verglichen, also verglicht ihr mein liebe hau▀gnoissen zu Weinsbergh euch auch samen sidt eine▀ gemoedes, einer stahe dem anderen in allem gutten trevlich bei. Die roesen haben ein soi▀, leiblich genoiglich geruch, vur allen frommen leuthen laist da▀ wolsmeckende geruch der eindragt und gerucht vre▀ einhertzigen friden▀ vor die nase komen, ir schoin rein weisse und purper rothe farb vor allen augen scheinen, da▀ es jeder sich hertzlich erfrewe, und es lobe. Und ob die roese ohn da▀ noch tugendt und kraft an sich hat, so wil ich es doch di▀mail darbei laissen, allein di▀ dar zu thoin, wie der konincklicher propheit David im 87ten psalmo sagt, deus qui inhabitare facit unius moris in domo. Got ists, der da macht da▀ die ihenigen so einer sitten sin ihn einem hau▀ samen sin, und drin wonen kunnen, alle▀ zu verstain in gutten sitten und gewonheiten der eindragt und ander tugeten. Und wie Salustius sagt, concordia res paruæ crescunt, discordia maximæ dilabuntur. Durch eindracht wachsen kleine dingen, und durch zweitragt zerfallen groisse dingen. Und dweil da▀ hau▀ Weinsbergh eitz noch klein und geringh ist, so ist ihm die eindragt am aller nodigsten.
Wa▀ stucken aber zu der eindracht gehoeren und wie einhertzicheit fridt leib und fruntschaft zu erhalten und zu machen were, ist hie zu lanckweilich an dissem orde zu schriben. Mach an eim andern orde geschein, oder da ichs nit wurde schriben, mach es min erb oder executorn durch einen anderen verschaffen. Got verlene sin gnade zur eindracht und fride tuschen allen hau▀gnossen zu Weinsbergh, in▀ gmein groi▀ und klein, rich und arm wie sie samen alle bletter durch die gansse roese samen stain und herlich bloen, und zeunen.
 
Anno 1587 den 2 janvarii gehet da▀ gerucht umb disse zeit in Coln wie graif Salentin von Isenbergh der abgestanden churfurst zu Coln mit der erbvaichdien in Coln versehen oder belenet were. Und het schoin den licentiatn Brakel zum scholti▀ s. Gereon und uff dem Igelstein und sunst durch die erbvadei in Bispincks stat stadtsicgesatzst. Ob di▀ nuhe also in der warheit sie kan ich noch nit eigentlich wissen. Wan es aber geschein were, damit sult graf Adolf von Nuwenar und Mor▀ ubel zukomen dan demselben hat die erbvachdei von sinem fatter und voreltern zustendich gewest, wie auch da▀ er erbhaifmeister de▀ ertzstifts Coln ist wa ihm da▀ ampt pleibt. Und mach wol sin da▀ er propter feloniam, da▀ ist, umb da▀ er dissem neuwen churfursten Ernesto von Beiern zu widder gewesen, und die wapen gegen innen gefoirt, und dem abgesatzsten churfursten Gebhardo trucksessen beistendich gewesen. Wa▀ di▀ vor einen au▀ganck nemen wirt, da▀ mach man zu siner zeit vernemenn. Der von Nuwenar ist eitz aller siner heusser und herligkeiten untsatzst, lufft umb die brende ist oistwartzs gewesenTilgung: syn; unterstrichen. Sol eitz in Engelant sin. Er ist noch jonck von jaren, hat auch ein hausfrawe [628'] von Nuwenar die betaget ist und hat noch keine elige kinder. Bleibt er in leben mach schirmorn villicht sich vertragen, sin landt zum theil oder zum mail widder bekomen, oder etwa▀ darvor. Wa er aber stirbt, mogen sin neigste bewanten auch handlen wie sie kunnen. Ob es aber de▀ grawen von Nuwenars wolverdeinte straf sin da▀ lai▀ gode befollen sin.
 
Anno 1587 den 3 janvarii ist min geburtztag dissen morgen gewesen, da▀ ich in min 69 jar mine▀ altersTilgung: getroden syn; unterstricheltabgelacht und in min 70 jar getroden sin. Und wa mir got de▀ leben▀ gunnen wirt bi▀ in▀ jar 1588 so werde ich 70. jar alt werden. Aber binnen dissem jar mach sich allerlei zutragen, de▀ man gedultich erwarten moi▀. Es sagt wol m. t. Cicero ihm sinem boichlin, vom alter, nemo tam senex qui se annum non putet posse vivere, da▀ ist neman▀ ist so alt, der nit meinet da▀ er ein jar leben moge. Ich meine auch dweil es mit mir widder zur gesontheit reicht, ich mogt noch wolTilgung: eyn; unterstricheltda▀ jar au▀ mogen leben, da▀ ich 70 jar alt wurde dan in dem 70 jar ist da▀ alterthumb im rechten etwa▀ mehe gefreihett dan vor hin. Wan da▀ man meint noch ein jar zu leben, das kan wolTilgung: k; durchgestrichenein hofnong zum leben ein▀ jar▀ sin, darnach der menschs geschaffen oder gesinnet ist, so kan es auch bei villen und gemeinlich ein hofnong sin. Wilche hofnong doch ungewi▀ ist und faelen kan, besonder bei den alten, die jongen dencken wenich dran, meinen sie sullen hondert jar alt werden. Ob schoin der sterbtag ungewi▀ ist, so ist der dhoit doch gewi▀, dan uff jeder sin regnong frei mache, da von ich folgen versgen gestalt
 
Distichon.
Nemo senex adeo est annum quin vivere speret.
Spes aliquando tamen fallit ut umbra solet.
Raro quidem vetulus sibi multos asserit annos.
Nestoreis juvenis certior esse putat.
Annorum decies septem nunc imminet ætas.
Admonitriæ obitus, conciliato deum.
Est incerta dies mortis, certissima mors est.
Vive hodie quasi cras haud superesse queas.
 
Expositio.
Nachdem das leben soi▀ ist und sich die natur vor dem dhoit furchtet, so halt ichs dar vor da▀ keiner oder wenich alten sin sie meinen und hoffen noch ein jar zu leben, wiewol die hofnong zu zeiten faelet wie der schun pleicht zu faelen. So lang die sonne oder da▀ licht scheinet und frolich wol zugeht ists gut. Wan die son aber mit wolcken verdonckelt wirt verswindt der schein eilens. Die alten lagen uff vil lebens nit zu, aber die jong leuth meinen sie sullen so alt werden wie der Nestor. Min sibenzigh jarich alter drinckt her an, wilch mich zusterben ermant, wie psalmo 89 stehett, da▀ da▀sicdie tage unser jaren 70 jar sin. Da sie aber in den wolvermogenden 80 jar sin, wa▀ druber ist arbeit und smertzs, derhalb ich und jeder sich mit gode frei versoene. Der tag und stunde des dhoits ist ungewi▀ der thoidt am alter gewisten. Derhalb lebe also heude al▀ sult der morgen de▀ andern tags nit uberich, da▀ mir und jedem zur warnong gesagt ist.
Ich durfft aber nit hoffen, ein jar zu leben und ins jar 1588 zu treten, dan eitz vil bois von dem jare gesagt und geschriben wirt, wie es schrecklich vor vilBd.5, S.282 [629] anderen jaren sult sin, wie disses ein mathematicus in Saxen, Nicolaus Weisen, wil bezeugenVgl. Novelle biographie generale I, 634., der ein prognosticon vom jar 1573 bis auf das jar 1588 hat gemacht und anzeugt, das im jar 1584 zwa finsternis und ein schreckliche coniunction gewesen, derglichen man nit meh dan zwa in den 2000 lesten jaren der welt im feurigen trigono gehat. Die eirste under keiser Octaviano Augusto 6. jar vor Christi geburt, die zweite under keiser Carolo Magno, die dritte und leste aber im 1584 jar, in wilchen 4 jaren 84, 85, 86, 87 sich vill jamers mit kreich, uffror, rauben sult zutragen. Vom jar 1588 sagt er, der mathematicus Johannes StofflerusVgl. Allgem. dt. Biographie XXXVI, 317.sulten etliche propheterung anzeigen, daruff folgende reimlin gemacht werenBd.5, S.282sol aber sin 1588 ich lai▀ die 1500 au▀ sunst het da▀ eirste rimlin zu vil sillaben, were zu lang.
Vom jar 1588.
Wan man zellt achtzich acht.
Das ist das jar, das ich betragt.
Geht in dem die welt nit under.
So geschehen doch groiss wonder.
Disse reimlin sin dem folk im monde. Es ist war, das gesteirn hat wol sin zuneigungen, aber notigen nit. Auch hat ers vom jar 1584 bis herzu zimlich getroffenBd.5, S.282in den Nederlanden, ertzstift Coln, Franckrich, Engelant, aber in Italien Hispanien, Behmen, Denmarck, Sweden, Venedien, Oisterich, Switzen, Beiern, Swaben, Francken, Saxen, Brandenburg Brunswigh und der ort ist e▀ fast reuwich und still gewest. Derhalb mach machsicman sich glichwol besseren, got versoenen, und es alle▀ ihn sinen gotlichn willen stellen.
Und dweil er dissen 3 janvarii samstag war und unse Leisbetgin Horn▀ und rmerie Smidts fasten, hab ich da▀ fest bi▀ uff sontag den 4 janvarii den abendt ingestalt, do die portion mit 1 hennen gesotten, und 2 honer gebraten, mit zucker koichlin und scheffen koichen gebessert. Item quarten roitzwein▀, 1 firdel firn▀ wein▀ und 1 firdel new▀ rhaitzwein▀ zum besten geben, und un▀ frolich gemacht, alzugegen im hu▀ und Gots. Margreth.
 
Anno 1587 den 3 janvarii ist min 75 fhanenwacht widder uff s. Severin▀portzs gefalln. Ich bin selbst nit uffgezogen, dweil ich noch swach war, aber min lutenant und ander befelshaber. Doch hab ich 10 alb. vor 2 wein▀ bezalt.
 
Anno 1587 den 5 janvarii hau▀koninck gekoren und fort da▀ konincksessen mit gehalten. Neif Gotschalck Weinsbergh wart koninck, moist Ż daler zu fischen geben da mit die portion gebessert wart wiewol es fleischtag war. Min▀ broder▀ frawe Elisabet Horn▀ gab 1 fi. wein▀ wie abgeredt war. Ich gab 1 fleschs ratzwin▀ min broder auch 1 fleschs rhaitzwein▀ und waren under un▀ zu Weinsberg frolich, neman▀ frembder▀ hatten mir bei un▀.
 
Anno 1587 den 6 janvarii uff der h. dreikonincktag am abendt umb 11 vren ist da▀ kindt Magdalena Fix van Eller uff s. Gereon▀stra▀ gegen Nazareth uber geboren, elige dochter mine▀ swager▀ Adolphi Ellern genant Fix und Elsgin van Dutz miner nigten. Und ist folgens den 3 feb. uff s. blasii tag im hau▀ von dem pastor s. Christoffel geteufft. Sin tauffgotten waren sine▀ fatter▀ motter Eva und siner moenen van Nuy▀ Magdalen, wilche den namen hilt dweil vorhin ein Eva da war. Der taufffar war der motter broder Reinhart van Dutzs. Di▀ kindt ist ein cognatin primaria zu Weinsbergh auch ein erbin dar an, dweil ire frewe min suster Catharin van Weinsbergh vorhin verstorben und ir hergen Johan van Dutz, wie auch ihre motter nit dan die leibzugt hatten.
 
[629'] Anno 1587 den 7 janvarii ist joncker Mattheus von Wolfskeel min gesel und urthelsmeister uff die godestags rentkamer zum beisitzer erwelt, wiewol das keine platzs ledich ware, filligt dweil es ihm vorhin gegen Diederich Ploger gefaelt, so hat man in zum vorrade erwelt, das es ihm zum neigsten nit falen sultBd.3, S.361dan da▀ ampt brengt etwa▀ forthel▀ und digniteten bei, da▀ sie mit den 6 herrn und sindicis in die schickung beroiffen werden, also swagerschaft gespilt.
 
A. 1587 den 7. januarii hat Peter Schenk von Nideck, des Mertin Schenken broder, heubtman, sich des herzogen von Gulch etc. offentlich viant ercleirt und zugeschreben, er sult im alle monat 20 tusent daler und 200 malder fruchten verschaffen, ob er wult sin lant mit feur und swert versoichen, das man dem alten fursten nit wol durft ansagen, der eitzs 72 sins alters hat. Die ursach sol sin, dieweil die Schenken dem Trucksessn und den Engelschen deinten, in Geller, Berk, Wachtendong, Cracaue lagen, und der herzog von Gulich sinem neiffen, dem bischof von Coln, Ernesto, und konink von Hispanien wol gewogen und den Hispaniern Orsaue, Berk und ander stet ingeben, auch Wesel benauen laissen, so hilten sie in auch vor viant. Man sagt, sie hetten die amter Caster, Wassenberg, Bergem und Nurvenich hart betruwetBd.3, S.361.
 
A. 1587 den 8. jan. wart herzog Fridrich von Saxen, choirbischof im dom zu Coln, in den domchoir vor an das gerimst an die siede, da der domprobst pleicht zu stain, mit gepreng, wie eim fursten zustehet, und eim nachgehnden pfert begraben, als er vor 4 weghen toit und gebalsamt was gewesen. Das sich so lang verzogen, bis sin broder herzog Magnus und herzog Mauritius darzu waren komen, die mit den executorn, graffen Salentino van Isenberg und dem von Rifferscheit, dechen s. Gereon, irtumbib. f 207 b, f 208 a b.hatten, das sich her Sale(n)tin der executorschaft abdedeib. f 219 a b (Jan. 22)., ein rat zu Coln in das sterbhuis soldatenib. f 208 b (Jan. 7).lachten und die creditorn mit recht sprachen. Den 10. jan. wart sin begenknis im dom gehalten. Und hat also sinen bescheitBd.3, S.361. Der colnisch kreich ist ohn zweiffel ein ursach sines thoidts gewest dar in er sich zu vil bemohet, sunst war er noch jonck von jarn.
 
Anno 1587 den 9 janvarii ist da▀ kindt Elisabeth van Polhem elige dochter Gotschalcks von Polhem und Engin von Morstorp mine▀ neiffen und swegern uff der Erenstraissen geborn, und den 18 janvarii zu s. Aposteln geteufft und von mine▀ broder▀ frawen und einer frawen uff dem Numart die beide Elisabethn heischn benant. Her Lutgerus Hersbach obersigler war der patt. Und di▀ ist ein cognatin secundaria zu Weinsberch.
 
A. 1587 den 10. jan. umb diss zit, als vorhin der nederlenschen Staten capitein aus dem scloss zu Wawe, wilch glich vur Bergen uft Soum licht, uff die jagt geritten war und darzwischen sin lautenant des von Parma kreichsfolk heimlich ingenomen und den capitein, von der jagt komende, darvor gehalten und die von Bergen sich dess hoich besorgten, haben die Staten das scloss umb diss zit hart belagt. Und wie man sagt, so ruste sich der von Parma stark und gedenkt die belegerung uffzusclainBd.3, S.362.
 
[630] Anno 1587 den 11 janvarii uff sontag hat Henrich Bruyn gla▀worter zum Aren uff der Drencken hinder s. Georgens thorn sin krentzgin gehalten dar uff ich neben den andern kirchmeistern und achten gewesen, der sich der neuwer kostordnong de▀ kirspels gehalten. Und hat mir da▀ krentzgin geben, dan er der jongst oder lest war ich aber der elste mit dem die kostordnong widder anfangen soll.
 
Anno 1587 den 12 janvarii al▀ min swager Johan van Dutz da▀ wasser geladen und vermirckt da▀ die suchte teglich zunam und seir sorglich war hat er den caplan s. Jacob zu sich komen laissen, gebicht und sich mit dem h. sacrament und h. oli verwaren laissen, dan er seir catholischs ware.
 
Anno 1587 den 12 janvarii breif von Aloff bauman vaigt zu Castor untf. dar in er geschriben, da▀ besetzs de▀ landtzs zu Dusseldorf wilch Beilgin Loesen schiffer Evertzs dochter beschein were bei den frunden noch bedencklich und stritbar. Dweil mir aber dasselb vor hin Matthei▀ Nei▀ dem brutgam uff unser nichten anzeige vor gewi▀ uff dem heilich zugesagt hatten, und eitz vor kunftigen irthumb un▀ derhalb besorgten, derhalb hab ich neben minem boder bemeltem brutgam sulchs mit notario und zugen schriftlich laissen anzeigen, sich darnach zu richten. Und folgen▀ den breif im selbst vorgelesen ehe die bruloft gehalten worden, dan man kan sich vor irthumb nit zu wal verwaren.
 
A. 1587 den 13. jan. hab ich bis herzu in die 5te weg im hembt gesclaiffen, dweil ich krank gewesen, und mach auch fortan dissen kalden winter aus toin widder minen alten brauch, dan ich an 30 oder 40 jarn nit im hembt gesclaiffen hab, dan dasselb altzit abentz aus getain, wie kalt es auch gewest sie, ich were dan baussen Coln in herbergen uff sorglichen bedden gesclaiffen oder uff der wagt in den kleidern plibenBd.5, S.282.
 
Anno 1587 den 15 janvarii hat mir Wilhem Richartz van Metternich min pachter zu Swartzem 2 haenen in stat der capunen geschickt, und im breif vermelt da▀ er van minem lande 29 gl. schatz sint unserer lester regnong bezalt hab und moist eitz widder van jedem morgen ein ort konincks daller geben. Beleif sich 7 dall. 1 ort dallers. Mit beger ich wult im die eitz zuschicken dan er kunt es nit beibrengen da▀ man nit in weiter schaden fiele datum 14 janvar anno 87. Ich sagt zum knecht es hilte sin herschaft den vertragh nit. Ich bequeme van dissem jare nitzs, auch da▀ alte nit, er were mir fast schuldich. Ich het im auch bei 33 mald. quidt gesclagen, sult ich noch mehe au▀geben da▀ kunt ich nit dhoin. Min gnedigster were mir noch von 5 jarn min renth am zoll Andernach schuldich so bequeim ich daher noch van andern orten nit. Ich kunt es auch nit beibrengen. Er moist rhaidt finden da▀ schade verhoit wurde, und mir minen vertrag halten sunst durft ich in auch nit halten. Und dweil ich unmoissich war kunt ich im kein antwort di▀mal schriben. Und ist ein swerer handel mit dem kreich und schatzung. Wa hatzs sin ende.
 
Anno 1587 den 19 janvarii bin ich eirst nach miner kranckheit in rhat gangen und minen eidt gethain und vil herrn haben mir gluck gewunscht, dan man meinte ich were thoidtlich kranck gewesen. Got hab lob und danck, da▀ ich genesen bin.
 
[630'] Anno 1587 den 21. janvariiTilgung: Feb.; unterstrichenist min 76 fhanenwagt uff die Haneportzs gefallen die ich noch nit so fertich war und min lautenandt verreist, hat min fendrich un▀ stadt di▀mail vertrotten. Item 2 q. wein▀ 12 alb. verzert. Item 26 heller vor kertzen gehatt.
 
A. 1587 den 23. jan.Am 26. Jan. Ferber l. c. S. 232.hat Mertin Schenk Ruirort, das scloss und stetgin, dem fursten van Gulch ingenomen, dan, wie etliche loese gesellen im stetlin lagen zeren und vermerkten, das am scloss kein groisse wagt ware, haben irer zwein angekloppt, ire wer tuschn die porzs gestoissen, das sie nit zu mogt gesclossen werden. Daruff irer ander gesellen etliche gefolgt, ingedrongen, die porzs und scloss erobert, ein weis fendlin oben ausgestochen, daruff alsbalde zu schiffen van disser seiten ubergefaren und innen zu hilf komen, das sie des scloss und stetlin allerding mechtich worden sin. Darnach ins lant gestreuft, geplondert, gebrant, hauwen die weidenbeum darumb allenthalben ab und starken sich fast. Man hatzs dem alten fursten lang nit durfen anzeigen. Als es sin f. gn. aber vernomen, ist sie gans ungedultich worden. Dabefor hat er Issem und Eil im erzstift Coln und Schraueln im lande von Cleff gelichfals erobert. Vur Burick, darin Hautepen war, hat er auch einen ansclach gemacht, der im gefailt hat. Und starkt sich Schenk teglichBd.3, S.362.
 
Anno 1587 den 27 janvarii starb Drutgin van Dutz uff dem Steinwegh Johan Numartzs frawe und un▀ Lisbetgin Horn▀ halb suster am wasser und verlei▀ 7 lebentiger kinder. War nit vil uber 40 jar alt.
Anno 1587 den 28 janvarii uff godestag am abendt spade starb min swager Johan van Dutzs miner suster Catharinen man an der wassersugte, oben uff der Bach in dem hui▀ zur Hardefuyst bei siner ander frauwen ElsginTilgung: kre; durchgestrichenOverkamps sine▀ alter▀ von 75 jaren. Und ware seir dick von wasser uffgelauffen, sin kinder hatten im in siner kranckheit vil truwen und deinst beweist den er doch im leben hart gewest wa▀. Wart am folgenden saterstagh darnach den 30. janvarii zu Frawenbrodern in sant Josepho capel in miner elter graf bei sin hausfrawe Catharin van Weinsbergh mit 2 orden, und 8 par preister begraben. Er war ohn da▀ der welt nit seir nutzs mehe dan er kunt nit wol sehen, hoeren, sprechen. Hat ein verbrandte mistalte handt derhalb in vil Fuystgin nanten. War von groben sitten, ein zorniger haistiger man. Sin floich wa▀, sant vitzs dantzs, er war von starcker naturn mit essen und drincken, ligen und rast, gain und stain, durf sich unverzagt mit gewerten luden sclain. Wa▀ zimlich moitwillich, sach neman▀ an wan anginge. Sunst wa▀ er getrewe, rechtfertich, arbeidtsam. Und ob im da▀ gluck uffs lest nit leif da▀ er narloi▀ worden so hat er da▀ wenich geclagt. Wa▀ im alter seir guit catholischs ubel mit den guissen zu friden, ginck gern zu kirchen, bedet vil, barmhertzich uber armen. Hat jonck da▀ meler ampt geleirt des er doch nit geubt umb der boeser handt willen. Hat in den Nederlanden vorzeiten im rabolt und kreich gelauffen. Von anno 1548 da▀ er min suster bekomen hat er zum Aren uff dem Numart wein gezapt bi▀ er den Aren verkaufft, etliche jar uff dem Hundtrucken gewont, uffs lest anderhalb jar zu Augustinen in die kost gangen, bi▀ er uff lest Elsgin Suerkamps zu kirchen geleidt da▀ sie siner warten sult, die er nit ein halb jar gehat und dieTilgung: nicht lesbarnachgelaissen hatt, sampt vunf eliger kinder. Requiescat in pace, amen.
 
[631] Anno 1587 den 31 janvarii al▀ mir Gerhardt Ducker zu Oedt bi▀ her zu an 6 jaren schuldich gewesen, nemlich ein restant der pensionen 14 goltgl. von anno 81. Item 20 goltgl. von anno 82. Item 20 goltgl. von anno 83 item 20 goltgl. von anno 84 item 20 goltgl. von anno 85 item 20 goltgl. von anno 86 alle termino omnium sanctorum gefallen. Und ich an bemelten Ducker etlich mail geschriben und innen gemant umb bezalung, derhalb er die ihenigen zu Lobbrich mit recht vorgenomen und sin gegen underpfendt angesprochen die sinem fatter und im widder verschriben waren. Und die besitzer so fern genoittigt da▀ sie heude zu mir komen mit namen Rutger Nuyn▀ zu Lobbrich vor sich und Johan zum Buschs sinem swagern und hat Wilhelmus Koex schrinschriber zwischen innen und mir gehandelt da▀ ich innen etwa▀ nachlaissen sult umb de▀ groissen schadens willen den sie in dissen kreich erlitten hetten. Also hab ich mich mit innen vertragen da▀ ich innen ein pension 20 goltgl. vor eirst quidt gescholten, noch von den 14 goltgl. 10 goltgl. quidt gescholten und vor die 4 goltgl. solten sie mir 8 stein fla▀ geben, mit dem underscheide da▀ sie mir die ubrige 4 pension bar bezaln sulten. Machten 80 goltg.. Und wa sie mir den neigst zu kunftige pensionen fort an nit richtich nach jedem termin einen monat richtich bezaln wurden wie auch die 8 stein fla▀ so sulten innen die 10 goltgl. vorg. nit quidt gescholten sin. Dar uff haben sie mir 26 dubbel ducaten jede vor 3 goltgl. und 2 konincks dall. uberzalt und geliebert, macht samen 80 goltgl. wilche ich von innen ander▀ nit dan in namen und von wegen Ducker▀ untf. und sie auch da von nemlich von anno 81, 82, 83, 84, 85, 86 quiteirt hab. De▀ geschenckten ist dar in nit untwagen, dan ich kann Ducker und sin gutter nit verlaissen die mir obligeirt und hipothiseirt sint. Uber und an dissem vertrage und bezalung sin zu gegen gewest Wilhelmus Koex schrinschriben, Johan Koex sin fatter, her Rutger Busch pastoir in Overrhade. Actum zu Cronenberg in Coln anno die ut supra und ist di▀ pro memoria in einen papirn zittel bracht wilchen Wilhemus Koex und her Rutger Boschs subscribeirt haben. Vide, min rechensboich ibi folio 186 ich hett wol nit gern nachgelaissen, aber ich wa▀ de▀ geltzs bedurftich und begerlich durft auch nit zu hart halten, dan es waren sorgliche zeiten. Und hett weiter▀ drin mogen fallen da▀ mir nit gedeint het, versterfni▀ oder verderfni▀. Und gedacht nutzer ein klein dan ein groi▀ schade.
 
Anno 1587 den 1 febrvarii uff sontag ist Beilgin Loesen mit Matthei▀ Nei▀ in den ehestandt zu sant Columben samen geben worden. Und ist die geiffebruloft den mittagh uff dem Swartzenhuy▀ vur den Augustinern gehalten worden. Ich hab ir den tag geleist und 3 hollensche dall. geben, min broder auch scheir so vil, min suster Sibil auch 1 dall.. Sunst ist neman▀ mehe van unsent wegen gepitten, der man hat die bruloft angesclagen. Mir waren ruwich da▀ mir personlich nit dar quamen. Disse Beilgin war swager Evert Loesen van Orsawen und miner nigten Agnesen Corthn elige dochter. Die motter war lange vor hin dhoit gewest, der fatter hat ein ander frawe und kinder. War verdorben wont noch zu Orsawen quam nit her. Also deden mir unser seliger nichten Agnesen Corthn so vil zu erhen, und waren irer dochter die lang gedeint hat und kein hilf hat, da▀ unden quam wiewol die eltern vil gerichtzhandel▀ zu Dormagen mit un▀ getriben. Mach es ihr wolerghen da▀ gunnen wir ir.
 
[631'] Anno 1587 den 3. febrvarii hat min swager Adolphus Eller gnant Fix uff s. Gereon▀stra▀ sin dochterlin so bei 4 weghen alt laissen teuffen und ist Magdalein genent. Ich sampt andern frunden neben siner mottern Eva und sustern Maria sin da zu gast pliben und er hat gar kostlich mit vil schotteln angericht da▀ bei schlechten frunden nit gewonlich wa▀. Wirt es zu ehren und guttem hertzen gethain haben, de▀ im zu dancken ist. Sol aber nit zum exempel gezogen werden. Und da machten mir mit der motter kuntschaft die mir vor hin nehe gesehen hatten.
 
A. 1587 den 4. februarii haben die hispanische ruter den luden im lande van der Mark uff dem hals gelegen. Daruber Mertin Schenk, der Engelschn und Hollenschn heubtman, komen, die bruck zu Ketwich ingenomen und da umb nit vil nutzs geschaft. Und wult der furst von Gulch, Cleif etc. wol, das er der gest aus sinen landen quit were, kan es ubel werenBd.3, S.362.
 
Anno 1586 den 6 febrvarii am abendt ist min swager und gefatter Benedictus van Swelme und sin hausfrawen Mettel mit fischen und wein zu Weinsberg komen und mir geschenckt da▀ ich von miner swacheit genesen und widder au▀gangen bin gluck gesontheit und heil wunschende, de▀ ich mich hoichlich bedancke. Mach es widder verdienen. Und war mir ire frundtlicheit seir angeneim, da▀ sie aber kosten getriben ist mit leidt.
 
Anno 1587 den 7 febrvarii im fastabent hab ich min kurtzwiliche gedancken an die worther berg und borg gewant und mich bekommert ob vil oder wenich underscheidts dar nitz underscheidtzs dar under sie, und ein dinck were. Und hat mich der name unser▀ hau▀ und gesclechtzs Weinsberg dar zu bewegt, dieweil ich uff etlichen orthn Weinsberg uff etlichen Weinsborg geschriben und getruckt finde, und also underscheidtlich auch pronunciern und aussprechen hoere. Wie dan der glichen wort mehe al▀ Isenberg und Isenborgh Magdenberg, Frauwenberg, Starckenberg und Magdenburg, Frauwenburgh Starckenburg und des vil mehe. Wan sulche wurter nuhe vermengt und ohn underscheidt gesprochen und geschriben were, so were da▀ ein wie da▀ ander, da▀ wortlin berg wie burg. An autem sit differentia vel non differentia horum verborum teutonicorum berg et burg videamus. mons describitur quod sit tumor terræ altissimus ab eminendo, propter quod omne quod eminet mons dicatur. Nuhe zweiffelt neman dran mons latine sie uff dutzschs ein berg und werde also geheischn, dan er ist hoich und steit her vor und zeunt sich fern. Castrum emm est locus muris munitus, dictum a casa quod sit coniunctio quædam casarum. Also da▀ castrum ein borg verdeutzst wirt und heischt, dan wa▀ also mit muren umbfast und gestarckt ist da▀ hat vil gebewes und heusser und hutten innen wie auch die castra militum et exercitus da▀ leger der kreichsleuth vil tenten paulunen und hutten innen hatt, da her der fursten und herrn groisse heusser burge und sclo▀ genent werden. Und nach sulchen signification und ethimologien were underscheidt inter montem et castrum al▀ zwischen dem berge und borge. Aber da▀ wortlin arx wirt die zwei vermischen. Quia arx est locus in urbe vel in monte situs natura munitas, hinc summitas montis et cuniscunque altitudinis ex qua fa [632] cile possunt depolli hostes arx dicitur. Und nach dem verstande sult kein underscheidt sin zwischen dem berge und borge. Nachdem man aber von alten zeiden gemeinlich feste heuser muren graben uff die berge baute und machte dieselb auch sclo▀ und borge nant die sie daselbst (besonder ehe die buchsen und grof geschutzs uffkomen) bauweten da▀ sie wol besclossn und verwart waren, und arce hostes arcere possint. So hat man wenich underscheidtzs gemacht und da▀ wortlin berg vor borg, burg vur berg gebrucht und gesatzst. Wan auch sulche feste stedt und orther ihm im grunde, im ebenen felde, an fleissenden und stainden wessern ligen so nent man sie nit allein borge dan auch berge. Al▀ die vernoimbte richtzstette Nurenberg und Strasberg termineren und endigen sich mit dem wortlin berg und ligen doch uff keinem berge dan in flachem felde wiewol sie borgs und bergs gnog sin. Wan ein hauffen erden, sande▀ kalx stein oder ander materien irgen licht sagt wa▀ ein borg erden ist da▀ wa▀ ein burg von andern dingen ist da▀. Man sagt wa▀ ist da▀ vor ein wagenborg uff glicher erden, da ein schantz umb da▀ feltleger uffgeworfen ist, sagt man, da▀ ist ein fridtbergh. Also nent man wa▀ in der hohe oder im grunde licht oft einen berg, zu zeiten einen borg. Und vil stedt findt man die ligen im grunde und haben ein fest hau▀ in der hoe dar bei ligen oder einen thorn dar au▀ sie umbher mogen speculeren, sehen, scheissen und wer thoin. Und nent man dan die stadt mit sclo▀ da▀ ein wie da▀ ander vom berge oder borge samen und besonder wie man will. Derhalb bedunckt mich gentzlich und halt es bei mir vor gewi▀, man finde da▀ wort oder namen geboichstabet Weinsberg oder Weinsborg per o vel v, es sol ein signification und bedudung haben dieweil der berg und borg ab arcendo genent kan werden. Wie der wort und namen vil beizuprengen weren wan man umb sege und die her vorprecht sie legen uff der hohe oder dran, oder im glichen oder eben platten lande. Aber glichewol sol man bei unserm hau▀ und gesclecht in Coln bei einer stetiger weissen und brauch pleiben (da▀ loblich ist und nennen es Wein▀bergh nit Weinsborg vom berge und nit vom burge) ohnangesehen vil gutter schriber, meler, glasworter und gelerten de▀ nit so nau halten und schriben es wie es in in gedancken kompt.
 
Anno 1587 den 8 febrvarii uff groi▀fastabendt ist min 77 fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefallen. Da bin ich selbst mit uffgezogen eirst widder nach miner swacheit, dweil da▀ folcks gemeinlich dissen tag in Coln beschenckt ist. Ich hab nit dan 0,5 quart wein▀ 3 alb. verhert.
 
Anno 1587 den 10 febrvarii uff lestfastabendt haben wir den abendt under un▀ sieven sampt neiffen Gotschalckn und Margreten zum Trauben frolich gewest. Ire zwilling mit suster Tringin sin auch dar zu komen. Doch zur bancketten ist unse nachparsche die beckersche mit irer susteren und eidom zu un▀ mommen komen.
 
[632'] Anno 1587 den 12 febrvarii hab ich die regnongh von der rhaitzchur wilche verlitten s. thoma▀tagh in minem abwesen uff min person beschein mit parceln vergaddert und vor mich selbst ubersclagen. Die hau▀meister mit dem gaffelbotten sin etwa▀ seir la▀ gewest sulten es gethain haben aber wenich dar zu gethain haben den wein noch nit alle ingefordert. Ich hab in auch moissen hoelen und alle kost bestellen und bezaln laissen, inhalt de▀ nachfolgenden rechen▀zittel.
 
Untfanck de▀ wein▀.
Item uff der rhaitzchur anno 86 uff s. thomætag ist von den herrn und brudern der gaffelgeselschaft des Swartznhau▀ allein geschenckt. An wein.
Summa facitgestrichelte Linie165 firdel.
 
Item von andern herrn und frunden nit auff das Swartze hui▀ gehoerende
Summa facitgestrichelte Linie242 firdel.
 
Summa alles geschenckten wein▀.
Facitgestrichelte Linie407 firdel, jedes fi. 6 alb..
Facit zu currenten geldegestrichelte Linie101 gl. 18 alb..
 
Au▀gab vor kost unkost und wein.
 
Item vor 1,5 firdel ertzen so dur gesclagengestrichelte Linie1 gl. 9 alb..
Item vor 3 kleiner schincken samen gewigen 16,5 lb. da▀ lb. 5,5 alb. gekost. Summagestrichelte Linie4 gl. 6 alb. 6 h..
Item vor 3 stump gewigen 31 lb. das lb. 3,5 alb. facit zu gelde summagestrichelte Linie4 gl. 12 alb. 6 h..
Item di▀mail nit dan einen haesen vorgestrichelte Linie1 gl. 9 alb..
Item vor 8 braidthoener in all, der 3 gekost 1 gl. 10,5 alb.. Item noch 3 hoener 1,5 gl.. Item noch 2 ander hoener vor 22 alb.gestrichelte Liniesumma facitgestrichelte Linie3 gl. 20 alb. 6 h..
Item ein lommel gewigen 10 lb. da▀ lb. 3,5 alb. summa facitgestrichelte Linie1 gl. 10 alb. 1 h..
Item vor hamel▀fleischs zu braten 11 lb. da▀ lb. 3,5 alb.gestrichelte Liniefacitgestrichelte Linie1 gl. 15 alb. 4 h..
Item vor kalffleischs zu braten 14 lb. da▀ lb. 3 alb. facitgestrichelte Linie1 gl. 18 alb..
Item vor 1,5 q. essigs facitgestrichelte Linie6 alb..
Item an spitzereien. Item vor 6 loit genfer▀ 4 alb. 10 h.. Item vor 1 loit safran 15 alb.. Item vor 2 loit peffer 4 alb.. Item vor 1 loit neil 1,5 alb.. Summa da▀ krut zu gelde facitgestrichelte Linie23 alb. 4 h..
Item vor 1,5 lb. botter uff die teller. Item 1 lb. botter vor die koch,Trennstrichefacitgestrichelte Linie16 alb. 4 h..
Item 6 lb. hollensch kei▀ da▀ lb. 5 alb. facit 11 alb..
Item 2 q. wein▀ vor die koche facit 11 alb..
Item vor broitgestrichelte Liniefacitgestrichelte Linie3 gl. 16 alb..
Item vor weckgestrichelte Liniefacitgestrichelte Linie2 gl. 5 alb. 8 h..
Item vor 2 q. wein▀ zu hau▀ uber dischs, facit 12 alb..
Item vor holtzs und koln. Summa facitgestrichelte Linie4 gl. 18 alb..
Ohn noch mehe droges holtzs bei mir zu hu▀ geholt.
Item kochloin, facitgestrichelte Linie1 gl..
Item schottelspolersche facitgestrichelte Linie12 alb..
Item geregnet da▀ verzert sie uber dem in maven de▀ geschenckten wein▀, facitgestrichelte Linie2 gl. 5 alb..
Item von Johan Lutzekirchen bliben 2 fi. wein▀ vi▀ ist unzalbar, facitgestrichelte Linie12 alb. ghant ab.
Item miner suster Sibillen ire 6 fi. quidt gesclagen gaint auch ab von untf.gestrichelte Liniefacitgestrichelte Linie1 gl. 12 alb..
[633] Item der gaffelbot nimpt da▀ huisgelt vor ab facit an geldegestrichelte Linie8 gl..
Item zum Overstoltzs vor s. Matthei▀ in de▀ zittel▀ an wein geholtgestrichelte Linie138 q. 2 pinten. Der gl. vor 6 alb. bezalt. Smma facitgestrichelte Linie34 gl. 5 alb..
 
Summa aller au▀gaben an kost wein und unkosten belauffen sich samengestrichelte Linie83 gl. 1 alb. 3 h..
Ohn ohnsicob noch etwa▀ mehe au▀pliben wirt dan ich den wein noch nit all inkomen untf..
 
Defalcatis defalcandis so hab ich di▀mal mehe erobert dan au▀geben wan ichs alles in hett.
 
Summa supra est facitgestrichelte Linie18 gl. 16 alb. 9 h..
 
De▀ hab ich zu halben jaren uff ander gaffeln den wein widder geschenckt vom lesten rhaitzganck an bi▀ eitzs inscleislich summa ungeferlichgestrichelte Linie149 gl. wert ohn wa▀ ich es bei den frunden und nachparn verdienen moi▀.
Hergegen hab ich 2 ratzkerber und raitzichen ein▀ jar▀ und ob es von commissarii ampt etwa▀ mehe beiprecht dar vor man ghain, stain, arbeiten moi▀.
 
Anno 1587 den 15 feb. uff sontag invocavit hett man wol 6 richtzdaller uff dem Swartzn hau▀ mogen,Tilgung: ohn get; unterstricheltsparen, undTilgung: dis; unterstrichendie kost suspendern zu der gemeiner geselschaft nutzs und best. Aber etliche zergesellen et ventres haben die 6 richtzdaller lassn holen und verzert, tragten wenich nach dem gemeinen nutzs. Ich thoin mit etlich wenigen allen flei▀ da▀ in miner zit vil nutzs geschaft ist. Und trag sorg wa▀ erspart wirt mit den bra▀gesellen ubel faren.
 
Hie untsteit ein question und frage, ob die gegen wortigen der gaffelgeselschaft oder einiger ander gemeinden oder vergaderong mit guttem gewissen und foegen da▀ p__henich verzeren und verthoin mogen wa▀ die verstorben zu dem ende verspart uff und an gelacht haben da▀ es stetich bei der gaffelgeselschaft, vergaderong und gmeinden sult verpliben. Min antwort ist, die gegenwortigen haben es kein foege, dan die verstorben haben es umb der nachkomen willen gethain die jeder zit sin werden. Zu verstain dem corpus zu gut da▀ nit stirbt, nemlich allen personen in▀ gemein, nit jeder personen besonder. Utilitas publica seu communis debet utilitate privatæ vel singulari præferri. Di▀ kan der gemein poffel nit verstain oder wil es nit verstain, bi▀ sie irer elter gutter verpracht, da▀ fellicht sie selbst oder ire kinder bidlen moissen ghain. Ist da▀ nit wa▀ feind▀. Also haben die alte gaffelgnossen vor sich und nit die blibende gaffelgeselschaft gesorgt. Der ursachen haben sie nitzs uff un▀ gelangt oder pragt. Nuhe prengen mir etwa▀ nach unsem vermogen an die nachkomen, wa sie es nit bessern, dan argeren, so thoin sie unrecht unbillich ubel sin lasteren▀ und schenden▀ werdt. Kein treu noch ehr ist in sulchn gesellen. Et vos domestici domus Weinsbergianæ ponderate hæc et similia.
 
A. 1587 den 16. febr. ist Mertin Schenk mit sinen gesellen, bei 300 zu ross stark, aus dem Gellerlande ins gulcher lant gefallen, daselb Hambich, Kirchherten und ander dorfer und haiffe spolieirt undBd.3, S.362 [633'] beschedigt. Und sie (sin) stark vor jonker Wilderatzs haus zu Wanloe komen, dar mit gewalt ingewolt, haben die sohne heftich draus geschossen und etliche umbbracht. Daruff sie das edelmans haus erobert, ein sohn erschossen, den jonker Wilderait mit einer segen scheir durchseget bis uff den kop, bis er gestorben, alles geraubt, einen sohn und dochter gefenklich mitgefort und schatzen werden, die bodden hin und widder aus weinund beirfassen gesclagen und verschutBd.3, S.363.
 
A. 1587 den 18. febr. uff den godestag, den eirsten nach Invocavit im quatertemper, ist Maria, die koninkin aus Schotlant, untheubt, als sie etliche jar vorlangs gefenklich in Engelant gesessen und vor etlichen woghen zum toit verurtelt ware. Und wie man sagt, als sie den ernst zum toit gespurt, het sie von sich gesehen und gesprochn: O Frankrich, o Hispania! fillicht das die hilf und troist daher zu spade queimBd.3, S.363. Disse koninckin van Schotlandt ist eirst do sie ein medtlin von 16 jarn ware au▀ Schotlandt in Franckrich gefoirt daselbst an de▀ konincks sohn Franciscum bestat der koninck und sie koninckin beide in Franckrich sin worden, die samen kein kinder gezilt und al▀ er lepoi▀ und aussetzich gewesen und gestorben hat man sie mit zweimal hondert tusent cronen abgeweist und widder in Schotlandt vergleidt, da sie ein einige koninck Jacobs dochter koninckin war. Darnach hat sie ein fursten in Schotlandt zur ehe genomen und da mit einen sohn Jacob gezilt, und mit dem zweiten man folgen▀ in unwillen gerathen, da von allerlei gesagt wirt das er umbkomen und dhoitlich abgangen, de▀ sie verdacht worden und sich die sach so weit verlauffen hat da▀ sie von eitziger koninckin Elisabethn von Engelandt gefencklich angenomen und bi▀ uff disse zit verhalten bi▀ an ir ende. Und wie ich hoer, mogen es vil von catholischn und calvinischen, auch die lantsaissen nit eins sin. Etliche haben sie willen untschuldigen, etliche beschuldigen. Got weis es. Es ist auch binnen jars ein groisser ufflauf in Engelant untstanden, den man der koninkinnen aus Schotlant zumeist (schult gab), das sie den angericht sult haben und also Engelant willen verraten, und het widder die kroin gehandlet, da auch die meiste ursach ires verdamnis und doits sult gewesen sin. Man helt es darvor, alle disse geschichten werden zu beiden seiten in cronicken komen und in truck ausgainVgl. unten.. Man sagt auch, der konink von Hispanien und konink von Frankrich rusten sich beide stark gegen Engelant, haben sich fintschaft ercleirt, einer arresteirt und helt des andern schiff, lute und gutter an. Ohn zweifel wirt etwas ernsthaftigst und mirkligs folgenBd.3, S.363.
 
Anno 1586 den 19 febrvarii hat mir meister Barthel van Blaitzem meler uff dem krumen Buchel ein olifarben taiflin dar uff der au▀zug der frauwen mit iren kindern zu Weinsbergh ihn Swaben gemailt gestanden, præsenteirt und geschenckt. Da▀ dan also zukomen ist. Wie er de▀ fendrichs lutenant in minem fhanen ist und mir im verlitten herbst samen uff s. Severin▀portzn die wacht hatten und in der langer nacht von schildereien und gemeil▀ gespreich hilten, sagt ich [634] es het mir vor 12 jaren meister Henrich Bruin gla▀worter den au▀zug zu Wein▀berg mit der federn abgerissen uff papir da▀ ich uff ein alt taiflin leimen laissen darnach er mir auch ein glaessern ronde hett gemacht und gebrant. Dieweil da▀ taflin wormstichich und da▀ papir eitzs dunckel wurde, hab ich in gefraigt ob es mir sin leirknecht wol uff ein neu papirn blat wult abmaelen. Ich wult ihm dar von loenenn. Er sprach, ich sult ihm da▀ alt taiflin zu hau▀ schicken, er wult es besigtigen. Da▀ hab ich gethain. Er aber hat ein eichen bretgin zugerust und leisten drumb lassn machen, und do den au▀zug mit olifarb dar uff gemailt und es mir eitz mit dem alten zu hau▀ bracht. Sprechende, er hets mit oli farben uff da▀ bretgin gemailt, da▀ kunt noch lang duren iha hondert jar wan es verwart wurde. Di▀ taiflin wa▀ mir angenem, wult im sin anlage gern bezaln, aber er wult nitzs vor sin anlage noch arbeit habenn. Ich danckt ihm sagendt er sult es mich widder gegen ihn verdienen laissen, lei▀ wein hoelen schenckte im, gab ihm auch ein par rhaitzeichen und einen scheffen koichen. Bezalte auch bei meister Arndten Meilan snitzler uff der Hoeportzen vur die leisten 9 alb. und wil es zu gedechtni▀ und erinnerung der alten geschichten die Iohannes Carion under keiser Conrads sub anno 1143 begangen folgen▀ beschriben hatt. Der von kindern vermelt, Iohannes Tritenhem abbas spanemensis, und Sebastianus Franck pagen von mennern wilche die frawen ausgetragen und ihre gutter nit dar von getragen, irgen in▀ gesigt uff hangen. Di▀ taflin vom au▀zuge zu Weinsbergh ist mir desthe lieber dweil miner vorfetter hau▀ wie mir Weinsberg genennet werden, besonder da▀ es ein loblich exempel gibt da die mutter trewe gegen die kinder die sie gezilt und die frawen gegen ire menner die sie ernert erzeigt und bewist und mit iren eigen nutzs mit den guttern au▀zutragen gesugt haben. Da▀ zu dem auch von minen eltern und voreltern gesagt ist, da▀ un▀ hau▀ Weinsberch in Coln von den gebaut und benant sei, wie ich dan von miner frawen Maria Keppel mine▀ fatter▀ motter und von minem fatter mehe maln erzellen hab gehort. Derhalb ich es hab abmaelen laissen. Die nachkomen mogen es noch schoner laissen maelen und im gemeil▀ und geschicht besseren und artiger setzen. Und ob da▀ obbeste taiflin sclecht, klein und nit kostlich ist. Noch dannest ist es verwaren▀ wert, dan da▀ gemeil▀ dhoit gedencken. Und ist der leien boich und schrift. Drumb schenck ich es in▀ hau▀ Weinsberg, ordineir, will und befilch auch da▀ es dar in sol verpleiben und verwart werden. Di▀ gemel▀ ist auch ein keiserliche schilderei und adelisch wirck dan man findt nit allein de▀ keiserlich bilt und de▀ romschen richs adler drin, dan auch ein hoichloblich furstlich tugendt drin, da▀ dem keiser der weiber und frawen treuwe und kloicken fundt mit guttem hertzen annamen und innen die gutter dar zu folgen lei▀.
Von dissem auszug zu Weinsbergh were ein fein historia der principalen geschichten in da▀ hau▀ Weinsberg unden in die cammer oder oben uff den saal oder wa es sich am besten wult schicken (groi▀ oder klein) in maelen und uff da▀ hau▀ Weinsbergh [634'] applicern wenden da▀ dan ein habseliger hausfatter oder hau▀gnoi▀ mogt der eines edlen gemoidts were de▀ hau▀ herkompst vom ursprunck damit vor zu bilden. Und mogt sulche historiam dan in etliche verscheidene actus geschichten, parcken oder taflen underscheidlich ordinern und setzen, da von ich folgenden vorsclach will thoin, doch vorbeheltlich den geschicht melern und verstendigern sulchs zu bessern, zu lengen zu kurtzen.
 
1.
Anfencklich mogt man uff die eirste taiffel ungeverlich maelen, wie keiser Conradt hertzoch in Swaben vor die stadt Weinsbergh zugt, sich mit sinen kreichs redthen bereit, dieselb belecht besticht, stormpt und erobert. Doch moissen kein bussen her maln die der zit noch nit waren.
 
2.
Die ander taiffel mogt inhalten wie die frawen uff de▀ keisers begnadung au▀ Weinsbergh zogen ire kinder kinder uff den scholtern, ihn armen, an henden trogen und leithen, und kein gutter mit namen. Und wie die Sabina vor an ginge und mit dem keiser uff sim ro▀ sitzende und mit sinen kreichsluthen gespreich hilte.
 
3.
Zum dritten wie die frauwen und kinder groi▀ und klein mit iren guttern die in der keiser dar zu geschenckt, mit karrn, sacken, packen gesinde und dregeren mit ruther und foi▀folck uber feldt vergleidt worden, so fern sie sicher waren, und do dar von zoegen.
 
4.
Item ein taiffel wie sich die frauwen segnetetn die hende gaben und zum theil von einanderen im felde scheiden besonder Sabina mit irem veirjarigen sohn Henrich hin uff in Beiern zu irem fatter Lodowich verreiste, dan sie nit zu Coln mit den andern quamen. Di▀ moi▀ obserueirt werden umb ursachen willen.
 
5.
Zum funften da▀ sich ein gutter hauff frawen uff Worm▀ begaben da▀ sie au▀ der keiserischn sibeliner gepeit und gewalt quemen, daselbst sich mit iren gutern zu schiff satzsten den Rhein hin ab zu faren, da sie von den gwelfen mehe gunst hatten.
 
6.
Wie sie zum sechsten mit den schiffen zu Coln ai▀ landt quamen da die neu stadtmaur noch nit gebaut ware. Und von den gwelfen wilkom geheischn worden, und ire gutter hin uff in die vorstadt an der Hoeportzn tragen laissen.
 
7.
Zum sevenden hett man die vorstadt mit dem Weitmart, mit s. Jacobs und s. Jori▀ bedthuse und clausen, mit herbergen und huser wingarten britzen vur alter stadt mauren ab zu contrafiten wie der zit gestanden. Und da▀ sich die frauwen da in ire hutten begeben hetten.
 
8.
Zum achten zu maelen wie sie da▀ nidder steinen hau▀ Weinsbergh in den alten stadtgraben widder die alte stadtmaur neigst der Hoeportzen gebaut. Wie die frawen den steinhewern und wirckleuthenTilgung: zu; unterstrichenzu gesehen und sie gewisen.
 
[635] auff disse und derglichen weise, gestalt, und maneir het man die taiffeln der historien van Weinsbergh zu malen, da man weniger wult haben mogt man etliche au▀laissen. Wult man aber mehe maelen, dar zu fundt man materien gnoig zu. Wurden auch dem hausfatter die kosten allein zu sweir fallen, so kan er andere herrn und frunde hau▀gnosen oder frembden erpitten die ihm ein taiffel schenckten und leissen ire borstbilt, namen und schilt drunden setzen. Da▀ bidtlen sult dem hausfatter und hau▀ so wenich schande sin, al▀ den monchen in den cloistern die sulche historien und legenden andere sich laissen geben, al▀ frunde de▀ cloister▀ oder der kirch. Da▀ folck gibt doch gern sulche dingen zu irem gedechtni▀, wie sie dan mit geschenckten glasfinstern plegen zu thoin. Man hat sich de▀ zu bedencken und zukunftich in▀ wirck zu stellen.
 
Da▀ man auch von obbestimptem taflin de▀ au▀zugs zu Weinsbergh vor die augen zu hangen, oder der eitz gerurten historien zu maelen, wult urtheln, es wurde ein beroemong oder verbagung sin (so moi▀ ich sagen, nachdem es au▀ der bewerter cronicken carionis dar auch andere croninckschriber mitstimmen) gezogen, war umb sult man de▀ nit so wol maelen, als andere weltliche geschichten au▀ livio, von Marco Curtio, Mutio Scevola, Sixto und Lucretia und derglichen dar man leibte, trewe, sitten und moralia au▀ leret, wie au▀ dem Aesopo. Da▀ ist immer jedem frie und zugelaissen, an dem taiflin de▀ au▀zugs allein ist ehe kein rhum zu spurren. Wult aber emans urtheln und spotten, da▀ moi▀ man dulden dieweil vil eitzs die gemailte geschichten ex sanctis patribus durfen tadeln.
 
Anno 1587 den 23 febrvarii hab dem lic. Sifrido rectori bursæ coronarum von heusser und wingardt foelix in der Achterstraissn 8 rad. gl. mit 16 currenter gulden die fhar de terminis pascae et remigii bezalt da▀ er di▀ jar mit currentem gelde laissn passern anno 86 fellich.
Anno 1587 den 24 febrvarii glichfal▀ jonfer Sibillen von Lei▀kirchn 4 rinsche gl. mitTilgung: 6; durchgestrichenmit 26 rad. alb. de termino martini anno 86 vom hui▀ neigst Cronenberg inhalt de▀ vertrags min lebtag also zu halten bezalt, wilche bezalung sie also untf. wiewol in der quitancien goltgl. stain. Im schrin staidt van rinschen gulden got van golde swar von gewichte da von macht sie goltgl.. Ich aber 3 rad. mr. 5 rad. f.. Inhalt der alter werschaft von anno 1516 und de▀ alten gebrauchs. Nach minem absterben ist man frei, mach sich weiter▀ bedencken, berathen, mit werdeinen und scheffen oder sich vertragen, dieweil da▀ gesclecht nevlich ist und seir hart helt.
 
A. 1587 den 23. febr. solt der landtag zu Brul angain. Erzbischof Ernestus ist selbst nit dahin komen, dan sin stathelder, graff Salentinus van Isenberg, fort die vom domcapittel, von der ritterschaft und stetten. Folgens hat man vernomen, das es von der steur und schatzung auch principalich zu toin gewesen, auch zum teil umb veranderung des fremden regiments. Aber es sie, wie esBd.3, S.263 [635'] will, lant und lude im erzstift Coln, geistliche und weltliche, sin zum teil verdorben und verderben teglich mehe. Gifft man steur, das toit wehe und hilft wenich, gifft man nichtzs, so felt der fint ins lant. Die rentner haben auch angehaltenMit UnterstŘtzung des Rates. (Rpr. 37 f 238 a ff., f 239 b.)von vil jarn ausstantzs, haben gutte wort ohn gelt bekomen. Es mach das regiment mit den fremden etwas abgeschafft sin, aber was hilfs, scholt, kosten, schade leuft druffBd.3, S.364.
 
A. 1587 den 24. febr. ist der westphelischer kreiztag in Coln gehalten, do sich des fursten von Gulch etc. gesanten hoichlich beclagtenVgl. das Referat des Syndicus Dr. Schenck. (ib. f 243 b ff., Febr. 25.) Das Resultat der Verhandlungen war nach dessen Berichte, ,das also fruchtbarlichs nichtz gehandelt, sondern wol von allerhant bewegnus geredt, ob der her obrister die kraisstende selbst ufmanen oder aber erst gmeine kreis-stende beisamen beroifen: steht also zu weiterer des hern fursten und obristen erklerung.' Vgl. Rpr. 37 f 223 b, 235 b., das sowol Mertin Schenk sich fint ercleirt und Roirort ingenomen und das lant spolieirte, als auch die Hispanischen im lande legen und die leut verderbten, mit beger, der kreiz wol ihm hilf und beistant toin. Aber der meher teil von den kreizstenden haben sich selbst beclagt, das sie hoich besweirt weren und wenich darbei doin kuntn. Also haben sich die gulische gesanten hoeren laissen, sie moisten von wegen ires fursten vernemen laissen, das der furst die stende in kraft der richzordnong uffmanen moiste. Wie das sich zutragen wirt, mach zu siner zit lautpar werden. Vor etlichen tagen hat der furst einen landtag zu Duisberg ausgeschriben. Und dweil weniche von den clevischen und markschen stenden dahin erscheinen, also das der landtag nit gewonster weis abgelaufen istBd.3, S.364.
 
Anno 1587 den 26 febrvarii ist min 78 fhanenwagt widder uff s. Severinsportz gefallen, da hab ich wie andere presentes 0,5 q. 3 alb. beigelagt, die absentes moisten 2 q. bezaln. Ich hab auch kertzn in die lucht vor die ronde bestalt. Dissen tag ist ein neuwer forst mit suehe und windt angangen der 14 tage geduret hat. Also das ich gegen den morgen erfroren, catarros bekommen.
 
Anno 1587 den 27 febrvarii hat mir her Lambertus Wiler pastor s. Jacobi, vicarius et officians in capitolio die fundation altaris s. Nicolai in capitolio zugestalt, in meinong abzucopiern und in der kirchmeister copienboich zu prengen, und zu gelegen zeiten bei dem capittel s. Marien vor in zu handlen da▀ ihm al▀ rectorn de▀ altar▀ s. Nicolaii vorg. sin belonong von 15 dall. jarligs gan▀ bezalt wurde vor ab, und nitzs abgebrochen dieweil ein rhaidt der stadt Coln im indulto apostolico die vicarie mit allem sinem angehangs und zu behoir in capitolio der pastorien s. Jacob extingueren dan das indultum pracht mit wa▀ der pastor zur zit der impetration het sult extingueirt sin. Und er het die vicarie sampt dem officio samen bei ein andern. Ich sagt, er were zu andern zeiten ander▀ gesinnet gewest. Nuhe aber sin meinong hoirt da▀ es bei einandern pleiben sulte, so were ich willich mit anderen von de▀ kirspel▀ wegen vor sin volle bezalung bei der abdissen und capittel anzuhalten. Wa▀ aber die fundation mitprengt, da▀ mach man in der copien oder copienboich s. Jacob ferner▀ vernemen [636] . Doch ist der effect dar von, da▀ wilant Ailheidt widwe Johan▀ under Driveltzs ein degliche erfni▀ in s. Nicolai capel zu s. Marien in capitolio bestift von zwien presteren alternis dirbus zu thoin. Darzu sie ungeferlich 140 morgen artlandts sampt etwa▀ mehe zubehoir▀ zu Effern ligende geben hat, dar au▀ die zwein preister beloent sullen werden da▀ uberich sullen die jonfern under sich deiln. Cum comminatione da die missen nit gehalten wurden sollen sie den augustinern heimfalln, sub dato 1450 den 5. augusti. Ich hab auch den pastor gefragt wa▀ die vicarie s. Marien vor sich vermogt. Er sacht, sie hette etliche lenderei hinder Eschs ligende, wilch zu pacht 7 malder plagen zu thoin, da▀ landt wurt eitz nit gebavut bei kreichsziten, und dan die presentzs und wa▀ de▀ were.
 
Anno 1587 den 28 febrvarii hat min suster Sibilla ihr vornemen mit der hau▀haltung ire▀ neiffen her Ludtger Hersbach scholaster▀ Severini und obersigler verandert und im uffsagen laissen. Dan vor zweien jaren war ihr angelangt von irer nigten jonfer Barbar her Ludtger▀ sustern profe▀ zu Marienforst und mitler zit von ihrer nigten Tringin Jabachs uff dem Igelstein zur Gantzs. Nachdem die geistlichen mit ungetruwem gesinde ubel dran weren. Er moist zwa megde und einen oder zwen knecht halten die stoil uber die ander und leissen sich besclaiffen. Der obersigler hett mit de▀ churf. und allerlei sachen so vil zu schaffen, das er der hau▀ sorgen gar besweirlich abwarten kunth. Min suster aber were moissich und heilt nit hauss. Ob sie mit bei irem neiffen wonen wult, und helfen hau▀halten und uff da▀ gesinde sehen wie sin motter vor wenich jaren gethain hett. Min suster nam dar uff ihr bedencken, sagendt sie wult sich berathen. Sulchs gab sie mir, minem broder und sustern Elisabethn und Marien zu erkennen begert unsern rhaidt. Min suster Marie hatzs widderrathen. Aber wie es mir halb zu widder ware da▀ sie in eine▀ paffen hau▀ sult wonen umb der uffsprachen willen, so ich es doch gerathen, da▀ sie es dhoin sult. Dan unser neif her Ludtger were jeder zit gutte▀ namen und unberugtigten leben▀ gewest und noch, were zwischn 50 und 60 jar aldt ihr neigster neif und bloitzbewanter. Sie were auch 50 jar alt, da▀ kein argwon da were. Zum andern were er rich, sie kunth die frei kost und mehe forthel▀ haben und da▀ ire versparen und jarligs etwa▀ ufflagen, und ubte sich auch etwa▀ widder mit dem kochen und heu▀lichen regiment. Zum dritten wie sie clagte, es besweirte sie, da▀ ich alle jars vor sie moist vil bezaln und min renth nit kunth bekomen und alles fast dhuir zit, were so hett sie sich dan minenthalben nit vil mehe zu besweren. Zum veirthen mogt sie sich ein jar oder zwei versoichen, und glichewol ir losament und gemach mit irem ingedoim und sclussel zum hau▀ bei mir inbehalten und haben und wan es ire gefeil widder zu mir inkeren und dhoin wie zuvor. Also [636'] lei▀ es sich min broder auch gefalln. Aber sin hausfrawe sagt nit iha noch nein dar zu. Da▀ ich aber vor min person dar zu rethe, geschach principalich derhalber, da▀ sie folgens nit zusprechen het, die gutte gelegenheit wilche ihr angelangt were und sie wol bekomen mogen. Het ich ihr widderrathen, als wan ich irer nit untperen kunth, und wan ich ihr etwa▀ vorstreckte oder verlagte deste weniger mich zu besweren het und ir da▀ nit vorgeworfen kunth werden, dan sie hat mir gesagt ich hets ir vor einem iha widderrathen und gesagt der obersigler were seir scharf und druslich, de▀ mir doch nit vorstunde ob ichs gesagt ader nit gesagt hat. Also hat sie sich gantz dar zu ergeben da▀ sie sich bei her Lutger zwei jar versoichen wult. Sagt auch ander gutte grunde hetten es ir glichfal▀ gerathen sie mogt es forthel und nutzs haben. Wie uber drei tag darnach bei min suster Maria quam, sagt die zu mir, da▀ die handlung mit unsem neiffen her Ludtger und unser sustern ab ist. Ich sprach, ist es ab. Sie sprach iha, wist ihr de▀ nit. Ich sagt, nein, da▀ gibt mich wonder, so ernst es ihr wa▀. Und da▀ sie sich eirst mit mir berathen hat, und mit dem uffsagen nit. Da sagt sie, so sult ich van ihr doch nit sagen wie ich de▀ auch nit gewoge. Di▀ lach mir im sin, wust nit wie ichs verstain sult, hat doch wol gespurt da▀ min suster Sibilla acht oder zehen tag zu vor stil und bekummert wa▀ gewest. Den andern tag den 4. marcii quam sie in min schrifstoblin zu mir. Finge an und sagt, wie die handlung ab were. Ich fragte, wie da▀ zu queime. Sie sprach ir nicht uff dem Igelstein hett hettsiczu ihr gesagt, nigt, werdt ihr euch auch stanthaftich halten. Da▀ were ihr uff da▀ hertz gefallen doch nitzs gesagt bi▀ uff den zweiten tag, do het min suster zu ihr gesprochen. Sult man an mir zweiflen und sult in verdacht und uffsprach auch bei den frunden komen, so were es nutzer nit angefangen dan bestanden. Und were uff der meinong pliben, und wult sich drucken und leiden. Ich sagt, wan sie dar in swarmoit het, so mogt sie es fern bedencken. Was es nuhe vor ein wirck ist kan ich nit wissen. Ob min beide sustern Maria und Sibilla iren rhaidt samen gehalten, ist mir unkundich. Ich zweiflen dran, dweil sie beide in der meinong waren, ich hett von susteren Sibillen jarligs in die kost drissich daller. Dar uff ich sie beschede, da▀ were wal war, wan ichs alle bequeim wa▀ ich bekomen sult. Aber da▀ korn hett ich ir▀ anpartzs an dri jaren nit bekomen vor hin auch nit alich. Am zol Andernach stundt es von funf off se▀ jarn au▀, die ire 5 richtzdaller under Kestern und 5 dall. hau▀zin▀ zu Weinsberg, und dan 5 dall. vor die leibzugt krege ich allein van ihr were 15 dall. jarligs. Da▀ uberich krege ich so wenich van Dormagen und Andernach al▀ sie, und moist gliche wol vor ire kost minen broder inhalt der rechnong 42 dall. goit thoin, were wert uber 15 dall.. Die rechnong kunthen sie mir nit anders machen wie sie auch nit ander▀ ist. Es queim dan van Andernach noch etwa▀ bei. Also bleibt min suster Sibilla noch bei mir, und hatzs so gut al▀ min broder und drincken mir wein sie genoist es mit dan jeder mail hat sie ir gla▀ wissen al▀ roden wein al▀ mir. Deit sie umb unsernt willen etwa▀, so dhoin mir umb irent willen noch mehe. Jeder von un▀ leist [637] ir in henden die 50 dall. van hau▀ zum Schricht. Sie swicht, mir swigen, noch ist sie zu zeiten rumoir▀ oder druslich, mir ubertragen sie. Ich hof sie sol es ein mail erkennen, und zu behoif mine▀ lesten willen▀ und testamentz ihm hau▀ und gesclecht mit besserung desselben erstatten. De▀ will ich sie hie ermant haben und fruntlich gepitten. Es sol doch bei irem al▀ minem geblode verpleiben. Mit dem vorigen uffsagen aber herrn Lutgers bedunkt mich woll half, min suster Maria sult sie beredt haben, bei mir zu pleiben, und villicht gesagt: ,Suster, min broder ist fast alt, pleibt bei im. Er mocht van minem broder Gotschalk oder andern uberredt werden, innen sin gutt zu geben, daruff mogt ir sehen und das verhindern'. Also bedunkt mich, mogten die reden gefallen sin, mach mich doch irren. Ich hoff doch, was ich ordineirt hab, sol ordineirt pleiben, und gott will mich darin stanthafftich erhaltenBd.5, S.283, ob es mit allen gliche wol gefallen wirt. Also machen sie auch nit all, da▀ es mir gefelt. Moi▀ da▀ dulden, so moissen sie auch dulden. Folgens ist mir angezeigt. Wan suster Sibilla zum obersigler umb ires nutzs und forthel▀ queme, so mogt sie da mit da▀ hoin▀ ei soichen und gan▀ ei faren laissen. Aber sulche sorg ist uberich, sie sult al▀ dan miner so vil geneissen al▀ eitzs. Wan sie aber dahin komen were, hett es mir die burde verlicht. Ich werde ir auch so vil nit verlaissen al▀ sie daselbst wurde missen und het dan dar zu wa▀ ich ir verlassn hett.
 
A. 1587 den 1. marcii ist ein capittelstag der veir churfursten uff dem Rhein zu Binge gehalten. Und ist daselbst besclossen, das bischof Ernestus die licenten zu Dutzs gegen die burger und kaufleude sult abschaffen, wiewol min swager doctor Michael Glaser, als colnischen bischofs gesanter, daselbst vorgeben, dasselb were mit gutter foegen beschein. Wilches herzog Johan CasimirVgl. Rpr. 37 f 260 a (Mńrz 30)., pfalzgraff, eim rade zu Coln zugeschriben und sich getreuliger erpotten, dan der keiserDie Antwort desselben wurde am 4. Febr. (ib. f 229 b) im Rate verlesen., die ander churfursten und furst von Gulch. Und ein rat warBd.3, S.364.
 
Anno 1587 den 2 marcii starb Hectoris de▀ Mackeler▀ hausfrawe zum Grein uff der Hoeportzen hastich. War au▀ welsch Brabant. Und wart in▀ feldt vur die Wierportzs begraben, dweil sie nit catholischs war.
 
Anno 1587 den 3. marcii starb her Johan Schudhering von Nuy▀ ein alt vicarius ad Gradus mariæ uff der Trappen widder der kirchen wonhaftich, daher er trappen Johan genant wart. ,Auch von alters decanus collegii sancti Nicolai im dom, da er samt andern presenzpaffen zu sitzen plach, der bei miner jugent wol hondert da saissen und warten, wer gern ein miss gelesen hett. Jetzs sitzst keiner daBd.3, S.365.
 
Anno 1587 den 4 marcii starb Johan Lutzekirchen der kannegeisser bannerher war tuschn 70 und 80 jar alt. War mit Jacob von Siberg der elste rhaitzman und der aller elste bannerher eitz bin ich der elste bannerher im ampt, uff zwein nach auch von jaren.
 
[637'] Anno 1587 den 4 marcii hat mir Jacob van der Brucken min bleicherte wein so mir in der Achter straissen gewassen sin und jar▀ im hui▀Tilgung: ge; durchgestrichennit al gedruncken von etlichen jaren her da▀ rest sclecht dun wein abgekaufft da▀ fodermai▀ vor 33 dall. und die fa▀ widder. Ich sol sie ihm bi▀ oistern halten darnach am 9 marcii hat er mir 2 dubbel ducaten bracht und noch 14 tag den leger begert zu erstrecken. Sin folgen▀ uffStrichrechnunggeroit summa 2 foder, 4 a., facit zu geldegestrichelte Linie88 daller. Ich bin mine▀ schaden▀ de▀ langen ligen▀ und fullens etwa▀ naher komen, dieweil vor zwei jaren gut roit wein da▀ foeder hie zu Coln vor 17 dall. mit dem fa▀ zu bekomen wa▀.
 
A. 1587 den 5. marc. sin eins raitzs gesanten, her Henrich Crudener, burgermeister, her Hillebrant Suderman, steimmeister, doctor Wilhelmus Haickstein, doctor Schenck und andern mehe von dem tag zu DusseldorfVgl. ib. f 223 b, f 243 a, f 254 b. Der Beginn des Tages war auf den 26. Febr. festgesetzt, am 16. Mńrz erstatteten die Gesandten dem Rate Bericht. Vgl. oben S. 145.komen, da von des fursten privilegio de non arrestando Montenses vel Juliacenses in der stat Coln, wilch anno 1580 impetreirt und folgens zu Speir im cammergericht insinueirt war, (gehandlet). Dargegen lagt sich ein rait hart und wanten das beschriben und gemein kommerrecht im reich vor, auch vil vertrege mit den alten fursten, hatten sich (erpotten), an das cammergericht, die sach zu stellen. Aber das half nit, die rete trongen uff mittel, sclogen selbst das mittel vor, was scholt in Coln gemacht were, darumb mogten die burger arrestern. Aber die gesanten wulten sulchs an einen rait gelangen. Dabei ist es pliben und dissmail nit mehe, dan grois gelt verzert wordenBd.3, S.365.
 
A. 1587 den 6. marc. disser zit ist etlich welsch kreichsfolk zu Dormagen komen streufen, dweil sich die nachparen zum teil nedergesclagen. Als sie das weren willn, sin drei nachpar umbkomenBd.3, S.365dar under der wirth Hupert und bode oben am ende gewesen sult sin wie man sagt. Und licht un▀ landt samen noch drei▀, wie de▀ vil mehe.
 
Anno 1587 den 8 marcii uff sontag lætare, der rosen tag in der fasten, eben uff dissen tag war es jarich da▀ min broder Gotschalck geboren war und eitzs sin 55. jar erreicht hat da anno 1532 war er geboren. Er hat uff den abendt die portion gebessert und gutten wein geschenckt. Mir die zum dischs gehorten sampt Gotschalckn und Margreten zum Truben waren zu gegen ohn Lisbetgin Horn▀ war kranck. So waren mir zur maissen frolich. Und ist minem broder da▀ geschoren heubt grei▀ und der bart wirt auch grei▀.
 
Anno 1587 den 9 marcii al▀ Wilhemus Castenholtzs wegen der stadt Lyn▀ vom landtag zu Broil uff Coln komen, hab ich im dissen tag gegen gepurlich quitanz 7,5 richtzdaller fharen an Hacken erben anno 86 lichtmissen verfallen zu gestalt. Glichfal▀ 2,5 goltgl. anno, 85 termino martini. Item 2,5 goltgl. anno 86, anno 86 termino martini verfallen vur Elsgin van Blaitzman zugestalt. Die uberige 7,5 rad.d de po lichtmi▀n anno 87 erscheinen kunt man noch nit bekomen. Mit miner halfschit ists auch dermaissen zugangen. Und Castenholtzs hat mir angezeigt her Johan Tonberg were kranck, er wult doch anhalten. Zu Odendorp hette her Johan▀ fatter und broder uffgehaben [638] zu Meckenheim mit Jurgen Manten frawen were verdorben wirck. Zu Reimbach kunt er wenich au▀richten. Also kan man mit der execution seligen Merien Luchelgin▀ testament nit zu ende komen.
 
Anno 1587 den 10 marcii hab ich mich mit dem worde oder namen prævaricator bekommert, quod sit transgressor. Ein ubertretter de▀ gesetz oder der recht da▀ den rechten wegh verbeigehet oder verbei leist ghain, der dissumuleirt, und durch die finger ficht, die rechte meinongh oder verstandt nit helt, und dem widderpart oder eim frembden den bal zuscleit. Und sult derhalb sagen, da▀ der prævaricator nit weinger ubel dede al▀ der calummator der unsetzich einen felschlich beclagt, und da▀ ubel boi▀lich vortragt. Derhalb kan ich sulche prævaricatores und ubertretter mine▀ lesten willen▀ gar nit gestatten, wilche widder die clare wort meinong und verstant mine▀ testamentzs declaration und additionen heimlich oder offentlich understunden zu handlen, es sie mit list oder bedroch oder versclach, oder hinleissigkeit, oder grobe einfeltigkeit. Sulche ubertrettung sol gantz nit gelten. IchTilgung: vbertritten sie vnd jch; unterstricheltverpieten sie hoich so wol dem hausfatter minem erben, al▀ minen executorn und allen hausgnossen zu Weinsbergh, den ich alle▀ gutten zu vertrawe, die minen lesten willen sulten fast und stede halten vertadingen und handthaben, da▀ dieselben dar widder sulten thoin handlen oder practisern. Man findt der ungetrwer und felscher ubertretter hin und widder, der judaskinder und verrether, man hoede sich vor denen. Dar bei sol man sie kennen, wan sie einigen contract transaction oder handlung ingangen oder renuntiation oder verzig haben gethain, da▀ dem hausfatter dem hau▀, hausgnosen minem lesten willen zu widder und schedtlich ist, da▀ alles sol untuglich unbondich und kraftlos sin. Er sagt Ulpianus und Martianus wol recht. Prevaricatorem esse quod diversam partem prodita causa sva adiuvat, qui colluderet cum reo q__ proprias probationes dissimularet falsas vero accusationes admitteret. Ich sage die auch soesse smeirliche uberredungen und list vorkomen oder untflehen oder restitutiones erlangen gegen erkanten bedroch. Ich besorge mich disser prævarication und ubertrettung mehe, dan ich irer verhof. Dieweil ich aber zu etlichen malen vernomen da▀ man testamenten understanden zu vernigtigen und zu swechen die allerding rechtmeissich mit rhat der rechtzgelerten au▀ grunde der rechten uffgericht sin. Da▀ bewegt mich. Von disser materien hab ich oben hie und da mehe angezeignet da▀ es ein erinnerong mach, und di▀ ihenem und ihene▀ dissem zu hilf kome.
 
Anno 1587 den 12 marcii ist bei meiner swegern Marien Wolfs widwen mine▀ neiffen Christian Cort zum hilligen Geist uff der Hertzestraissen der heilich mit ein jongen gesellen Johan Zulchoiffen eligen sohn meister Conradt Zulchoven goltsmidt an der Marportzen und irer dochter Elisabethn Cort ubermitz beider seidtzs frunden und vormunder inhalt einer schriftlich heiligs abreden da von in die feder pracht. Da von da▀ concept hinder mir zu finden und die abschrift ist al▀ balde de▀ brutgam▀ frunden zugestalt. Disse brut war miner motter broder Johan Cort scholtissn zu Worringen enkel van de▀ sohn Christgin Cort borggreffe under dem Rhaithau▀ und obg. Marien Wolfs geborn. Und ist die einige und leste die den namen Cort noch foeret. Gehoirt aber nit under die hau▀gnossen zu Weinsbergh, dweil sie von minem fatter oder de▀ fatter nit untsprossen ist.
 
[638'] A. 1587 den 13. marc. (ist) der heuptman Lanckhair mit etlichen fributern aus Cracaue vor Nuiss ge(komen) und dabei drissich armer burger gefanklich mit sich genomen und ranzauneirtBd.3, S.365. Und komen die gutte burger van Nuy▀ ubel zu. Disser Lanckhar war vor der lester belegerong vor Nuy▀ in der stadt. Wie er drau▀ komen wei▀ ich nit. Were er drinpliben so hett er sinen wolverdeinten lohn mit den anderen bekomen.
 
Anno 1587 den 15. marcii hab ich an Peter Wei▀ scholtissen zu Mugenhuyssn von wegen der landtsturen und contribution geschriben (dweil er mir mit Johan Rudde eim alten man untpotten ich sult sie schicken da▀ ich nit in schaden fiele). Also, min gnedigster her were mir von 6 jaren pension am zol Andernach noch wol 200 dall. schuldich da van sult man es mir abkurtzen wa▀ ich geben sult. Zu dem were mir min pechter daselbst Wilhem Rechardtz von Meternich noch fast schuldich an korn und gelde da von sult man es sich bezaln laissen. Und mir sunst den eigentlichen bericht zu komen laissen.
 
Anno 1587 den 16 marcii ist min 79 fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefallen. Ich bin selbst nit mit auffgezogen dan min wagtmeister Peter Rost. Item 2 q. wein▀ verhert, facit 12 alb.. Noch kertzn in die lucht.
 
Anno 1587 den 17 marcii hat mir jonfer Anna von der Reke widwe van Hall und hofmeistersche geschickt an dubbeln ducaten dweil kein ander grof gelt gehett 32 rad.d jeden zu 11 mr. colnischr werung de termino lætare anno 1586 fellich de▀ fursten Kuchenschreiber zu Dusseldorf. Ir swager hatzs mit Henrich Stolten van Crevelt mir zugeschickt und sagt die jonfer bestonde von altheit zu verkinden. Ich hab quiteirt mit vorbehalt der alten irthumen zu verglichen und de▀ termin▀ von di▀ jar 1587 lætare vorbehalt der noch unbezalt vi▀stehett.
 
Anno 1587 den 17 marcii starb her Johan Moer▀ canonicus s. Severini, in sinem hui▀ bei sant Marien magdalenen uff der straissen. Disser wa▀ ein▀ richen burgers und raitzman▀ sohn in Coln Cla▀ von Mor▀ und hett in der fatter nutzer mogen bestat haben und zu weltlichen stande erzehen al▀ zum geistlichen stande, wie er wol het thoin kunnen.
 
Anno 1587 den 18 marcii starb Gerhart van Hasselt zum Dauwe uff s. Severin▀ strai▀. Disser war auch eine▀ richen burger▀ sohn und kauffman gewest der herrn Melchior von Mulhem▀ burgermeister▀ dochter zur ehe hatt, dem da▀ gluck aff und an gelauffen hatt, dan nach sine▀ swegerherrn dhoit ist im und siner haussr groen da▀ herlich neu gebaute erb hau▀ und groisser wingart zum Dawe vorg. zum theil gefallen, wilche er bewont und gebraucht. Und sult her Mulhem burgermeister da▀ seltzam gewest sin wan er▀ im leben gewist hett, dan er ihn [639] nit vermogt da▀ er die schantzs groislich versehn und verdorben wa▀.
 
Anno 1587 den 20 martii starb Sophia van Rommerskirchn Peter van Rhaidtzs frawe schartzeweffersche in Paulus hin uff der Bach dar zu ich mit beregtiget wa▀ und noch sin. Disse ist lang swach und kranck gewest wol ein jar lanck mit dem wasserladen gangen und gestanden.
 
A. 1587 den 21. marc. ist die fraue zum Rade in der Neuwergassen jemerlich umb das leben pracht worden. Diss ist also zugangen: Es wonte einer Zum Morian neben der Gotzgnaden, wilche hinder dem Saalgericht licht, war genant Gerhart van Werden, sines hantwirks ein fasbender, war mit rucken doll, mit rucken bei gutten verstande. Und als sin motter bei im vor eim halben jar verstorben, war er mit sinen mitgedelingen der deilong halber in missverstant und irtumb geraten. Den irtumb ire moen zum Rade, Margreit van Wulfrat genant, gern im friden hingelacht haben (wult), also das sie etlich mail drumb in werbung und arbeit gewesen war. Nuhe troge es sich den 21. marcii uff palmabent, uff wilche tag auch festum annunciationis Marie gehalten wart, zu, das die fraue uff ires neffen Gerhartzs beger den nachmittag umb ein ure zu im ins haus ginge, darin er eitz allein wonte. Und er sprach, sie sult doch uff die stobe gain, er moiste ihr erzellen, wie die sachen stunden. Sie sagt: Ja, und befalch der magt, so mit ir ins haus ginge, sie sult in dom gan und ihrer do warten. Als aber die fraue nit in dom (quam) und es spade wart, ginge die magt an des Gerharts haus, klappert an, wart aber nit uffgetain, und nach langem warten ginge die magt ins loffIn den Abendgottesdienst.ad Gradus Marie, da sie iren herrn, Jaspar van Mulhem zum Rade, fant, den sie umb ire fraue fragte. Der wost van ir auch nit. Sie gingen beide ans haus zum Moriam, klopperten an, aber nemans rebte sich. Derhalb dem man anxst und bange wart, und er leif zu sinen kindern und frunden, clagte es den. Die erkundigten sich bei den nachparn vor der Gotzgnaden, die nirgen van wisten. Sie brachten die gwaltrichter mit den dienern herzu, stegen Under Helmsclegern hinden uber die dacher, das sie ins haus quamen und die straissendur, wilche zugefirkelt was, eroffneten, do sie hinin gingen, nemans fonden. Die magt aber fant irer frauen heuck da hangen, die sie kant, und sprach: ,Hie wirtzs nit gutt sin.' Wie es noch all still im haus war, so geingen sie oben vor die stoife, kunten dar nit inkomen, das die gwalt die uffbrach. Dan funden sie den Gerhart, so nackt als er geboren war, und die fraue in der bedtstat und das bedt, stoil, kussen und anders uff ire, und sie blodich doit ligen, das sie ein groisse wunde vor dem heubt hatt und ihr die naesse, der hals, borst, leib zerbissen was, in aber fant man, das er vor siner borst von eim armen zum andern als mit eim metz gesneiden oder geschrap(t) war. Man hat auch ihr metzs befonden, das am hecht abgebrochen. Wie diss nuhe eigentlich (sich) zugetragen hab, kan man nit anders wissen, als durch die zeichen und vermoetungen. Die fraue war den morgen zum hilligen sacrament gewest und war in christlicher meinong, frit zu machen, dahin gangenBd.3, S.366 [639'] A. 1587 den 29. marc. novo stylo ist der heilich parschtag gefallen gar frohe, da er antiquo stylo bei 4 wochen spater gehalten wirt werden, als zu Frankfort, Nurenberg, Strasberch und in vil oberlendischen stetten, ohn Auspurg, und wilche under den catholischn fursten und herrn ligen. Uff dissn hoichzitlichen freudentag haben wir alle im haus Weinsberg das parschfest christlicher weise in der kirspelskirchen s. Jacob gehalten. Und dweil bei dem parschfest im alten stylo die kirs- und pir(n)sbeum plagen zu bloen und die weingartzsgommen und bletter sich sehen zu laissen, wa nit alle zit, so geschach es doch oft, da ist eitz bei dem neuwen stylo allenthalben kael und durre und wirt wenich groins gesehen. Do plach man das parschlamp und eier in den somergemacher zu essen, eitz singt man uff der stoben: Christus ist uffgestanden und Alleluia, das mich am meisten am novo stylo verdruist, dieweil das parschfest eitz mehe winterlich, dan somerlich sich anschauwen leist, es moist dan ein seir frohe jar sin, das selten komtBd.3, S.367.
 
[640] A. 1587 den 29. marc. uff parschtag ist Gerhart von Werden uff Frankentorn gestorben, etliche meinten, von gift gestorben. Derhalb den 30. marc. uff montag zu parschen allerlei gespreich im radeVgl. Rpr. 37 f 260 b.gehalten. Etlich hilten es hart darvor, er were doll gewest, die tait in dolheit begangen und sich also mit kelde, fasten, selbst mit dem bolzen sclainde zu schanden gemacht und umbracht. Etliche meinten, er were moitwillich aus zorn rasent, ungedultich, und also den mort an der frauen und sich begangen. Etliche meinten, die frunde hetten im ein essen zubereidt, daran er gestorben were, derhalb die medici in besigtigt und sin 4 wechter mit einer frauen gefangen wordenHs. waren.und daran nitzs befonden. Nuhe erforderte der groisse mort dannest ein straff, er were dol oder nit dol gewest, dieweil oft ein vehe, das einen menschen getoidt, vom leben zum toit gericht worden. Und wultenSo lautete das Gutachten der Syndici. Ib.in stillich uff der Jonker kirchoff uisn Coln laissn begraben. Aber doch wult man in disser sachn nitzs ohn greve und scheffen des hohen gerichtz handlen, und als uff dinstagib. f 261 a (Mńrz 31).zu parschen derhalb ein sonder raitztag gemacht wart und greff und scheffen samen komen, haben die mit urtel und recht erkant, man sulte den Gerhart, dieweil er den mort zu mitler zit vor den tornmeistern bekant und das er sie mit unzugtBd.3, S.368 [640'] lebentig und toit angefertigt, uff einer sclitten aus der stat zu Melaten foeren und daselbst an einen boum mit ketten binden. Wie er denselben dinstag zu parschn den nachmittag uber den Altenmart, Heumart, Bach zur Wierporzen aus, wie die keisersstrais genant wirt, zu Melaten gescleift und da mit ketten an den post gehefft. Er lach uff dem rucken mit bloissem angesigtBd.3, S.368. Und hat am lincken bein ein steltzs dan er da▀ bein in der dolheit vor wenich jarren zerbrochn und verdorben hatt. Und war des hohen gerichtz urtel scharfer gefalln dan eines raitzs, dess sich vil verwonderten, dweil man aber keines gifts gewar kunt werden, worden die gefangen wechter des gefenknisAm 3. April. (ib. f 262 a.)erledigt, davon doch ein alt man uff dem torn gestorben wareBd.3, S.368.
 
A. 1587 den 30. marc. uff montag zu parschn mogen zwein soldaten von Geller vor Cracauen sin komen, und dweil sie vorhin druff gedeint und bekant waren und sich wirbung angenomen, hat man sie ingelaissen, dweil nit uber 5 oder 6 personen das mal druff waren, die das haus bewarten. Und als disse zwein im vorhaife uff und ab gingen und ire gelegenheit ersahen, haben (sie) veir von denen, so uff dem haus waren, erschossen, die ubrigen gebonden und einen kleinen hinderhalt ingelaissen und also das Cracaue ingenomen. Diss hat einer gesagt, der drauf gefangen gelegen, dem sie der doede kleit eins geben und ungelestst darvan laissen zehen, den ich in Coln gesehen hab, war dahin geschickt, gefangen zu loesn, daruber mit dem gelde gefangen und, (wie gelaut,) los worden. Was diss nuhe vor ein handel ist, dweil die von Geller und Cracau ein leude sin, kan ich noch zur zit nit vernemenBd.3, S.368.
 
A. 1587 den 31. marc. uff dingstag zu parschen hat sich das kreichzsfolk binnen Roirort, als sie die ganse charwogh hart belegert und beschossen, dergestalt dem fursten von Gulich uffgeben, das er so wal die Hispanischen aus Orsau sult schaffen, als die Statischn aus Roirort, und sin also mit flegendem fentlin unbeschedigt darvon gezogen. Der stathelder des koninks von Hispanien, Berlemont von Hautepen, hat das haus und stetgin Roirort ingenomen, und grois gutt, das die Schenkischn darin gescleift, bekomen, dess dan vil mit certification des von Hautepen uff Coln komen. Dieweil man es aber vor gerauft gut eracht, wolt es ein rait in die stat zu foeren und zu verkaufen nit gestattenRpr. 37 f 266 b (April 8).. Wiewol es doch wol heimlich in Coln underscleift wirt werden. Aber das der Hautepen Roirort ingenomen, damit macht sich der furst von Gulch gans verdechtich, das er ein verstentnis mit dem koning von Hispanien hab. Man sagt, es sult dem alten fursten, der eitzs halb verkindt, nit leib sin, dan etliche rete dreiben diss wirk durch den jongen fursten und furstin, des bischofs von Coln nigt. Ob diss nuhe den friden und gemeinen wolstant des gulischn, cleffschn, bergschn lant werde beforderen, darumb bekommern sich vil, ein jeder sagt und urtelt darvon, wie er geneigt ist. Aber das ende wirt es am gewisten dartoin. Ob der van Hautepen aber Ruirort ingerumt hab oder balt inrumen wirt, weis noch nitBd.3, S.369. Die zit wirts an den tag thoin.
 
[641] Anno 1587 den 1 april hab ich einen sendtbreif vonn Wilhem Richsartz von Meternich minen pechter zu Swarzem under dato den 23 marcii untfangen. Dar in er mir min lenderei und pachtung uffkundigt, und anzeigt er kunne sie nit lenger gewinnen noch bauwen dan er were alt und kranck lege zu bedde were von kreichsfolck au▀ gezert von fillem schatzs und steur untbloist. Sin perdt weren im abgepant. Ich mogt die haiffer saedt in▀ feldt verschaffen. Di▀ war Wilhem▀ eigen handt nit. Aber folgen▀ al▀ ich minen neiffen Herman zu im geschickt hat er▀ vor zwien scheffen verneuwert, also da▀ ich nach eim neuwen pechter mach dencken.
Vorhin den 14 janvar hat mir Wilhem auch einmail von der swerer schatzzungen geschriben die nit wol zu leiden were. Het van minent wegen sint dem julio von minent wegen zweimal schatzung moissen geben. Einmal von jedem morgen 1 ort ko. dall. facit 18 alb. item zum andern mail 12 alb. summa facit 29Tilgung: alb; durchgestrichengl. min 3 alb.. Nu were die dritte schatzung vorhanden von jedem morgen 1 ort ko. dall.. Nota, der konincks daller gilt so vil al▀ ein reinsch goltgl. mit beger ihm 7 dall. 1 ort zu schicken. Ich sagt zum boden, ich hett im vil nachgelaissen uff der lester regnong sult er mir an gelde und korn fast schuldich pliben und den vertrag nit halten und gelt zu geben de▀ kunt ich nit thoin. Derhalb het ich im nit zu schicken. Uff disse meinong hab ich auch prima aprilis an Peter fwei▀ den scholti▀ zu Mugenhausen geschriben, und mich beclacht da▀ man her von Coln 6 jar pension von zol zu Andernach schuldich were. Wan ich nit in bequeim so kunt ich nit au▀ geben.
 
Anno 1587 den 1. aprilis hat mir swager Johan Ripgin zu Nuy▀ im Lewen ein recognition under siner und siner husfrawen handt zu gestalt da▀ er mir von minem einen morgen lande▀ uff dem stadtgraben zu Nuy▀ jar▀ geben sol termino prima aprilis funf sunder winter gersten bi▀ ein meidtzittel da von uffgericht wurde. Inhalt der recognition die man soiche und lese. Dan er begerte den 1 morgen zu pachten nit die 4 morgen an leime▀ kempgin, durft da umb die freibuter nit bauwen. Der alt pechter hat mir noch net uffgesagt. Wa▀ noch schuldich. So wult ich minen swager gein jarn zusagen irthumb zu zusicverhutten. Nota. Johan▀ Ripgin▀ husfra heischtschtsicLeiffart gotschalcks oder Ripgin▀, sin eidomb Gotfridt Muller in der Klocken zu onui▀ fasbender der mach fillicht den morgen bauwen sullen in minem namen.
 
Anno 1587 den 3. aprilis hab ich von joncker Wilhm von Goltstein her zu Mugenhusen den lesten marcii dateirt, untf. mit siner eigner handt subschribeirt. Da mir sin leibde von der landtsteur und 4 manatlichs contribution schreibt, wie ich uff 25 morgen verschonet so doch da▀ landt uff dem gulschn boden zu Vernich dar in gehoirt, und gewarnt vur schaden sub pena dupli mich zu hoeden. Mit ingelachtem zittel, lautendt wie nachfolgt.
Scedula.
Ahn der landtstevren belauffen die 25 morgen landtz in de▀ hern licentiaten fweinsbergs gut zu Swartzem gehoerich an geldegestrichelte Linie14 gl.gestrichelte Linie14 alb..
Und an der monatlicher contribution ertragen sich dieselbe vorg. 25 morgen2gestrichelte Linie29 gl. 16 alb. 6 h.
Summarum zu samengestrichelte Linie44 gl. 6 alb. 6 h..
 
Dar uff hab ich dem joncker incontinenti mit Thoni▀ Kremer zu Mugenhuyssen 3,5 dubbel ducat geschickt. Und in eim kleinen breifgin geschriben ich het sie moissn lenen wult zum neigsten mehe schriben und schicken. Man hat 6
 
Den breiff vnd zittel vffzusoichen.
 
[641'] Anno 1587 den 3 aprilis ist min 80 fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefalln. Ich bin mit uffgezogen und mich besprochen wie man sich uff die colner gotztragt halten sult dan da▀ lo▀ hat unsen fahnen di▀mail getroffen da▀ er mit in der rustung solt sin, jetz verzert 0,5 q. 3 alb. wie alle praesentes, die absentes moisten 2 q. facit 13 alb. moissen bezaln. Auch eitz in die lucht kertzn bestalt.
 
A. 1587 den 4. aprilis hat man eim sitzenden raede samt allen reten und veirundveirzigen die neu uffgerichte fiscalische ordnong vorgelesen. Und ist der zeit angenomen und ingewilligt, dan ein rat hat vorlangs under keiser Carolo quinto ius fisci per privilegium erhaltenRpr. 37 f 263 a ff. Die Vorlegung geschah aus freiem Willen des Rates, der nach dem Verbundbrief ,wol mechtich, solliche ordnung, was zu gemeinem besten dienstlich, zu werk richten und stellen mocht'. Der Rat erhielt ausserdem die Ermńchtigung, die vorgelegte Ordnung ,zu besseren und zu vollenziehen, zu kurzen und zu lengen'.. Und dweil das lang nit ins wirk gestalt, so hat man mitlerzit doch dasselb laissen im camergericht zu Speir insinuern und durch eitzigen keiser Rudolphum secundum confirmern und bestetigen. Und werden in disser neuer ordnong die felle erzelt, warin das jus fisci stat hab, als was in testament, codicilln, giften ad pios usus den armen und in die ehre gottes besatzst und betirmt und nit exequeirt und verricht worden, das es noch verricht werde, item was in den contracten, transactionen, vertregen vor peenen ingewilligt eim rait oder armen fondeling gans und zum teil, das sulche penen inpragt werden, item wan etwas gegen ein raitz morgensprachn oder publiceirte edictn gefrevelt worden, das sulches gestraift, item was sunst in den beschriben rechten dem fisco zustehet, das sulchs ingefordert werde, und derglichen zu zehn oder zwelf sachen zu. Zumdem stunde in der ordnong, wie der process in fiscalischen sachen gehalten wurde. Folgens den 13. apr.ib. f 268 a.haben die 4 allereirste fiscalische commissarii, als her Johan Hardenrat, alter burgermeister, licentiat Gerwinus Calenius, raitzrichter gewest, jonker Thenis Wolfkeil und jonker Gerhart Angelmecher, rheinmeister gewest, ire eide in der raitzkamern druff getain, wie glichfals Gotfrit Boum, generalis procurator, und Everhardus Staden, der gerichtzschriber, auch doctor Snellius, der advocatus fisci. Und ein rait hat sie ingesatzstDie Investitur und Einsetzung erfolgte durch die BŘrgermeister Heinrich Krudener. Johann Maess, Hildebrand Sudermann und Barthold Questenberg. ,Und haben inen ban und friede gebotten, mit Řberliefferung des gerichtlichen staeffs.'Bd.3, S.369wie sie sulches auch angefangen haben zu thoin. Wie es dan vor sich wirt ghain, steht zu vernemen.
 
Anno 1587 den 4 aprilis und darnach etliche tage hab ich min korn von Swartzem da▀ von etlichn jaren da gelegen verkaufft. Item meister Johan von Ham pister hat von den zweien heuffen uff Weinsbergh eirst bekommen 16 mald. korn das mald. vur 13 gl. current der er dri mald. eim andern uberlaissen. Item den 22 april noch m. Johan vorg. verkaufft 5 mald. 3 lb. da▀ mald. vor 13 gl.. Item noch 3 mald. 1 lb. da▀ mald. vur 14 gl.. Item meister Peter Becker uff dem Eigelstein wa dem dort korn uff der badtkamern verkaufft 6 mald. 3 lb. 1 fod. da▀ mald. vor 8 gl.. Item daselbst neif Gotschalck Weinsberg 4 mald. da▀ mald. vor 7 gl.. Summa de▀ vorg. korn▀ in all ist gewesengestrichelte Linie35 mald. 3 lb. 1 fod.. Item noch vorhin hat neif Gotschalck 5 mald. de▀ dort korn▀ und 0,5 mald. goitz korn▀ untf. da▀ mald. vur 6 gl. und da▀ gebonne in Joachim▀ hau▀ zu machn. Item vor hin auch 0,5 mald. ein portzn man vur 19 mr. verkaufft. Item Gotschalck mach da befor auch 1 mald. vur holtzlude bekomen haben
Suma alles swartzemer korn so ich noch ligen gehat ist gewestgestrichelte Linie41 mald. 3 lb. 1 fod..
 
Es war im uffsclach also da▀ mir der leger den schaden und schrumfkorn etwa▀ vergudet hat. Wa▀ es nuhe zu gelde in summ macht hat man lichtlich au▀ dem vurg. tax zu regnen. Mit unsem becker neben un▀ da mit [642] kunten mir nit ein▀ weden. Verachte da▀ korn so haben mir ihr vur 6 mald. gelt geben vor jeder▀ mald. 14 gl. damit mogen mir bi▀ an neu korn behelfen. Eitz scleit da▀ korn mehe uff gelt 15 gl. 16 gl. am Rhein.
 
A. 1587 den 6. apr. sol Schel MorenhaifenHaus Schalmoe, jetzt Landhaus Schallmauer bei Gleuel. Vgl. Rpr. 37 f 267 b. Dr. Gropper und Lemgovius baten, dem Herzog nicht zu gestatten, ,uss der stat solliche lantfridbruchige tatt zu wirk zu richten'. Der Rat beschloss infolge dessen, dem Herzoge vorzuhalten, ,das e. e. r. nit gedulden kont, das ire f. gn. hie in der stat wider des heil. reichs constitution (kreichsvolk) anzunemmen und wurde e. e. (r.) ire f. gn. der straff, in der ordnung bestimt, nit erlassen, und derhalb von ire f. gn. hantgelt zu furdern und sunst nach aller notturft zu handlen'. Auf ein am 22. April (f 273 a) verlesenes Schreiben des Herzogs liess es der Rat jedoch ,uff seinen wegen steen'.---------bei Gleuwel ingenomen sin, das bestalt were, wie man sagt, von herzoch Magno von Saxen, des verstorben choirbischofs broder im doim. Aber den 15. apr. mach es ein doimcapittel widder in laissen nemen. Das mach ein edelmanshaus sin, doch nit gar fast und versatzst, doch besorgte man sich einer streuferei daruis. Herzoch Magnus wil sines broders erb sin und am domcapittel forderong habenBd.3, S.370.
 
Anno 1587 den 7 aprilis sin mir beide bein under den braten etwa▀ roit, dicker und hitziger worden. Besonder da▀ lincke bein boven dem knuchel al▀ were es die roese aber sonder besondern juck oder freren. Ich wei▀ nit ob ich ehezitzs die roese gehat hab. Etliche sagten es were kein roese, die andern sagten es were die rose, die dritte es were ein geswolst von feuchte oben her ab, oder von etwa▀ kelte die sich im glen▀ uberten. Etliche sagten es were gut und gesunt, die winterliche mine krenckte scloge dar in, es wurde wol vergain. Ich aber besorgte mich es mogte in minem alter ein an machen zur hidropischn wassersucht sin. Wa▀ es dan ist got wei▀ es. Ich lai▀ es gode befoln sin. Ich lai▀ es stain ist tumor oder squallor es sie. Ich hab einen roeden siden faedem drumb gethain, steht noch also etwa▀ geswollen im geswel▀. Thoit mir sonderlich nit wee, und juckt mich auch nit. Irret mich aber etwa▀.
Da▀ geswell an den beinen hat mich thoin gedencken an mine▀ anhern Gotschalcks von Weinsbergh geburtzs platz Swelme da her er und min fatter sich zu zeiten und oft von Swelme laissen nennen, und schriben und sin also von andern genent und geschriben worden. So moi▀ ich mit anroeren da▀ sulchs wort verscheiden im lesen, schriben, reden, geboichstabt und pronuncieirt wirt. Etliche, Swelme. Etliche, Swelm ein sillaba. Etliche Swelhem. Etliche Swellem. Etliche Swulme. Etlich setzn in stadt de▀ dubbeln u ein einletzich u, oder zwei einletzige vu. Aber wie mich bedunckt, dieweil es ein deutschs wort und in Deutzlandt ist, da▀ dubbel u sult be▀ stain. Und da▀ man under den vorg. wurtern (Swelme) schribe und rette. Dieweil ich aber die roese an beinen sult haben sag ich nit gern, swel me. Aber sag lieber, swel nit me.
 
Anno 1587 den 8 aprilis starb Geirdtgin van Essen widwe Joachim▀ van Aich schartzenweber▀ im hau▀ Schoinbart uff der Bach im ort dar man uff die alte maur drumb gehet, dar sie beide an geschriben stunden und da▀ Jacob von Aich bei leben zum eigenthumb an schriben laissen und in sampt Thoni▀ van Titz in den gereiden guttern zu erben und executorn lassn setzn da her irthumb von iren bewanten untstanden. Sie Geirtgin hat den armen s. Jacob 20 dall. besatzst. Aber Jacob van Aich sagt sie het bewilligt au▀ den 20 dall. 100 dall. zu machen und den armen zu belagen. Die sach ist ihm rhade joncker Wolfkel und mir befoln drin zu handlen.
 
[642'] Anno 1587 den 9 aprilis hat Johan von Broich genant Bonjan uff dem Steinwegh wonhaft weinhendler und fa▀bender herrn Johan Peil▀ hau▀ under Spermechern gegen dem Salmanach uber gegolten und hern Peil▀ burgermeister▀ erben wie man sagt dar vor geben 7000 dall.. Di▀ hau▀ haben vormaill▀ die alte burgermeistere Wasserfa▀n besessen und hats her Peil mit siner hausfrawen bekomen die ein dochter de▀ lesten her Gerhardten Wasserfa▀ wa▀. Und ist ein herlich weidt wolgelegen hau▀, da▀ eitz vom alten gebloede (dar bei es 200 jar gewesen) an frembden komen ist. Er aber Johan von Broich ist ein uffkomendt man dem da▀ gluck wunderlich zu leufft wa er▀ anscleidt. Ist einmail de▀ rhaidtz und darnach gewaltrichter worden. Also gehtzs mit dem gluck zu, da▀ nit alle dingen, alle zit in einem stande und wesen leist. Ist in siner unstandthaftigkeit standthaft.
 
A. 1587 den 10. apr., uff wilchen Colner gotztragt gefallen, was das loss diss jar in mines colonelln joncker Leiskirchens quateir uff mich gefallen, das min fan under den acht fanen in der rustung mit moist sin. Dweil ich aber zur zit des raitz was und mit jonker Lodowich Heimbach den dechan s. Severin moist leiden, der das heilich sacrament troge, wart miner person verschonet, das ich als heubtman dismal bei minen fanen nit durft sin. Ich hat aber doctor Offenberg pfenninksmeister und Jaspar Liblar lautenant willich gemacht, das die beide min stat vertrotten. Der jonge Offenberg und jonge Heimbach folgten innen nach mit guldenen ketten und min fan genossen war wol gerust bei 200 stark. Die gewontliche raitzeichn worden bei den befelchabern umbgeteilt. Ich hat dismal kein beswernis mehe darvon, dan das ich die spillude moist verschaffen, den die zopp geben und das verlech toin. Die andere 7 heubtlude haben fillicht auch derglichen toin moissen. Dieweil der kreich noch duret, so gewage ich alles der fanen neuwen brauchsBd.5, S.283.
 
Anno 1587 den 11 aprilis hat sich ein zanck zwischn suster Sibillen, mine▀ broders frawen, und Margreten zum Truben zugetragen. Also da▀ min neif Gotschalck sin frau Margret gesclagen. Die irer motter botten geschickt und wie sie quam und mit Gotschalck keiff, stunde suster Sibill am hau▀ zur Truben laustern und foere Margreten motter under augen. Derhalb die mutter bei mich zu Weinsberg quam da▀ clagte. Ich sagt ich und broder wulten Gotschalck schelten. Suster Sibill verwei▀ broder▀ frawen sie het Margreten zur ammen zu den zwien kindern zu sugen gerathen. Broder▀ frau sagt da▀ were nit war, sie wult sich in da▀ geswetzs stechen. Margret gab Gotschalcks motter urloff die uber winter bei ir gewest wa▀, sagt die kost were durre, dar vur moist sie ein amme halten dan sie were swager kunt die kinder nit lenger sugen. Also quam Gotschalcks motter von Margreten, suster Sibil hiltzs mit Gotschalck und siner motter. Min broder schalt min suster Sibill da▀ sie sich drin mengte und der jonger leude hau▀ regeirte, dar umb sie zornich uff einandern worden. Margreten motter sagt, es were die dhur tuschen Cronebergh und der Truben nutzer zu gemawert wan zanck drau▀ sult untstain. Min broder und ich schalten Gotschalck da▀ er sich gewinte sin hausfrawe zu sclain und nit bei irren elternTilgung: b; durchgestrichenuber sie clagte wan sie etwa▀ unfoigen hette. Er sagte sin frawe were unnutz in den beck und da▀ heubt were ihme mit den arbeitern verirret gewest, so unschuldigt er sich. Darnach stilte sich die sach in im selbst. [643] di▀ schreibe ich da▀ die nachkomen auch vernemen mogen, da▀ auch weiber wirck und geswetzs irthumb im hau▀ macht, und nit alle gutte luede alle zit wie wiesicengeln leben, aber ein gansse fruntschaft uffrustich machen kunnen. Doch ist neman dhoit pliben.
 
A. 1587 den 12. apr. hab ich minen neiffen und diener Herman nach Muckenhuissen geschickt und dem jonkern Goltstein, minem lehnherrn daselbst, geschriben, ich schickte eitz das uberich der lantsturen dahin, 12 gl. 18 alb. 6 h.; damit weren nuhe die 44 gl. 6 alb. 6 h. inhalt des uberschickten zittels bezaltBd.5, S.284und hab mich fort beclagt da▀ mir min see▀jarige pension zu Andernach nit bezalt noch die steur da von abgekurtzst wurde. Mit dancksagung de▀ erpieteni▀, sampt minen widder erpieten, sub dato 8 aprilis anno ut supra.
Di▀mal war der fatter Goltstein verreist. Aber der sohn j. Han▀ wilhem hat den breif und gelt untf. und Herman folgenden bericht gethain.
Man hett im verlitten jar 86 von jedem morgen zu Swartzem dri mal schatzung geben, jedermal vom morgen 7 alb.. In eitzigem 87 jar het man zweimal schatzong geben, eirst vom morgen 7 alb. 6 h.. Zum anderen von jedem morgen 14 alb.. Item carden Wilhem het von de▀ l. Weinsbergh landt ein▀ geben 16 gl. da von were er 0,5 ko. dall. schuldich pliben. Inhalt de▀ untfangs boich zu Mugenhusen.
Also hat Wilhem in sinem schriben vorhin gefailt.
Item anno 87 uff dem landtage zu Brul were die manatliche contribution ingewilligt, jeden monat von jedem morgen 3 alb. angande prima febrvar und vur ende de▀ dritten monats sub pena dupti zu bezaln. Sulchs contribution uffzuheben weren verordnet Philips Rost haifmaister Arnoldt Blanckart zu Bon, item zu Mutinckhoffen bei Bon.
 
Anno 1587 den 13. aprilis hat Herman in minen namen fort gehandlet da▀ rwilhem Richartzs von Metternich oder carden Wilhem genant mit siner frawen vor zweien scheffen Thoni▀ Ort zu Strasselt und Churstgin Hilger▀ zu Swartzem die besserei an allen sinem gereiden und ungereiden guttern so er uff dissen heutigen tag und ort hat es sie am haf hui▀, landt sandt dem lic. Weinsbergh vor sin scholt mit handtastung gelobt, au▀gangen und verunderpfendt nemans van andern schulenern sich nach dissem tage an vorg. Wilhems guttern an der bessereien erholen wulten, nitz da von haben sulten ehe und zu vor ehe und zu vor der l. fweinsbergh sin bezalung bekomen het. Und da er sich nit an den vorg. gutteren erholn kunte da▀ er sich dan an iren personen erholn mogt. Nota di▀ hat 3 marck gekost ohn die zerong. Sic annotavit Herman. Vide lege eius scedulam.
 
A. 1587 den 15. apr. hat sich min alt profaiss im fanen, meister Conrat von Duren leiendecker, zu sampt noch einem unsem leiendecker s. Jacob doit gefallen in der Bechergassen, dar sie durch die kall hinabfielen, so faul was es. Disser profaiss war vorhin in vil kregen in Frankrich, Engelant, Italien, Dutzlant gewest und nit vil erobert, wonte uff dem Buchel bei dem Rosskamp im kleinen heusgin, was bei 80 jar alt, noch rustich im monde, sunst zum profaiss undeinlich, das im abgedankt und der wacht gefreihet wart, hat die nacht durch nimmer rauweBd.5, S.284.
 
[643'] A. 1587 den 16. apr. umb disse zeit sin die hispanische ruter und kreichsleut von den munsterschen lantsaissen gesclagen, das irer vil umbkomen sin, dan als der herzog von Parma Grave, Venloe und Nuiss erobert und vor Berk nitzs ausgericht, dan da von dan den oisterschn ruter under augen gezogen und doch nit an einandern gerauscht, das der Verdugo und Taxis, des von Parma heubtlut, den winter den von Munster, bei Wesel den Markschn, die Hispanier und kreichzlude uff den halz gelagt, auch im lande van Cleif die stet Burinck, Orsaue, Berk ingenomen, wie neulich Ruirort im bergschen lande, sin die undertanen ganz unlustich, sowol uber die Hispanier, als der Statischen und Schenkn freibuter worden. Daher sich der irtumb im stift Munster zugetragen und fillicht weiters boes gebloede setzen mach, dan erzbischof Ernestus sigt in sinem stift Munster durch die finger. Also doit auch der furst van Gulich, Cleif, Berg, Mark in sinen landen und sin den Hispanischen nit ungeneigt, daruber die Hollender und Engelschn ubel zufriden sinBd.3, S.371.
 
A. 1587 den 17. apr. ist der jonge furst von Gulch etc., herzoch Johan Wilhelm, aus Dusseldorf geritten, etliche sagten, uff die jagt, etliche, ein schanz zu besigtigen. Und es sin die ruter aus Keiserswerde gefallen, die bischof Ernsten von Coln leut waren, und under des fursten von Gulchs perde mit gewalt gesatzst und fintlich geschossen, das der jong furst mit sinem pfert, das snell war, die flucht uff Dusseldorf zu genomen und darvon komen ist, siner diener zwein oder drei erschossen sint und dem fursten selbst mach durch die lobben am hemt geschossen sin. Derhalb er uber die von Keiserswert, so da lagen, gar zornich worden, das umb irentwillen die gulische schutzen auch etliche unschuldichn in dem hitzs umbbracht. Und war diss ein gar gefarlicher handel, dan dweil der furst noch kein leibserben mit der markgreifinnen von Baden hatte, wan er also umbkomen were, ein einiger sohn vom stam, was jamers und ungemags sich in den landen Cleif, Gulch etc. sult erhaben und zugetragen habenBd.3, S.371.
 
A. 1587 den 18. apr. umb disse zit haben die Parmischn oder Hispanier bei Wesel, wie vur dem winter, angefangen, ein hulzen bruck uber Rhein zugerust und gemacht, haben auch ein schanzs am Carthuser-cloister uff der Graven am Rhein bei Wesel uffgeworfen. Die bruck wirt von villen schiffen, druberte, laurdannen mit ankern und ketten wol angeheft und befestiget sin und groisse hulzen strichen und bort daruber gelagt, das man druber reiten und gain und mit wagen und karrn faren kan, auch die bruck hie und da an etlichen orten eroffnen, das man die uff- und abfarende schiff dardurch mach passern laissen. Desglichen mogen sie auch noch ander zwa brucken under Emerich und zu Deventer zurustenBd.3, S.372. Disse bruck kunst ist vor ein jar uff der Schelden und Antwerp in▀ wirck gestalt und gluckt, nuhe uff dem Rhein. Und ist ein unerhort unerkant und frembt wirck im dutschen landen. Man list wol in commetariis Julii cæsaris vor christi geburt, da▀ er bei Coln uff dem Rhein auch ein hultzen bruck gemacht und sin kreichfolck und rustung druber bracht het. Sunst heb ich nehe mehe dar von gelesen und gehoirt, dan von einer steien brucken vor Coln.
 
[644] Anno 1587 den 20 aprilis sin die kirchmeister und prouisorn s. Jacob an 4 dall. jarlicher fharen mit 80 dall. heubtgelts zu loesen im schrin zu Airsbergh geschriben worden. Disse 80 dall. sin herkomen al▀ 20 dall. seir nach von einer frawen im conuent s. Jacob die ein scholt dar zu von dem caplan besatzst hat die haben kirchmeister ingefordert und etwa▀ dar zu gethain, da▀ ein dall. dem conuent zum bau dar von komen sol sunst hat da▀ conuent in miner zit kein rent angelagt. Item 20 dall. hat Herman Curten im Mullenstein nevlich den armen s. Jacob besatzst geben auch 1 dall. item alte magt Lisbet van den Steinen zu Weinsberg wonendt hat 40 dall. darzu gethain machen auch 2 dall. dall.sicdie man ihr au▀ den 4 dall. uff ein abloi▀ verschriben hat. Und disse unse magt zu Weinsberg hat noch mehe rent s. Jacob, die sie bei minem broder Gotschalck und siner hausfrawen all erobert hat und wol 30 jar bei im gewont und gedeint.
 
Anno 1587 den 19 aprilis uff sontag iubilate al▀ ich zu Carmeliten au▀ der vespern quam hab ich gesehen, da▀ die carmeliten daselbst uff dem vordersten platzgen da man van s. Jorri▀ hin in uber da▀ iser hin in die kirch gehet 7 eschen beum klein nit daum dick gepost hatten. Mogen uff in die lucht waxsen und groisse beum werden dan sie wassen mit der zit wan man scleift. Vor eim jar stounden efken beum uff derselstat waren unden so dick wie ein botter thon, der mich gedenckt da▀ sie nit vor 40 jarn da gestanden hatten, die eitz vor hin abgehawen waren und hubsche bauhultzer waren. Die elmen uff s. Jori▀cloister langs die Bach sin auch vor 40 jaren da gestanden. Vorhin wie ich und min 3 broder darnach schoeler waren hat irer kein da gestanden. Derglichen sin die eitzigs elmen oder efkenbeum uff dem Numart und ander▀wa in der stadt und am walle seir alle oder in minem gedencken gepost und da hin gesatzst worden, der nuhe und dan etliche vom winde au▀ der erden geworfen und gefallen sin. Derhalb ist es nutz uff ledige und moissige platzen beum zu setzen, es ist ein klin kost, und gewinnen stilswigen wan sie einmal gepost sin darf man nit mehe dar an lagenn. Und wie es mit dissen unfruchtparen beumen zugehet so geschicht auch mit fruchtparn beumen da man die platz hat. Aber fruchtpare beum dienen uff den gemeinen platzen und vor kirchen nit umb de▀ werpen▀ und zancks nit.
 
Anno 1587 denTilgung: 19. Aprilis; unterstrichelt27 marcii sol Conradt Eck miner suster Sibillen gewesener man binnen Geller der stadt verstorben sin. Di▀ zeitung hat un▀ pracht de▀ doedengreber▀ Johan van s. Truden▀ sohn in der Spitzn der daselbst bei siner dirnen Susannen die sin frawe sulte sin, uff irer kamern gewesen, und von ir und andern daselbst gehoirt, wie er minem broder der ihn gefragt im Fischkauffhu▀ verzalt hat und dar bei gesagt, die dirn were gern mit ihm uff Coln verreist. Er aber hetzs nit durfen wagen umb ungemachs willen uff dem wege. Kurtzs da befor [644'] wart gesagt er were swerlich kranck. Dar uff folgte di▀ dodengreiffers s. Jacobs zeitung, der mit einem groislich wetten wolt es were ware. Andern sagten es auch. Aber sin sinsicsuster Tringen Eck merhau▀ frawe zum Ben▀bergh uff dem Heumart hat noch kein gewisse zeitung. Doch schickte noch neman▀ eigen botten dahin, dan neman▀ vil wu▀te forthel da von. Ist er dhoit so sie im got gnedich. Er mach au▀ Coln vor ein jar uff Nuy▀ gezogen sin, van dan uff Berck, van dan uff Geller. Ist wol under dem kreichsfolck gewest aber daselbst nirgen in der besoldung, wie er vor sinem gefenckni▀ in Bon auch in der bezoldong nit war. Wa▀ da▀ vor ein meinong gehat oder wesen gewesen ist, er sol nit vil ubrichs gehat haben. Kan nit wissen we▀ er sich ernert habe. Man hat in oft doeth gesagt und ist alle▀ widder lebentich worden, derhalben zweiflen etliche noch. Sclachten s. Thoma▀, wa folgen▀ eigentlicher zeitung kompt, die hat man zu vernemen.
 
Anno 1587 den 20 aprilis uff montag nach iubilate ist miner moenen seliger Barbarn von Gladbachs memoria s. Peter in der kirchen der fundation gemei▀ gehalten. Aber nit zu Cronenberg mit dem gelaich wie von alter▀, dan hab dar mit umbgegangen und distribueirt eben wie am neigst verlitten jar 86, dan ich spurte noch nit das emantzs groisse begerte dar zu hatte. Wan sie lustich sin mach man es inhalt der fundation widder anrichten, steht in semptlich frei. Es ist mir wol nit so leib da▀ der pastor petri gein genoigde dar zu gehatt.
 
Anno 1587 den 21 aprilis ist min 81 fhanenwagt uff s. Severin▀portz gefallen. Ich bin mit minem lutenanten selbst uffgezogen, dan min fendrich und wagtmeister waren nit in der stadt. Verzert 0,5 q. 3 lb. da▀ uberich bezalten die absentes und da▀ rest der pfennincksmeister au▀ dem sack.
 
Anno 1587 den 21 aprilis ist der bruloffs tagh gewest zwischen herrn Hermanum Terlain von Lennep der rechten licentiaten widman der vorhin joncker Adolf von Stralen▀ dochter zur ehe gehat und da von 4 kinder in leben behalten. Und n. widwen Johan Helman▀ de▀ jongsten zum Hirtzs vor sant Laurentzs da von sie drei kinder in leben und groisse gutter und renthen hatte war her Johan Maessen dochter noch jonck von jaren. Werden habselige wolgeschickte leuthe sin.
 
Anno 1587 den 22 aprilis starb der edel ernfeste joncker Goddert Blitterswich in der Klockergassen ein alt jonckgesel von 50 jarn ungeferlich und ist mit krentzen begraben. Disser ist ein▀ mit mir urthelsmeister und commissarius gewesen. Hat sich de▀ rhaidtzgancks abgethain und vur sich selbst im stillem gelebt studeirt und sin gezeiden gebitten. Wa▀ in zum celibat bewegt da▀ er kein kinder gezilt noch zur ehe gegriffen kan ich nit wissen, besonder dweil er rich, geschickt, verstendigh von guttem gesclecht war und kein von siner agnation und man▀stamb▀ in Coln mehe ware die den roden lewen mit neun gulden pfennicnk im gulden schilde mehe forthen. Er hat ein inuentarium siner gutter bei leben im lesten [645] laissen uffrichten. Aber hat testament uffgericht da von man noch zur zit wei▀, derhalb sich die neigste frunde ab intestato in▀ sterb hau▀ begeben die possession eirstlich aprehendeirt. Aber Goddert Strau▀ jactiteirte ein testament uffgericht sin, trat auch in▀ hau▀, da von irtumb undtstunde da▀ ein rhaidt joncker Juden, matern calino und mir die erkundigung im sterbhu▀ und uber da▀ testament durch gezugen committeirt. Wa▀ ursachen er aber er kein testament het willen uffrichten, hat mich bekommert. Ob er sin gutter vur stock und stamgutter eracht und den neigsten zufallen willn laissen, oder ob er sich vilfeltiger legaten und besetzs besweirt, ob wa es sticht kan ich nit erfaren.
 
Anno 1587 den 23 aprilis uff s. georgen▀ tag ist min swager Adolf fix von Eller uff s. Gereon▀stra▀ zu mir komen. Und angezeigt wie mineTilgung: nicht lesbarsustern Marie und Sibilla, sampt miner seliger suster Catharinen kinder von ihm begert er sult mir vermelden und min beduncken auch anhoeren, dweil die meidtjaren de▀ hau▀ Wein▀bergh der zwelf jarn kunftich remigii umb und au▀ weren, und eitz swere duren und kreichs zeiten weren. Sie begerten wol da▀ sich min broder und sin hausfrawe mit dem hau▀zin▀ bessern und mehe geben wulten nach aller pilligkeit und gelegenheit der zeit. Mit beger im die werbung nit in unguttem uffzunemen dan er wer drumb besweirt. Ich communiceirt mit swager Eller a part unverfencklich von der sachen. Doch sacht ich im, da es im gefalen wult ich es minem broder morgen foeglich vortragen und in darnach bescheidt laissen wissen, dan man hett noch funf monat und zitzs gnoig sich zu bedencken. Und al▀ er de▀ zu friden war, behilt ich in den mittagh bei un▀ essen sagt es were halb kirmi▀ s. georgen▀ tag. So bleib er bei un▀, leissen rhaitzwin und ander wein holen und machten un▀ frolich und ob ich minen broder die werbung kurtzlich untdeckt, so wart doch uber dischs de▀ mit einem worde kein rede. Und scheden also fruntlich. De▀ andern tags aber erkleirt ich die auff sagung und neu angelangte vermedong minem broder und sustern Lisbetten etwa▀ visforlicher und glimflichr. Dieweil sie aber sich mit miner suster Sibillen kurtzs etwa▀ geirret hatten waren sie unlustich und wigen die sach filfeltigh. Sagten alleTilgung: an; durchgestrichenander mangeln moisten auch richtich gemacht werden, edoch wulten sie sich etliche tag bedencken und mir darnach bescheidt geben, mogten auch leiden da▀ swager Eller in der sagchen handelte dweil es in mit betreift so vil ist di▀mall gehandlet.
 
Anno 1587 den 26 aprilis ist min diener und neif Herman widder zu Muckenhuyssen komen und daselbst dem joncker die eirste contribution vom febrvarn, marcio und aprili voir dem ende pragt, nemlich gelde▀ 9 gl. 9 alb.. Vide supra 12 aprilis eodem anno.
Nachdem aber carden Wilhem mir die pachtung de▀ lantz zu Swartzm uffgekundt und da bei bleiff, und geinen rhait zu der haiffer saet wust, hat er Herman zu Metternich off zu Muckenhuyssen off zu Vernich eman▀ bekomen kunt und neman▀ dar zu lustich fandt hat er▀ zu Neukirchn uff dem stoil laissen verkundigen. Wer die haiffer saet doin wulte der sult im arn die haiffer in foeren und sich zu danck selbst bezaln. Aber dweil neman▀ fonden wart der da▀ anemen wulte, kunth Herman neit mehe schaffen, und macht sich widder uff Coln. Aber moi▀ ich clagen und mich bezugen da▀ er an minem flei▀ noch guttem willen nit mangel. Sol ich nuhe dem herrn schatz und steur contribuern, und min landt sol ungebaut pliben ligen, und nitzs nutzen da▀ ist hoich cleglich.
 
[645'] Anno 1587 den 26 aprilis uff sontag nach georgii uff der geweiheter jar kirmi▀ zu Carmeliten hab ich den supprior da▀ h. sacramnet tragendt mit Aloff von Nevraede helfen leiden. Bin den mittag da uff da▀ mittags mal pliben. Und wart die kirmi▀ gehalten darnach ire renthen inquamen, dan cloister und stifsherrn moissen in disser benauter zit sol wol sparen al▀ der gmein man. Es wirt eitzs neman▀ verschoint.
 
A. 1587 den 28. apr.Der Kreistagsabschied ist vom 2. Mai datiert. (Kreistagsabschiede von 1576--1631. Sammelband. f 230 a ff.)ist der westphelische kreis in Coln zu rade gangen, sin etlich nit erscheinen, noch geschickt. Die erscheinen, sin auch nit glich gesint gewest. Mach doch ingewilligt und besclossen sin, 2 monat defensive folkDie Angaben sind ganz richtig.uffzuprengen und die offendentes im kreizs zu beiden seiten zu weren und abzuschaffen, einen ritmeister und drei heubtlude zu bestellenDer Kreisoberste, Herzog von JŘlich, sollte fŘr sich einen Stellvertreter (,Lieutenant') in Vorschlag bringen (l. c. f 234 b)., doch noch zwei ander kreiz, als den oberlendischn rheinischen kreis und den nedersexischen kreis und das in sechs wechenib. f 232 a., were umb Viti, binnen Munster, Ham oder Dortmunde, (zu beroifen). Es will der stat Coln ertragen vur ihr anpart 25 zu pfert und 200 zu fois. Diss wirt gar besweirlich zugainDer Rat erklńrte resigniert: ,mussen sich die verhandlung also gefallen lassen'., vil kosten und nit vil damit ausgericht werden. Und villicht mehe last und leidens im lande machen und anrichtenBd.3, S.372. Man hat des au▀gancks zu erwarten.
 
Anno 1587 den 29 aprilis starb swager Jacob Gilsbach in sine▀ eidombs hui▀ zum Forst uff dem Heumart und wart uff s. quirin▀tag in die kirmi▀ zu s. Alban begraben bei sin hausfrawe die binnen jar▀ verstorben war. Er war bei 70 jar alt, des snider hantwirks, hat etliche tausent frauenheucken sin tag gemacht, darin er vor allen snidern vernoimt was und den namen der huickenmecher bekomenBd.3, S.373wonte an der Marportzen scheir gegen dem Wolf uber da er zwei neuwer steinen huisser au▀ dem grunde gebaut. Sin sohn Herman Gilsbach und min neif Gots. Weinsbergh hatten zwa swestern Benedicta von Swelm▀ dochtere. Ein gut from burger. Rescat in pace.
 
Anno 1587 den 1 tag maii philippi et iacobi hat man an den weingart noch kein gomme vernomen, noch auch an der hedern oder efken also spade war der winter gefallen. Vor dem reformeirten calendario gregoriano hat man desglichen nit vil uff den meitagh gesehen da domail▀ gemeinlich die wingartzs bletter und loden sich sehen leissen. Ob es die zehen tage der festen also verursachen, oder ob es (ohn das) sich also wan schaffen zutragt kan ich nit wissen. Die 10 tag tragen wol etwa▀ zu ruck. Aber vil sagen da▀ nuhe 2 oder 3 jare ungewontlicher weise spade gefallen ist. Ich hoffe es sol sich vort an bessern, doch wirt es umb parschn und gotztragt zu Coln fort mehe nit so grun und lustich dan balder kale und durre sin.
 
Anno 1587 den 3 tag maii uff tag inuentionis sanctæ crucis uff wilchen da▀ hausfest zu Weinsberg gehalten sol werden, inhalt mine▀ testaments. Aber dweil disser tag uff einen sontag gefallen und ich gern ein wenich vorbildts sulchs hausfeste▀ bei minem leben jarligs sehen. So hab ich under schein mines diener▀ und neiffen Herman▀ geburtzstag sulches dissen sontag und 3 tag maii in▀ wirck gestalt und oben uff minen sale zu Cronenberg uff den abendt laissen decken und minen broder und sin hausfrawe, suster Sibille, Elisabet Horn▀ und Marie Smitz [646] die beide jonfern und dischgengerschen neif Gotschalck und Margret sin husfrawe zum Truben und si da hin lassn beroiffen. Und die gmein sontags portion mit eim gutten gebraten kalfsharst gebessert. Auch neben kei▀ und botter 8 zuckerkoichlin, heupen, eppel und nu▀ drumb gesatzst. Item an wein gehat 6 quarten wi▀ die quart 6,5 alb.. Item 2 quarten roitzs. Item 2 q. rhaitswein▀. Da mit mir alle genog gehat. Und wie wir den vormittag in unserm bedehau▀ s. Jacob den gotzdeinst gehort und gepetten, also haben wir den nachmittag die malzit soberlich und mit freuden in der wonung gehalten. Und es war wol kalt war doch nit so seir als im vorigen jare. Da▀ ich disse beikompst zum vorbilt de▀ hausfestes zu Weinsbergh macht da von, noch von minem testament wuste neman▀ dan min broder dem ich allein offenbart hat der min haelle wuste.
 
Anno 157 den 5 maii bin ich spacern gangen uff sant Gereon▀stra▀ da min swager Adolf Eller wonte. Hab im mine▀ broder▀ bescheidt willen zustellen we▀ er min broder uff die newe angekundigte medung gesinnet were de▀ hau▀ Weinsberch wie oben am neisten folio stehet den 23 aprilis anno 87. Al▀ aber min swager Eller nit inheimschs gewesen hab ich den schriftlichen bescheidt miner nigten Elsgin siner hausfrawen zugestalt im zubehendigen so balde er zu hau▀ queme. Da swager Eller eirst au▀Tilgung vnleserlichger der sementlicher erben uffs neut die medong mir anzeigt, wuste ich da▀ min broder und sin frawe uff min sustere Sibille verirret waren den min suster Sibille und sin frawe nevlich undereinandern gehat hatten. So dorf ich es innen uff swager Eller▀ anzeigen nit so eilen▀ vortragen bi▀ den andern tag nach Georgij, da▀ sie ir bendencken namentliche tage. Und darnach den folgenden bescheidt gaben.
 
Tenor nove conductionis.
Item nachdem das min zwelf jar der medongh des hau▀ Weinsbergh neigstkunftich sant remei▀tag anno 87 umb und au▀ sint. Und derhalben swager Adolf Eller neigstverlitten sant georgius tag den 23 aprilis sich derhalben bei minem broder angegeben, mit vermeldongh, es hett sich suster Merie und suster Sibil mit siner hausfrawen miner nigten besprochen und von ime begert, er sult sich bei broder angeben und ime sulches anzeigen das er mit mir und miner hausfrawen sprechen wulte und un▀ anzeigen da▀ man hoheren und meheren zin▀ begerte. Und sulches nit gern an da▀ ende der zeit verlauffen laissen, umb zu gelegener zit bescheidts zu erwarten. Dar up ich nuhe minem lieben broder, broder▀ kindere, sustere und suster kinder in▀ gemein nit verhalten kan, wie auch der meidtzittel clarlich mitbrengen wirt, da▀ un▀ da▀ gemelte hau▀ zweilf jar vor drissich daller zu 52 alb. und 2 marcken dem pastoir sant Jacob und in noitwendigen tagh zu halten. Domails vermeidt, wiewol ich auch mit jaren noch in 22 daller hui▀zin sa▀. Das aber min suster Sibil gegen ire eigen handt und geloffdem, gegen alle billicheit und foege die zit der dersicmedong nit mit friden abwarten kunnen und sulches mit vil widderwertigkeiten bekronet in ansehung sie de▀ hau▀ selbst mitgebrucht und ihr alles goede▀ und fruntschaft erzeigt worden, [646'] und in deren ungereimbter meinongh ist, al▀ sulten die jaren der medongh an die hau▀haltungh gebonden sin und ihr derhalben hau▀ und dischs zu halten schuldich, das doch mit nichten dar undern begriffen und verstanden kan werden. Wa▀ nuhe antrift den begerten meheren zin▀, wan ich den vermeren wurde, das sulches dermaissen angesclagen da▀ es un▀ leidlich und treglich, so mogt dar in tuschen un▀ gehandlet weren, dan ich kan mich de▀ wol berichten da▀ dieselbigen so mich unverhindert ihm hui▀ laissen, disser zit noch etwa▀ mehe eigen. Aber dieselbigen die de▀ hui▀ mitgebruchen und mich nit in rauwen und friden das in bleiven laissen, denen begeren ich nit allein mehe zin▀, dan auch den zin▀ den ich bi▀ her gegeben hinforter nit zu geben, dan nach miner gelegenheit kan ich mich eitzs wal in einer kleiner behuissong behelpen. Und wan ich den begerten zin▀ angehoirt, so begeren ich auch nit scleislich zu handlen, es sin als dan unse dingen under un▀ sementlichen erbgenamen einmail aller dingen clair und glich gemacht. neben dem was ich mit einem jeden besonder zu schaffen clair geregnet, verricht, bezalt und versichert worden. Heir bei kan ich auch nit verhalten, wie ich nit allem da▀ hui▀ im tag, dan auch finstern, durren und sunst mit kleiner noitwendiger leppereien ihn gutter reparation gehalten und nichtz verwerden laissen.
Da es aber dahin gerathen sult das man mich deren maissen besweren, da▀ ich das hui▀ noitwendich raumen moiste und frembden vermeidt sult werden, da▀ doch so wol mit minem als mit ein▀ andern willen geschein moiste, und in dem falle so wurde ich sicher den erbnoitbawe der dem hui▀ zu gut verbleift, verricht, und bezalt haben willn. Di▀ hab ich zu gutter antwort nit wulle verhalten. Datum den zweiten maii anno 87.
 
Disse eitzige schriftliche meinong wie min broder in der medongs sachen gesinnet, hab ich wortlich abcopeirt und her zu gesatzst. Wie aber swager Eller lang au▀ Coln bleib da▀ miner suster Marien die schrift mitler zit zugestalt wart und die underhandelung etwa▀ verweilet wart. Dar zwischen bracht min broder die oben in der schrift angerurt, uffs papir bracht. Da von folgen wirt.
 
A. 1587 den 7. maii ist Orsaue, die stat im lande von Cleif, von dem hispanischen kreichsfolk, so ein weil zitzs drin gelegen, sint Berk belegert, angestochen und meherteils verbrant, der ursachn, wie man stark sagt, dieweil sie pasports und einen schriftlichen schein von den burgern begert hetten, als hetten sie sich unverweislich und recht mit den burgern gehalten, und den nit bekomen mogen, derhalb sie aus zorn den brant getain. Und ist disses eine groisse undankbarkeit gegen den fursten van Cleff und burger zu Orsaue, das man sie den herbst und winter uber sweirlich geherberget hatte und das der furst ires koninks und bischof Ernsten swager, des jongen fursten nache bewanten warenBd.3, S.373.
 
[647] Anno 1587 den 8. maii hab ich suster Engin Moder zu Marien bethlehem in der Reimersgassen bezalt die ire uff den termin prima maii verfallen 10 daller waren. Di▀mal waren sie mit der quitancien nit so balde fertigh. Derhalb verzog es sich acht tage. Alle vorige jare werde ich wol alle vor dem termin bezalt haben.
 
Anno 1587 den 9 maii war da▀ belet unser fhanenwagt uff die Igelstein▀ portzs gefallen, wie vor zwei jarn do Neu▀ ingenomen wart. Ich zog nit mit, dan min lautenant Jaspar Liblar zog uff den thorn Cuniberti da es lustiger sult sin, doch uff der stoben mehe dan uff dem sommerhui▀. Ich moist eben wol 2 quarten wein▀ verheren waren 12 alb.. Und war di▀ unse zweiundachtzigste fhanenwagt.
 
A. 1587 den 11. maii hat der papstlicher legatus, der vor etlichen tagen von Rom uff Coln komen war, der jonger furstinnen von Gulch etc. die guldine roese in namen des jetzigen pabst Sixti 5 presenteirt und damit verehret und ein furstlich geschenk zum bottenbroit bekomen. Es hat mich folgens her Caspar Kannegeisser burgermeister, das geheimnis von disser guldin roesen laissen sehen, war zu Dusseldorf getruckt, kunt es in der eil nit lesen. Wonder gab es den burgermeister, warumb es der furstinnen, und dem fursten selbst nit, geschenkt war. Das folk hiltzs darvor, die furstin solt gut catholischs sin und die catholische religion beforderen. Ich hab gelesen, das der pabst jarligs uff den sontag Letare zu halbfasten ein guldin roese mit gewonlichen ceremonien pleicht zu weihen und dieselb dan hernach irgen einem besondern fursten aus sonderlicher fruntschaft zu schenken, daher dan der sontag Letare der Rosentag villicht genent ist. Sulcher geschenkter rosen hab ich ein uff dem burgermeistersessen van her Leiskirchen in sinem haus uff dem Numart uff der tritzoseren sehen stain, solt vorzeiten her Nicasius Hackenei zustendich gewesen sin, hat einen guldin fois, dar sie uff stonde, das man nitz darwidder sehen mogt, war so weit wie ein zinnenteller mit guldin bletter. Eitz sagt man, der paibst het 6000 kronen jarligs darzu geschenkt, dar doch vil an zweifelten, wie ich auch dran zweiflenBd.3, S.373.
 
Anno 1587 den 11 maii bin ich zu Cronenberg unden au▀ minem stoblin oben uff min schreibkamer gestigen dar ich besser lucht hatte, dan bi▀ her zu umb der spater kelten es unden verheilten.
 
Anno 1587 den 13 maii umb di▀ zit sol her Johan von Tonbergh pastoir zu Rhein broil gestorben sin, wie mir Wilhemus Castenholtzs stadtschriber zu Lenx▀ angezeigt hat. Disser war min mitexecutor in seligen Bernhardt Luchelgin▀ testament und tutor uber sin kindt Marie Luchelgin. Er hat au▀wendich fast an rent uffgehaben war sunst auch von den verkaufften Bernhardt gutter schuldich ohn da▀ er clare regnong und reliqua gethain het, und da▀ stadt noch inzufordern zu behoif der dochter Marien testament die vor drien jaren verstorben erben institueirt und mich zu executorn verlaissen hat. Und wirt ubel vil von siner verlaissenschaft zubekomen sin, dan er caluinischs worden sich auch sinem fatterlande zu Euskirchen zu Reimbach zu Munstereiffel da er befrunt war uff Rheinbroil under den graven von Seine be [647'] geben, da er zwa oder drei frawen und kinder mitgehat und nit da▀ meist uffgelagt wirt haben. Ich hab die sach Castenholtz zu Lynx befollen der mach da▀ best dar zu thoin uff gmeine kosten, es trift in mit an. Ich kan wenich darzu thoin.
 
A. 1587 den 14. maiiDie Kunde traf den Rat am 16. Mai. (Rpr. 37 f 291 b.) Die gŘtlichen Verhandlungen verliefen resultatlos, da der Herzog und dessen Beamte die Entscheidung nur den Landstńnden zuschoben. Darauf entschloss sich der Rat am 3. Juni, ,die scharpste wege rechtens contra principem furzunemmen'. (Rpr. 38 f 17 b, ebenso f 27 b, Juni 19.)hat man umb disse zeit angefangen, licenten und ungelt zum Hamme im lande van der Mark und zu Mulhem im lant van Berge von colnischen und andern guttern, die aus den Nidderlanden, Vreislant, Munster und anderswoher (nach) Coln zu karren und wagen gefoirt, widder alt herkomen und gebrauch zu nemmenHs. ,genomen'., dess sich dan ein erbar rait zu Coln uff anklage der burgerschaft hoichlich besweirt, sich erkundigt, das die lantstende von Cleif und Mark sulches ohn iren fursten ordineirt, derhalb ein rait schriftlich und montlich bei dem alten fursten zu Dusseldorf und Hambach umb abschaffung oder instellung desselben angehalten, dieweil es widder die alte vertrege mit den herzogen von Berge und des richs constitutionen austrucklich were. Aber dweil es durch den fursten und rete uff den lanttag zu Gulch und bergschen lantz uffgezogen wart, so ist ein rat verursagt, keiserliche inhibitiones und mandata aus dem camergericht von Speir zu prengen und gegen den fursten von Gulch etc. zu procedern, wa es nit abgeschafft wirt, wie vorhin mit dem churfursten von Coln und andern beschein istBd.3, S.374.
 
A. 1587 den 15. maii sin alle rete und 44 vergadert gewest in sachen ein bruamt antreffende, dan die herrn uff der Fritagscamern hatten die seck in der mullen messen laissen und befondenRpr. 37 f 271 b (April 20)., das etliche seck 5 summer, etliche 6 summer inhalten, daher das malzs verwirkt sult sin. Die bruwer wolten vertadingen, von alters het man 5 sb. vor ein malder laissen passern, die 6 sb. drin getain hetten, mogt ein rait straffen. Als aber ein rait sie zuglich straifenib. f 272 b.wolt und die bruwer sich uff dem alten bruch und bei der ketten hilt(en)Rpr. 37 f 274 a., darauf ein rat sagt, die kett der bruwers seck were nit langer dan der becker kett, die nit mehe dan 4 sb. hilte. So moist es mit der ketten ein misbruch sin. Aber die bruwer leissen das bruwen▄ber den Verlauf des ,ganz gefńhrlichen Handels' vgl. Rpr. 37 f 271 b--291 b.wol 3 weghen anstain, das kein beir umb gelt feil war, derhalb ein grois geschrei von armen burgern in Coln war. Also wart eitz im rade besclossen, das die kette ab sin solte und die bruwer und burger sulten fortmehe 4 sb. vor ein malter und 8 sb. vor einen sack mit der maissen gemessen und gemengt gut verzinsen. Und daruff sulten sie von stunt an bruwen und die burger mit beir versorgen uff peen des torn-ganksBd.3, S.374.
 
Anno 1587 den 16 maii starb swager▀ Johan Meinar▀ hausfrawe und neif Reinhardts von Dutz swegerfrawe boven mauren gen Gurtzenich uber im Orthau▀ da▀ ein rhaidt abrechen will. Hat lang geracht gewesen und swachlich gewesn. Ob es den kindern ein nutzlich oder unnutzlich absterben gewesen sie mach man mit der zit erfaren.
 
Anno 1587 den 17 maii uff den h. pfingstag ist der disch eirst widder in der camer zu Weinsberg gedeckt worden. Bi▀ her zu haben mir es uff der hangender steven zu Weinsbergh verhalten umb de▀ lanckwiligen winter▀ willen. Den abendt haben mir unsen neiffen Gotschalck und sin hausfrawe Margret zu un▀ essen beroiffen und haben gesongen, veni creator spiritus etc. und ander lieder vom hilligen geist.
 
[648] Anno 1587 den 18 maii montag zu pingsten uff einer eirster missen zu Carmeliten gewest sampt minem broder. Dahin hat unser frundt notarius und schriber Wilhelmus von Walbeck bidellus vil theologen, juristen kirchmeister und kirspel▀lude zu s. Johan man und frauwen beroiffen im sinen tag vor sinen neiffen daselbst zu leisten wie geschach. Und wie ich neben jonfer Kannegeissers widwe de▀ mitlen joncker Gruten von Siegen quam zu sitzn fragte ich sie wie alt ihr sohn der jongste joncker Arndt von Siegen were der gegen un▀ uber sa▀. Antworten sie 36 jar. De▀ gab mich gan▀ wonder da▀ er nit zur ehe greiff, dieweil er ein einich sohn siner eltern, und scheir universal erb sinen anhern de▀ alten herrn Arndten von Siegen ritter▀ und burgermeisters war und die herligste gutter sinem nachfolgenden stam zuverordnet worden. Ich gedacht allerlei, ich wust mich selbst nit zu berichten, mehe dan da▀ er der gutter halb mit her Suderman und andern einen gar sweren pleicht im keiserlichen cammergericht noch unvertert hangen hat und in possessione derselben uffgehalten wart. Aber gliche wol het er sich wol mogen bestatten. Amore posteritatis.
 
A. 1587 den 19. maii haben die schenkische heubtlude und kreichfolk in Cracauen under Nuiss dem churfursten von Coln Ernesto das scloss Cracau gegen ein summam geltzs von sechstusent cronen in sin gewalt geliebert und sin vergleidt darvon gezogen. Und ob es die stiftzen wol von alters ingehat, so sagt man aber, es sie ein gellers lehnBd.3, S.375.
 
A. 1587 den 20. maii solt Wachtendong seir nach von den Hispanischen errascht und ingenomen sin worden, aber die hatten sich ein halb stunde verspat, das der ansclach ausbrach. Daruber der heubtman, Lankhar genant, von sinem eigen folk, (die auch dem Mertin Schenk deinten), gefangen, (und wie man sagt), gefirtelt worden seiBd.3, S.375.
 
Anno 1587 den 22 maii ist beratschlacht und bewilligt da▀ die erbgenamen zu Weinsbergh ir hau▀ und hof und landt zu Dormagen widder wulten bestain zu bauwen und zu rusten, dan ihm colnischen kreich ist da▀ hau▀ und gebewe vom kreichsfolck und boesen nachparen seir an durren finstern, wenden, zunen spolieirt und verwoistet, da▀ landt zwei gansse jar ongerust und unbesehet bliben ligen. So hat nuhe unse suster Maria insonderheit bei minem broder und mir angehalten da▀ man widder gemeglich anfangen sulten. Min broder und ich aber waren swairmodich besorgten un▀ vur ungemach und schaden dweil mir mir de▀ kreichs noch kein ende seghen, kunthen auch baussen alle andere mitgedenugen nichtzs heir innen anfangen handlen und scleissen. Derhalb sin sie alle bescheiden, und haben sich verglicht wie nachfolgt da von doch der abscheidt in die fedder bracht und den andern tag 23 junii suster Marien zugestalt worden sich darnach zu richten, dan neman▀ vil mehe lust in dissen ungeendigten kreichsziden lust dar zu hat oder sich de▀ underwinden wulte dan sie.
 
Copei de▀ zedel▀.
Anno 1587 den 22 maii sin ungeferlich sementliche erbgenamen zu Weinsbergh samen komen und sich wegen de▀ ungebauweten gutzs zu Dormagen be [648'] sprochen und verglicht in maessen were wie nachfolgt.
Anfencklich ist vor gut angesehen, dweil sich andere nachparen zu Dormagen bestonden mit dem bawwirck zu rusten das mir auch einen anfanck bestunden widder zumachen.
Und das vor allen dingen nodich were funf durren zu machen, so sulten mir drei bruder und de▀ kinder 12 dennen bort verlagen. Die uberige kosten materie und loen sulten die drei sustern und ire kindere thoin und glich rechnen und tragen.
Es ist auch sustern Marien befolln in aller namen wie von anfanck da▀ wirck vor eirst ein jar zu verrichten bi▀ anno 1588 nachdem arne bi▀ der arn in were. So lang sult neman▀ den bauloen von eim morgen einen gl. und nit mehe bezaln, dan sult jeder stam sin 4 malder korn▀ haben und die baukosten bezalen, oder sulten im am pacht abgekurtzst werden, das uberich sult suster vor ire saedt und mehe haben.
Wurde aber der fiandt die fruchten im felde oder schuren verderben oder rauben, da sol jeder den schaden vor sin quota tragen.
Doch sol suster Marie sorg tragen und mit dem bawman handlen da▀ die sementlich erbgenamen ohn gefhar oder schaden willen sin, off pferdt vehe oder ander▀ genomen, oder der bauman oder susters gesinde gefangen, geschatzst oder beschedigt wurden.
So man dem fursten ungewontlichn schatzs sult geben und wa▀ sunst ungewontligst uff da▀ herschaft gelagt wurde da▀ sullen die gemein erben tragen. Was aber gewonlich were al▀ j. Ruyschenbergh 3 malder korn▀. Auch 1,5 malder s. Andreæ. Item 1 malder Even Herman▀ erben. Item die 6 marck vom Kempgen sul suster Marie tragen und vom pacht nit abzehen.
Di▀ hat suster Marie wie vorgemelt also gutwillich an sich genomen zu verrichten vor ein jar nach dem arne. Al▀ dan mach man sehen wie es sich schickt und weiter▀ handlen und sich verglichen nach aller noitturft.
Hie bei uber und an sin gewest Herman licentiat elster broder, Gotsckalck und Elisabet elude, Herman und Gotschalck brudere Christian▀ kinder. Item Maria widwe Ordenbach vor sich und ire kinder, suster Sibilla noch Elsgin Eller▀, Reinhart und Johan von Dutz vor sich und iren swagerTilgung: Eller; unterstricheltAdolf van Eller und Gotschalck iren broder. Geschein und verhandlet zu Cronenbergh uff der stoiffen. Anno die ut supra.
Finis.
 
Die copei hie von hat min neif Herman geschriben und an suster▀ Marien wonongh zu Margreden ir zu behandigen geliebert. Die hohe noit erfordert wol da▀ da▀ hau▀ nit offen und wilt plibe ligenn, da▀ auch die ecker einmal gesturtzst und von disteln und ungewax▀ gereiniget wurde. Also hat man es in gotte▀ namen willen anfangen.
 
Anno 1587 den 23Tilgung: Junij; unterstricheltmaii nit allem dissen tag dan auch vor und nach haben sich mine▀ swager▀ Johan von Dutz und miner suster kinder hardt under einandern geirret, gezenckt gescholten gesclagen gekratzst da▀ mir nit leib oder sunst nit erlich ist, dan sie sin seir haistich und moitwillich. Der zanck unsteht [649] da her, da▀ Johan ungestumb und unuffhorlich auff die erbdheilung dreift und helt ihm sin broder Gotschalck zu, wiewol innen beiden so wenich dran gelegen ist al▀ Reinhardt und Elsgin, dweil es alle▀ rentbar ist und die rent leufft, die jongsten auch noch unbestat sin und dienen. Aber Johan ist ein ureidt gesel von harter sprachen unleiflich roiffendt sich anstellendt al▀ wult er sinen swager Eller und die andern alle dringen da▀ sie alle ire sachen anstehn sullen lassen und der deilong allein abwarten und in dienen da▀ doch umb der unmondigen Reinhartzs und Elsgin▀ kinder mit der tutorschaft beheltni▀ am hohen gericht und handlung mit den cloistern in der Reimersgassn und s. Claren von wegen jonfer Beilgin und Engin swerlich zu thoin waren und vill tritten▀ nam da▀ die elsten ire narongh dar durch versaumen moisten. Doch mach in gott zum friden helfen.
 
Anno 1587 den 24 maii uff sontag trinitatis die nacht war es gereift und gefroren da▀ man sich im korn und wingart schaden▀ besorgte aber doch kein schade der zu beduden, vernomen wart.
 
Anno 1587 den 26 maii ist die bruloft tuschen Johan Zulchoiffen und Elisabeten Cort miner nigten gewest. Der kirchganck den vormittag s. Columben die maltzit den mittag zum hilligen Geist uff der Hertzestraissen, mit 3 groisser disch. Di▀ war min▀ seligen neiffenTilgung: Johan; unterstricheltChristian Corten borggrewen▀ under dem Rhaidthau▀ einige dochter. Die motter Maria Wolfs lebte noch und hat sie bestat. Swager Zulchoven ubt sin goltsmidts handtwirck. Ich und min broder und sin husfrawe, min suster Marie und ir kinder Gotschalck und Tringin min suster Sibilla sin uff der hoichzit gewest.
 
Anno 1587 den 27 maii ist min 83 fhanenwagt uff die Haneportz gefallen, da hin bin ich mit gezogen. Ich hab wie die andern ein helfgin wein▀ 3 alb. beigelagt kertzen in die lucht bestalt.
 
A. 1587 den 29. maiiVgl. Rpr. 38 f 12 a. Im Řbrigen die ausfŘhrliche Darstellung bei Ennen V S. 239 ff.ist Hieronimus Michaelis, des churfursten Ernesti commissarius generalis, uff heimliche denuntiation hohen und nidern stantz luden und aus gemeinem geschrei durch erkentnis eins erbarn raits zum Wildenman uff dem Tornmart angetroffen und uff Beien zu torn bracht, umb vil und mancherlei boisser daten und tyranscher stŘcken, die er begangen hat, daher er sich gans vil missgunner und finde gemacht hat. Man hat auch bei im funden 600 dubbel ducaten und an gelt bei burgern 2000 daler und 36 mark silberwirks an gulden koppen und ander gescheir, wilchs in die canzlei geliebert ist, noch fast besiegelt breif von dem churfursten von Coln, vom herzogen von Parma, ohn sunst missiven und anders von mehe andernDiese Briefschaften befinden sich noch jetzt im Stadtarchiv.. Vil burger und ander leude, geistlich und weltlichen, hatten ein freude an dissem gefenknis, vil aber besorgten sich, man sult mit dem churfursten von Coln in disputation und ungnat geratn, das man sinen commissarium ohn sinen vorwissen und willen gefangen genomen und die breif besigtigt und mit gelde angehalten hett. Ein rait hat im die ursachen sines gefenknisDie Auskunft darŘber wurde dem Gefangenen zunńchst verweigert. (Rpr. 38 f 13 a, f 17 a, Juni 5.)anzeigen laissen, das er etliche burger von Coln zu Bon angehalten und hoich geschatzst, dieweil er selbst sinen burger-eit in Coln getain uff die Winteck und die burgerschaft noch nit uffgekundigt hat, auch das er die licenten zu Dutz gegen des richz constitutionen von colnischn burgern genomenBd.3, S.375 [649'] und sie geschundt und geschatzst hat, zudem das er nit allein im colnischen lande, dan auch uffm gulischn und bergschem boden uff verscheiden orten das lantfolk mit soldaten besweirt, gefangen, gespannen, gehangen, gemartert, beraubt, uberschatzst, verarmet und verdorben, davon wonder vil sagens und clagens ware. Und ob er wol sagen wolte, er het siner commission nachgangen und daruber nit gehandlet, so hat ein rait nit gleuben kunnen, dass der churfurst Ernestus von Beiern, von so altem, hohen, furstlichen stam her untsprossen, sulche commission siner untaten geben oder gedacht zu geben, wan er sulches auch sagen durft und nit erwisen, ob er derhalb nit allein straifwirdich. Der furst von Gulch hat auch baldeIn einer Audienz der k÷lnischen Gesandten wegen des Licentenstreites (Rpr. 38 f 15 a) teilte der Herzog denselben mit, ,das ire f. gn. hiebevor bevelch geben, uf inen achtung zu haben', und begehrte, ,innen in gutter gewarsam zu halten, er wńre gemeint, inen furderlich zu denuntieren'.uber 40 artickel eim rade uberschickt, in daruff zu examinern, und was dern verneint, wult er beweisenBd.3, S.376. Wie es ferner▀ ablauffen wirth hat man zu vernemen.
 
A. 1587 den 30. maii sin etliche burger von Nuiss, darunden ein burgermeister von Nuiss gewesen, samt drien Jesuiten und andern burgern van Coln und Bergschen zu schiff gangen bei der Drankgassporzn, und wie sie umbgewert, hinab gefaren sin, zwischenwegen sin innen etliche freibuter von Coln nachgefaren und uff dem Rhein errascht, den burgermeister und burger van Nuiss samt den Jesuiten zu sich in ihr schiff gezwongen und gefenklich hinab uff Berk bracht, die andern im schiff fort laissen faren, hab(en) auch alsbalde etliche arme burger van Nuiss und den elsten Jesuiten, der swachlich was, erledigt, vergleidt und zu haus laissen reisen, aber den burgermeister und besten von Nuiss geschatzst und erledigt, aber patrem Petrum und den andern Jesuiten uff 1500 daler gesatzst vor ranzon, und alle tage jeden uff 1 daler zu verzeren gesatzst. Da ist man eitz bekummert, das gelt uffzubrengen und die gefangen zu loesen. Und wie ein erbar rat zu Coln vor etliche vorhin gefangen colnische burger und die jetzige Jesuiten geschriben umb erledigungDie Namen der Gefangenen finden sich im Konzept des Promotorialschreibens der Stadt an Oberst und Kapitńne zu Berg d. d. 8. Juni., hat der heubtman zu Berk widder geschriben, er hilt die gefangen burger von Coln, so dem fiant zugefoirt, samt alle andere monchen, paffen, Jesuiten anders nit, dan vor fiant, edoch wult er den colnischn burgern etwas zu gefallen toin und sie des vorschribens geneissn laissenBd.3, S.376.
 
Anno 1587 den 31 maii war war s. Jacobs gotzdragt der eirste warme tag di▀ jar▀ und 3 oder veir tage darnach. Do hab ich eirst min wullen hempt und gestrickte wullen hoesen au▀gelaissen. Und uff den hof eirst gedeckt und da gessen. Und es ist zugangen wie da▀ sprichwort mitprenget, der leste tag im meii ist der eirste tag sommers etc.. Und ob es eitz wol im neuwen stilo ware und 10 tage faelen solte, so ist es dannest darnach kurtz widder kuil und kalt gewesen da▀ ich die winter kleider zum theil widder anthoin moiste. Also da▀ es sich verleuff und man sich ein▀ spaden jar▀ besorgt mit korn und wein die beide eitzs hoich stigen, und besonder broit und beir. Got helf und gib sin gnade.
 
[650] A. 1587 den eirsten junii sol der heubtman Court binnen der stat Gulch uff dem markt untheubt sin, den man sagt, das er die berghemer confauwen vor Jonkersdorf verlitten jar 86 den 15. julii het helfen ablagen, da der erschreckliche mort beschein war, derhalb der herzoch von Gulch nit unpillich die scherfe des rechtens gen leis. Sunst sin noch wenich ob sulchem mort rechtfertigt, dan 2 oder 3 ploisser geselln der ort uff rader gesetzst. Disser Cort mach jonker Johan Leisekirchens hausfrauen bruder sin gewest, in Brabant burdichBd.3, S.377.
 
Anno 1587 den 1 junii ist die hoichzit Peter▀ van Rhade schartzeweffers in Paulus hui▀ uff der Bach und Trinen von Essen schartzeweffer▀ gewest. Der kirchganck am morgen s. Jacob, die maltzit den mittag zur alter Duve uff dern Bach. Waren bei im widwe stadt brachten samen 124 jar dan er war 60 jar, sie 64 jar alt. Sie hatten mallich nit dan ein kindt uff lest gehat, die waren anno 1578 den 10 janvarii samen verheiligt genant Hilger van Duren und Mettel van Rhade. Vide ibi. Und kinder gezilt und da▀ hau▀ zur alter Duven au▀ dem grunde newe gebaut und sich verbaut da▀ da▀sicsie in groisse scholt gefallen sin und al▀ die enckel nach den kindern beide verstorben ist da▀ hau▀ vor ein halfschit uff dissen Peter und vor die ander halfschit uff Trin verstorben mit der scholt, steit noch ledich unvermeidt unverkaufft und unbewont dan sie erhilten sich in Paulus hau▀ da sie kleinen zin▀ gaben. Disser Peter ist lang rhatzher bannerher, achter, heubtman gewest. Ich sampt minem broder und siner hausfrawen sin al▀ gutte nachparn mit uff der bruloft gewest.
 
Anno 1587 den 2 junii schickte min broder nit Lisbet unser magt die mangeln und gemein gebrechen wilche tuschn un▀ erbgenamen noch ungelich stundten zu sustern Marien uff s. Marien graden cloister, dieweil swager EllerTilgung: ohn; durchgestrichenvi▀ der stadt war. Wie er sulcher mangeln oben fol. 646 in dem bericht uff die newe medung angerurt hat. Er hat sie mit eigner handt geschreiben, ohn einen den ich dar zu gesatzst von minem mangelhaften heiligs geldem, anfahende, al▀ ich Herman 2. Darnach hat broder den lesten artickel von seligen fatter▀ und motter▀ testamenten dar zugesatzst, dan do in genere in vorigem breif von den gemeinen gebrechen angezeigt war. So war es auch nodich dieselbe zu specificern wa▀ es vor gemein gebrechen und mangeln weren, sich deste be▀ druff zu bedencken und sich uff jeden puncten und clausel zu erkleren, da sie sin nodich in zeiten hin zu lagen da▀ sie nit veralten und dan mehe irthumbs machten, dweil richtigkeit der mi▀verstende tuschen den frunden gutte fruntschaft und eindracht erhelt. Drumb folgen nuhe die schriftliche mangeln dar uff zu handlen ist.
 
Schrift der gemeiner mangeln wilch min broder uberschickt hat.
Dieweil ich in miner neigster den zweiten maii anno 87 minem broder zugestalte antwort geandt und vermelt habe von noch etlichen dingen so under un▀ gemeinen erbgenamen de▀ hui▀ Weinsbergh im ungelichen noch zu verglichen stunde. Da mit ich dan nit in dem verzoge befonden und derhalb eman▀ van mir uffgehalten. So hab ich nit willen underlaissen die gemelte puncten zu specificern und anzuzeigen, da mit sich ein jeder dar uff habe zu bedencken und zu gelegener zit dar uber zu handlen.
 
Zum eirsten von macht angesclagener deilong mit der renth zu Andernach, Bedbers fharen, und doctor [650'] Furstenbergs renth einer dem andern erblich werschaft zu dhom und zu versichern schuldich.
 
Zum zweiten, die in unser gemeiner kisten ligende suster Marien handtschrift van zweihondert daler doch anderhalb hondert daller dar an noch habender scholt. Mit dar van zwelf jarlicher interesse oder pension ein mail endtlich zu verglichen, da mit eim jeden da▀ sin zukomen moge.
 
Item zum dritten mit broder hui▀, dar un▀ neif Goddert van Ichendorp in gewondt und sin frawe noch in hat, wa▀ einem jeden zu goeder regnong da von zukompt einmail verglichen und zum ende bracht werde.
 
Item zum veirthn da▀ min suster Sibill etlich und vilmal bekronet, da▀ ich den heufftbreif der renth van Andernach. Die werschaft van Bedder▀Tilgung: huy▀; unterstricheltfharenn. Suster Marien und Catharinen recognition de▀ untf. geldts mit doctor Furstenberghs renthen hinder mir hab, der ich nit begeren, dan allein vi▀ der ursachen von broder hinder mich bekomen, da▀ ich im hondert daller uff pension vorgestreckt, und mich derhalben von wegen sine▀ gedeil▀ dar an versichert. Wan mit broder gehandlet wurde da▀ ich ander gudtlicher versicherong von ime haben kunth, wult ich gern uff die breif verzeihn und in gemeine kist lagen.
 
Zum funften ist auch durch min suster Sibill bekronet worden da▀ ich den breif van funfrader gl. mit Herman Even▀ kinder in Dormagen hinder mir habe, de▀ ich auch nit begeren zuTilgung: be; unterstrichelthalten, dan allein derhalb hinder mich bekomen da▀ ich der wegen anno 78 den 21 febrvarii zu Dormagen von wegen de▀ termein▀ von drittenhalben rad. gl. so anno 76. Und funf rader gl. so von wegen de▀ termin▀ bartholomei anno 77 verfallen einen gerichtlichen umbsclach gedain. So hab ich dar von nit dan 2Ż rad. gl. vor den halben termin so anno 76 termino bartholomei verfallen untfangen, so ich den gmeinen erbgenamen zu verregnen schuldich. Dar gegen hab ich aber vi▀ minem budel an den umbsclach an gerichtzkosten angewant 7 gl. 14 alb..
 
Zum sechsten, dweil unse liebe moder selich an funfhondert richtzdaller am hui▀ zum Schricht von wegen suster Sibillen heiligs gut geschriben gestanden und folgen▀ durch aller bruder und suster will dar uff verzeihen und miner suster Sibillen da▀ geldt alich und gan▀ zukomen laissen, also da▀ sie dar an drei hondert richtzdaller heiligsgutzs mehe dan ein ander dar von untfangen. Und doch folgens suster Maria, suster Catharin, und suster Sibilla der wegen zu friden gestalt worden, so moisten mir auch glichem fhall mir mine funfzich richtzdaller mit der zwelf jarlicher interesse und pensionen (de▀ sie sich al▀ dan noch hoichlich zu bedanken) nit weniger verricht und bezalt werden.
 
Item zum sibenden, so moi▀ die korn regnongh vom jar 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83 und 84 verfallen, verregnet werden. Die doch wael anno 82 den 22 febrvarii durch un▀ gemein erbgenamen zuverregnen angefangen, und doch nit zum ende bracht werden moege.
 
Item zum achten, so ist auch in gemelter regnongh anno 82 gemelt worden, da▀ suster Mary und Cathrin schuldich die quitanien des erbgrundtpachts der drei malder korn▀ mit joncker Ruyschenbergh dern anderhalf malder vom camp den herrn zu s. Andreen, dern funfzehen firdel mit Herman Even kinder, als pechter zu bezalen, und die bezalunge dar mit zu beweisen.
 
[651] item zum neunthen, so befindt sich auch in gemelter regnong das suster Marie und Cathrin die jarlichs sechs marck pachts, so unsem neiffen Johan Corten von dem kempgin an der gassen in dem termin marie magdalenæ jarlichs bezaln sullen.
 
Item wa▀ nuhe weiter▀ zum zehnden in gemelter regnonge anno 82, grandt und verglicht das broder und ich van suster Marien und Cathrinen wegen der ubriger funf daller zu Andernach so anno 77, 78, 79 und 80 in dem termin Marie verkundigung verfallen und folgens weiters einem jeden dar vonTrennstrich.
Und von den 2 dritten dheilen de▀ turcken schatzs zu Dormagen von anno 78Trennungszeichen.
Und der zweier quarten wein▀ in die kirch gemelt zukompt, da von kan einem jedern sin dheil gerechnet und bezalt werden.
 
Item zum eilften, wa▀ auch anno den 22 febrvarii geandt stain pliben, als mit dem nuwen pachtzitelTrennungszeichender hoener und unkosten mit dem jonckern zu Mertin▀hoeffen,Trennungszeichenderen finstern in der kirchen zu DormagenTrennungszeichenund de▀ nachparschatzs so dar in noch etwa▀ unglichs, het man sich auch zu verglichen.
 
Item wa▀ nuhe zum zwelften anlangt die gemein gereide gutter so suster Marie und swager Dutz van Dormagen her gefoirt, wa die in verwarsamheit verpliben sulln, oder uff jedem sin dheil da von zuzueignen sie.
 
Damit ich nuhe de▀ uffschauffs nit bedacht oder versumni▀ nit befonden werde, so hab ich in gutter zit dissem wirck hiermit willen vorkomen. Wan dan alle dingen richtich gemacht wurden, so kan das wa▀ ich privates mit einem jeden zu schaffen so vil zu bequemer specificirt und geregnet werden. Und so sulchs aber durch sementliche erbgenamen selbst uffgehalten wurde, so were es immer min schult nit. Und in dem fhall so gedenck ich den jenigen so mich frei im hui▀ laissen geinen weitern zin▀, wie auch denselbigen so mich nit frei im hui▀ verbleiffen laissen hinforter geinen zin▀ zu geben oder zu verrichten, de▀ ich mich offentlich hiemit bezeugt verdadingkt haben wulte, dan ich kan mich wol in noch geringerem zin▀ behelpenErgńnzung am Rand: Beikomst der rentner am zol Andernach.
 
Datum anno 1587 den 2 junij.
Als ich Herman gespurt da▀ min broder die gemeine mangelen (wilche hinzulagen weren) angezogen hat.Ergńnzung am Rand: Bispinck und Schutz vertragen.und dan die verglichung uber min heiratzgut so anno 75 den 20 augusti besclossen wie im uffgerichten inuentario zu ersehen der gemeiner mangelen auch eine ist, und scheir 12 jar untstanden, will nodich sin di▀ wirck glichfal▀ einmail zu vollenzehen. Oder neu handlung druber zu pflegen.
 
Zu dissem so will auch nodich sin da▀ man up gnogsame caution bedacht sei, das neman▀ sin dheil am hui▀ Weinsbergh, und am haif Dormagen in frembde hendt brenge widder seligen motter▀ testament und lesten willen,Ergńnzung am Rand: Conradt Eck sich beider huisser quidt gemacht.
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A. 1587 den 3. jun. bin ich samt dem lic. Lodowichen Falkenburg und jonker Arnolt von Siegen vor uns und in namen jonker Mattheisn Wolffskelen, als verordnete commissarien von einem erbaren rade uff s. Gereons torn zu Petern Hanff zum Haesen vor s. Mertin gezeidigt, in meinong, das er vor uns uff etliche smeheartikel sult antworten, dan er mogt anno 86 in der herbstmissen etliche grabe lasterwort uber disch zu Frankfort gegenBd.3, S.88 [651'] die ubersten des raits in Coln (geussert haben). Aber Peter Hanff hat in uns veir nit inwilligen, noch sich inlaissen willen, dan hat sich fillicht uff den pfalzgraben Hans Casimirum verlaissen, dieweil er sich bei hangender sachen, do er mitler zit in der oist(er)missen vom torn gelaissenVgl. Turmb. 13 f 286 a. Er wurde im April gegen 2000 Goldgulden Kaution entlassen und stellte sich wieder am 25. Mai. (ib. 14 f 16 a.), in die Frankforter miss zu zehen, zum burger zu Bacharach annemen laissen. Er war wol etwas seir moitwillich, aber dieweil er sich uff der Geussen seide mehe dan andern vernemen leis, hat er sich die catholischn gans zu finde gemacht, die ihm eitz hart widderpart hilten, die von der ander religion im aber geneigt waren, dadurch er in groissen last quamAm 22. Aug. (ib. f 93 b) wurde er auf erfolgte Verwendung Johann Casimirs freigelassen, der Prozess gegen ihn sollte jedoch fortgefŘhrt werden.Bd.3, S.377doch mach jeder wol zusehen da▀ er sinen mondt wi▀ zu zwingen besonder gegen die oberheit und hoede sich vor schimpf smehe und scheltwort gegen jederman, und nach sich leibzellich.
 
Anno 1587 den 5. junii ist von Geller zu Coln umb di▀ zit komen Susanna Conradt Ecken bolschaft mit irer beider sontgin. Und hat gesagt er Conradt were uff weisfritagh neigstleden verstorben und het 4 goltgl. moissen geben da▀ er zu Geller in die kirch were begraben. Disse Susanna heltzs dar vor Conradt Eck sie ihr vertruweter eheman gewesen bei leben min suster Sibilln siner eirster ehefrauwen. Ich wil sagen wie der pastor zu Kemmel. Ist es ein ehe gewest es sihe, wa nit so ist es sin hoer gewest wie der noch mehe. Sihe licht eitz hinder ander leuthen, mach dem Eckn da▀ sin helfen zum ende brengen, sunst hat sie wenich erobert, lebt armlich. Nimbt sich noch an vil scholt inzumanen. Also da▀ man▀ eitz vor gewi▀ helt Conradt Eck sie nuhe thoidt, und min suster Sibilla sie widwe. Got sie ihm glichewol gnedich.
 
Anno 1587 den 7 junii bin ich bei swegern Agnesen Remmer witiben Anthonii Kloicks zum Hilligengeist uff dem Hertzestrassn zu gast gewest ich quam allein min broden noch sin huisfrau noch min suster Sibil nit wiewol sie geladen waren. Agne▀ hat ihr suster Lisbet die brut zu gast, und tracteirten die frunde gar erlich und wol. Ich durft es ihr nit versagen auch die braudt und frunde widder laden dan ich kunth es eitzs allein nit beibringen vil gastereien anzusclain die groi▀ gelt kosten, man moist wol sperlich sin.
 
A. 1587 den 8. jun. haben die Geusen Nurberch, ein scloss uff eim berge gelegen bei Arwiler, und(er) dem schein und ansclage, haifer zu kaufen, ingenomenBd.3, S.378. Eitz hat der abgesetzste churfurst und truckse▀ oder der graf von Nuwenar oder Mor▀ keinen namen mehe dan allein Schenck und die Gensen wilche doch trusessn und Nuwenar vor ire obersten halten. Aber man hat allenthalben in der eil die klocken gesclagen, uffgewest und das scloss willen belagen, ehe sie mehe hilf druff bequemen. Als sie das uff dem scloss vernamen, haben sie es geplondert und sin darvan gezogenBd.3, S.378.
 
Anno 1587 den 10 junii hat ein malder korn▀ ihn der stat Coln und am Rhein 22 gl. current gegolten sin 7 goltgl. goit von golt und swar van gewicht und 1 gl. current mehe da▀ ein unerhoirte deurte in dissem lande war. In Flandern und Brabandt ist es noch so deur gewest. Ein malder broit hat zu Coln 12 alb. 13 alb. gegolten, im stift Coln im lande von Gulch und Berg war e▀ fast deur, daher quam kein korn in. Man lei▀ innen auch wenich au▀, und da▀ broit und korn da▀ man heimlich au▀ Coln verstechen wolt wart von der stadt soldaten prei▀ gemacht. Wiewol noch korn▀ gnoig in Coln war. ,Und ob das gemein arm folk grois jamer und honger leidt, noch war es gedultich, dess man sich gnogsam verwondert. Und got troist und half. Darnach scloich es ein wenich ab, ab(er) balde widder uff. Doch war die hoffnong gutten witters und arns vorhandenBd.3, S.378.
 
[652] Anno 1587 den 13 junii ist min swager Eller zu minem broder Gotschalck in▀ Fischkauffhuy▀ komen uff hat im bracht ein schriftlich antwort und bericht uff die gemeine mangeln die min broder am 2 junii neigst hie befor uberschickt hat. Es mogten suster Marie und Sibilln neif Reinhart van Dutz und er swager Eller, aber die jonge miterben mogen nit dar zu beroiffen gewest sin. Er swager Eller wirt von alter▀ wenich dar bei uber und an gewest sin und den alten bericht nach nit ingenomen haben, dan eitz in der eill. Und laudt die antwort und bericht wie folgt.
 
Antwort und gegenbericht der ander erbgenamen uff min▀ broder▀ gemein ubergeben mangeln.
 
Auff vorgelesene gebrechen so der erenthaft und achtpar Gotschalck von Weinsbergh etlichen sinen geswesterten al▀ mit erbgenamen zu Weinsbergh specificeirt zustellen, und durch Adolphn Eller genant Fix erkleren laissen, geben dieselbeTilgung: ne; unterstrichennachfolgenden underscheidlichn bericht.
 
Auff den 1 post moissen sie bekennen da▀ derselbich in sich pillich. Wa▀ auch dessen nit beschein, sin sie sampt und sonder so vil einen jeden da▀ betreffen moege dar zu willigTrennzeichen.
 
Den 2. und 3. post betreffendt. Darauff thuet Maria von Weinsbergh widwe von Ordenbach dissen bericht. Es wusten ohn zweiffel die sementliche erbnhamen sich gutter maissen zu entsinnen, da▀ man mit deroselben gemeinen au▀drucklichen willen und consent, ungefher 10 morgen artlandts zu Dormagen von Goddart von Ichendorf erblich gegolten, wilcher maissen auch mit dem selben dozumail contraheirt worden. Dar ab kunne einer den andern (ob emantz da▀ abgefallen were) in gegenwurtigkeit lichtlich erinnern. Da▀ berurte Maria Weinsbergh bemeltem Godderten 60Řberstrichenoder 70Řberstrichendall. ohn vorwissen der gemeiner erben gefolgt, wilche sie bi▀ zu fernerer au▀tragt weil dieselbe in arresto gelegen hinder sich behalten haben sulte, dar dan her nacher lichtlich irthumb au▀ untstehen mogt. Gibt dissen bescheidt. Vur sulche gefolgte pfenningen hab sie sich vor ire person dem gericht zu Dormagen offereirt und dargestalt ist auch urpietig wa▀ de▀halb schaden▀ endtstehen mogt den gemeinen erbgenamen abzutragenn. Allem aber da▀ ihr irhe forderong so sie disserhalb in casu evictones widder die nachgelassene wittib erlangen wurde an den hinderstendigen 100Řberstrichendalern sich zu erhoelen frei stehe und unbenomen sihe.
 
Belangendt den 4. und 5te kan mhan der halb in der gegenwurtigkeit sich ohn allen besweir verglichenTrennzeichen. Doch sagt Sibilla Weinsbergh, sie hab es dergestalt nit befronet, wie es ihre jetzo in boeser meinong uffgenomen werden wil.
 
Der 6te ist ein privat sach zwischen Gotschalck und Sibilln von Weinsberch. Willen doch nit deweniger zu gelegner zit die sementliche erbgenamen sich gern dar zwischn in fruntlicher handlung prauchen laissen, als vil man dero dar zu begirighTrennzeichen.
 
Der 7. und 8. wilche von der korn regnong und sunsten von den quitancien dero grundtrechten meltung thun, wiewol man▀ dar vor halte da▀ wenich unrigtigkeit dar in uberich seie. Dennoch wa▀ dessn were der sein mogte ist man auch willich ferneren bericht dar uber vor zu bringen, wilchs doch nit, dan allein in aller gegenwurtTilgung: igkeit; unterstricheltfruchtbarlich beschehen kan.
 
[652'] den 9. betreffende, wei▀ sich zu erinnern da▀ gemelter Cort der mutter und respective der anfrauwen selichen etliche pfenningen schuldich worden. Und endtlich bi▀ dahin mit ime gehandlet da▀ man ein ortgin camps von ime erblich bekomen doch dar ab 6 mr. pachts jarligs zu geben.
Nuhe ist aber sulcher pacht nit gefordert worden. Ob aber nachderhandt derselbig durch gemelten Corten von Gotschalcken gefordert und er ihm allen hinderstandt verrichten moissen, oder sunsten compensando gegen andere schulden abgesclagen, het man bestendigen bericht anzuhoeren.
 
Der 10. und 11the haben wenich streidts moegen lichtlich in der beikompst verglicht werdenTrennzeichen.
 
Der 12 die gemeine gereide gutter betreffendt, sagt Maria von Weinsberg zu bericht, da▀ derselbig gutter theil▀ zu Dormagen durch disse kreichs enpevrung ehe man sie von dannen bringen mogen verkomen und verlustig wordenTrennzeichen. Sonst aber auch hat sie gemelte Maria dern ein theil van dannen hie hin bracht, sie noch zur zeit ihn irer verwarsamb habe, doch in anderer gestalt nit dan zu behoif gemeiner erbgenamen, allem ihr vorbeheltlich wa▀ sie an unkosten dar an uffzubringen und hie hin scleiffen zu laissen noitwendig au▀gelacht. Ist darneben willich und urputtig ein richtige verzeigni▀ dar uber zu fertigen und den gemeinen erbgenamen zu zustellen, da mit man dero selben bei ihr und den irigen jeder zit gewi▀ seie, und auff dem fhall da es dero orther dermail ein▀ gut wurde, al▀ den uff Dormagen zu gemeinem behoiffe widder zu verschaffen.
 
Auff die endliche protestation und bezeugung so angehenckt ist.
Wil man es dar vor halten das dieselb in dissem wirck wenich stat haben solle, angesehen dweil obgesetzste gemeine gebrechen mit dem wirck der neuwer medong gar nichtzs zu schaffen, darumb auch dieselbigh durch die andere noch illiquideirte puncten und gebrechen mit nichten uffzuhalten. Sunsten wolte es sich ansehen laissen, al▀ moisten die angezogene vralte gebrechen jetzo allein darumb specificeirt und hervorzogen worden damit dergestalt die handlung der neuwer medong oder vermedung de▀ hau▀ Weinsbergh verschoben werden moegeTrennzeichen.
 
Da▀ sich dan auch der ohem licentiat sine▀ heiratz guts wegen beclagt, weil dar in angeben, da▀ hie bevoren dar uber handlung gepflogen aber unvollenzogen pleiben, hat man da▀ ihr nich wa▀ do zum mall vorgelauffen widder bei die handt zu brengen und ferner verglichung zu versoichenTrennzeichen.
 
Dem allem nach willen endtlich die sachen erforderen, und ist auch da▀ scleislich begeren, das man sich eine▀ sichern tags erklere, gestalt zu samen zu komen. Und die neuwe medongh zu vorderst 1. weil die nit wol verzigh leiden mach, neben den alten gebrechen an die handt zu nemen. Und so vil moglich richtich zumachenTrennzeichen
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[653] Anno 1587 den 14 junii uff sontag war min 84.Řberstrichenfhanenwagt uff die Igelstein▀ portz gefallen. Aber uff beger miner befilchaber bin ich uff s. Cunibertzthorn gezogen da es lustiger und williger folck war. Ich hab dem neuwen brauch nach min 0,5 quart wein▀ bei gelagt 3 alb. 3 heller. Auch kertzn in die lucht verlagt vor die ronde, den ubrigen wein und gobelger dan dem borggreffen vor kertzn uber disch und drinckgelt ist von den absentibus und penningksmeister verstreckt. Und di▀ s. viti abendt die kurtzste nach im jar. Und mir zogen langs die stadtmuren von binnen bi▀ an die Mullenga▀ umb der wenigsten ketten willen, da von hin uff uber den Altenmart und Hewmart lang s. Marien zu hau▀. Und war noch alle▀ wachens zit dan der finde scleif noch nit.
 
Anno 1587 den 17 junii starb mine▀ geselln joncker Matthei Wulfskelen husfrawen in der Schildergassn bei s. Thoni▀ seir nach elige dochter joncker Ewerhardten Huppen und n. Suderman▀ vor s. Laurentzs und hat 4 sohn in leben verlaissen.
 
Anno 1587 den 18 junii starb min swegerin Cathrin Hack in der Burgerstraissen witwe Gilli▀ Eiflers und dweil min steifsohn Wilhelmus Ro▀ licentiat ihre dochter zur ehe hat, bin ich am 20 junii au▀ dem sencken wie sie zu s. Laurentz begraben war neben andern frunden (der 16 war) da schencken gewest. Und vor min person verzert 4 gl. 6 alb.. Di▀ ist nuhe ein kostliche pracht. Man befilcht da▀ den kochn die machen raume regnongen.
 
Anno 1587 hat den 19 junii swager Ellern ein schrift zu geschickt min broder dar in er siner miterben zu Weinsberch antwort und gegenbericht repeteirt und uff dieselbe clausuln nach dern gezall replicert und sin meinong uff jede anzeigt, und am ende mehe dar zu gethain und gesatzst ist. Und laudt mine▀ broder▀ eitzige schrift wortlich wie folgt.
 
Replick und meinong mines broder▀ uff siner miterben neigste antwort.
 
Auff miner miterbgenamen gegenbericht den mir min swager Eller in iren namen neigst verlitten 13 junii di▀ 87. jar▀ zu gestalt, gebe ich folgenden bescheidtErgńnzung am Rand: Wa▀ ich nit rhaitz finde, mogen die nachkomen sinden..
 
Wie man den eirsten puncten der gebrechen vor pillich erkent und willich ist zu verrichten, so mach ich leiden das sulches am forderligsten geschein. So wirt der 4 und 5 punct lichtlich richtich zu machen sin, dan min broder willich ist, mir sin hondert daller zu Andernach oder Underkesteren zu uberlaissen.
 
Von dem 2 und 3 puncten ist noch vil zu sagen die moissen be▀ ercleirt und verhandlet werden ist eitz zu lanckweilich.
 
De▀ der 6 punct mit suster Sibillen privat erscheidt, so ist er doch in sich clair. Wan der verricht wart so bedurfen, sich die ander frunde damit nit bekommern, private puncten (we▀ der sin) moissen auch verricht werden.
Mit den 7. und 8. hat es ein gestalt ungeferlich wie mit dem 2. und 3. puncten.
 
[653'] der 9 punct mit motter▀ scholt an seligen Johan Corten ist verglicht und sin die pechter zu Dormagen die 6 marck schuldich zu bezalen so ich nuhe die bezalong durch mich kan erweisen, so ist doch von noeden das die quitancien, oder da▀ gelt in gemein kist (bi▀ zu weiter handlung gelagt werde.
 
Off der 10 und 11 punct nit hoich tragen, deste balde weren sie zu endigen, wie man lang begert hat und nitz drau▀ worden ist.
 
Der 12 punct die gutter von Dormagen belangendt da moi▀ das alte inuentarium, und neuwes her vorpracht werden und in bewerte handt gestalt zu aller behoiff, und sich dan uber den beweislichen mangel zu verglichenTrennzeichen.
 
Uff min protestation, sulche lai▀ sich ansehen wie sie will, so erfordert die hohe noit da▀ alle alte gebrechen eirst aff und hingelagt werden die nit alle unclair dan auch zum theil seir clar und liquide sin.
Das aber ein neuwe medong vorgain sult, das eigt ein reiflich bedencken. Wan der punct sin ende hett so plibe da▀ alte staen wie es bi▀ her gestanden hatt. Ich haff auch noch ein gan▀ firdel jar▀ am hau▀ zit, dar tuschen kan man noch vil handlen.
 
Was min▀ broders heiligs gut antrift, de▀ haben mir un▀ alle mit im zu verglichen.
 
Die beikompst der sementlicher erbgenamen sol mir zu wolgelegener zit nit zu widder sin. Ist aber noch zu frohe umb vergeflicheit der handlung zu vermeiden, bi▀ etliche puncten mitler zit be▀ verstanden, behawen sin dan noch. Das aber die medongh weniger verzogs kan leiden dan die verrigtungh der alten puncten, wei▀ ich nit, da▀ ein moi▀ mit dem anderen sin ende gewinnen, soll es wol zu ghaenTrennzeichen.
 
Das aber uff den lesten puncten seligen motter▀ testament betreffendt gein gegenbericht gescheit ist, kan ich mich nit untsinnen wa▀ bedencken▀ man dar in haff. Es sol etlichen wal frembt luden, aber un▀ seliger fatter hat es mit bewilligung siner husfrawen und kinder eirst verordnet, und selige motter folgen▀ noch be▀. So wei▀ man sich zu berichten das man der eltern testamenten mehe und nit min dan der frembden moi▀ halten. Ist derhalb hoich von noeden da▀ disser punct vor allen dingen van den elsten under un▀ afgehandlet werde, da▀ die jongen kunftich derhalb nit an einandern erwassen. Und besonder dweil die medong nit dar anhengt, dan man moi▀ wissen wie die medong sul zu gaen, und mit wem, und wie hoich off nidder. Darumb beger ich man wil sich uff fatter▀ und motter▀ leste willen eirst ercleren, ehe man der medong sich vergliche, dan wa▀ ich der medong halber gesinnet sin, haf ich im eirsten minem schriben angezeigt, da ich es bei laisse, aber doch auch noch geinen gegenbericht dar up bekomen.
So vil di▀malunterstrichentede..
 
A. 1587 den 19. jun., als diss jar die sievenjarige hiltombsfart ware, das die Ungeren mit groisser anzal aus iren landen plagen uff Coln und Aich zu zehen, und eitzs etliche Ungern herihn komen waren, die ein rat zu Coln plach zu speisn, und in allen kirspeln vor sie umbgangen wart, so sin die provisorn s. Jacob auch umbgangen und dissn tag vor sie bekomen ungeferlich 21 gl. curr., wilch gelt sie den provisorn im Wipperwalt uberliebertBd.3, S.378.
 
[654] Anno 1587 den 19 iunii sin die dutze kinder bei un▀ zu Weinsbergh komen und haben gelost uber ihre erbgut da▀ in von iren eltern zur dheilong angefallen war, au▀gescheiden wa▀ sie an dem hau▀ Weinsberg hatten wie auch da▀ erbgut zu Dormagen da▀ sie wulten stain laissen. Die principal erbdeilung ginge au▀ uff irer veir nemlich uff Lisbeth Dutz Eller▀ husfrawe, Reinhart johan gotschalck Dutz ire broder. Sie hatten sich vertragen da▀ zwei und zwei bei einandern getheilt sulten werden, drumb nit dan zwei lo▀ gemacht wurden, un▀ suster Sibil nam die breifger mit a und b verzeignet au▀. Und fiele Eller und Reinhardt die lenderei vur der Wierportzn die dem abt s. Panthaleon zu lehn ginge, und jarligs 6 malder roggen pachts galt, und dan noch ein einsicerfrenth breif von 24 richtzdaller zu Erpel mit 400 richtzdaller heubtgeltz zu loesen. Aber Johan und Gotschalck den jongsten feile von etlichen lendereien zu Lechenich jarligs 8 mald. roggen roggensicpachts. Item 7,5 goltgl. fharen auff dem grein vor s. Thoni▀ mit 150 goltgl. zu loesen. ItemLeerstellerad. gl. fharen uff Levendal uff der Hoeportzn mit 100 derselben 5 zu loesen. Item 6 rad. mr. erflichs geldtzs zu Deutzs. Mir wunsten in gluck, und sagten es were ir patrimonium, sulten es wol verwaren. Und sie waren disser erbdeilung wol zu friden dan die elste zwei bestatten weren gern samen gewest so weren die jongste zwei unbestatten auch gern samen gewest. Nuhe hatten die sementliche dutzen erbgenamen samen 900 rad.d heubtsummen zu Lewendal oder bergh uff der Hoeportzen da waren die geistlichen al▀ jonfer Beilgin zu Betlehem in der oreimer▀ gassen an 20 dall. leifrenten und vur den spilpenninck 6 dall. leifrenthn zu versichern hin geweist und jonfer Entgin zu Sant Claren an daller leifrenth und 6 dall. spilpennincks jarlich. So warn noch 10 rad.d fharen mit 200 rad.d zu loisen die solt man verkauffen und die steifmotter und ander unkosten verrichten. Wa▀ auch den unbestallen zwei jongsten an irem heilige gelde, bruloffs kleider und kosten zu sult komen da▀ wart in vor ab auch uff die 900 richtzdaller uff der Hoeportzen uber weist da von sie jarligs ire renth uffheben mogen. Da▀ gereide gut hatten sie vor hin under sich getheilt. nuhe haben sie noch den grundt von der geistlichen rent wan die dhoit sin, noch einen rentbreif am rhade zu Coln wan ihr alte moen ir▀ fatter▀ swester nit mehe ist und ein hau▀ oben in der Schildergassn neben dem kruptz da Reinhart innen wont, noch wa▀ sie an Weinsberch, Dormagen und ein wenich an 5 rad. gl. fharen zu Dormagen und 5 rad.d rent uff dem zol zu Andernach haben.
Hie moi▀ ich mit anregen wie sich die dutze kinder vor der dheilung duck geirret gezanck versprochen, gesclagen und gekratzst haben, dan sie haben zum theil de▀ fatter▀ nit sin seir haistich und zornich moitwillich aber doch getrewe und rechtfertich darbei. Die zwei elsten hat jeder ein vorkindt wa▀ auch ein▀ gestorben also da▀ Eller und Reinhart umb der groisser kosten gemach deden und Eller der es in▀ wirck wiste zu stellen siner narong nach zouch nit vil zu der stadt ware. Aber die jongsten triben hart druff in sonderheit Johan der moissich ginge dweil die bruwer iren knechten in der duirden urlob geben hat, so hilt disser gar [654'] ungestumbe bei Reinhart an wan Eller verreist war, leif in in▀ hui▀ und machte vil wort dan er ein seir harde urede sprach hat und ein starcker rauwer jongen mensch war, dar uber sie hart an einnadern foegen. Und wan sie sementlich sich nit verglichn kunten so quamen sie zu Weinsbergh und min broder suster und ich untscheiden sie dan.
Doch mach es nach der deilong widder gut under innen werden.
 
Anno 1587 den 20 iunii hat mir min broder einen schriftlichen au▀zog zugestalt, we▀ der pfenen und straif in unser seliger motter Sophien testament underworfen und megtich gewesen den widderstrebenden ire▀ testament zu untzehen und den gehorsamen zu zufoegen.
Dan dweil unse sustern neiffen und nigten die disputation mit der neuwer medongh de▀ hau▀ Weinsbergh hatten angefangen, beduchte un▀ geraden sin die medong inzustellen bi▀ alle alte puncten so strittich hingelacht und unser beider elter testamenten von allen bestetigt und dar von schein geben wurde. Dan es were nutzer in unsem leben verricht da▀ sich unse agnaten und cognaten nach unserm absterben under sich dar umb nit durften irren und zencken, wan sie mit frembden zu thoin wurden finden. Drumb wolten wir den wegh de▀ friden▀ und einigkeit understain zu bereidenn, in sonderheit mit den testamenten wie in der replick hie vor am ende vermelt, da▀ die medong de▀ hau▀ am testament henckt. Dieweil die gehorsamen da▀ seste theil am hau▀, aber die ungehorsamen nit dan da▀ achte theil vermeden kunnen. Solt es auch gelten und strack gehalten werden da▀ da▀ hau▀ Weinsbergh ewich bie unser eltern afkompt sult verpleibenn, so moist es auch von den bewont werden, dan wa▀ erhen und nutzs were es ander▀ und moist also vermeidt werden umb ein zimlich al▀ under den besten frunden da▀ man mit dem zin▀ nit uberhaben und besweirt worde, da▀ es die erbgenamen kunthen bewonen, da▀ auch ordnong gemacht wurde wa▀ man jarlichs an den noitbau moist wenden. Nachdem die baufellicheit in der stadt Coln statuten in dissem pfall bi▀ bi▀sicuff da▀ dritte gelitt die succession ex testamento verbotten, wie auch versorgt moist werden da▀ neman▀ sin anpart am hau▀ zu hoich moist besweren bi▀ sich der fhar her dran lei▀ anweldigen wan die fhar nit bezalt, da▀ dar ihn an zil und mai▀ gesatzst wurde.
Auch so hetten sich etlichen nit so seir de▀ verzogs mit der medong zu beclagen noch zu eilen, dieweil vor acht jaren ein abscheidt gemacht ist da▀ die bruder und bruder▀ kinder da▀ hau▀ Weinsbergh so lange pfandts wei▀ sulten inhalten, bi▀ sie sich an den dri susteren ire▀ schaden▀ zu Dormagen erholt hetten. Auch so moisten mir 4 Herman, Gotschalck, Sibill, broder▀ kind der renth zu Andernach 7 jar untbern, und wer wei▀ wie lange fort an, also mit zu Andernach umb zu Dormagen im gebruch weren, da suster Marie und die dutze kinder doch iren hau▀zin▀ unverletzst bequemen.
 
Nuhe folgt broder▀ au▀zogh wortlich.
Au▀zugh und verzeigni▀ so wa▀ moder selige zu einer handt van wegen der zwier angenomener kindtheil von broder Iheronimus und suester Feigen megtich.
Item zum eirsten die 2 achten theil von dem hau▀ [655] Weinsbergh wilche ich ungeferlich gesclagen und getaxeirt will haben upgestrichelte Linie500 dall..
 
Item zum zweiten die 2 achtentheil van den 15,5 morgen landtzs dar die elmen up staint.
Der 3 morgen im kolck, der 3 firdel up dem sande neben de▀ jonckern zu Reifferden landt. Und den 3 morgen im bitzen an der Eden kuilen summa 22,5 morgen, da▀ were moder▀ veirden theil morgen und 37,5 roede, den morgen uff 10 dall. ungeferlich gesclagen. Istgestrichelte Linie52 dall. 26 alb..
 
Item zum dritten die 2 achte dheil dern 500 richtzsdall. zu Andernach, 400 rad.d an doctor Furstenbergh, 400 rad.d an Jacob von Bedbers hau▀ up dem Altenmart. Das were moder veirte dheilgetsrichelte Linie325 rad.d deit daller ad 52 alb. current ist der rad.d up 11 marck geregnet istgestrichelte Linie312 dall. 26 alb..
 
Item zum veirthen so ist moder megtich die 2 achte dheil von den ubrigen 300 richtzdaller van dem hau▀ zum Schricht so suster Sibille mehe am heiligsgut unt. dan ein ander, da▀ were ihr dheil, 75 rad.d ad 11 mr. colnischs geregnet, doit daller ad 52 alb. istgestrichelte Linie95 dall. 10 alb..
 
Item han ich min dheil de▀ gereiden guts so ich anno 75 den 18 augustus van moder▀ versterbni▀ krigen domal▀ ungeferlich taxeirt und geschetzst upgestrichelte Linie149 gl. 3 alb. 3 h. wie ich befindt, da▀ doit die 6 gedeilter dheil an dem gereiden gut zu samen 894 gl. 19 alb. 6 h.. Da▀ were moder vor ihr 2 achts dheil 233 gl. 16 alb. 10 h. doit dall. ad 52 alb. istgestrichelte Linie103 dall. 12 alb. 10 h.
Summa di▀ zu samen istgestrichelte Linie1063gestrichelte Linie22 alb. 10 h..
 
Item disse vorgemete 1063 dall. 22 alb. 10 h. in se▀ dheil zu deilen, da▀ were jedem sexten dheilgestrichelte Linie176 dall. 38 alb. 69 h. dar vor wirt ein jeder van den sex erbgenamen schuldich caution zu stellen das moder▀ lester will gehulden werde.
Tedoe..
 
A. 1587 den 22. jun. umb disse zit hat Mertin Schenken folk die stat Berk und mehe flecken im lande darumbher gespeistBd.3, S.378.
 
Anno 1587 den 23 iunii uff s. iohan▀ abendt sin her Jaspar Kannegeisser und her Johan Hardenrhadt zu burgermeistern erwelt. ,wilche vor wenich tagen das zweite burgermeisters essen gern gesehen, das es abgeschafft und uff den eirsten ingank mit gehalten worden umb vil bewegenden gutter ursachn, da auch etliche hin stimten, aber ein her gewan das mer, das es noch bleibBd.3, S.379und al▀ dissen tag min alte gesel weinmeister wart ist min eidomb Wilhelmus Ro▀ licentiatus urthelsmeister und commissarius in sin stadt und min gesel worden.
 
A. 1587 den 24. jun. uff s. Johanstag, als ein jeder, wie zu halben jarn bruchlich, sin sitz im rade innam und ich mirkte, das eitz acht man uff der jonkern bank quemen zu sitzn und da nit mehe pleiben mogten, hab ich die jonkern bank verlaissen und hab mich uff die ander bank da ubergesatzt und bin oben ankomen zu sitzenBd.5, S.284.
 
[655'] A. 1587 den 25. jun. altera s. Johannis ist Mertin Schenk stark zu ross und zu foess aus dem Gellerlant ins gulcher lant komen uff beiden seiten van Gulch und Duren, mit stucklin feltgeschutzs, krut und loit, hat vil van wagen, karren, jongen bauren mit genomen und eilens durch die Eifel und Limperslant uff Malmender, das und(er) Stabeln gelegen, eitz Luicks und dem churfursten Ernesto zuquam, (gezogen) hat das mit gewalt gestormt und ingenomen, vil Italianer, da ligent in der besatzong, ersclagen, schone pfert bekomen, den flecken spoliert und bei 400 gefangen mit sich genomen und so vil geladen wagen mit von dannen bracht, das sie d(i)e wagenpfert nit fort scleifen mogten, und grossen schatz darvon pracht, dan das Malmender hat seir vil richzs folks innen. Vor wenich jaren hatten sie einen abt von Stabeln, eitz haben sie ein grossen fursten zum herrn, dan der bischof von Lutgen hats incorporeirt und zum furstentumb erlangt, dess haben eitz die gutte leute nit vil furtels gehat. Und ist Schenk mit dem raub widder ins Gellerlant und nach Berk gezogenBd.3, S.379.
 
Anno 1587 den 26 iunii hat ich Iacobn van der Brucken den kauff mit dem boden in der weinschoilen uff laissen kundigen, drumb da▀ er mir die verkauffte roithe wein uber gebruchliche zit der 14 tage iha uber 2 monat uff dem haltz laissen ligen. So ist er den 27 junii komen und hat mir 88 daller kauff geldtz bracht und mich mit idel dubbelen ducaten die eitz ganckbar waren bezalt und hat mir die wein gliche wol im keller lassn ligen wie bi▀ noch zu. Sagt sin keller were noch nit aller ding fertich.
 
Anno 1587 den 27 iunii am morgen zu 6 vren ist swager Adolf von Eller gnant Fix zu mir komen und ich hab in zu Cronenberg uff den sal gefordert und in anhoeren willen. Und wie er anfinge van der sachen der medong de▀ hau▀ Weinsberg und ander puncten so noch unrichtich tuschen den erbgenamen zu Weinsberch in▀ gemein waren, mit de▀ ginge min broder unden zum hau▀ hin au▀, dem reif ich zu mir zu komen. Sagt zu swager Eller es ginge minen broder meistheil an ohn den were wenich zu handlen. So bleib min broder dar bei. Und troge swager Eller al▀ underhendler sin werbung hoiflich vor, wie die andern alle begerten da▀ die medung mogt vorghain und kunthen die ander gebrechen dar neben abgehandlet werden. De▀ besweirte sich min broder sagte, da▀ kunthe er noch nit iwilligen dweil sie sich nit erkleirt wa▀ vor hau▀zin▀ gefordert sult werden, dan da mail den zu hoich wurde ansclain, so sult es ihm nit dienen kunt sich in einem kleiner hau▀ behelfen oder in sinem hau▀ neben Weinsbergh da▀ er vermeit hett. Und verzalt auch vil von den stritigen puncten und ercleirte ihm dieselbe be▀, dan er hat den vollen bericht noch nit aller dingen ingenomen. Auch lei▀ min broder swager Eller den vertrag lesen, der anno 1578 den 7 decemb. uffgericht war, und oben fol. 106 stehet, da man sich vertragen da▀ die drei bruder da▀ hu▀ Weinsberch und die drei sustern da▀ gut zu Dormagen zin▀ pachtz und pfandtzs gewei▀ inhalten sulten und disse hie und jene da sich ire▀ schaden▀ erholen, und were der [656] vertragh so stilswigendt zu beiden seithen angenomen und were noch nit geendigt, noch von allen widdersprochen. Auch wart der testamenten fatter▀ und motter▀ rede da▀ darauff kein bescheidt oder gegen bericht were komen de▀ man auch gern einTilgung: endt; unterstricheltende aff oder an hette da▀ sich ein jeder dar uff wist zu schicken, dan da es ehe nit dem lesten willen unser eltern gemei▀ mogt zughain de▀ man dar vor nit hilte, so mogt jeder mit sinem theil zu Weinsbergh und zu Dormagen thoin wa▀ im geliebte. Ob es aber den zweien sustern Marien und Catharinen kindern gerathen wulte, dweil mir beide bruder kein ehekinder hetten, da▀ mogten sie reiflich bedencken. Also sagt Eller er het die testamenten noch nit gesehen dan ein clausel dar au▀, und wart verabscheidt man sult die gmein kist der erbgenamen eroffnen jeder sult sinen sclussel brengen, die beide testamenten au▀ nemen abschriben laissen, und sich rontlich druff ercleren. Auch so sult man uff die stritige puncten bedacht sin wie die richtich zu machen weren da▀ ein jeder versorgt worde. Min broder sagt, es wol mit worten nit allein au▀gericht werden dan nach mit den wircken da▀ etwa▀ dar zu gethain wurde. Damit scheden mir von einandern.
 
Anno 1587 den 27 junii mit meister Christoffel Leiendecker von disse abgelauffen weghen geregnet di▀ er uff den haussern Cronenbergh, Trauben, thorn Kymnade und Hardtfuyst die leidacher bestigen und gedicht gemacht. Item im bezalt vor 2 man 5 tage jeden tag 1_ alb. facit 6 gl. 16 alb.. Item vor 2200 deckneil 44 alb.. Item vor bonneil 4 alb. item vor 2 bort uff der Hartfuist 20 alb. item vor 1,5 lb. leezin▀ 7,5 alb.. Item vor 2 wer▀ beistein 3 gl.. Item vor marter 10 alb.. Item vor wessel gelt von blei 18 alb.. Item ohn kaelen, beir und _ueir
Summagestrichelte Linie14 gl. curr..
 
Anno 1587 den 28 junii uff _______ ist un▀ offerman▀ s. Jacobs Wilhem von Monzein▀ bruloft gewest den morgen s. Jacob, den mittag uff der Beckergaffel der pastoir kirchmeister und achten s. Jacob sin ihm gefolgt und den tag geleist. Ich hab im ein 9 marcks daller, er hat nit vil erobert. Er war nit uber 20 jar alt auch newe ein jonck metgin, mach auch nit vil vermogen. Der rhadt wa▀ klein den er gehat und auch nit begert ___ wil er gott foegen und zum besten schicken, ________aste sorg dar bei.
 
A. 1587 den 29. jun. uff tag Petri et Pauli hat man das hiltumb vor die Ungarn uff dem Domhoff oben dem blauen stein gezeunet, man sagt, es weren wal 10 tusent menschn da gewest, dan es den Nederlendischen, der vil in Coln waren, fremt, wolten es alle sehen. Dissmal waren nit uber 150 Ungern hie, die speisde man im Wipperwalde und van den kirspeln. Sie trogen 3 kerzn an verscheiden ort, mit gelde bestochen, waren arme leut aus Behems und den neigsten landen, ubel gekleit, bidleten. Man sagt, es weren vernoimde leut drunden gewest, der ich doch keinen mirken kont. Das broit war eitz gar duir, das die burger irer wol untraten mogenBd.3, S.379. Von den vorigen hiltumbsfarten in minem leben hab ich oben sub [656'] anno 1580 pa. julii fol. 211 meldong gethain Diss jar haben die Ungaren nit wol uff Aich, Cornelis-Munster oder uff Treir (mogen) zehen, wie vorziten, umb des kreichs willen, darvor sie sich besorgten, aber sin meisteils von Coln zuruck heimwartz gezogen. Die andacht war nit wie vormails. Also vergehet disse hiltumbsfart, wie deren vil in minem gedenken vergangen sin, als zu sant Jacob zu Composteln in Gallicia, Hispanie, zu sant Michael, die walfart zu Einsiddel in Switzen, zum Grimmenthal, zu Treier, zu Monhem, zu Euskirchn etc. Und war der geistlicheit kein geringer abzug der offerhandeEnnen: Zeitschr. f. deutsche Kulturgesch. 1874 S. 758.Bd.3, S.379so vil noch dar zu gesatzst da▀ etliche jonge jonfern in Coln zu samen gelagt jedem ungaren ein newe linen hembt geben haben. Etliche frawen innen etliche mal ein half quart wein▀.
 
Anno 1587 den 29 junii petri et pauli am abendt hat susterTilgung: zu; durchgestrichenSibilla un▀ dischs gnosen zu Weinsberg uff ir losament zu Cronenbergh uff die stoff geladen da sie die portion mit gebrait und ander▀ gebessert und wein schenckte. Ich gab ir roeden wein zum besten und ein fleschs rhaidtzs wein▀. Solt in stadt ire▀ geburts festes sin da▀ sie in maio nit gehalten hat, und auch vor die letzs da▀ sie nuhe ein weil zeit ihr eigen kost halten wolte.
 
Anno 1587 den 30 junii hab ich minen diener und neiffen Herman nach Muckenhaussen zu joncker Goltstein geschickt und siner leibten geschriben, da im gefiele die harde fruchten im felde zu pachten und in zuforen. Da▀ mogt er dhoin dweil mir Wilhem der pechter die pachtung uffgesagt hat. Aber der joncker besweirten sich de▀, wult da▀ nit nachgesagt haben. So wa▀ auch neman▀ ander▀ de▀ orts vurhanden der es im felde mir abpachten wulte, dan carden Wilhem nam sich noch de▀ ruggen arntz (so in▀ gewonnen wa▀) an, meint im geburt den in zu foeren, wiewol mir die pacht dar van zukompt. We▀ de▀ nuhe gebruchlich ist, da mit moi▀ ich zu friden sin. Herman aber hat im vor___ da▀ er da▀ groin korn nit verbederen noch schaden dhoin sulte. Und al▀ er da▀ gib im felde besigtiget und nit mehe schaffen mogt ist er widder kumen den eirsten julii und hat nit mehe dan 11,5 alb. verzert.
 
Anno 1587 den 30 iunii ist min suster Maria zu mir komen und begert mit mir zu sprechn. So bin ich zu ihr und suster Sibilln den nachmittag uff die stoffe zu Cronenbergh gangen. Sie handlen lieber mit mir dan mit minem broder der ihn mehe untgegen helt und strenger ist. Und finge an zu sagen wie swager Eller bei mir gewest were, so wult sie auch verheren, wie den gemeinen mangeln tuschen un▀ doch afzuhelfen were, und eirstlich mit der fharn 20 rad.d uff Bedber▀ hau▀ und der renth zu Andernach. Ich sagt dweil sie und selige suster Cathrin die 400 dall. von d. Furstenberg bekomen hatten und de▀ sich und gewi▀ weirn so moisten mir ander veir de▀ unsn auch gewi▀ sin zu wenden und keren da▀ jeder sin theil zu siner noitturft vereusseren mogt, de▀ er sunst nit megtich were _____der litt dran geleibert geschriben und verwart were. Sie fragte mich wie da▀ sulte zu gain. Ich sagt, so moist sie al▀ ein leibzugtersche und alle ire kinder al▀ eigenthummer [657] den au▀ganck dhoin und ir sohn her Christian zu Worm▀ und ir sohn doctor Tilman zu Strai▀berg die moisten ire volmacht zu dem ende her abschicken in sulcher formen da▀ die schrinschriber und ander da mit zu friden weren. Auch moist ihe dochter jonfer Maria mit materschn und conuent zu s. Reinolt ein licentiatorium dar zu mittheilen. Also moisten alle dutze kinder den au▀ganck dhoin sampt der unmondiger enckeln vormonder mit der geistlichen licentiatorien. Nuhe moist ich bekennen da▀ sulches vill tritten nemen wulte, und vil kosten. So kunth ich mich noch nit bedencken mit wa▀ mittel▀ das gebessert und jeder verwart mogt werden. Sulchs hoirt min suster Maria nit gern. Ich wust auch noch keinen andern wegh und rhat, und ob es schon lang anstunde und verzogen worde so moist es doch zu lest geschein sult jeder de▀ sinen widder au▀gain und ander verwaren mogt off er gelts bedurft, wie hie von vil zu sagen were, wan es nit zu lanck wurde.
Zum andern quamen mir von den quitancien der hern zu s. Andreæ zu sprechen, wie in glichem von joncker Ruischnberg de▀ stadthelder Frantz von Burgen uff dem Buttermart war und von Even Hermans erben. Dweil sie unse pechter gewesen moisten sie die quitancien ufflagen off ander recognition da▀ die gruntpachten bezalt weren. Dar uff sagt min suster Maria, die herrn s. Andreen, und Frantz von Burgen weren bezalt. Ich sagt da▀ were gut, aber der schein moist minem broder vorpracht werden. Sie sagt die s. Andre wulten keinen schein mittheillen Frantz van Burgen hett under siner handt ein verzeichni▀ van sich geben die sult man zu bewei▀ wol verwaren. Broder hett sie, doch were der grundtpacht herwartzs in zwei oder drei jaren nit bezalt sidder da▀ der ploich zu Dormagen nit gangen het, nit gesehet noch gemehet were. Ich sagt, da mit wirt man noch spil haben, moi▀ un▀ doch sin wie andern. Mir bekanten all, da▀ er der kreich machte. Ich fragte an suster Marie auch wie man▀ mit den zin▀husern uff der Bach und mit dem hui▀zin▀ halten sulte, dan die frunde und parthien von Bacherach und Byng wulte dannest da▀ joch haben. Ich het auch zwei jar die 5,5 rad. gulden s. Jacob bezalt, da▀ queme alles van dem lande ist von neif Goddert van Ichendorp gegolten were und sie sich allem dran schriben het laissen daruber die andern alle clagten. Sie sagt, sie wiste es nit, also da▀ sie wol mirckte da▀ es ein verworen und lanckwilich wirck wolt werden. Und sie nam sich an sie moist in iren hof in die Diepega▀ gain. Doch sagt sie zu mir wa▀ dunckt euch da▀ broder vor hauszin▀ sult geben. Ob man e▀ uff seszich richtzdaller kunt brengen. Ich sagt, mich bedunckt broder wirt nit mehe dan den alten zin▀ drissich daller willen geben, wie ich verstain dar vor will er▀ eim andern von den erbgenamen laissen sin▀ theil wan ieman▀ de▀ hau▀ selbst begert zu bewonnen.TrennstrichAuch so moi▀ es jarligs im noitbau gehalten werden da▀ kost auch. Dar uff meinten sie die sementliche erbgenamen sulten den bau selbst thoin und beilagen. Dar uff sagt ich da▀ moist wol bedacht off man dan gern beclagen wurde jeder van sinem anpart de▀ zin▀, da▀ da durch der noitbau nit zu ruck plibe und versaumpt wurde, da▀ nit sin moiste.
Ferner▀ fragte ich es were disser tage mit swager Eller auch von seligen fatter▀ und motter▀ testamenten vorgelauffen da▀ die au▀ der kisten genomen und abgeschriben wurden. Und gefragt, ob man die auch halten wulte. Darauff min suster Maria mich gefragt, ob sich neman▀ de▀ weigertenTrennzeichen.
Ich sagte, de▀ het ich nit gehoirt. Es moisten [657'] sich aber die erbgenamen jeder vor sin heubt de▀ beweislich ercleren da▀ man de▀ versichert were. Und sich darnach wiste zu richten. Suster Maria sagte sie were es zufriden. Suster Sibilla fragte wie lange es bei den nachkomen sult pleiben. Ich antworte, erblich und ewich. Wa es dan der lest sult laissen wa er wult. Man verordineirte da▀ dan anders. So bin ich es auch zu friden sagte sie dweil ich hoer da▀ es alle zit bei dem gebloede zum lesten zu sult verpleibenTrennzeichen.
Und wie suster Maria hin wegh eilte. Wart von den uberigen gmeinen puncten und mangelen di▀mal nit mehe gehandlet.
 
A. 1587 den lesten jun.In der Nacht vom 24.--25. Juni.umb diss zit sol die stat Mulhusen von den Switzeren belacht, gestormt und erobert sin, auch alle man darin ersclagen, umb dess willen, das sie sich mit anderen herrn ingelaissen, rumoret, vom bunde abgesondert und die siegel abgerissen hattenBd.3, S.380. Derhalb ist zweispalt und nuwerung de▀ regiments seir perunlo▀ und sorglich.
 
A. 1587 umb den lesten jun. ist die stat Einhoffen in Brabant von den Geussen, das eitz Statischn oder Engelschen waren, mit practick ingenomen, aber balde darnach von dem princen von Parma widder erobert, der dasmal stark von kreichsfolk im lande Brabant lach. Umb disse zit mach Helman in Brabant von den Geussen auch spolieirt und verbrant sinBd.3, S.380.
 
Anno 1587 den 1 iulii hat min suster Sibilla von Weinsberch hinden im alten minen Torn angefangen hau▀zuhalten und ist eirst von unsem gemeinen disch zu Weinsberch bliben und ir eigen kost gehatt. Di▀ hat sie vor etlichen jaren im sinne gehat aber ich hatzs nit gern, bedacht es sult un▀ nachtheilich sin. Al▀ kunten mir un▀ nit samen vertragen. Dar umb hat sie min suster Marie zugemacht und sie selbst hatten vor wenich wechen hardt drumb angehalten und gepitten, da▀ ichs gestattet hab. Sie mach sich versoicken ob e▀ ihr nutzs wirt sin. Sie hat wol die ursach vorgewant, da▀ ich ihr vil zur kost vorstreckte de▀ besweirni▀ sie mich untheben wulte, und sich so genawe vor sich selbst behelfen und so sperlich leben al▀ sie kunte. Auch kunt sie mit mine▀ broder▀ frauwen nit wol uberein komen. Jede kunt der ander wort, weise, und thoin nit wol ungemeistert laissen derhalb min broder ir auch zu zeiten untgegen hilt, da▀ ihr ein groi▀ crutzs ducht zu sin, da▀ mir wol zu beiden seithen nit leib wa▀ kunt es auch nit keren. Es bedroibte mich auch duck, wan man am dischs kippelte oder pratlich sweich. Nuhe hat sie suster Tringin▀ min▀ broder▀ Christian▀ frawe uff dem Thorn heimlich bei sich, de▀ mir nit wissen sulten und doch wol wisten und ungemirckt wolten laissn. Die scleif uff dem Thorn. Min suster Sibilla aber scleif zu Cronenberch uff der stoben dar sie den tag au▀ span und neheten also da▀ ich innen die freie wonong nit weigerte. [658] min broder sin hausfrawe und ich leissen sie unverirret uff dem Thorn. Quamen nit dahin, dan sie es auch fillicht nit gern gehat hette. Doch quam sie uber lanck an unsen disch wan mir sie reiffen. Sie wirt uff dem Thon kochen hat zu Cronenberch ihr beir im keller geht ab und an, neman▀ irt sie, und hat di▀ nuhe etliche weghen gedaurt.
 
A. 1587 den 1. julii war der kreiztag zu Hervorden in Westphaln, dahin zouch von wegen Coln her Hillebrant Suderman rentmeister und doctor Peter Crantz syndicus, da pliben aus der nedersassiss und ober-rheinscher kreis, die sich untschuldigten, das in die zeit zu kurz angesatzst, und verhinderung der ruter, so in Frankrich wolten. Man sagt, es were mit vorsatzs geschein, dan man besorgte, die kreizstur sult mehe dem churfursten Ernesto von Beiern und dem von Parma zu gut practiseirt worden sin, dan des westphalischn kreizs stenten. Also wart der tag ohn frucht geendigt, wenichMan beschloss, die sńumigen Kreise von neuem zu berufen. Nicht einmal Řber die Bezahlung des vom Herzog von JŘlich als dessen Stellvertreter in Vorschlag gebrachten Otto von Byland, Herr zu Rheid und Brempt, erfolgte eine Einigung.verricht und vergebliche kosten getriben. Es heischs, der furst von Gulch hett die kreizstende wegen des richz constitutionen uffgemant. Wol uffmanen! Wa helt man eitz den lantfriden oder reichzsconstitutionen? Es leuft alles ins wildeBd.3, S.380.
 
Anno 1587 den 2 julii ist min 85. fanenwacht uff die Igelstein▀portz gefallen. Ich bin aber uff s. Cunibertz thorn gezogen, dar min corpus lieber lach und besser losament hatte, verzert 0,5 q. 3 alb. 3 h.. Item kertzn zur ronden in die lucht bestalt.
 
Anno 1587 den 4 julii ist Reinhardt jaspar▀ von Erb zu Mugenhusn wonhaftich bei mir gewest und dweil mir min alte pechter Wilhem von Metterich die pachtung uffgekundigt hab ich da▀ Wolfgut zu Swartzem dissem 13 jarlanck nacheinandern vur in und sin hausfrau Geirde und ire erben verpacht. Dar von sie da▀ eirste jar termino remigii doch martini anno 88 nit mehe dan drei malder roggen geben sulten und dan folgende sechs jar jarligs 12 mald. uff da▀ sie da▀ landt disser gefharlichs zeithen in guttem bau und besserong halten mogten auch die 2 capune jar▀ geben, dem offerman 1 lb. korn▀. Item 1 hoen und 2 lb. uff die borg, und 19 alb. gewontlichn schatz. Dar zwischn sol man sich bekencken ob man die ubrige 6 jar den alten pacht 16 malter fort an geben soll. Mit weiterm anhanck und bescheide wie der pachtzittel in minem copienboich vermelden wirt. Hie moist ich mit rhait mine▀ broder▀ dhoin wie ich kunt nit wie ich wult, dan vil lenderei und haiffe pliben ungebaut und unverpacht bei dissen kreichsluiffen ligen.
 
A. 1587 den 5. jul. ist die stat Geller von dem Berlemont, gnant Hautepen, stathelder des lantz Geller, ingenomen, das die nederlenschn Staten etliche jar ingehat, und vil schadens draus getain. Und mach also zugangen sin. Wie Mertin Schenk mit dem raube von Malmanteir komen und die soldaten in Geller irs gefallens vom raub nit bequamen und wort daruber machten, het Schenk den engelschen heubtmanEine andere Version Řber dies ZerwŘrfnis bei Ferber l. c. S. 237., so darin gelegen, uff die backen gesclagen, das er im nachgehalten und mit den Hispanier(n) practiseirt, das sie uff einen morgen durch die Nerse, ein fleissent bach, komen und die stat heimlich errascht, doch kein burger beschedigt. Man wil sagen, es sult practiseirt sin, wie das geruchtBd.3, S.381 [658'] lange vor hin gangen, es sulte ingenomen werden. Wie ich de▀ mit andern stedten mehe zu vorgehoirt, da▀ sich darnach verfolgte. Di▀ ist nuhe kein verreterei dan verraschong die gegen die fiant gestat wirt. Nam dolns est virtus quem quis in haste requirit. Aber die Staten haben ein groisses an disser fester stat verloren. Man sagt, als die zeitung in Wachtendong komen were, hetten die Statischen ire Engelschn ausgesclagen, vor verreterei sich besorgende. Auch sagt man, hetten die Hispanier dissmal die stetlin Issem und Hagen ingenomenBd.3, S.381.
 
Anno 1587 den 5. julii hab ich min kost und krentzgin der kirchmeister und achten s. Jacob im hau▀ Weinsbergh in der cammern mit einem disch gehalten und mit drien gengen angericht der reformeirt ordnong durch au▀ gemei▀. Und sin alle erscheinen ohn Goddert von Mulhem war oistwarts.
Folgt au▀gabe.
Item 1 schinck 1 borstkern bei un▀ selbst gehat da von wa▀ verdain ist ubersclagen uffgestrichelte Linie2 gl..
Item vor 1 zongegestrichelte Linie22 alb..
Item 24 lb. an 1 stump und tommel, jede lb. 4 alb. facitgestrichelte Linie4 gl..
Item vur 6 par gemengt broitzsgestrichelte Linie12 alb..
Item vur 4 groisser schosger weckengestrichelte Linie10 alb. 8 h..
Item vur 1 haesengestrichelte Linie1 gl. 8 alb..
Item vur 6 braithoenergestrichelte Linie2 gl. 6 alb..
Item vur 6 loit zuckersgestrichelte Linie6 alb..
Item vur 0,5 lb. kapperngestrichelte Linie8 alb..
Item vur 1 pint boumoliigestrichelte Linie6 alb. 6 h..
Item vur 1 quart haesen nutzgestrichelte Linie8 alb..
Item vur kirssen, deur spait jargestrichelte Linie10 alb..
Item vur wolberengestrichelte Linie5 alb..
Item vor erberengestrichelte Linie6 alb..
Item 0,5 lamp geschenckt 1 dall. wertgestrichelte Linie2 gl. 4 alb..
Item vor holtzs koln kertzn, mostert bei un▀ beirgestrichelte Linie1 gl. 2 alb..
Item 9 q. wein▀ jede 6Ż alb. facitgestrichelte Linie2 gl. 10 alb. 6 h..
Item 8 raitzeichn oder fleschn jeden uff 15 alb. facitgestrichelte Linie5 gl..
Her gegen komen mir von den provisorn au▀ m. Johan Cortessum fundation zum besten 2 richtz dall. facit 5 gl. 12 alb.. Also hat mich di▀ krentzgin gekost von wegen de▀ rest
Summa da▀ rest facitgestrichelte Linie13 gl. 21 alb. 8 h..
 
Wa▀ an fleischs und gebrait broit und weck geobert ist zum besten die wegh durch komen. So bin ich fort glach frei.
 
A. 1587 den 8. jul.Am 6. Juli. (Bor III S. 8.)umb diss zit ist der graff von Licester, der koninkinnen stathelter und gubernator, aus Engellant, (nachdem die koninkin von Schotlant im winter justificeirt), in Hollant ankomen, den kreich in den Nederlanden zu foerenBd.3, S.381.
 
Anno 1587 den 12 julii hat jonfer Marie Smidtzs au▀ der gottesgnaden die bei un▀ wonte ihr gebortzs fest gehalten, da▀ den 2 julii visita. Marie wa▀ und do nit vor sich kunt ghain. Und hat min suster Sibille mit geladen die eitz uff dem Thorn da hin kost hilt. Und sie quam zu Weinsbergh mit an den dischs. Marie tracteirden un▀ alle da▀ mir frolich waren, al▀ mit gebrait, wecken, kirschn, wolber, 6 quarten wein▀ neben gewontlicher dischspeisen und portion.
 
A. 1587 den 14. jul. umb disse zit stait es in der herlicher kaufstat Antwerpen gar erbar(m)lich, das man sagt, es sulten etliche tusent huiser ledich stain, oder wurde(n) die beste gelegenen, etlich umbsunst, bewont, allein das man sie im tag und bau hilt, der vorhin etlich 300, 400, 500 brabansche gulden huszins plagen zu gelden. Die renten quemen den richen nit in, der handel und kunsten weren nit im zwange. Die hantwirker und gemein folk verleif, kunten sich nit er-Bd.3, S.381 [659] neren, noch behelfen. Was ein metamorphosis und grosse veranderong ist das! Und wirt wol uff mehe ortn in Brabant und Flandern ellendich zugainBd.3, S.381.
 
A. 1587 den 16. jul. ist bei dem Hertzogenbusch ein feltsclagt gewest tuschen Hispanischn eins und den Engelschn oder Statischn anderteils, dar zu beiden seiten vil folks pliben. Man sagt stark, der Hautepen, stathelder des lantz Geller, sult selbst uff der walplatzen pleiben sin, wie vil andernBd.3, S.382.
 
Anno 1587 den 18 julii hat min broder ein breifgin an swager Adolf Eller und die dutze kinder geschriben und sie gewarnt, die fhar so sie von 2 jaren im von hau▀ Weinsbergh schuldich waren sulten sie bezalen sunst moist er sich neigstkunftige tagzit in augusto weldigen laissen. Da▀ dede er nit allein umb siner bezalung willen dan auch da▀ er sie wacker machte zu triben da▀ die alte stritige puncten mangeln und gebrechen ein▀ richtich gemacht wurden, dan er besorgte sich sier, die handlung wurde uffs lest scleifferich vor sich ghain, wie sie auch uff die verhohung de▀ hau▀zin▀ zu Weinsbergh anhilten.
 
Anno 1587 den 19 julii quam swager Adolf Eller zu minem broder und verglichte sich mit ihm wegen der dutzen kinder fharen. Und stalt ihm fort der sementlicher erbgenamen ausforlichern bericht und antwort zu uff die gmeine mangeln und gebrechen, alle▀ in ein schrift verfast. Und wie ich dar zu quam wart vill von den testamenten unser beider eltern communiceirt und gehandlet, auch vur gut angesehen da▀ die gemein kist der erbgenamen eroffnet und beide testamenten dar au▀ genomen und abcopeirt wurden und jedem zu lesen zu gestalt, da▀ er sich druff lang genoig bedenckn und berathen mogte, dan es were nodich da▀ der punct ein▀ endtlich abgehandlet wurde damit sich ein jeder darnach zu richten wiste. Und swager Eller bleib den abendt bei un▀ essen und waren samen gutter dinge.
 
Duplick oder clarlicher antwort der andern erbgenamen gegen mine▀ broder▀ replick den 19 junii supra ubergeben. Laut wie folgt.
Die durch Gotschalck von Weinsbergh hie bevern am 2ten junii specificeirte zwischen den gemeinen erbgenamen von Weinsbergh swebenden gebrechen den am 19 junii neigstlitten begeren nach etwan clarlicher zu beantworten und dar ab so viel moglich ausforlicher bericht zu geben. Erholen gemelte sementliche erbgenamen iren darauff bereidte gebenen bericht, damit anfencklich der 1, 4 und 5 post zur noitturft gnogsam beantwort.
 
Den 2 und 3 ba▀ zu erkleren wil Maria von Weinsbergh widwe von Ordenbach nochmal▀ die sementliche erbgenamen erinneren. Wa▀ sie hie hiesicbeforen in der eirster antwort uber sulche puncten berichtz gethain. Helts auch dar vor so vil den gemeinen consens da mit die specificeirte lenderie von Godhardten von Ichendorf gegolten antrift wirt nemant de▀ in pilliger abreden sin kunnen. Und ob auch glich dargegen von jemandt gesagt werden wulte, al▀ hett man im mittel▀ weder de▀ geltzs so Maria vor▀ laudt irer handtschrift in▀ gmein schuldich nit genossen, noch in glichem von der gegoltener lendereien etwas untf.. Dar auff sien doch und sonderlich den beiden ohemen ohn zweifel vorstendigh, da▀ vorhin ehe disse lendereien zu dem gut zu Dormagen kommen, da▀ allinge guet mehe nit dan 18 malder korn▀ im pacht au▀pracht.
 
[659'] und wiewol ein▀mail▀ dasselbich vor 20Řberstrichenmalder au▀gethain, dannoch der halfman sines clagens kein ende gemacht bi▀ man▀ ihm uff 18Řberstrichenmald. widder abgelassen.
So werden aber jetzo, dweil das gegolten landt das zu gethain zu pacht geleibert 24 mald. k.. Und wan dar an einigs jar▀ (ausserhalb bei ietzigen kreichtz leuffen, sich mangel ereuget moiste erhebliche verhinderung sin ingelauffen, da▀ sich doch die moen Marie nit thoit versehen.
Dar au▀ dan offenbar das man obgemelter 10Řberstrichenmorgen artlandts halber jarligs in▀ gemein 6 mald. korn▀ gebessert gewest, und noch da der allemechtig friden verlehen thede. Derowegen sich dahere nemantz mit foegen einigs schaden▀ zu beclagen.
Was dan auch mit worten angereigt, da▀ Maria vor▀ sich und ire erben allein. Und nit die gemeine Weinsberger erbgenamen (mit deren gelte da▀ landt gegolten) dar an het erben und erbfast machen laissen, und sulchen breif bi▀ hie her hinder sich behalten. Sagt dar auff gemelte moen, wan ihr ire handtschrift au▀ der gmeiner kisten gefolgt, und dan ir und den iren versicherung geschein, von wegen dero vorau▀ verschossener 65 dall. an den 100Řberstrichenhinderstendegen dall. so die gemeine erben nach absterben Elsges der widwen von Ichendorf iren erben, gegen inreumong ire▀ itzigen wonhau▀, erlagen moissen sich haben zuerholen. Mach sie erleiden da▀ die erbung nach aller gebuer ingestelt werde und geschehe.
 
Die gebrechen im 6 post gemelt konnen sich nochmal▀ die gemeine erbgenamen dar in ferner nit al▀ gutte mitler da noetigh und man▀ begeren wulte dar stellen.
Von dem 7 punct besseren zu bericht, sagt Maria Weinsbergh jetzo wie in der eirster antwort, da▀ von specificeirten jaren an pacht nichts oder gar wenigh, ausserhalb von den jaren 84, 85 und 86, do man nit geneissen konnen, hinderstendich sie. Und wes des aber were, wil sie jeder zeit darab gutten bericht zu thoin wissen.
Wa▀ dan den 8ten punct, und da bei Frantzen von Bingen ubergegebenen angemaisten restzittel de▀ grundtpachtzs betrift, wei▀ man sich zu erinnern, da▀ man gemelten Frantzn von wegen sine▀ jonckern jarligs mehe nit al▀ 3 mald. korn▀ zu liebern schuldich. Und dho er glich die 15 firdel, so man Herman Even▀ kindern zu geben pleigt, dar bei fordert. Hat er doch bi▀ hero dar uber bi▀ hero einich bewei▀ nit vorbringen kunnen, da▀ ime oder sinem jonckeren dieselben gepurren.
Nun sint ime au▀ dem im 81 lauth sine▀ zittel▀ hinderstendich 3 mald. korn▀ weniger 3 firdel, da von moissen abgehen 15 firdel von Herman Even▀ kinder wilche er mit dar in geregnet. Item anno 82 und 83 jedes jar▀ erscheinen 3 malter korn▀ thoit 6 malter. Summa bi▀ au▀ jar 84 ist man im schuldich gewest 8 malter weniger 2 fi.. Her uff hat er untf. wie sin anzeig nachbrengt 6 malder, rest ihme derwegen von gemelten jarengestrichelte Liniemald.lb..
So vil aber die ubrige jaren 84, 85 und 86 betreffn dweil Maria Weinsbergh domal▀ nichts untfangen hette, da her sie die gruntpachten zalen kunnen steht, derwegen sulchs durch die gemein erbgenamen zu verglichen, dan ander nemlich 1Ż mald.lb. wil sie allein richtigen.
 
[660] ein sulche gestalt hat es auch mit den hern zu s. Andreen und wiewol die moen dar ab keine quitancien noch zur zit nit erlangen kunnen ist sie doch willich wa▀ sie bi▀ au▀ jar 84 nit gelieffert dasselbich au▀ dem iren zu erstatten und die erbgenamen schaedtloi▀ zu halten.
Mit Herman Evens kinder hat es kein bedencken dweil man von denselben jarligs unglich mehe inzufordern dan innen grundtpachts halber zustendig.
Damit leist sich auch der 9 punct richtich beantworten, das wen schoin beide susteren Maria und Catharin als pechter, die benente 6 mr., lauth de▀ pachtzittel▀ jarlichs zu zaln schuldich. So sullen auch pillich vermoge desselben pachtzittel▀ als pechtern die 5 rad. gl. bei Herman Evens kindern jarligs gefolgt werden. Al▀ sie aber di▀ nit untf., kunnen sie jenich auch nit bezaln. Vilweniger were innen anzumothen dar ab etwan in die gemein kist zu brengen.
 
An dem 10 und 11 puncten falt nichtzs dan das man sie an die handt neme. Kan al▀ dan auch lichtlich erkleirt werden, wie es mit dem vermelten wein (in die kirch)eckige Klammernbeschaffenheit hab.
 
Bei dem 12ten ist die mhoen Maria de▀ nachmaligen erpietens, wie hie beforen.
 
Anlangendt des hern ohemen licentiatn heirahts pfennigks, hat man zu vernemen war auff da▀ beruhe und dan ferner zu handlen.
 
Zum letzsten auff fatters und motters und respective hergins und freugin▀ testamenten, geben die gemeine erbgenamen diesen ronden bescheidt und erklerung, sie halten▀ dar vor wie auch der ohem Gotschalck Weinsbergh, da▀ man, nemlich der voralteren testament und disposition zu halten schuldich. Und wulte schimpflich sin, die vermechnissn wilche so vil jaer her vest und unverbruchlich gehalten nun allereirst nigtich machen und faren laessen. Wollen dero wegen den angedeuten testamenten in iren inhabenden clausuln und puncten, so vil dieselbe sie sementlichen oder einen jeden besonder betrift, das geringste nit abbrechen. Beforab dweil sie mit einhelligem verstande beide gotseliger elteren, dan auch mit guttem consent und verwillegungk dero kinder in▀ wirck bracht und uffgerichtTrennzeichen.
Die medungh de▀ hau▀ Weinsbergh wirdt bi▀ zu gutter handlung, auff sechzigh reichtzdaller jarligs angesclagen (min broder hat uber vorigen zin▀ nit mehe willen geben. Ist also sitzn pliben. Questio, ob er mehe sehn doch sie zu geben, also fundt ich 1 dvobus fribus vel sociis, domum coemm habentibus eamq. p__ondiviso possidentibus s alter eorum domum inhabitet, nullam fri. Vel socio pensionem p__stabit, ro., quia utitur re coi. ad usum destinatum, qui usus dicidi non pt., nisi dividatur domus vidi gailium, de pignorationibus observa. 20 nu. 10 ibi jura.)nachtr. EinfŘgungmit dem fleissigen begeren da▀ man disse sachen so baldt moglich an die handt neme und sich einer beikompst forderlich vergliche. Und da sich desfal▀ beide ohemen irer gelegenheit etwan erkleirt wollen die mhoenen, neben den andern zugehorigen dohin sich auch auffs mogligst schickenTrennzeichen.
Exrelatione.
Ad. von Eller genant Fix etc..
Am 18ten julii 87Trennzeichen.
 
Anno 1587 den 20 julii hab ich die vorg. duplick oder erkleirte antwort wilche min swager Eller mit eigner handt in namen der ander erbgenamen zu Weinsberg geschriben, zu mir genomen, gebesenn, und wol verstanden. Hab auch die inuerleibte clausel, anfangende zum lesten auff fatters und motters etc. sonderlich betragt, da▀ er selbst sampt minen sustern, neiffen und nigten sich einhellich miner beider eltern testamenten durch au▀ in allen iren [660'] clausulen gefallen laissen und damit approbern. Und ob wol dieselb schrift von den andern nit underschriben ist, so halt ichs doch fast dar vor er hab sie au▀ irem befelch geschriben dweil er zwischn un▀ allen gehandlet. Und nheme sulchs hie mit vor bekant an.
Nachdem aber so wol min fatter al▀ min motter in iren testamenten verordnet und gewolt das ihr hau▀ Weinsbergh, wie min motter den hof zu Dormagen bei iren kindern und leib▀nachkomen willn behalten haben und verpotten an frembden nit zu alienern noch zu prengen. Hab ich der materien etwa▀ nachgesehn und besonder l. fi. c. de reb. alien. non alienan. l. hac consultissime c. de testa. l. fi. c. fa. heris. l. et si inutiliter, c. de fideicom. gelesen. Hab ich etliche disticha dar uff fantiseirt, der scheir jeder mit verscheiden worten gesatzst doch alle uff einen effect und meinong au▀ghende, und lauten wie nachfolgt.
 
Disticha.
Testamenta cui prohibent, vel pactio, vel lex=.
Res alienare, hic non transfert proprietatem.
 
Vel sic.
Ultima si caveat prohibentis rite voluntas.
Quisquam alienari nunquam transfertur idipsum.
 
Vel sic.
Res vetitas aliendandi sit nulla potestas.
Nec capiens dominus proprietatis erit.
 
Vel sic.
Non alienabis tibi quæ vetuere parentis.
Prædia in externos proximitatis erunt.
 
Vel sic.
Si res testator prohibet specialiter extra.
Stirpem alienari non tapit exter eam.
 
Vel sic.
Prædia vitiferis urbana et rustica gnatis.
Perpetvo maneant, dedita, possideant.
 
Vel sic.
Ne Weinsberge domum fundum que moveto parentum.
A consangrineis, partis et esto tenax.
 
Vel sic.
Agrippina lares ligat, et Dormagina agellos.
Hec aliena manus nescit habere bona.
 
Vel sic.
Nec Weinsberga domus, nec ager Weinsbergus avitam.
Progeniem linquant ulla nec unciola.
 
Vel sic.
Tu patris et matris subeas cognatio legem.
Obstrictas partes particulasque tene.
Finis.
 
Anno 1587 den 20 julii ist min 86. fanenwagt auff die Haneportzs gefallen, da 0,5 q. wein▀ contribueirt. Item die lucht mit kertzn vor die ronde zu halten da hin verschaft. Und wie ich dar war, ist mir der bruch au▀gegangen da▀ ich zu halber nacht sweirlich zu hau▀ gekomen und wenich gesclossen ketten uff den gassen fonden hab. Doch verginge es mir mit dem bruch ehe ich in scleiff. Ich hats mit dem abendts essen und drinken versaumpt, sunst esse ich den mittag kein gemoisse noch flussige speise, drinck wenich beir▀, den abent zehen ich nuchtern uff die wacht, e▀ ein stuck gobelgin▀ und drinck da wein da▀ schait mir nit.
 
Anno 1587 den 20 julii war Ursula Smidtgin ein leibzuchtersche Melchior Clemens gnant Schallenberg in dem Beneses orthaiffe bei der windtmullen an der Ulreportzn dar in gestorben. Hat vorhin Tilman Albertz burgermeister in der alter Hegen gehat zur ehe. Und verlei▀ auch einen man, von keinem kinder gehat. Und [661] der hof wart streitpar zwischn Melchior Clemen▀ suster die ab intestato wolte succedere, und einer jonger jonfern die ex testamento wulte succedere. War Balthasar▀ Clemens sines broder dochter und Ursuln Grunsgen▀ mir hausfrawe Weisgin Ripgin suster Geirtgin▀ dochter, da underwanden sich etlich der vormonderschaft werden fillicht den hof freien.
 
Anno 1587 den 22. julii uff marie magdalnentag oder trium regum sin mir erbgenamen zu Weinsberg samen komen. Nemlich nemlichsicneben mir, min broder Gotschalck min sustern Maria und Sibilla, swager Eller und neif Johan Dutz mit iren sclusseln und haben die gemein kist wilche an 8 oder 10 jaren nit offen gewesn eitz eroffnet und dem abscheit mit swager Eller gemei▀ fatter▀ und motter▀ testamenta in originali dar au▀ genommn, in meinong abzuschriben da▀ alle unde jede erbgenamen zu Weinsbergh dar au▀ erleren befragen und berathen sult ob er die beide testamenta approbern of bestetigen wulte oder nit, damit ein jeder wissen mogt war an er were. Und al▀ die testamenten au▀genomen sint, ist minem neiffen Herman befollen mine▀ fatter▀ testament abzuschriben, swager Eller aber motter▀ testament. Und ist der 28 julii sant panthaleon▀ tag bestimpt widder zu erscheinen und dieselben in die kist zu lagen. Aber al▀ man uff s. panthaleon▀ tag erschein in namen suster Marien ir sohn Gotschalck mit dem sclussel und mir andern und die copie von fatters testament collationeirten, bleib swager Eller au▀. Mogt au▀ der stat sin, und neman▀ von den Dutzn kindern erschein also da▀ die testamenten noch nit in die kist komen sint. Moissen aber widder drin.
 
Anno 1587 den 23 julii starb Johan Peil zu Nuy▀ im Dulcken geborn in sinem hau▀ am Heumart der Boltzegassen ort sin▀ alter▀ von 75 jaren. ,Disser war jonk ein ruters jonge gewest, uberquam in Coln Jaspar Minaus goltsmits dochter gegen dem Kaufhuis uber, fingen an mit fischwirk, botter und keis, wirtschaft zu handlen, das er fast reich wart. Und als die Bolzgass eirst gemacht wart, gult er und baute die ein side der gassen zum Aldenmart warts vom Steinwegseck bis ans Heumartseck, macht 2 schoner hauser draus und bewonte sulche sin huise(r), galt bei Nuiss einen hoff und baut in schoin vor der Nederporzn, wart des raitz, halrichter, winmeister, amtman, rheinmeister, beisitzer uff der godestags rentkamer, dan er ein fein, leiblich, verstendich man was, licht von personen. Als im sin frau abstarb, ginge im das gluck zuruck, doch nam er uff lest ein riche widwe widder, wart bannerher der goltsmide und heubtman im fanenBd.3, S.382. Hat uffs lest unwilln mit der frawen und stalt sich sin sohn Gerhart Peil ubel de▀ er sich betreubte. Und wie er dhoit war begrob man in sonder peiffen und troimen stillich da▀ er do ab komen wa▀. Doch gingen sin fhanengnossn mit irer sidtwer und reukleider nach der lichen.
 
A. 1587 den 25. jul. ist ein tag zu Nurnberch umb disse zit vom konink aus Denmark und von vil fursten und herrn gehalten. Und als der tag uff was, haben sich bei 2 oder 3 tusent ruter oben zu lande umb Speir, Strasberg, Zabern vergattert, darzu vil foisfolks gesclagen und ein franzosischer her zu in komen war, der sie monstern solt. Man sagt, sie quemen dem konink von Navarren und Hugenotten zu, und der konink von Frankrich mitBd.3, S.382 [661'] dem herzogen von Lotringen, Saphoen, Guisse rusten sich dargegen. Und wirt ein woister religions- und regiments kreich in Frankrich werdenBd.3, S.382.
 
Anno 1587 den 26 julii starb die witwe Herman▀ von Merhem zum Ro▀kamp an der Sternengassen orde ein seir feine ehrentriche frawe. Verlei▀ vil kinder und dweil sie geussischs war, erwerben ir die frunde den ellendigen kirchhoff bei ein rhade dar sie begraben wart.
 
Anno 1587 den 26 julii uff s. annæ tag hat Engin Weinsberg im conuent Marien betlehem in der Reimersgassen fest ires namen▀ gehalten. Dar uff ihre zum besten ein firdel wein▀ von 26 alb. geschenckt dan ob sie uberste und motter war so wa▀ es doch besonder disse kreichs und dhure zit armoitz wirck im Conuent. Es war auch eitz heude jarig da▀ der von Parma Nuy▀ ingenomen hat und ein verdorben stadt gemacht.
 
A. 1587 den 27. jul. ist her Gisbert Duiffhuys, canonicus s. Georgii, gestorben. War kein bois man, hat vil kinder gezilt, licht von personen, hat ein zart stimgin, sank seir wol, war auch vicarius in Capitolio und officiant anderswaBd.3, S.382.
 
Anno 1587 den 29 julii haben mir swager Adolfn Eller gnant Fix unsen schriftlichen bescheidt uff unser sustern neiffen und nigten zweite antwort sampt etlichen anhengen und zu setzen wilche bei der approbation unser beider elter testamenten hoichnodich, zugeschickt. Dan min broder und ich hatten vor und nach dweil mir bei einandern oft waren au▀ der sachen communiceirt. Und bedacht wie wulten die begerte beikunffs inwilligen und nit verweilen dweil mir un▀ der gebrechen im mittel▀ be▀ erinnert hatten, da▀ sie sich de▀ uffhalten▀ auch nit zu beclagten hetten. Mir hatten auch uberlacht, es were noch nit gnog da▀ unse cohæredes und miterbgenamen ohn gleublichen schein uff swager Eller▀ bloisses schriben, unser eltern testamenten approbeirt wurden in den clausuln besonder da▀ unser eltern hau▀ Weinsberg und ire stockgoit zu Dormagen bei iren leib▀erben und nachkomen ewich sult pleiben und an frembde hende nimmer alieneirt und verendert werden. Wannehe nit etlich vertrege mit sulchen anhengen und zuschn gemacht wurden da durch die approbation erwisen und deste bestendiger volherdet kunth werden. Derhalb min broder von mir begert ich wult sulche in die feder brengen, wie beschein. Und hab sie auch under miner handt dargestalt. Und min broder hat da▀ concept abgeschriben und bei sich behalten wa▀ er abgeschriben hatt. Und laudt ungeferlich wortlich wie nachfolgt.
 
Schriftlich bescheidt uff unser miterbgenamen zweite antwort und bewilligung der beikompsten auch acht anhenhengesicund zusetze bei aprobation unser eltern testamenten. Ut seqtur.
Es haben die beide eltere gebruder und ohmen Herman und Gotschalck au▀ irer sustern Marien und Sibillen sampt irer neiffen und nigten al▀ sementlichen miterbgenamen zu Weinsberch abermaliger und ausserlicher antwort und bericht so auff etliche gemeine irer sachen gebrechen beschein [662] und am verlitten sontage den 19 julii di▀ 87ten jar▀ durch iren swagern Adolphen von Eller gnant Fix dadingsfrunde innen schriftlich zugestalt vernomen, das sie in iren streitigen puncten eitzs etwa▀ naher vber ein komen dan vor hin. Derwegen bemelte gebruder und ohemen uff irer miterbgenamen gesinnen und beger gutwillich sin da▀ am forderligsten doch zu gelegener zeit ein beikompst under innen gemacht werde dar in die verglichungen versorgt getroffen und zum ende geholfen wurde.
 
Nachdem aber gedachte suestern, neiffen, und nigten in irem ietzgerurtem schreiben, auff den lesten puncten irer gotseliger lieber fatter▀ und motter▀, hergen▀ und freugen▀ testamenten betreffendt den ronden bescheidt und erklerong in effectu geben da▀ sie alleTilgung: vnd jeden; durchgestrichen und unterstricheltgemeint weren dieselben testamenten durch au▀ in allen und jeden puncten und clausulen fast und stede zuhalten und denen im geringsten nit abbrechen wulten.
 
Dar auff nuhe vor ratsam und hoichnodich erachtet, dieweil di▀ mit eitzgerurten testamenten ein bestendich und unwidderroiflich wirck moi▀ sin, da▀ auch da▀ hau▀ Weinsberch in Coln, und da▀ alte erbstockgoit zu Dormagen, sampt dar in verleibter erbmemorien erblich und ewiglich bei obgenanter testatoren erben und leib▀nachkomenheit zu erhalten und fleissich zu verhutten. Nichs da von in frembde hende zu prengen, zu verkauffen, zu verbuten, zu geben oder under einem andern titel zu vermachen, zu alienern oder zu verenderen.
Das auch jeder eigentlich wissen moge we▀ er sich sines anpartzs eigenthumbs zu verhalten, zu getroisten und dar uber nit zu schreiten hette.
Das derhalb die gemein kist der erbgenamen eroffnet, die testamenten dar ausser genomen (wie eitz beschein) abgeschreiben und collacioneirt auch dem jongen mit dem alten zugestalt wurden sich zum uberflu▀ mit frunden und rechtzsgeleirten reiflich druff zuberathen und dan eirst vorg. testamenten approberen und bestetigen sulten, auff das folgen▀ neman▀ immermehe dar gegen zu excipiern oder zu clagen hette. Und sulch alles in der besten und bestendigster formen.
 
Wan es dan nit allein genoigh ist da▀ wolgedachte voreltern ire testamenten auffgericht und das elterlich hau▀ in Coln, und stockgut zu Dormagen erblich allein bei irem geblode erhalten und dar ausser nimmer an frembden pracht willen haben wie innen sulches naturliche, geistliche und weltliche recht uberflussich gestatten. So ist dannest da neben glichfal▀ nodich da▀ es zu vor mit gutten anhengen und zu setzen dermaissen versorgt wurde, auff da▀ es desthe foiglicher mit erhen und mitzs mogt geschein, auch deste durhaftiger sin und pleiben allen kunftigen schaden, unwillen und nachtheil da durch zu verhutten. Derhalb hat man nachfolgende meinongen eirstlich mit flei▀ zu erwagen nach aller noiturft und pillichkeit.
 
Zum eirsten von wegen de▀ noitbaw▀ im hau▀ Weinsberch besonder sorgfeltich zu sin, da▀ es allenthalben in guttem leitag und kallen im drogen gehalten werde. Ob die balcken im keller und mauren faul weren. Ob [662'] etwa▀ ihn, oder umb fiele. Ob es an dhurren und finstern und gebonner gefarlichen mangel hette. Ob da▀ heimlich gemach zu reinigen. Ob am putz, ketten, sarck, scheinen mangel were, wie man da▀ und alle▀ nodiges reparern und besseren sulte. Und also baufelligkeit verhutten, damit man au▀ dem 8 statuto der stadt Coln nit verursagt wurde die nachkomenheit vom hau▀ abzuweisen. Ob nit ein gutte bawordnong uffzurichten, und au▀ dem hau▀zin▀ jarligsfreigelassene LŘckedaller zum bau allein zu verordnen. Auch alle jar uff einen sichern tag den bau durch durchsicdie erbgenamen zu besigtigen oder (da nodich) durch amptzmeister zu beleiden, dan es beswerlich fallen sulte sulch baugelt von jedem insonderheit bei zulagen und inzufordern.
 
Zum anderen wie hoich ein jeder sin achtentheil (dweil zweiTilgung: theil; unterstricheltkindtheil durch die testamenten verstrickt) oder sin undertheil am hau▀ nach aduenant mit einer jarlicher loi▀fharen oder sunst verpfenden oder besweren moge und da▀ noit uberfreigelassene LŘckedaller heubtsummen.Ergńnzung am Rand: An im selbst wirtz ligen.Auff das es durch sulch beswerni▀ nit an frembde practiseirt werde, das auch den rechten erbgenamen in der afkompst die loese oder freihung vorbehalten vorbehalten sult werden. Und wan der neigste dessen der es besweirt hette widderumb zum vorrhade, oder gluck gerethe sol derselb jeder zit von einem fernern miterbgenamen wie auch von einem frembden volle macht haben an sich zu loessen zu freien, und zuprenegn, das im und sinen leib▀erben unweigerlich gestattet sult werden, und eitz in kraft disses gestat wirt, damit jeder sin urspruncklich quotam des alten patrimonial gutzs frei mogt haben und sich des erfrewenErgńnzung am Rand: Rhaidt wie de▀ haus fatters frau und kin der in an der besserung nit hindern..
 
Zum dritten dieweil die vorg. testatoren aller irer leibsnachkomenheit zu gut nach anregen naturlicher zuneigung wol bedacht und trevlich verordnet das der eigenthumb de▀ hau▀ Weinsbergh ewich bei irer beider geblode sult pleiben, da▀ es den nachkomen auch erlich und loblich were, sulch hau▀ stedich von innen (jarligs vor einen gar redliche hau▀zin▀ wie under den neigsten bloitzbewanten sich wol thoin lei▀, und vor dem nidderlenschen kreich breuchlich) zu bewonen. Nemlichfreigelassene LŘckedaller, dar au▀, zum bawe jedes jar▀ sultenfreigelassene LŘckedaller erlagt werden, da▀ man auch die hoigste stigerongen disser zeit nit wult ansehen und den nachkomen einen boesen inganck und consequens machen, so das doch einem jeden ein geringer profit kunt sin, aber dem inwoner ein groisser schade. Wa das hau▀ Weinsberch auch von zweien oder dreien zu bewonen begert wurde die des ein▀ und zu friden weren, den mogt es samen gestat werden. Sulte aber jeder von innen des hau▀ insonderheit alleinTilgung: g; durchgestrichenbegern zu bewonen, da sullen die sementliche erbgenamen auff den bequeimbsten handlen das es der beheilte, und da▀ es so vil moglich verhut werde wie es zu ruck an hondert jaren von frembden nit bewont ist, da▀ es hinfort auch nit geschege.
 
Zum veirthen das sich der inwoner erlich im hau▀ und wol gegen sin miterben halten soll, da▀ feur und kertzen mit flei▀ verwaren. Auch keinen schaden [663] dar an thoin, und da er den dhoin wurde als balde besseren. Er sol auch au▀ sinem heubt keinen noitbau oder wilbau anfangen den er gedechte zu regnen, zu fordern, ader am zin▀ abzukurtzen, es geschege dan mit au▀trucklicken willen seiner miterben, oder au▀ noit nach gepurlichem beleidt und bescheidt. Und da versicherong vor den zin▀ von ihm gefordert wurde dieselb sol er als unweigerlich zu thoin schuldich sin. Und auch den hau▀zin▀ zu rechter zit unverzoglich bezalen inhalt sine▀ meitzittel▀ so da von auffgericht sol werden.
 
Zum funften als under jetziger lanckwiliger kreig▀zeit das hau▀ und gehoichter zu Dormagen zum theil verfallen und die lenderei daselbst ungebaut pliben ligen und verwoistet erfordert die noith das sulches widder in vorigen standt, reparation, und besserong mit der zeit bracht werde. Dar zu man vor eirst die funf rad. gl. jarlichs renth daselbst etliche jar zu wenden hette. Das auch das lustgemach (da der kreich gelacht) widder mit sinem ingedoim gernst und jedem erbgename frei stunde dest zur lust und noit zu gebrauchen. Auch underscheiden wurde wa▀ den herschaftern und wa▀ den pechtern jarligs gepurte zu bauwen, zu reparern, und zu stevren es were gewontlich oder ungewontlich.
 
Zum sechsten. Nachdem zur halfscheit oder selbst die lenderei zu bauwen von den nachparn verhast wie man erfharen und ohn das es moeselich ist, so sol da▀ alte stockgut zu Dormagen wilch durch da▀ testament verhaft etliche jar vorfreigelassene LŘckemalder roggen jarligs verpacht werden dar au▀ manfreigelassene LŘckemalder roggen zum vorrhade jar▀ nemen soll. Und sullen die zehen morgen Ichendorper landt dar under ein halb morgen binden begriffen in di▀ vorg. pachtung nit gezogen werden, dweil es ein besonder natur hatt. Da mit mach man dhoin wa▀ man wil. Der pachter sol sinen pacht auch zu rechter zeit an ein gewi▀ orth in Coln (das man ihm anzeigen wirt) frei leibern. Den gruntpacht und ander besweirni▀ bezalen und tragen und alles thoin und laissen wie sin pachtzittel mitbringen wirt und eim fromen pechter gepurt.
 
Zum sievenden sol keiner von den vorg. erbgenamen sin theil am stockgut zu Dormagen hoher in der heubtsummen macht haben zu besweren, zu versetzen, oder zu obligern dan wie oben bei dem hau▀ Weinsbergh vermeldt als mitfreigelassene LŘckedallern. Also sol es auch nach aduenant ein▀ jeden undertheils gehalten werden. Und wer also sin theill, es sie so groi▀ oder klein al▀ es will besweren oder obligern wil oder moi▀ der sol sinen miterbgenamen die loese und freihung alle zeit vorbehalten, wie der fernere erbgename dem neigsten im grade widder gestatten soll. Damit jeder von dem erbgenamen zu Dormagen glichfal▀ ein her und eigenthumber sin und pleiben moege. Und wer sin theil besweirt hat [663'] sol sulch besweirni▀ und we▀ de▀ derglichen ist also verrichten das sin theil durch keinen grif an frembde zum eigenthumb bracht werde.
 
Zum achten wil nodich sin da▀ ein oder zwein bawmeister oder au▀richter verordnet werden, der oder die das ihenich was vom hau▀zin▀ zu Coln und pacht zu Dormagen oder ander beilage oder geldt zum bawe oder ander gebrauch verordnet, uffheben und untfangen sullen. Und da von dan an beiden orthen den bau und reparationTilgung: thoin; unterstricheltgetrevlich thoin und verrichten was zu verrichten ist, da von sie jarligs den erbgenamen gutte regnong thoin sullen. Und ob ein jar etwa▀ erobert wurde da▀ soll in die gemein kist zum vurrhade gelagt werden, und dem andern jar zu gut komen. Da aber etwa▀ gebreiche sol zum neigsten jar ingehalten oder von den erbgenamen erstattet werden. Auch sullen disse befilchaber die quitancien oder recognitionen vom grundt, churmoidts, oder erbpacht und andern besweirnissen zu sich forderen und dieselben sampt den rechen▀zitteln jarligs in die kist lagen und sunst gutte verzeigni▀ und boich da von halten. Auch ein klein verehrung dar gegen untfangen und haben.
 
Und wan obbestimpte anhenge und zusetze mit ab und zu thoinnong corrigeirt und gebessert, da▀ die gemein erbgenamen darnach dieselben neben allen und jeden clausulen obg. testamenten mit handtastender globten bei waren worthen, treuwen und erhen dieselbigen frei ungedrongen und ungezwongen approberen, bestetigen, und verheischen willen fast stede und unverbruchlich zu halten dar gegen durch sich oder andern nit zuthoin. Und das under einer pfenen von gelde nemlichfreigelassene LŘckegolt gl. half den armen s. Jacob und half den ubrigen erbgenamen zu Weinsbergh zu verfallen doch onabbruchlich der vorg. testamenten, anhengen und zusetzen. Und da▀ sulchs under gleublicher und beweislicher formen aller bestendigst gemacht und versorgt sult werdenn.
Datum Anno domini 1587 den 29 tag julij.
Finis.
 
Noch hab ich in jetzabcopieirten schriftlichen bescheidt ein gedenckzittelgin gelagt, dweil ich vermirckt da▀ min susteren, neiffen und nigten allein auff den hoigsten hau▀zin▀ drongen, dar umb es innen am neigsten zu thoin ware, lautendt wie folgt.
 
Ingelagtes zittelgin.
Lieber swager Eller. Was zum dritten vom tregligen hau▀zin▀ vermeldet, sulches duchte mich het also wol stadt wie gesetzst. Aber daneben were in den beikombsten zu handlen, im pfall einer erhebliche ursachen vorwenden wulte war umb im in disser hoigster stigerong ein zit lanck etwa▀ mehe zin▀ gepurte, der sult sich mit dem inwoner nach geschaffenheit siner sachen in sonderheit verglichen oder verglichen laissen.
 
Anno 1587 den 30 julii ist min neif und diener Herman nach Swartzem zu carden Wilhem minem alten pechter gangen. Und dweil der ein morgen mit korn minem [664] newen pechter Richardt uberlaissen im dar vor inzu foren, und sunst etlich abgesnitten und gedrischt, und noch nitzs in die scheur gefort beducht er Herman da▀ Wilhem nit trulich dar mit sult umbgain und handlen und machen da▀ ich di▀ jar nit vill vom pacht sult bekomen derhalb er eilen▀ zu ruckquam. Wult mir sulchs anzeigen. Aber wa▀ wolt ich dhoin, Wilhem war verschult. Ich moi▀ da▀ gedolt tragen und hoffen noch etwa▀ zu bekommen.
 
A. 1587 den 31. jul. starb her Theobaldus Crassel von AichEr war schon von Eb. Salentin zum Weihbischof designiert, konnte aber aus kanonischen GrŘnden, da Salentin selbst noch nicht konfirmiert war, die pńpstliche Bestńtigung erst 1574 erhalten. (Vgl. Lossen: K÷ln. Krieg I S. 41 u. 203.weibischof zu Coln und bischof zu Cyrenen, zu s. Severin, in siner behausung bei der decheneien, da er canonicus ab anno 1541 gewesen, auch lang zit pastoir zu s. Albain. Zulest erlangte er auch extinctam prebendam in Capitolio, war doctor theologie und ein gutter predicant, war anfangs scholmeister Laurentii und institueirt her Arnt von Bruwilers kinder, der im auch zu der prebenden Severini verhalf. War anno 1539 min competitor in der Cronenbursn, das ihm doch nit gluckte. Disser churfurst von Coln Ernestus, wie auch Gebhardus vor im, sin im sin salaria schuldich pliben zu 24 hondert ggl., wilches (wie man sagt) er in sinem testament den beiden hospitalen bei s. Catharinen und s. Revilien besatzst mach haben. Auch zu behoff etlicher studenten van Aich jarligs etliche rent. War elter dan ich, ungeferlich 72 jar mines bedunkensBd.3, S.383.
 
Anno 1587 den 1 augusti waren die weintruben noch nit halb verblohet derhalb man sich ein▀ spaten herbst und sauren wein▀ besorgt. Aber der augustus ist noch schoin im anfanck und mittel das troist widderumb. Wan▀ im maio blohet oder verblohet da▀ macht gutten moit. Dar uff folgt gern wan man im folgenden herbst, winter, glen▀ gutten wein trinckt da▀ gesprechen wirt. O da▀ gleslin wein▀ ist ihm mei ein bloimlin gewesen doch wan es eitz post reformationem calendarii ihm junio verblohet so ist noch alle▀ fro genoigh. Ihm julio und augusto moissen mir▀ auch annemen und befillen es gode, der nach michalis noch gutte▀ witter und alles vergutten kan. Wan jedem die hofnong halb benomen ist, wiewol es nit allein umb des wein▀ willen zu thoin ist, dar ab doch vil lande und leuthe leben und erhalten werden, dan es ist mehe umb der ander fruchten im felde zuthoin, wie die sprach gehet wan der wein dhure wirt so wirt getrede auch dhur oder ander gewaschs, ein▀ folge dem andern gern.
 
Anno 1587 den 3 augusti ist swegere Margret von Swelme mine▀ neiffen Gotschalcks van Weinsberch zum Drauben an der Hoeportzen hausfrawe beswerlich kranck worden, da▀ sie groisse hitzste und friesen hat dar zu swanger war. Und uber acht tage darnach ein sieven mondich kindt in der krenden gepar da▀ sie in dhoitlichn noden lag, bichte und sich mit dem hilgen sacrament verwaren lei▀. Ihre neigste nachparsche am orde neben ihre war glichfal▀ kranck und swanger. Gepar ein kindtgin da▀ vor und sie uber ein weil zit darnach starb. Doch hat swegere Margret gutte wardung und ob ihr kindt auch starb so wart es doch widder be▀ mit ire da▀ sie gena▀. Dar zwischen da▀ jonge zwilling Gotschalck bei irer motter gespennet wart, da▀ vorste so nit essen wolte von der ammen und ihre widder geseugett.
 
[664'] Anno 1587 den 4 augusti hab ich minen neiffen und diener Herman Weinsbergh nach Mugenhaussen zu joncker Goltstein geschickt und im die newe ingewilligte contribution von 26 morgen in dern herligkeit gelegen geschickt al▀ nemlich von monat maio, iunio, iulio samen 9 gl. 9 alb. di▀mal ohn wa▀ zu vor bezalt wa▀. Ich hab auch dem jonckern uber minen alten pechter Wilhem schriftlich geclagt, da bei pleibt es. Die fruchten stunden noch im felde Wilhem wolt sie selbst infoeren. Wult noch nit dreschn laissen. Ich moiste gedolt tragen. Herman quam den anderen tag widder. Hat 11 alb. verzert.
 
Anno 1587 den 4 augusti starb Decica Germershem, elige hausfrawe Johan▀ von Woringen zum Ravenstein uff der Bach neben minen zweien zin▀huissergin zur Hardtfuyst die lang swerlich kranck gelegen. 20 daller den armen s. Jacob besatzst. Und dweil sei keine leib▀erben gelaissen hat sie iren man zum erben ingesatzst, den sie auch in irem leben an ire wonhau▀ da▀ bruhau▀ zu einerTilgung: hat; Řberstrichenhat schriben laissen, wie doctor Crudener und ich al▀ zu Airsberg amptlude den au▀ganck untfangen und an da▀ schrein verurkundt hatten.
Sie ist in Pauli von Culæ graf zu s. Jacob vor dem ufftrit am choir zwischen unser L. frawen. Und s. Annæn altar begraben, wilches ich Johan von Woringen vor sin hausfrawe und ihn selbst vergunt hatt, dweil vor Paulo von Cubæ und sinen sohn Johan kein nachkomen waren noch sunst kein bloitz bewanten im kirspel wonten und die andere graber gnoig hatten. Johan von Woringen war un▀ achter s. Jacob. Hat kein kinder. War swar von leib fillicht mogen die armen und kirch siner mehe geneissen. Er hat auch einen neuwen stein uff da▀ grab lagen laissen. Ich hab aber glichwol uff kein jus sepulturæ vor Johan▀ erbgenamen verzeigen dan ich vorbehalts innen ire geregtigkeit da neben ungekrenckt. Er hat auch keinen schein in schriften von mir. So kan den erbgenamen nit vil hinderlich sin ob ein par folcks im grabe ligen.
 
A. 1587 den 5. augusti waren etliche ruter zu Brisich zimlich stark ankomen, und wie innen die bauren widderstaint getain, sie nit leden wolten, sin 2 oder 3 von den nachparn druber doit pliben. Darnach hoirt man, das des folks 300 zu perde und 300 zu foess ware und dem fursten von Gulich zuquemen, der sie dahin gelacht, dan er hat etliche geregtigkeit zu dem dorf. Man sagt, er wulte, das ihm die bauren sulten hulden. Sunst komt das dorf der abbatissen von Essen zu. Wie es sich ferners zugetragen hat, weis ich eitz nitBd.3, S.383.
 
A. 1587 den 5. aug.Richtig.hat herzoch Alexander von Parma, gubernator in den Nederlanden, die Scluisse, ein stat in Flandern an der see, ingenomen, hatt lange darvor gelegen, das er die Engelschen, die darin lagen, so hart bedra(n)gt und ausgesmacht, das sie die stat uffgaben und mit dem sidewer allein darvon zogen. Und ob die Engelschen und Statischn mit villen schiffen in der see lagen und den bele(ge)rten gern zu hilf komen weren, so hatt (Parma) doch die vorsee zugepeilt, das sie nitzs ausrichten mogten. Und mach seir vil an disser stat gelegen sin. Und hie mirkt man die groisse macht und richtumb des koninks Philippi von Hispanien mit sinem anhankBd.3, S.383.
 
[665] Anno 1587 den 7 augusti ist min 87. fhanenwagt auff die Haneportzs gefallen. Da hin bin ich mit uffgezogen 0,5 q. wein▀ contribueirt 3 alb. 3 h. und kertzn vur die ronde bestalt.
 
Anno 1587 den 9. augusti hat die gaffelgeselschaft de▀ Swartzenhu▀ von irem gaffelbotten Thoni▀ von Hackenbroich sin hau▀ und deinst widderumb veir jar abgemeidt zu halber zit ein der parthien der andern zu halber zit uffzusagen, jarligs vor 20 dall. jeden zu 52 alb. kunftig christmissn die meidtjaren anzughain. Dan bi▀ herzu war ein strit zwischn der geselschaft und gaffelbotten vor gefallen, ob die uffsagung zu halber zit von 24 jarn formlich beschein und bestain mogt. Das uber der gaffelbott die geselschaft nit mehe wolt zulaissen man gebe dan mehe hau▀zin▀ und richte ein neuwe medong uff da▀ man eitz gethain hat. Er wolte da▀ hau▀ der geselschaft wol im grunde verkaufft haben, baust es an. Aber e▀ wa▀ der geselschaft nit gerathen zu gelten, dan sie hat so vil geltzs nit die besserei zu bezaln auch jarligs uber 50 richtz dall. fharen zu geben da mit da▀ hau▀ besweirt wa▀. So wart die newe medong ein kurtze zit vor die handt genomen inhalt der meidtzitten, sich dar zwischen wol und reiflich zu bedencken.
 
A. 1587 den 11. aug. starb her Bernhardus Tongeren, der rechten doctor und ordinarius lector, sines alters uber 52 jareBd.3, S.384ware vorhin etliche jare swachlich gewest war von Swoll geborn, hie in Coln promoveirt, sich an ein von Esche oder Jven bestat, hatte das haus Wolkenberg an sich pracht, das er bewonte, und was mit vil faren besweirt, das ers wenich nutzs hatte. Sunst war er ein herlich man von personen und angesigt mit eim groissen barde, dabei war er gudich, geleirt und beredtBd.3, S.384. Der widwen und kinderen war es ein schedlichr dhoit.
 
Anno 1587 den 11. augusti umb 5 vren nachtage ist Christian von Weinsbergh eheliger sohn mine▀ neiffen Gotschalck von Weinsberch und Margeten von Swelm eluthn zur Trauben an der Hoeportzen. War ein siben mondich kindt wie man sagt. War kranck und die motter lagh auch thoitlich kranck, derhalb moist da▀ kindt eilen▀ geteufft werden ehe e▀ sturbe. Also leif neif Gotschalck nach dem pastor sant Jacob und den patten und goden. Und al▀ der pastoir quam deuffte er da▀ kindt zu Weinsbergh in der kamern, dan es zum Truben ungerustet und verstewert wirck war. Ich war bei der hant zum patten gepitten. Der ander pat her Peter Ordenbach Anna peter van Weinsbergs frawen kunnte__ fast so balt nit rusten so wart da▀ kindt in minem beiwesen allein nach de fattern__ ad fatter▀ fatter Christian uff der _______ ______ de▀ doch her Peter folgen▀ wol zu freden wa▀ und sagt er hett neif Gotschalcken den [665'] namen Christian verheischen. Ich hab uff der tauffen geben ein guldin sonnen kroin item ein philips gulden item einen richtzdaller, item einen clefschn snaphanen item einen rad. alb. item __ raitzeichn. Itemder heu__scho 2 rad. alb. item da▀ teschgin schenckt mir suster Sibilla. Mir hilten her Petern und swegerin Anna den gefatter und gefattersche bei un▀ zu gast, dan neif Gotschalck hat uff sie nit zugelagt.
 
A. 1587 den 12. aug., als die verordneten eins erbarn raits zu Coln mit des churfursten Ernesti reten ein weil zitsVom 5. Aug. an. (Rpr. 38 f 60 a ff.)im cloister zu Minderbrodern wegen des geldes, silbergescheirs, breif, siegel, regnongen, missiven, blanketten, die Hieronimus Michaelis hinder im gehat, gehandlet und vor etlichen tagen der churfurst und Carolus Belleius an greif und scheffen geschriben, das eim rade nachteilich was, so wart den reten eitzs angezeigtib. f 65 b., ein rait wist sich vor dissmal mit den reten in weiter communication nit inzulas(s)en. Derhalb laisen die rete aus irer instruction ein protestation mit angehenkter bedreuong. Das leissen die verordneten eins raitz bei irer werden und unwerden berauwenBd.3, S.384.
 
Anno 1587 den 13 augusti starb da▀ kindtgen neigst vorg. Christian von Weinsberch zur Trauben an der Hoeportzn den morgen zu 5 vren und wart den abendt zu 5 vren zu sant Jacob mitten in die kirch in sine▀ fatter▀ fatter und freunde graf begraben. Al▀ es uff den dritten tag di▀ ellendich erdrich bekarmpt hatt. Margret sin motter wa▀ so kranck da▀ sie in einer stunden darnach vom pastoir bericht wart. Und ir fatter Benedictus und ihr motter Mettel pleiben fort bei un▀ uff der portion und einer schenckte dem anderen den wein uff sinen rewe.
 
A. 1587 den 13. aug. sin die freibuter ausser Wachtendung zu Bruwiler ins dorf und cloister gefallen und daselbst 40 koppel perde gerauft und von dannen den strich vor Coln und Woringen und alle perde, koe, vehe, auch menschn, die sie bekomen, mit sich hinweg gefurtBd.3, S.384.
 
Anno 1587 den 14 tag augusti ist min suster Sibilla zu mir uff min schrifkamer zu Cronenbergh komen und mich gefragt, ob alle dingen ohn ende mit dem hui▀zin▀ zu Weinsbergh also plieben anstain, ob sie auch noch zin▀ sult haben, dan sie hett von meister duyk inkomenund bedurft danest vill. Ich antwort ihr und sagt swager Eller der hett sich angenoimen zwischen broder Gotschalck und sinen sustern neiffen und zu gode zu handlen. Es were eitz stille ich hoirt eitzs besonder von der sachen nit, swager Eller mogt auff __ in ander stadt sin, da▀ die handlung derhalb pliben an stain. Iha sagte zu mir, ihr hat auch swager Eller ein schrift under irer handt zu geschickt. Die machte auch vill bedencken▀ und wurde die sach da durch mit uffgehalden. Dar uff sagt ich, wie broder und ich von unser beider elter testamenten etlich mail gespreich gehalten, ____ dannest da▀ hau▀ Weinsberg und erbgut zu Dormagen ewich leb, ausser eltern und unserm gebloede sulte pleiben und nimer in frembde hende komen, so were hoichnodich da▀ durch ein ver [666] trag tuschen un▀ etliche anhenge und zusetze getroffen wurden da durch sulch wirck de▀ bequemer mogte geschein und durhaftiger sin. Und al▀ mir un▀ etlicher puncten besprochen und vorgesclagen, so hat min broder von mir begert ich wult sie in die feder brengen. Da▀ hab ich gethain und sulches in schriften an euch samen geschickt zu uberlagen zu lengen und zu kurtzen. Da were nuhe ein punct innen, da▀ einer oder zwein von den sementlichen erbgenamen da▀ hau▀ Weinsbergh stedich vor allen frembden bewonen sulte. Und da▀ umb so einen treglichen hau▀zin▀ der ihm nit zu sweir fiele. Aber es were ein zittelgin dar bei gelacht dar in stunde, ob sich eman▀ beduncken lei▀ im geburte wol etwa▀ mehe zin▀ dan bi▀ her zu geben were, der mogte under disser hoher stigerungh de▀ hau▀zin▀ mit dem inwoner nach geschaffenheit siner sachen handlen wie er be▀ kunt und mogte. So mogt ihr auch thoin sagt ich zu miner sustern dan es were noch mislich wer da▀ hau▀ bewonen sulte dweil es min broder nit begerte und andern rhait wiste wan er zu hoich besweirt sult werdenn. Und dweil ihr noch ein mi▀verstandt mit broder hat so handlet mit ihm oder laist andern under euch handlen bi▀ ir▀ samen ein▀ werde. Und al▀ sie weiter▀ nit kunt au▀richten, so lei▀ sie es da▀ mail dar bei berauwen.
Hie bedunckt mich min suster Sibille ist etwa▀ zu unbekentlich gegen minen broder der ihr wie auch sin hausfrawe alle▀ gutte erzeigt, in dem da▀ sie so hart uff die verhogung sine▀ hau▀zin▀ tribett, da▀ sie doch allein nit rich kan machen. Und denck nit zu ruck wa▀ forthel▀ ich ihr mit der wonong thoin, da▀ sie bei mir zu Cronenberch ein hubsch lustich gemach inhalt und darzu de▀ ganssen hau▀ wie auch hinden de▀ hau▀ zum alten Thorn ihr▀ gefallen▀ umb sunst gebraucht da fhanen und kettenwagt frei ist. Und so sie sulchen und mehe forthel▀ von mir hatt, so mogt sie auch mit brodern nit so scharf handlen und gunnen dem etwa▀ forthel▀ umb minen willen. Doch hof ich sie wirt sich ein▀ besser▀ b dencken. Und gunnen im gutzs.
 
A. 1587 den 16. aug. den sontag neigst nach Assumptionis Mariae den alten gewontlichen tag ist die broderschafft unser lieben frauwen zu s. Jacob mit dem essen und nachmittags-gelaich achter wegen pliben und nit gehalten worden, das an menschen gedenken nit gescheit ist oder fillicht, solang die broderschaft gestanden, nehe zitz. Es ist mir nit leif gewest und vill anderen, die daruber murmureirt, als wult man die broderschaft vergenklich laissen werden, nachdem die kirchmeister das gelt nach sich genomen und angelacht hetten. Aber dissmail war es beider brodermeister scholt, das gute gesellen waren, nit vil vermogten und noch nit dan halb gelt geben hatten vom inschriben, sprachen, sie kunten mit den 4 goltgl. die kost nit doin, das fleisch und broit were in sulche stigerong verlauffen, das es in unmoglich were zu verrichten, so wist man in boven ir vermogen nit uffzulagen, hetten es auch nit toin willen. Das ist dissmal die hindernisBd.5, S.284 [666'] gewesen, aber glichewol ist in der kirchen alles, was sich gepurt, geschein, das register gelesen und sin pastor, caplan, offerman davon verricht. Sin nuhe die 4 goltgl. noch vorhanden, so verleiffen sich die wardongen und das wax hoich, das man die scholt bezaln moist, und wa kein besser ordnong getroffen, das man mehe oder dubbel so vil vor das wax aus moiss geben, als man untfinge, so kan man nit prospereren. Disse broderschafft nutzt dem pastoir, sunst nemans vil im kirspel, den nachparn wenich, ist innen, wan sie brodermeister werden, ein last und schade, sunst ein nachparlich gelaich vor riche und armen man und frauwen. Der missbrauch leufft wol darzwischn, dienet doch nit nachzulaissenBd.5, S.285.
 
A. 1587 den 17. aug. umb disse zit ungeferlich ist das vergatterte kreichsfolk im stift Straisburch von dannen uber das gebirge nach Lotringe uber die Mosel und Sar in Frankrich gezogen, sol dem konink von Naverra und princen von Conde zukomen, die beide geborne herzogen von Borbon und die allerneigste des geblodes zu der cronen und koninkrich von Frankrich sin, daher das folk die navarische kreichlude genant werden. Min neif doctor Tilman Ordenbach, des bischofs rat zu Strasberg, schreif mir darnach, wie die stat Straisberch das folk gewert gemacht und mit schonem groben geschutzs, krut, loit und ander noitturft versehen. Und wie das kreichsfolk im durchzoge gewesen, hetten sie Kaufmans Sarburg geplondert uff 12 tusent cronen und 50 perde geschatzst, zu Blankenburch beide vorstede und zwei schoner cloister nit weit darvon abgebrant. Aber der von Gueise liege mit sinem folk stark untgegen, und dweil es meisteils umb die croin zu toin were, sagt man des orts, der konink halte es zu beiden seiten, damit ihm kein teil zu stark werdeBd.3, S.384Ergńnzung am Rand: Wan m. Herman und sin frawe gestorben.. Wer will aber sulchem koninck glauben zustellen, wegen de▀ neuwen edicts so er anno 85 den densic18 julii zu Pari▀ publicern laissen. Vide supra fol. 512 pag. 2. Man sagt der von Gwise stain nach der cronen mit dem halte er liga sancta und die catholischen und geistlichen zu beschirmong der catholischer religion in Franckrich, ob er schoin gebloidtzs halber weiter zu der cronen berechtiget ist dan die von Borbon. Wie au▀ dem zu vermircken da▀ etziger pabst Sixtus 5. im anfanck sine▀ regiments den von Navarra und Conde in ban gethain und alle▀ succession und hofnong zu der cronen und irer eigen landen und leuthen priveirt und beraubet. Nuhe stan bei dem von Navarrn und Conde alle hugenoten, caluinisten und alle die nit gut pabstes oder romischs sin. Auch sin frunde und die herrn im lande ob sie schoin catholisch sin und doch nit gern inleissen reissen da▀ die neigsten de▀ gebloidts von der cronen gebannen sulten werden ob es gegen sie und ire kinder auch practiseirt mogt werden, und wie ich hoere schlain sich ein neuwe faction zu dissen, die sich borbonischen nennen. Also ist nuhe zu besorgen da▀ ein groisser irthumb in Franckrich wirt anghain, wa er nit vertragen und nider gelagt wirt. Wie mich gedenckt da▀ er der fride etlich vil mal in Franckrich gemacht und doch balde schentlich widder zu brochen ist, da mit da▀ alte oder koninckrich sich in sulche groisse verachtung sticht, da▀ dannest vor koningen ubel laudt die glauben, recht, und friden sulten in erhen halten und laissen sich selbst nit fridtbrecher schelten.
 
[667] A. 1587 den 21. aug. ist her Wilhem, graff zu Salm, her zu Reiferscheit, canonicus im domstift zu Coln, gestorben. War ein klein swarze person und nit von den weisten. Wan etwas secreitz im domcapittel zu handlen war, gab man ihm befilch uber die choralen, das er mit foegen ausquam. Er nam sich wol groisser gescheften mit dem wort an, daher er der domdreger genant und gemalet wart. Wirt vor got fillicht besser gewesen sin, wie auch vur den menschen, dan vil ander, die seir welterfaren und geleirt sinBd.3, S.385.
 
Anno 1587 den 22. augusti starb her n. Luninck canonicus s. Andreæ. War vom adel verstendich und geschickt ab hat ubel hau▀ gehalten in disser devrer zit da▀ er in scholt gefallen da▀ 14 kommer uff die lich geschapen. Da durch danest gutte lude in schaden irer vorgestreckter uhare und gelde▀ werden geraden.
 
A. 1587 den 22. aug. ist Hieronymus Michaelis mit urtel und recht hingericht und (im) sin verdeinte straff widderfaren, dan als da befor den 3. aug. die hern burgermeister, steimmeister, to(rn)meister, gwalrichter samt greif und scheffen uff s. Cunibertz torn (in) zum andern mail peinlich willenAm 18. Aug. fand nochmals ein peinliches Verh÷r statt. (Rpr. 38 f 71 b.)verhoern, hat er freiwillich bekant, er hett zwischn 70 und 80 menschen ohn scheffen urtel, ohn malefitzs recht, ohn ordentlich recht oder erkentnis, als des churfursten von Coln roede roede und generail commissarius, laissen hangen und sunst umbbrengen. Item het den ranzon von zweien colnischn burgern und einem fremden in der stat Coln untfangen. Item het 2 Italianer laissen wurgen und zu Broil vor die schoele begraben. Item dem herzogen von Gulich sin undertainen zu Castenholz und anderswa gefangen, geschatzst und spolieirt, hingefurt. Item gelt laissen besneiden, dess er dannest nit gestendich wolt pliben. Item burgern in Coln ire wein zu Weslink genomen. Item zu Rodekirchen die wirtfraue und zwen knecht gefenklich uff Bon laissen brengen und gedreut, das dorf anzustechen, ob der furst schoin drin were, dess er nit bestetigt. Item het bei Lechenich die alte moen Paitz, ein erbar halfensche, in der nacht an einen widenboum laissen hangen, die zu den soldaten het gesacht: ,Ihr sult uns beschirmen und verderft uns wie schelmen.' Item jonker Gertzen van Sinsich elsten sohn sin zirgelt und 2 roir uff frier straissen abgenomen und in willen hangen. Item 2 studenten der Jesuiten uff dem wege laissen hangen, das sie kein pasporzn bei sich gehat. Item das er die licenten zu Dutz mit Carolo Belleio ins wirk helfen stellen. Item das er einen arbeiter von Endenich laissen hangen. Item einen schiffknecht laissen koppen. Item vil im stift Coln von bauren gefangen, gespannen, gepeinigt, geschatzst. Item het Coln nit willen verratn, doch were wal darbei gewest, das gespreich gefallen, wie Coln zu gewinnen were. Den 4. aug. hat man innen dem greven jonker Caspar Trag von Geilekirchen geliebert und an das recht gestalt. Und ist sulch unzalbar folk von s. Cunibertzs torn bis uff s. Johansstrass da erscheinen, das er sich erschrack, dan man hoirte wenich, die mitliden gen in hatten, von edeln und unedlen, geistlichn oder weltlichen, so war er verhast, das er von jedem zu beschauen begert wart. Und da ist er ins greven keller in die iser und stock gesclagen und ein rat hat soldaten und schutzen in des greven haus gelacht, damit er deste bass verwart wurde und neman zu ihm gelaissen wurde, dan die scheffen und gerichtz personen, und wem es der greif und steimmeister vergunten. Und inmittels er dagesessen, sin schreiben vom churfursten und Carolo Belleio, stathe(lter) zu Bon, anBd.3, S.385 [667'] greif und scheffenVgl. oben S. 384.des hohen gerichts komen, das sei von eim rade alles gelt, silbergescheir, breif, register, missiven, blanketten nach sich fordern, die kuntschaft zu haiffe schicken und die execution mit Hieronimo Michaelis so lange instellen sulten, wilches sie eim rade zu erkennen geben. Und als ein rait vermirkte, das aus dem langen verzogen die sach verbittert sult werden, hat ein rat hart uff die execution gedrongenAm 5. Aug. ermahnte der Rat den Greven und die Sch÷ffen, ,sich als gerechte richtere in gepur zu verhalten, wie ire vorelteren getan haben', und sicherte ihnen spńter noch seinen besonderen Schutz gegen den KurfŘrsten zu. (Rpr. 38 f 59 b, 65 b.), ehe dan etwas anders practiseirt wurde. Es hat auch Hieronimus Michaelis sin testament eirst uff dem torn, eitz ins greven keller uffgericht, sin kinder institueirt, sin hausfrau, mutter und frunde, auch die armen bedacht, sich des toitzs schuldich zu sin bekant und glichewol in hoffnong gestanden. Die bichtzfetter sagen, sie haben kein missdeder so vil trenen sehen vergeissen, als dissen. So ist er den 21. aug. den nachmittag, wie bruchlich, in die Hacht geliebert. Und das geschrei ginge, des churfursten ruter und folk wurde in mit gewalt aus dem felde nemen. Derhalb ein rait verschafft, das der stat heubtman mit etlichen soldaten und die acht colonellen aus jedem fanen ein rot von burger mit ins felt schicken sulten. Den 22. tag aug. ist er aus der Hacht an das hohe gericht und an den blauwen stein und von dan zur Ehrenporzn hinaus ins felt (gefoirt). Und ist wonder vil folks uff der gassen und in heusern gewesen, die in gesehen haben, und uberaus vil folks ins felt gelaufen. Der statheubt(man) samt den acht obersten, lautenanten und etlichen burgersheubtluten und burger in irer rustung und harners mit iren geladen roren und langen speissen haben sich uff s. Apostoln-cloister vergattert und sin do ordentlich in iren glidern, uber die 6 oder 7 tusent stark, darunder bei die 50 perde gewesen, zu felde bis an die richtplatz gezogen und da des churfursten ruter und folk erwart, die aber auspliben sin. Wie nuhe Hieronimus Michaelis uff das schaffot gestigen, hat er zum folk selbst nit geredt, dan vom scharfrichter begert, er wult es von sinentwegen toin. So hat er angefangen und gesagt: ,Liebe hern und frunde, der colnische churfurstlicher commissarius begert, het er emans verzornt, sult es ihm vergeben und ein pater noster vor sin seele sprechen.' Do er in commissarium nant, daruff schut Michaelis das heubt. Und wie er nederknehet, scloich er im den kop aff. Do ginge der burger scheissen an, der vil tusent waren, und laut wie ein rogner, den man ins feur wirft, und knappet manchfeltich. Darnach hat der scharfrichter mit sinen dienern das lichnam vom schaffot geworfen und bis mitten under den galgen gescleift, dar ein kuil gemacht und dasselb mit dem kop drin geworfen, daher der galge Michaelis capelle und graff vom gemeinen folk genant wart. Also hat er sin ende genomen. Der her wil siner selen barmherzich sin, ob er schoin vil leut betrubet und verdorben hat. Daruff sin die heubtlude, lutenanten mit piffen und tromen in der sclachtordnong zur Haneporzn ingezogen, da die burgermeister und herrn oben ufflagen und zusahen. Etliche edlen aus dem Hoff Coln und vil waren im felde, wie ich auch, und sahen das unzalbar folk und die geruste burger inzehen. Under diss waren breif von dem herzogen von ParmaVgl. Rpr. 38 f 78 a.an einen rade zu Coln uffpracht under dato den 17. aug. und eirst den 28. aug. anquamen, darin begert wart, ein rait sult den Hieronimum Michaelis dem churfursten laissen folgen. Dieweil er aber vor 5 tagen hingericht war, was es zu spade, der herzoch wart aber hofflich mit guttemBd.3, S.386 [668] bescheide vom rade eilens beantwortBrb. 105 f 163 b (Aug. 31).. Disser mensch war sins alters von 50 jaren, von Antwerpen komen, da er auch befilch uber die gefangen und missdeder gehat und uffs leif selbst gefangen gesessen hat, und wie der von Alanzon, herzoch in Brabant, ingefoirt und alle gefangen erledigt, wart er auch los. Da von dan quam er zu Coln, armlich, dede sinen eit uff Windeck und wart burger. Und so fort bei jetzigen churfursten hern Ernestum zu hoffe, da er in groisses gehoer und gnade quam, das er grois gelt mit recht und unrecht erlangte, das er ein herligkeit, (wie man sagt), wult gelten. Balde darnach hat der HoebergerRpr. 38 f 80 a (Sept. 1). Der KŘnstler wurde ausserdem zu Turm gefordert.das geschicht der justicien kunstich uff ein kuffer form gestochen und ist in truck verbreit. Aber ein rat hat die form und ubrige exemplarn nach sich genomen, damit es kein verbitterong bei dem churfursten machte. Er, Michaelis, war auch nit ungestalt von leib und leider, die visiognomia schein nit boess sin, es mach die natur filligt gutt gewesen sin. Aber das er so gar tyrannischs gewest ist, mach sin grois gehoir und boese verzehung, der hoichmoit und geizicheit getain haben, das er hoichmodich und stolzs durch sin erlangt regiment und groisse macht und herligkeit des churfursten, sines herrn, der groisten monarchn und fursten in der christenheit bewant was, das er sich nit hat wissen zu meissigen, do er hoich gestigen, derhalb er schentlich gefallen istBd.3, S.388.
 
A. 1587 den 22. aug. dissen tag soll Erzherzoch Maximilianus von Oisterich, keisers Rodulphi 2 broder, zum konink in Polen erwelt sin nach koninks Stephani doit, der scheir vor eim jar verstorben. Und disses competitores sullen gewest sin des koninks broder von SwedenSiegmund., des verstorben koninks fetter, vor den der Turk solliciteirt und der MoscovitZar Iwan., der sin landen verheischen an Polen zu prengen. Nuhe sagt man, der groiscanzler oder marschalk von Polen lige schoin zu felde gegen Maximilianum, den die bischoffen und geistlichen meisteils im lande erwelt hetten. Auch hetten die von Koninksberch den Sweden vor einen konink ausgeroifen, mit denen es die zwa stette Rehe und Refel hilten. Ob dem aber so sie, wie gesagt wirtBd.3, S.388.
 
Anno 1587 den 24 augusti ist Feigin Schelt min▀ steifsohns Henrich Rossen hausfrawe in der Ryngassn neben den weinscholn irem wonhau▀ gestorben und am 26 augusti zu klein s. Mertin in den umbganck under die schole begraben. Disse war wol ein feine▀ weibgin die sich wol hett erneren kunnen wan sie hilf am man gehat het. Aber er ist zum drunck geneigt und wirt ihm di▀ wol ein seir schedtlicher thoidt sin. Ich bin mit den frunden da zum sencken und schencken gewest.
 
Anno 1587 den 25 augusti ist in 88te fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefallen dahin ich selbst nit uffgezogen bin. 0,5 quart wein▀ 3 alb. 3 h. beigelacht. Und kertzn in die lucht vor die ronde verschaft. Und ist di▀mal Thoni▀ von shertzogenroede doichscherer zum weibeler in stat de▀ abgestanden Wilhem Wytzhellers erwelt.
 
Anno 1587 den 28 augusti hab ich minen neiffen und diener Herman nach Vernich mit eim schriben an den scholti▀ daselbst geschickt von wegen de▀ schatz mine▀ gutzs zu Swartzem. Und ist der bericht geschein da▀ ich in verniger herlicheit 26 morgen ligen hett, da von [668'] Herman dem scholti▀ 13 marck bezalt hat. War von jedem morgen 3 alb. solt zu den ruthern komen, sunst hab ich nit mehe von schatzung vernomen, da mit die herschapper beschweirt sin. Vom gewontlichn schatz hab ich auch nehe gehoirt. Mogen die pechter fillicht bezalt haben. Dissen schatzs hett ich nit gern ohn wist und willen joncker Goltstein▀ bezalt, wie ich im zugeschriben. Aber dweil er verreist mogt ich keinen bescheidt bekomen. Di▀mal hat Herman 9 alb. verzeirt.
 
A. 1587 den 30. aug. hab ich helfen befordern, das Wilhelmo von Monhem offerman s. Jacob sin belonong mit 6 dallern jarligs verbessert ist, der sullen im die kirchmeister termino Lichtmissn 3 dal.. und die provisoren der armen termino Krutwihung auch 3 dal.. bezalen. Darvor sol er gepotter toin und was man im ufflagen wirt. Diss gelt ist gewonnen von den verstorbenen leibzugtern und ist nodich, das der kirchendiener belonong mit der zit etwas gebessert werde in irem underhalt, dan sie gar wenich haben. Noch sol er jarlichs aus den stoilgelt 3 dal.. vom weschen und 10 mark vom schuren haben, davon die vorigen offermen wenich gehatt. So hat man auch neulicher jar dem caplan 2 dal.., dem scholmeister 2 dal.., dem offerman 2 dal.. aus dem ingehalten missgelt zu verordnet. Item von frihung der kirchhoffe hat er glichfals 2 dal.. und van der urklocken 8 gl., das von alters nit plach zu sin, ohn was er sunst mehe hat, noch sol er nit umbweren mogen, er moist dan etwas anders mehe leren und wissen anzutribenBd.5, S.285.
 
Anno 1587 den 31 augusti hat mich broder und ich innen ermant wa▀ swager Eller in namen aller unser miterbgenamen zu Weinsberch sich ercleirt, da▀ sie alle unser elter testamenten durch au▀ halten wulten, wie oben fol. 660 pa. 1 zu ersehen. Und mir im hin hinder unse anhenge und zusetze in schriften zugestalt da mit bestimpte testamenten so vil da▀ hau▀ Weinsbergh und stockgut zu Dormagen deste bequeimer und durhaftiger mogten underhalten werden, wie oben die schrift fol. 662 stehet auch zugestalt. Und wie da▀ wir durch dissen ganssen monat augusti da uff keinen widderbescheidt von ihm bekomen hetten, also gedachten mir er mogt nit in Coln sin, oder kunth mit den andern nit aller ding ein▀ werden oder zum besclo▀ gerathen. Mich duchte auch wol au▀ miner suster Sibillen gespreich wie hie vor fol. 665 pa. 1 stehet da▀ dar an der mangel sult sin, so moisten mir da▀ bi▀ zu gelegener stunde und zit laissn anstain und erwarten wa▀ folgen wurde. Aber glichewol haben wir da neben un▀ besprochen, ob auch unse vorige schrift mit den anhengen und zusetzen etwa▀ zu verendern oder ab oder zuzuthoin were. Und befinden in der communication mehe bedencken▀ wie folgt.
Vor eirst, da in eitzgerurter unser schrift. Zum andern und zum sievenden stehet, ordnong zu machen wie hoich jeder erbgenam sin theil oder anpart in capita vel stirper besweren und hipotisern mogt, da wart bedacht, nachdem die recht in l. fi. c. de reb. alic. non alie. vermelten, da der testator die alienation verpotten, da▀ da auch die hipothecation und underpfandung verpotten were. Derhalb sult nit gestattet werden, da▀ eman▀ von un▀ erbgenamen sin antheil oder quotam mit fharen oder renthen besweren mogt, und da▀ ist war. Sult eman▀ aber sagen swager Johan von Dutz und suster Catharina elude hetten ir achte dheil am hau▀ minem broder besweirt mit 8,5 richtz dall. fharen und da▀ het man in gestattet. Hie moi▀ man sich erinnern, da▀ die testamenten in frembde zu alienern oder zu hipothischn verpotten aber nit sinem miterbgenamen einem oder mehe. Wie unse seliger motter testamenten den underscheit clarlich macht, so sol es den erbgenamen under sich [669] gestattet werden. Aber den frembden sol es von rechtz wegen nit besweirt werden und also sol die gerechte meinong der testamenten sin und anders nit. Und so sol es mit beswerong und hipotiserung der theilen am hau▀ Weinsbergh und stockgut zu Dormagen verstanden werden. Da▀ sol die distinction und lunitation sin und pliben, da mit dem lesten willen unser elteren den beschriben rechten gemei▀ nit zu widder gehandlet werde.
Aber zu fragen da ein erbgenamen in hohen nothen were und sin kindtheil groi▀ oder klein besweren wult und neman▀ von sinen miterben gelt druff begerte oder weigerte zu thoin, sol er dan nimmer uff da▀ sine etwa▀ mogen uffbrengen. Nein, es were dan sach da▀ ein verglichung under den sementlichen erben oder sunst ein bestendich vertragh uffgericht wurde dar in es in dem fhal gestattet wurde, da▀ es den frembden gestat wurde gelt druff zu thoin und sich fhar oder pension verschriben zu laissen, da were es dem gesetze in l. fi. c. de reb. alie. nit zu widder, umb de▀ pactie pactionis und vertrags willen, dan es ein recht ist, da die testatioren oder erbgenamen prohibitionem aut concessionem thoin. Sol aber pactio druber gemacht werden, da moi▀ mit die vorsorg sin da▀ den erbgenamen vom geblode die loese von dem beswerer verkeuffer und gelder altzit gestat werde, sunst sult da▀ verfelni▀ nit zugelaissen sin. Und dergestalt moist es in den zweien puncten de▀ hau▀ und hofs versorgt und caveirt werden, sult kein irthumb drau▀ untstain.
Wieter▀ zu fragen, nachdem in der schrift oben fol. 662 stehet da▀ die dheil am hau▀ Weinsberg und stock gutz zu Dormagen nit in frembde hende oder an frembden nit alieneirt noch besweirt werde, so ist in fatter▀ und motter▀ testament der frembder hende oder frembden nit untwagen. Hie moi▀ man wissen, da der fatter verbeut da▀ einer baussen den andern sin kindtheil nit verandern sol. Ist so vil gesagt da▀ es nit in frembde hende oder an frembden sol geschein. Also wirt auch der motter lester will verstanden, da steht, da▀ es under iren nachkomen verpliben und dar au▀ nit alieneirt werd. Wa▀ ist da▀ ander▀ gesagt und gemeint dan da▀ es nit in frembde hende oder an frembden alieneirt oder besweirt werde, die nit von der testatoren leiberben und geblode sin. Also sol die signification de▀ worts frembde hende, oder frembden sin und deutlich verstanden werden, und ob die von der leib▀ nachkomenheit und geblode schoin baussen Coln in ander stetten und landen wonten, so sin dieselben doch nit vor frembden zum achten. Kunt man di▀ also im vertrag nit kurtzen worthen erklern were wol nodich.
Noch felt ein fragh vor, off die gemaheln da▀ sin die angemeleten und anbestatten der erbgenamen zu Weinsbergh man oder frawe auch vor frembden zuerachten weren, al▀ zum exempel wan ein erbgenam vorgeschriben. Ich setz ein man▀person ein ehefrawe hett und der man sturbe vor und die anbestatte frau blib in leben, off die frawe oder gemahel dan von frembt eracht sult werden. Und vor war proprie oder eigentlich dar von zu reden so ist die angemelete frau frembt, si ist affinis und keine agnata vel cognata ex sanguine, ist gar nit vom geblode, es were dan da▀ sie uber die verpottene gradus in den rechten vom geblode were. Also ist es auch zu verstain, wan ein erbgename ein frawenperson iren eheman nachleisse, der weil auch proprie kein agnat oder cognat dan ein affinis und also ein frembder. Wiewol disse angemeleten rationen societates humanæ vitæ und wegen de▀ hilligen ehestandts und ehemandtz von got ingesetzst nit so allerdingen frembt sin al▀ andern, so sullen sie doch pillich etwa▀ mehe forthel▀ und freiheit haben, al▀ frembden da▀ kein angemeleten sin wa▀ forthel▀ sie aber zu geneissen hetten, steht zu bedencken _ [669'] ire ist ferner ein frage. Wa▀ forthel▀ die angemeleten am hau▀ Weinsbergh und stockgut zu Dormagen mogten haben dweil sie frembt sin. De▀ puncten hat min broder und ich sonderlich redt gehatt. Und leissen un▀ gefallen wie wiesicwir auch vor ratsam ansochen, da▀ die angemeleten die leibzugt ire lebenlangk an irer verstorben ehe menner oder ehefrawen die erbgenamen von geblode zu Weinsberch kindtheil groi▀ oder klein am hau▀ zu Weinsberch und stockgut zu Dormagen mogten haben, edoch in den casibus und fellen da esTilgung: sie; unterstricheninnen nachbeschriben stadtrecht, landtrecht ab intestato oder ex testamento, aut quonis also titulo mogt gepurren. Damit sulche lestlebende gemaln sich bei leben und stain der ehe und darnach hetten zu erfreuwen, und zu den gemeinen erbgenamen de▀ gebloidt deste mehe genoigden mogten gewinnen und dem hau▀ Weinsberch deste getruwer und gunstiger auch woldediger mogten sin. Und wie di▀ dem vertrage mit inzuverleibenm. Und ob wol v____ructus pax in _____ wilch dem ___ ____ __ vigore testamenti nit alieneirt kunt werden, da▀ dan pactions der erbgenamen stadt mogt gewinnen, also auch recht were.
Ferner▀ ist auch ein frage, wan ein gemaihel man oder frawe die lestlebende handt were und kinder von der oder dem hette und al▀ dan sturbe der kinder ein▀ oder mehe da▀ der erbfal am hau▀ Weinsbergh oder stockgut zu Dormagen uff sinen fatter off motter (der off die ein gemahel were) fiele oder sturbe. Ob da▀ verstorben kindt ein▀ oder mehe sinen fatter oder motter erben und den sterbfall uff sie transmittern mach, oder ob der oder die lestlebendt gemahel mit dem verstorben erbgenamen an der fharen, uff dem hau▀ Weinsbergh im schrin zu Coln oder uff da▀ stockgut zu Dormagen im gerichtzboich oder in breif und siegel samenderhandt oder besonder geschriben stunde, ob sulcher lestlebender sulchs aliquo titulo erblich emantzs ufftragen, alieneirn, oder auff ire neigsten die kein hausagnaten oder hauscognaten sin transmittern moge. Darauff ist nein zu sagen dan der testator hat alle allienation in fremde hende verpotten verpottensic. Und moi▀ so vil den eigenthumb betrift verpotten pleiben, und nit gestat werden dan zur leibzugt, au▀ vorigen ursachen allein. So hat man es mit dem eigenthumb bei gesetz in l. fi. side rebus alie. non alienan. zu laissen, und so vil die leibzugt antrift durch den vertragh gracio▀ et dispensative zu gestatten, dan da steht in fine, ucisi pactum cum tenor tale aliquid fieri per miserit.
Di▀mal haben wir es bei sulchem gespreich und erklerung laissen pliben. Dweil ich aber den l. fi. c. de reb. alie. non alienan. et de p__hi. aliene. etliche mail allegeirt und mir eitz in der materien sin, so wil ich den legem gantz von worde zu worde her zusetzn, da▀ er vor augen sei.
 
Iustiniamus imp. aug.
Sancimus sive lex alienostirnem inhibuerit, sive testator hoc fecerit, sive pactio (contrarium he in_ hoc judicium fi_ ueniat, et l. p_ comuni. dim_ ibi, _ pactum in_ redes non p. esse nunquam res com_ dividantue _ as_ opz. Conciliare)nachtr. EinfŘgungcontrahentium hoc admiserit, non solum dominii alienationem, vel mancipiorum manumissionem esse prohibendam, sed et ususructus dationem, vel hipothecam vel vigt. noris nexum penitus prohibere. Similique moda et seruitutes minime imponi, nec emphates seos contractum nisi in hic tantum modo casibtis in quibus costitutionum authori_is vel testatoris voluntas, vel pactionum tenod (qui alienationem interdixerit, aliquid tate permiserit.
 
A. 30 sup. de titulo c..
Dicit, de prohibita autem alienatione sciendum est, quia si a lege prohibeatur alienatio, ut in rebus minorum, ecclescorum vel similium, vel etiam prohibeatur a testatore, nullum omnino in accipientem transit dominum, nisi testatoris præceptum fuerit nudum, puta quia non apparet persona cuius oratia prohibita sit aienatioErgńnzung am Rand: Memoria Barbar
 
Quod notandum est
[670] dieweil ich in disser materien de prohibita alienatione sin, moi▀ ich verba trium legum codius, die kurtz sin herzu setzen. Lauten wie folgt
 
l. voluntas c. de fideicom.
Voluntas patris prohibentis liberos extra familiam fundos vendere vel pignori dare, fratrem soror, donare prohibuisse non videtur.
 
l. contra c. de tessa. ma.
Contra voluntatem matris tuæ libertatem in eum conferre quem illa liberum fieri prohibuerit non debes, cum videaris jura paetatis violare.
 
l. tutelam c. de admi. tu.
Tutelam pupellorum tvorum sic administrare debes, ne ædificium quod hic relictum est, contra formam alienandi testamento datam, vendas.
 
Deutzsche au▀lagung.
Dweil etliche kein latin verstain, ist die meinong von den vorg. latinischn keiserlichen gesetzen, da▀ auff drierlei wei▀ verpotten wirt den eigenthumb der gutter zu allenern, da▀ ist zu verandern, au▀ einer handt an die ander zu prengen, zu verkauffen, zu verbeuten, zu besweren, zu verpfenden, erblich au▀zuthoin, hinzu geben, zu besetzen, im testament oder ohn testament zu verlaissen, zu vertheilen. Mit deinstbarkeit und erbgeregtigkeit zu besweren, eigen leude zu frien oder under wa▀ tetel da▀ were zum eigenthumb oder zur leibzugte, noch erblich druff zu verzeien. Und wer also widder da▀ verpot etwa▀ in ein ander handt gestalt oder geliebert hette, der ihenigh der es uffgetragen kan den eigenthumb oder leibzugt nit bestendigh im rechten nit uberlaissen, und der es untfangen kan de▀ nimmer kein her werden, oder mit recht haben oder behaltenn, zum eirsten wan da▀ gesetz oder recht eman▀ etwa▀ verpotten. Al▀ der minderjarige, wansinniger, kirchen und stat gutter und derglichen. Zum andern wa▀ der fatter oder motter oder ein ander testamentmecher oder testamentmechersse im testament verpotten hat, besonder au▀ dem gesclecht in frembde hende _ zu prengen umb der elterlicher oder frundt ehr und zuneigung willen. Zum dritten wa▀ die erbgenamen, nachkomen, und fruntparthien und andern durch ein vertrag verpieten da▀ es nit verendert oder am frembden pracht werden, sulche verpottene alienation oder ufftragt hat uff alle dri fhel gliche craft samen oder besonder da▀ ein▀ wie da▀ ander eben uff die form wei▀ und maneir wie es verpotten ist, es sie hau▀, oder hoff, landt oder sandt ob wa▀ es vor erb und gut sie nit alieneirt kan werden, der es auch bekompt den eigenthumb noch die leibzugt nit erlangt. Es were dan im testament oder im vertrage auff dissem oder dem fal etwa▀ au▀trucklich gestattet oder zugelaissen, sunst keine▀ weges. Dar ausser dan die erbgenamen zu Weinsbergh clarlich spurren mogen, da▀ innen von beiden eltern de▀ hau▀ zu Weinsbergh und stockguts zu Dormagen zu alienern verpotten ist,Tilgung: haben; unterstrichelt, und sin mogen, der recht schuldich sulchem verpotte zu gehorsamen, wie sie dan auch zur mehe malen in gewilligt haben. Und ob es in den testamenten nit alle so clair und deutlich gesatzst ist kufftigen mi▀verstandt zu verhutten, so were wol hoich nodich und seir nutzlich da▀ ein vertrag under den erbgenamen uffgericht wurde, dar in sie etliche puncten anhinckten und zu setzsten die zu meher erclerong und durhaftiger underhaltung unser lieber eltern lester willen deinten. Derhalb liebe miterbgenamen wilt doch dochsicalso gehorsame kinder und enckeln vrer eltern lesten willen nit widderstreben, damit ihr bei der verheischung gotte▀ mogt pliben und kein straf erlidett.
 
[670'] A. 1587 den 1. septembris hat jonker Wilhem von Herfft, her zu Hurt, bei dem herzogen von Parma und hoff von Brabant ins wirk gestalt, das sei umb des alten irtumb umb der Bach, so durch Coln fleust und anno 1560 angefangen war und mitlerzit vil jar stilgestanden, einen durworter von Brussel gen Huirt geschickt, und daselbst und zu Kerpen der burger gutter von Coln sulten anhalten und umbsclain, wie sie schoin angefangen und der burger gutter dreschen und nach sich namen. Jetziger zit berauwete der stritige punct meisteils darauf, das die Brabender wolten einen rait zu Coln zwingen, er sult gegen den von Hurt in Brabant ins recht (sich) inlaissen, dess ein rait nit toin wolt, sagt, die sach gehurte an das reich und keiserlich camer(ge)richt, Coln were ein stant des richs, gehorte gar nit under Brabant. So were der von Hurt auch im rich gesessen. Und obwol ein rait von keiserlicher majestat breifDer endlose Streit um den HŘrther Bach lebte schon im August wieder auf. (Rpr. 38 f 67 b.)an den von Parma von Coln schreif, er sult das abschaffen und das rich mit Brabant nit an einandern hangen, sunst moist ers dem konink von Hispanien clagen, aber das hoff von Brabant keirte sich wenich daran. Aber eitz wirt etwas gestoltBd.3, S.389. Wa▀ weiter▀ folgen mach hat man zu vernemen.
 
Anno 1587 den 2 septemb. ist ein urthel zwischen Wilhelm Waltneiln unden uff der Bach, und mir am gericht zu Airsbergh au▀gesprochen. Und damit ich es nit anders referreir dan es inhelt wil ich es wortlich herzu setzen und laudt wie folgt.
In sachen Wilhelm Waltneil elegern an einem gegen und widder hern Herman Weinsbergh beclagten andertheils wirt nach fleissiger besigtigung gescheinner gerichtlicher acten und handlong mit rhait der rechtzgelerthen folgender bescheidt gegeben. Ob wol cleger Waltneil anfencklich in actis vor eist achtzich richtzdaller kauffschillingk. Demnach funfzich daller von 100 daller uffgelauffener fharen. Zum dritten an bau kosten 178 dall.. Zum 4thn unsichere und verscheidene summas von wegen schadens und interesse der evinceirten heussern halben gefordert.
Befindt sich glichewol ex actus und ist er Waltneil gestendich da▀ er vor eirst pro precio 80 sclechter dall. mit etlichr jar uffgelauffenen pensionibus zu samen 140 daller. Darnach auch die 50 daller au▀behalten pensionen, und zum dritten vor die baukosten und impensen (so hoich dieselben gerichtlich taxeirt sin) nemlich 97 daller albewidt untfangen und inne an Catharinen Hambachs an schuldigen verdampten hau▀zin▀ abgezogen und zum gutten komen. Derhalbe nuhe meher derselb drei post zuforderen unbefoigt, und der l. Weinsbergh dar ab zu erledigen, wie wir auch innen erledigen hiemit und absoluern.
Belangendt aber die forderong de▀ schaden▀ und interesse von wegen euinceirter heussern. Dieweil derselb post beider seidts so wol in bewei▀ de▀ cleger▀ al▀ auch in defensionibus et exceptionibus rei noch zur zit nit richtig noch au▀fondich gemacht und zu auffoerong desselben beider seidtzs noch vill zitzs unkosten und unrawe dar uff ghen wirdt. So [671] wirt au▀ bewegenden ursachen vur gut angesehn da den partheien dasselbig gefellich beider seidtzs vor den herrn gutliche verglichung zuversuchen, dar zu dan die herren einen tag nach erclerung der partheien ernennen wullen etc. da aber dasselbigh nit gefellich, sol cleger sin angemaist interesse ba▀ au▀fundich machen, da gegen dem beclagten glichfal▀ alle inredt und exception vurbeheltlich etc. die gerichtliche unkosten bi▀ daher da▀ obgnant interesse au▀fundich gemacht reseruerendt.
Disser Waltneil hat mich langh vexeirt und kein rau gehat bi▀ disse sentenczs ergangen, nuhe doit ergemach. Wiewol er mir noch die fhar von drei jaren schuldich ist jede▀ jar▀ 5 daller. Ich lai▀ es auch noch anschain, dan mir mit gerichtzhendel und zanck eitz nit beholfen ist. Min actie sin noch hinder den l. Lennep, der correferen▀ in der sachen gewesen ist.
 
Anno 1587 den 3 septemb. al▀ min broder und ich nach der maltzit am abendt zu Weinsbergh in der cameren uff und ab spacern gingen gingensic, ist unser handlung tuschen sustern und brodern wilche dissen sommer vorgelauff rede bei un▀ gewest. Und haben un▀ fast verwondert nach dem sie in iren schriften besonder oben den 19 julii einer beikompst begert, wilche mir innen in der zugestalter schrift am 29. julii ingewilligt, da▀ sie nuhe an einem ganssen monat der sachen nit untwagen haben. Und da▀ ende de▀ zwelften jar▀ eitz fast her an leif da▀ sie gern ein newe medong und meher zin▀ vom hau▀ Weinsbergh gehat hetten, dar umb es innen meistheil▀ zu thoin war. Aber mir leissen un▀ beduncken, dieweil sie verstunden da▀ innen die ander puncten etwa▀ zu sweir wulten fallen, der min broder besonder gern ein ende gehat het und haben wult. Derhalb hat da▀ ein▀ mit dem andern pleiben anstain. Es mach auch die schrift am 29 julii uberricht da von den 8 anhengen und zusetzen vermelt allerlei bedencken gemacht haben, da▀ sie deste balder stollen. Min suster Marie wirt wol die meiste ursach zur stollung geben. Min suster Sibilla gar nit. Und die dutze kinder kunnen eitz am meisten auch nit druff dreiben. Die au▀genomene testamenten unsers fatter▀ und motter▀ wurden auch nit in die kist gelacht, ob sie schoin abcopieirt waren. So wusten mir in der stollung noch nitzs zu dhoin moisten der zit erwarten. Namen un▀ doch vor da▀ mir anhalten wulten da▀ die testamenten widder in die gemein kist gelacht wurden.
 
A. 1587 den 4. sept.Hńberlin Bd. XIV S. 645.ist ein stettag zu Ulm gehalten worden. Da haben die freirichzstette ire gescheften verricht. Und ist doctor Werner Schenck von wegen eines raits zu Coln dar gezogen, dweil er ohn das zu Speir uff den revision-tag moist reisen. So hat er zu Ulm beclagt, das das haus von Burgundien die stat Coln gen Brussel an das recht in sachn des von Hurt wulten zehen, das den richstetten zu nach ginge. Zum anderBd.3, S.389 [671'] furst von Gulich allenthalben licentgelt und confaugelt uff die kaufmanswaren lachte und widder die richzordnungen handelte, dadurch nit allein Coln, dan der Rheinstrom und vil oberlendische richstette besweirt wurden. Daruff sich die richzstette erpotten, ein bottschaftIn den Stńdtetagsakten (K÷ln-Reich) findet sich ein Verwendungsschreiben an den Kaiser in der HŘrther Sache d. d. 30. Aug. / 9. Sept.zu keiser und churfursten zu schicken, das sulchs gebessert wurdeBd.3, S.389.
 
Anno 1587 den 7 tag septemb. starb unse nachparsche am orde der Hoeportzen neben dem Backhuy▀ an der borstkrenckten. Ir man heischs Mertin van Merhem war ein schonecher und kei▀menger, beide jonge leudt und dweil sie nit catholischs waren, lei▀ er sie vor die Weierportzs in▀ feldt uff der Geussen kirchof begraben. Hat ein klein kindt samen und waren hurlingk im wonhau▀.
 
Anno 1587 den 10 septemb. hat umb di▀ zeit da▀ ein kindt und zwilling Gotschalck Weinsbergh im hui▀ zur Truben ein wenich gepockt, da▀ ander zwillingk Benedictus noch nit, wiewol sie beide zwechlich waren. Und wirt in saur ehe sie beikomen wie ander kinder so wickelich sin sie. Und da▀ elste Benedictus mehe dan da▀ ander Gotschalck da▀ gespenet ist und allerlei speisse genoust. Beneditus aber ist noch ungespenet und helt sich an der motter borst da▀ es sich des seugen▀ ernert, sunst sult es ubel gerathen. Ich gewage disser zwillingk eitz van wegen irer swacheit. Mogten fillicht uffwassen und zu gutten menschen werden dem rechten gesontmecher (der sie geschaffen hat) wil sie cureren und underhalten zu sinem lob und ehrn dem ich sie befillen. Es sin wol jonge zwiglin der agnation zu Weinsbergh, derhalb ich besonder genoigde zu irem gedeien het. Doch wa▀ got gefelt, in de▀ handt es allein ist.
 
Anno 1587 den 12. septemb. ist min 89the fhanenwagt uff s. Severin▀portzs dorch da▀ lo▀ gefallen. Haben im Corpore jeder 0,5 q. wein▀ 3 alb. 3 h. contribueirt, da▀ uberich haben die absentes und unkosten hat d. Offenbergh pfennincksmeister dar zu gelacht. Al▀ wir disse nacht uff dem samen hau▀ daselbst saissen, haben mir ein groi▀ geschrei und billen von den honden im felde gehoirt. Wusten nit wa▀ mir dar au▀ machen solten. Meinten die honde hette an der schunds Kuylle hinder s. Panthaleon▀ portzn im felde sulch geschrei under sich gemacht, da bei mir es pliben leissen, bi▀ mir den morgen uff sontag und s. materni tag abgezogen wie gewontlich.
Denselben sontag (13. sept.) quam das gerucht in Coln, wie Hieronimus Michaelis under dem galgen die verlitten nacht were uffgegraben und lege nackt und blois, auch sin kop, auf s. Jorris kirchoff bei der capellen vor der Haneporzn im felde. Und es leif ein grois folk aus der stat, das cadaver zu besigtigen. Da er etliche tage ligen bleib, bis die honde und raifen innen zurissen und zerbissen, das die lude sachten, got hett im das noch mehe zur straff zugeschickt, dan er wart von wenich leuten bejamert. Vox populi, vox dei! Den alle menschn hassen, den hasst auch got, wie man sagt. Darnach mach er irgen darbei begraben sin, das man nit weis, wa er pliben sei. Folgens hat man aus der kuntschaft vernomen, das irer zwein 18 daler untfangen hetten, die in uffgraben am galgen solten und in einen nachen bei Beien an den Rhein liebern, das er gen Bon gefaren sult werden und da begraben, wilches sin frau und motter und ander sin bewanten bestelt hetten. Wie aber die zwein das corpus und kop in einen sack gestochen hatten und es heimlich vom galgen tragen wolten, haben die gartner, (die) irer cappeis im felde der nacht gewarnt und disse heimlich komen horten, ver-Bd.3, S.390 [672] meintHs. vermeinten dieselben., es weren cappis-deif, und als sie irer bei s. Jorris capelln gesonnen, sin sie darvon gelaufen, als sie den sack neder gelagt. Daher die honde zum bellen verursagt sin, das geschrei ich in der nachtW. hatte mit seiner Fahne die Wacht auf der Severinspforte.im felde gehoirt. Und wie die felthutter und gartner anders nit gelauften, es weren cappis, moeren, gemoes im sack gewest und den umb- und ausschotten, war Michaelis rompf und kop darin, den sie ausschuttenBd.3, S.390.
 
A. 1587 den 13. sept. umb disse zit ist vil clagens uber den fursten von Gulch, Cleif und Berg gefallen, das er von den burgern und kaufluten und andern hendlern im lande von Berge und Mark groisse licentgelt und confauwe-gelt neme von den guttern, die aus Freislant, aus dem stift Monster, von Hamburch und der ort quemen, und richtet also einen ungewontlichen, unerhorten zoll an widder des richs constitutionen zu groissem nachteil der stat Coln und diss(er) beiligenden landen und stetten. Darzu das er sinen undertanen verpotten hatt, kein fruchtenRpr. 38 f 85 a (Sept. 17).uff Coln zu foeren, die rent und scholt zu bezaln, damit sin undertanen nit wol zufriden waren, dan sie mehe dan fruchten bedorften. Auch wult er nit gestatten, das man Bergschen und Gulischn vor sin eigen scholt in Coln mogt arrestern und bekommeren, sagt, er het neulich vom keiser ein privilegium de non arrestando erworben, davon kunt er nit abstain. Und diss war auch ein beswerlicher handel widder alle alte concordata und vertrege. Wan ein rat ire gesantenib. f 93 a--95 b.zu hoff gen Dusseldorf und Hambach schickte und umb abschaffung anheilten, so worden sei wol erlich untfangen und tracteirt, und erlangten gutte wort und bescheit, ab(er) weiters wart nitzs besonders abgeschafft, damit ein rait und burger zu Coln ubel zufriden waren und uff wege bedacht, wie sulchs abgeschafft mogt werden, dan es ubel zu dulden ware. Aber man hat mit harter widderparteien zu schaffen. Etlich von den reten zu hoff waren der stat Coln nit wol gewogen. So war der furst von groismechtigem anhank und bewantschaft bei Rodolpho dem keiser, Philippo dem konink in Hispanien, von dem herzogen von Parma, von dem herzogen in Oisterich, Ernesto, dem churfurst von Coln, und sinen brodern, den herzogen von Beiern, das wenich hoffnong war, etwas bestendigs auszurichten. So machte der kreich auch, (das) die zol uff dem Rhein dem fursten wenich beibrachten und also neulich wirk war, das ers mit steur und schatzung und uff ander maneir moist holen, wie er best kunt und mogt. Wa ein rait mit dem keiserlichen cammergericht und mit beistant der churfursten uff dem Rhein nitz wirt ausrichten, so will es langsam zugainBd.3, S.390. Edoch wan der kreich gelacht, der rheinstrom und strassn widder uffghain wurden, mogten sich die beswernissen endern. Sunst nit lichtlich.
 
Anno 1587 den 15 septemb. ist Johan von Soist an der Wurpelportzen gestroben. Und sin hausfrawe widwe ohn kindt verlaissen, die in s. Jacobs kirspel uff dem Weidtmart im haus da eitz die kirspel▀schol [672'] steht geborn ist von irem fatter Wilhem von Swelhem. Und die kirchenmeister s. Jacob haben in ire geregtigkeit am selben hau▀ abgegolten. Disse eheludt ,haben mit botter und keisn, mit roten und weissen weinen gehandelt und gezapt, sin rich worden. Er ist heuptman im fanen gewest, diss jar vom meleramt zu rade gesessenBd.3, S.391sie ist nit jonck und lebt noch, Wolter von Gluwel bruwer am andern orde der Wurpelportzn und rhatzman ist heubtman in sin stadt vom rhade erwelt.
 
Anno 1587 den 15 septemb. ist uff beger miner sustern Marien widwen Ordenbach die badtbudde zu Weinsbergh warm gemacht da sie gebadet und andern mehe. Und ist den abendt bei un▀ essen pleiben und sich seir frolich gemacht. Lang pliben sitzen und allerlei geredt. Aber der schriftlicher handlung von den alten straissen noch de▀ hau▀zin▀ zu Weinsbergh hat sie nit untwagen. Mir haben au▀ still dar zu geswigen, da▀ un▀ dannest wunder gab dweil min suster Sibilla mit am dischs ware die am heftigsten uff die stigerong de▀ hu▀zin▀ getriben hatt.
 
A. 1587 den 16. sept. hat graff Adolf von Mors und Nuwenar das stetgin Meppen im stift von Munster mit einem behenden (haufen) ingenomen. Mach uff jenseiden der stat Munster ligen. Und ob es wol nit so stark ist, noch dannest kan man ein struifnist draus machen, dar man dem Verdugo und Taxis, den hispanischen heubtluten in Freislant, uff den deinst halten kan. Man sagt, graff Adolf sult des ort uber drei dusent, mehe zu ross, dan zu fois, stark sinBd.3, S.391.
 
A. 1587 den 19. sept. starb Henrich Backhoffen, der bontworter bannerher, sines alters von 77 jaren, ein son wilant Fridichn von Echt zum Bonten Esel, Under Wapenstickern, und broder doctoris Johans von Echt medici und doctoris Fridichn von Echt juristen. Und ob sich disse nit Backhoffen nanten, dan Echt, so war doch Backhoffen ir rechte zuname, dan Echt war nomen patrie patris im lande von Geller. Disser Henrich aber war ein richer man, der groissen kaufhandel im lande von Meissen dreif, da er zwein, oder drei sohne richlich bestatt hat. Disser hat auch ein schoin steinen haus in der Klockergassen bei der Kimnade, das er bewont und darin er gestorben istBd.3, S.392.
 
Anno 1587 den 21 tag s. mattheæ hat her Mertin Crudens doctor und frau Elisabet van Bergen sin hausfrawe ein gasterei angesclagen al▀ sie rich waren und da▀ wol dhoin kunten. Da ist den tag her Henrich Crudener alter burgermeister und n. Geilen sin hausfrawe und dochter Hittorfs und jonfer Kannegeissers, der pastor sant Jacob her Lambert van Wiler, min broder und ich zu gast und frolich gewest in irem hau▀ zum Hirtz uff der Bach. Den andern tag haben sie den caplan scholmeister offerman dodengreffer und andern zu gast gehatt. Min broder und ich sin auch beide kirchmeister. Haben sie noch die kirchen diener nit widder zu gast. Es hatte so wol keinen art. Aber wa▀ sullen mir dhoin dweil un▀ renth inkompst und verdeinst nit so groi▀ ist. Gastereien kosten gelt. Mir moissn da▀ ungemirckt laissen hin gain. Und die lude sagen wa▀ in geleibt.
 
[673] Anno 1587 den 23 septemb. sin die amptlude zu Airsberg uff dem sall am Rhaidthau▀ vergadert gewest, den knoden getheilt. Und min knoden hat geben 27 gulden 2 alb. current. War zimlich vor ein jar, wan man mich di▀mal zum schreinmeister erwelt het, da▀ were mir wol leib gewest uff da▀ ich die alte foe▀ und geschrichten von dem hau▀ Weinsbergh be▀ hett besigtige und proberen mogen, dan ich im jar 1580 gethain do ich da▀ eirst mal schreinmeister ware. Aber es hat mir nit gepurren mogen, die von den gesclechten und groi▀befrundten fordert man drin umb der presentzs willen. Di▀mal wart joncker Johan Leissekirchn steinmeister der _enrmeister swager und neif in die chur gesatzst der satzst mich widder dar in. Aber er warts mit den meisten stimmen.
 
A. 1587 den 23. sept. hat man dissen drien syndicis, d. Wernero Schenck, d. Wilhelmo Haickstein, d. Petro Crantz, jedem sin salarium und jargelt im rade in gegenwortigkeit der hern von beiden camern gebessert, das sie fortan jarlig 600 oder 700 gl. zu 15 batzn400 gl. zu 48 albus.sulln haben, glichs den beisitzern im keis. camergericht, da sie doch vorhin nit dan 200 oder 250 daler gehat haben und irer nit mehe dan zwein auf einmail gewesenBd.3, S.392. Nach doctor Bekkinkhusen cantzler ist d. Conradt Betztorf eirst sindicus worden. Zu im d. Georgen Haltern, darnach d. Petrus Schulting von Steinweck und d. Johan Dussel die nit uber 200 daler jarligs gehat haben. Her Jaspar Kannegeisser, burgermeister, besweirt sich wol etwas und andern mehe, das es ohn wissen aller rete und 44 sult besclossen werden. Her Gerhart Pilgrum bleif aus dem rade, hat sich vorhin mehe darwidder gelacht. Nuhe haben sie sich vil hoeren laissen auszurichten, der stat sachen und keiner partien sachen abzuwarten, die statuta und rollen zu reformern, ordnungen uber die unmondige kinder zu machen, im gewolfe die privilegia in ein gutte ordnong zu prengen, davon copeienboicher zu machen, die rollen der richter und andern zu bessern, alle tage den morgen zu 8 uren under dem rathaus zu sin, bescheit geben und nemen, haben sich allein die auswendige sachen,Ausserhalb das sie den auswendigen vom adel und prelaten, aber nit wider dieser stat freiheit und privilegia, zu zeiten advocieren mochten.'Bd.3, S.392 [673'] wurden. Was nuhe die groisse jarlige verhohung ausrichtet, mach man kunftich erfaren. Ich hab sorg, sie werden der verhohung des lohns nit gemeis sin, daruber dan vil murmereirt wirt werden. Wenich chur- und fursten rete haben so vil belonongBd.3, S.392.
 
A. 1587 den 24. sept. hat her Johan Marlein, canonicus s. Georgii, eins sneiders sohn hinder sant Marien bei der Steinmetzer gaffeln, zu Rodenkirchn in des wirts haus gesessen, hat noch einen jongen gesellen notarium bei im gehat, so in der kirmiss, die noch ir ende nit erreicht, da sin gewest. In dem quam einer, heisch sich auch ein halb mais weins zappen, zu dem quam balde noch einer, der ginge an die hausdur, bleis in ein peifgin. Do quamen noch sechs gesellen drin mit geladen feurroren, das irer acht samen waren, griffen do dissen hern Johan an, bonden in und foirten in strack aus dem haus an den Rhein in einen nachen, damit sie strack uber uff die bergsche side roi(de)rten, und den jongen gesellen hatten sie auch mit hinuber genomen. Und es waren alle acht freibuter, etliche von Virschen, die er wol gekantBd.3, S.393dan sin motter und frunde da her geborn waren. Also foirten (sie) herrn Johan und sinen gesellen in den busch und gegen den abent in ein ledige behausung. Dahin bracht(en) sie speis und drank und aissen samen, ranzounden herrn Johan da uff tausent cronen. Er baut in hondert daler zu geben, sagt, er were ein arm paff, hett nit mehe. In der nacht namen irer zwein den jongen gesellen, foirten (in) sines bedunkens wol 3 stunden lank, sagten do zu ihm: ,Hie bis du schelm vor Dutz, zug hin nach Coln und schaff das gelt und ranzon zu Dutz in des mans haus, den sie im nanten, oder es wirt dem paffen ubel gain.' Der quam zu Coln, bracht die zeitung dem broder Cristgin und sinem oemen, her Johan Nuwenhaiffen van Virschn, alten pastor s. Jacob, an. Die mogten sich uff gelt rusten, schickten aber auch botten ins bergsche lant an die beamten, wilche die clocken an verscheiden ende(n) leissen sclain. Wie das vor die freibuter quam, leissen sie her Johan im busch und machten sich darvon. Also wart her Johan erledigt und quam zu Coln, verwont und gestochn an den beinen, und war fast swach, leis sich cureren und wart des ranzons ab. Man sacht in Coln, die freibuter weren in Bensburch gefangen, das sich doch nit verfolgte. Aber uber acht tage darnach solt dem capittel Georgii geschriben sin, wa sie den paffen nit darzu hilten, das er sinen ranzon bezalte, so wulten sie dem capittel alle ire haiffe anstechenBd.3, S.393. Hie bei ist noch zur zit verpleiben.
 
Anno 1587 den 26 septemb. hab ich mit minem steifson Wilhelm Ro▀ licentiato und anderen herrn under dem portail vorm Rhaidthau▀ ghain spaceren, und von testamenten und sterbfelln geredt. In dem hat bemelter min steifson Ro▀ licentiat lachent gesprochen. Hie min fatter, wirt mir auch schir off morgen irgen ein tausent daller besetzen, er wei▀ wol da▀ ich ein hau▀ voll kinder bekom da▀ ichs wol bedurft. Dar auff ich geantwort, ich hab nit vill, ich regnen mit keinen tauseten. Wan ich sterb und ein wenich verlei▀, wem es al▀ dan gott [674] gunnen wurde, de▀ hett derhalb zu vernemen. Disse▀ redte der lic. Ro▀, al▀ were e▀ schimpf gewest. Aber ich halts dar vor er sol▀ wol mit ernst gemeint haben, wie irer wol mehe dan man ist alle▀ begerlich und macht sulche verdeckte vorbereitung und gastladung. Aber ich kan frembden off es schoin seir gutte frunde sin, nitzs geben oder besetzen, wa minem vorlangs uffgerichten testament und ingesetzsten erben etwa▀ pliben soll. Derhalb ich mich gegen folgende untschuldigem will.
 
Groi▀gunstige liebe herrn und frauwen frunde und frundtinnen, ihr hat mir allerlei fruntschaft leieb und deinst beweist, zu zeiten mich neben anderen gutten erlichen frunden zu gast geladen und wol tracteirt, mich auch mit dem wein uff die rhaidtchur vererht, mir auch in miner swacheit allerlei geschickt und geschenckt, mich sunst getroist und angesprochn und we▀ mir dan derglichen und mehe guts von euch beweist worden. Sulches all und jedes neme ich zum hohen danck an. Wulth auch wa▀ ich bei einem jeden nit gnogsam verdeint da▀ ich dasselb groi▀licher verdienen mogt, uff da▀ ich nit ondanckbar nach minem dhoit beschuldigt durft werden, dan got selbst hast undanckbarkeit, kan ich es auch noch bei minem leben vergutten dar zu will ich gan▀ willich sin und alen moglichen flei▀ ankeren, nit allein mit worthen dan auch mit der thaidt. Und da da▀ durch mich selbst fillicht alter▀ und unvermogenheit halber nit geschein kunthe oder versehen wurde, so wil ich doch guttigen gott trevlich bitte da▀ er▀ richtich will westatten, der es am allern besten vermach verhof auch min erb der hau▀fatter zu weinsberg sol an im nit ersitzn laissen, dan min frunde vor sin frunde halten inen zu deinst sin und innen erzeigen wa▀ im foglich ist. Das ich aber euch und allen minen woldedern nit geben und besetzen werde, sulchs ist nit miner unbelaentligheit scholt dan allein miner unvermogenheit scholt, dweil ich in minem hohen alter von gar kleiner narong sin. Min rentgin wirt mit nit all verricht. Di▀ sweren lanckweiligen kreichs moi▀ ich mit andern mi▀gelte, moi▀ schatz und steurn geben, die lenderei brengt nit bei. Licht auch stil leif und leidt nimpt ein groi▀ hin wegh. Alle dingen sin dheur da▀ ich zu noit nit wol kan umbweren. Und besorg mich vor scholt die dannest nach minem absterben von dem minen bezalt will sin. Sult ich dan vil hin wegh geben und besetzen wie kan da▀ wol geschein, die min neigsten von geblode sin werden gar nit oder wenich das von bringen, allein darumb da▀ minem lesten willen und testament etwa▀ nachkomen werde und da▀ nit zu scheidern gahe, da mit wirt es ohn da▀ nevlich zughain. Darumb min geleibten wilt nur nit verargern oder im boesen uffmessen oder nachreden al▀ sult ich an euch nit gedacht haben. Ewer vergessen sin dweil ich euch nitzs geben oder besatzst hab, die fruntschaft ist dar an auch nit allein gelege, dan am guden hertzen und willen. Ich gedenck, wan ich dem einen gebe und dem andern nit, da▀ wurt mir verwislich [674'] sin. Ich kunt es nit glich treffen wie es ein jeder wunschen wurde. Und wan ich etwa▀ besetzste, wa▀ hilf euch ein wenich, derwegen ist min fleissich fruntlich bitt und beger ir willt umb angezeigter ursachen willen min untschuldigung also zum besten verstein und mi▀lagen. Datum ut supra.
 
Min steifkinder moissen gedolt tragen, der licentiat Ro▀ ist rich genoigh, wa sin kinder leben pliben wirt in got auch helfen, an Henrich Ro▀, und Aletgin Ro▀ wurde ein wenich nit helfen, jonfer Brigitta Ro▀ zu Maximinen wirtzs so gut haben al▀ die andern im cloister, dieweil ich die motter gehat hab ich ihn keinen schaden gethain hab da▀ ire bei einandern behalten wan sie es selbst verwart und nit verthain hette. Ich hab auch ein gerings dar von bracht dar gegen ich gnog gewaget hab. Wilhelmus Ro▀ hat mich etlich mail zu gast geladen wan er doch gasterei wolt halten hat mich genotigt. Ich habs nit begert dweil ich selbst nit vil gest laden kan, doch glichewol danc ich im hoichlich dar vor, hof nit da▀ er die maltziden von mir begert bezalt zu haben. Ich hab umb sinent willen auch etlich mal kosten angewant, hab siner hinwidder wie der anderen verschonet und zu deinst und willen gewest mehe dan sie mir alle gewesen sin, ihr motter Drutgin Bar▀ hat mir auch nichts besatzst da mit ich zu friden moi▀ sin.
Es moi▀ doctor Mertin Crudener und Elisabet Sclo▀gin sin hausfrawe auch nit zornen, off ich in nitz besatzsr, dweil sihe mich oft zu gast geladen und sie mir krut zucker malmeseir wan ich kranck war geschickt und mir gan▀ fruntlich gewesen dar umb ich da▀ pillich mit einer vererhung zu gedechtni▀ sult vergudet haben. Aber ich versehen mich wa▀ sie gethain sie au▀ gutter gunst von frihem hertzen geschei ohn da▀ sie erstattung dar vor begern, die sie wol eigden. Ich sie auch gern dhoin wult, darf es aber umb miner armer frunde willen nit thoin, die mich darumb hassen und ubels nachreden wurden, da▀ ich den richen und armen nit gebe, versmachten sei, da▀ mich aber der doctor und doctosche zu gast laden und schencken de▀ danck ich in hoichlich lobe sie ire▀ gvuten willen und thoin▀,und wunsche in vil glucks und gutzs sei sin habselich und fruntlich und gastfrei, es hat ihr wonhau▀ zum hirtzs unden uff der Bach den namen der hospitaliteit von iren voreltern uff sei lange gefoirt und gelaissen, lang moissen sie da▀ herten und selich werden. Ich bin in und wil in widder zu gefallen sin, minem vermogen nachTrennzeichen.
Zu dem sin mir die herrn priores und conuentvales zu Carmeliten fruntlich gewesen und mich uff ire kirmissen und allerselen tag zu gast geladen. Der vrachen und da▀ mendicanten sin bedurften sie wol ein gut besetzs. Aber wa▀ hulf in ein wenich da▀ ich thoin wurde. Ich gunne in vill guttes aber darf mich nit mit besetz untbloissen. Ich bezalen gemeinlich den wein bei innen, doin dissen und dem auch einen forthel, foege innen nutz heim wan ich kan. Min fatter und motter suster und swager ligen bei in begraben der halb ich in ohn da▀ seir gunstich sin, wie ich auch duck dahin zu kirchn gain. Aber sie sterben seir hin und werde verschickt da▀ die kuntschaft sich verandert, und die neuwe wissen dan nit darumb.
In glichem sult ich motter und conuent zu Marien bethelehem in der Reimergassen mit einem besetz bedencken, dieweil sie arm und benaut sin und min zwa sustern etliche nichten da begraben ligen und min eltern und ich vil jare da kuntschaft und [675] fruntschaft gehat, und min dochter Engin daselbst eitz moder ist und min nichten Beilgin und Feigin dar in wonen. Aber lieber herr und gott, wie kan ichs uff allen orthn mit giften und besetz vergelten, ein gerings hilf nit vil, vil kleinen machen ein groi▀. Jeder hett al▀ gern da▀ ich doch nit wol beibringen kan, und sult min armut balt vertheilt werden. Und wie arm sie sin so ist doch ir hau▀ be▀ fundeirt berent und versorgt dan mine▀ fatter▀ hau▀ da▀ bei min geblode sol pleiben. Ir cloister wirt fillicht nit jeder zit bei minen bewanten pliben. Man spricht, lai▀ paffen und beginnen und hilf den deinen. Im conuent sin auch der minen im hau▀ Weinsbergh auch. Ich wie jeder gibt und thoit wa es im gefelt. Mit deinst und rhaidt bin ich dem demsicconuent stetich willich gewest und bin▀ noch. Bit sie willen mir nitz verargern.
Disse vorg. sin die jenigen die wol meinen wurden ich sult sie mit eim besetz vereren und bedencken, wie der noch wol mehe sin. Aber moissen au▀ obangezeigten und sunst bewegenden ursachen alle gedolt haben, und sich da▀ nit besetzen▀ getroisten. Bitt sie willen umb gift und besetzs hofnong nit min frunde sin, dan sunst umb leiften und zuneigung willen.
 
Anno 1587 den 29 septemb. uff tag michaelis sin die zwei fatter▀ und motter▀ testamenta widder in die gemein kist der erbgenamen zu Weinsbergh gelacht und jede parthei hat iren sclussel zu sich genomen dan die testamenta sin nuhe zwei mail abcopieirt und geschriben. Da▀ sie jeder van un▀ der sie nit hat haben mach und sich beratsclagen. Aber weiter handlung der medong und ander stritiger stoi▀ ist stil pliben, bi▀ man widder lustich wirt.
 
Anno 1587 den 30. septemb. ist min 90. fhanenwagt uff s. Severin▀portzs gefallen. Ich kunth aber nit selbst mit uffzehen dan ich uberquam etwa▀ pachts von minen alten halfen Wilhem van Metternich zu Swartzhem mit den fhoirluden ich handlen moist. Aber hab glichwol min 2 quarten wein▀ 14 alb. bezalt, und kertzn in die lucht verschaft.
Disse nacht hat der alter burgermeister her Gerhart Pilgrum die ronde umbgeritten und wie er mich nit uff der wacht fonden ist er zornigh worden und gesagt ich sult der nuwer ordnong gemei▀ 20 goltgl. zu boissen geben. Er hat aber minen lutenanten und ander befelchaber starck da fonden, die mich untschuldigt da▀ er zu friden gewesen. Di▀ hat mir auch ein groi▀ bedencken gemacht mich mine▀ alter▀ von 70 jaren so in der wachtordnong gefreihet zu untschuldigen.
 
Anno 1587 den 30 septemb. min neu pachter zu Mugenhuyssen hat mir von minem alten pachter zu Swartzhem zu wege pracht und geschickt 4 malder roggen min 0,5 lb. roggen. Noch 2 mald.lb. di▀ war half korn und speltzs under ein gemengt. Ich hab mesgelt 4 alb. 2 h. bezalt. Item 4 alb. tragloin verlagt. Item von den 2,5 mald. speltzs dem foirman 37 alb. bezalt und de▀ neuwen halfen▀ son Reinhart uff sinen forloin der 4 mald. korn▀ 2 gl. vor saltz verlagt. Di▀ kosten ist der alt pechter schuldich zu bezaln. Ich war in dissem devren kreichsziten so fohe al▀ het ich da▀ korn fonden, dan es dhuir war, und tracteirde die foirlude wol.
 
[675'] Anno 1587 den 1 octob. hat die zwelfjarige de▀ hau▀ Weinsbergh zwischen minem broder Gotschalck und siner hausfrawen Elisabet ein▀ und minen sustern und mir andertheils medung ire ende erreicht. Und ist min broder ohn bewilligung verglichong oder bestimmong neuwer jarn oder neuwen zin▀ im hau▀ pleiben sitzen. Es waren wol vorhin 60 richtzdaller vorhin hau▀zin▀ uffs neut gefordert, dweil aber andere puncten uff mines broder▀ beger unverglichn sin pliben anstain wie die oben dissen somer schriftlich angezeigt sin, so ist da▀ ein mit dem anderen zu ruck pliben. Dan so min sustern und ire kinder ire irthumben nit richtich gemacht so hat kein newe medung getroffen kunnen werden. Also hat min broder da▀ sechthe theil am hau▀. Ich hab da▀ seste theil dar an da▀ ich zum theil mit gebruche. Min suster Sibille hat auch da▀ sesthe theil daran. Die gebraucht eitz de▀ putz und durchganges vi▀ Cronenberch uff den alten Thorn mit da ich ir die wonong auch ohn zin▀ gestatte da▀ sie sich derwegen nit zu hoich zu beclagen hett.
Zu dem sin unse zwelf jaren gemeine▀ dischs und kosthaltung im hau▀ Weinsbergh umb und au▀. Mogen es uff die weisse continueren so lang es got gefelt und min broder und ich un▀ de▀ verglichen werden. Min suster hat die zwelf jar bei un▀ zu dischs gangen ausserhalb dri monat do sie selbst hat willen kost halten. Vide supra prima julii di▀ 87th jar▀. Nuhe ist es etwa▀ besonder▀ und wondern sich die leudt nit wenich wie mir zwein broder mit etlichen unsern mitgedelingen so lange zit so fridlich in einem hau▀ an einem dischs in eim besclo▀ oder borgfreden samen haben leben kunnen. Es sin vill gutte bewegende ursachen da wilche sulches desthe be▀ und foglicher verursagt haben. Ohn zweiffel wirt es der ewiger got also schicken.
 
A. 1587 den 2. octobrisAm 30. Sept. ernannt. (Rpr. 38 f 100 b.)bin ich uff supplicerlich bitt und anhalten N. Manlii, doctoris medicinarum, pro tempore rectoris universitatis, vom eim rade zu Coln neben jonker Johan Leiskirchen, steimmeister, licentiato Lodowich Falckenberch, raitzrichter, zu reformeren chirurgos, empiricos et pharmacopolas, (ordineirt). Von dissem handel und wirk hatten wir alle drei geringen verstant und bericht, dan es mehe phisicos et medicos antraff, die sich damit hetten gewist zu behelfen. Dieselben sulten sulche leude examineirn und ire materialia visiteren, das wol ein gutt, nutzlich und nodich wirk were, dan es seir sorglich zugehet, das sie quid pro quo den leuten ingeben und alte verloschen medicin misbrauchn. Aber die medici selbst durfen die barbirer, arzst und apteker nit verzornen, haben iren nutz von innen. Mir waren propter autoritatem senatus zu verordnet, besBd.3, S.393.
 
Anno 1587 den 2 octob. starb Anna Fritags oder Vuicht widwe heren Hilgern Helman der rechten doctorn, ein seir gutte erliche frawe. Aber dweil sie nit catholischs wart wart sie mit gnaden uff den ellenden kirchof zur erden und begrefni▀ zugelaissen und nit zu Carmeliten dar ir man lach noch zu sant Laurentz zu irem fatter.
 
Anno 1587 den 4. octob. sontag hat un▀ jonfer Elisabetgin Horn▀ ir geburtzs fest uff dissen tag anticipeirt und zu Weinsbergh unden in der camer gehalten. Da mir un▀ alle im hau▀ mit ihr frolich gemacht haben.
 
[676] Anno 1587 den 6 octob. hab ich abermal an minen neiffen Gotschalck von Weinsbergh zimmerman gedacht, wie ich ihn vor hin anno 85 den 3 novemb. zum baumeister des hau▀ Weinsbergh angezeignet und verordnet wie oben, fol. 434 pag. 2 zu ersehen ist, da bei ich es noch verpliben lai▀.Ergńnzung am Rand: Wem einer folgen sol.Und ihn eitz vor de▀ hau▀ Weinsbergh baumeister bestetigen, dan es hoichnodich ist da▀ hau▀ in guttem noitbau allenthalben zu halten. Dan sult der noitbau versaumpt werden, so mogt da▀ hau▀ nit bei dem hausfatter minem erben ewich und stetich pleiben. Ein rhaidt der stadt Coln mogt die hende drin sclain wie sie de▀ macht haben sullen. Und hat eitzbenanter min neif Gotschack desthe mehe foegen und ursachen zu dem bau dan andern (wiewol ich den auch nitzs untzehn) dieweil er ein primarius agnatus zu Weinsbergh ist und nach minem neiffen Herman von Weinsberg sinem broder wa er den tag erleben wurde in der hausfatterschaft folgen und al▀ dan min erb sin soll. Hie will ich sinen swegerherrn minen lieben swager Benedictus van Swelme den ich broder nenne und dar vor halten, da▀ er sin lebtag ein auffsehner meine▀ neiffen Gotschalcks sine▀ eidombs sol sin und pleiben da▀ er bei siner geregtigkeit die min neif Gotschalck von wegen mine▀ testaments, declaration, addition fideicommi▀ und alle▀ andern forthels mogt behandthalft und beschutzst werden. Und sol sampt sinem swegerhern Benedictus da▀ hau▀ Weinsbergh jarligs einmail durchau▀ macht haben zu besigtigen, und da noitbau vor handen und erfordert worde, dem hausfatter zur zit sulches zeunen und in der noit erinneren der es dan bessern sol. Wurde es aber so hoich nit nodich sin vor eirst zu bawen sonder kunt ohn schaden langen verzogh erleiden oder were wilbau so soll der hausfatter nit zu hart drumb angehalten noch genotigt werden. Der hausfatter were dan wol im vorrhade oder guttwillich so sol es im frei stain und ein gut wirck dran dhoin. Und wan min neif Gotschalck mit sinem swegerherrn meister Benedicto nach dem bau durch da▀ hau▀ oben und undsicbesigtigt sol innen der hausfatter wein schencken und jedem veir rad. alb. off die werde dar vor zu præsents zu geben. Aber sie sullen behut sin da▀ sie iren eigen nutzs nit soichen und den hausfatter in groisse kosten und schaden foeren, der hausfatter were dan vor sich selbst freiwillich und geneigt dar in wie gesagt ist. Wurde auch min neif Gotschalck vor sinem swegerherrn ableibich so sol min swager Benedictus in stat siner enckeln von minem neiffen Gotschalck vor▀ sulches gliche wol verrichten. Ihm pfall aber da min neif Gotschalck sinen swegerherrn Benedictus uberleben wurde, da sol er in de▀ stadt al▀ dan den bannerherrn de▀ steinmetzer ampt und gaffeln zur zit so fern der ein bau verstendiger were zu einem gehulfen oder einen andern erfahnen uff bewe zu einen mitgehulfen zu sich zu nemen magt haben der dan auch mit uff min▀ neiffen Gotschalcks geregtigkeit haben sol wie sin swegerher Benedictus gehatt. Soll auch de▀ druncks wein▀ und presentzs geneissen und haben, wie eitz vermelt ist.
Addendo et declarando Herman Weinsberg __
[676'] A. 1587 sin die freibuter von Wachtendung und Berk den 9. oct., ungeferlich 300 zu ross und zu fois stark, zu Sechten komen, das dorf angestochen und wol halb verbrent. Und dweil darumbtrint fast neue angenomen stiftsche kreichsknecht, Oberlender, lagen, worden dern etliche ersclagen und verjaget. Iren fendrichen mit dem fahnen samt dem pastorn und etlichen nachparn forten sie gefenklich mit sich hinweg. Werden filligt etwas weiters in sinne gehat haben, das in nit gelucket ist. Man lagt eitz dem hausman im amt Bon das bloisse folk uff den halz, name groisse steur und schatzs von in und worden darzu nit beschirmt, das erbarmlich warBd.3, S.394.
 
Von der kostregnung zu Weinsberg.
 
Anno 1587 den 10 octob. uff s. gereon▀tag morgen▀ zu 7 vren hat min broder und ich die kost und hau▀regnong ein▀ ganssen jar▀ samen gehalten al▀ von anno 1586 prima octob. bi▀ anno 1587 prima octob.. Di▀ regnong geschach zu Cronenbergh uff minem saale da mit umb de▀ anlauffens besonder saissen. Min broder hat die regnong von tag zu tag von parcel zu parceln clar uffgeschriben. Ich vertrauten im da▀ es nit wortlich uffgelesen nach gerechent wart dan di▀mal allen summarie mit den veir veirthel jar▀ umb zit zu gewinnen. Und ist gestalt in summa wie folgt.
 
Exposita und au▀gabe.
Eirstlich was durch das gansse jar in▀ gro▀ und klein teglich zum mart in▀ gemein vur speisse, dranck und ander unkosten au▀geben sin.
 
Im eirsten firdel jar▀ summagestrichelte Linie299 gl. 17 alb. 4 h..
Im zweiten firdel jar▀ summagestrichelte Linie59 gl. 6 alb. 2 h..
Im dritten firdel jar▀ summagestrichelte Linie186 gl. 8 alb. 11 h..
Im veirthn firdel jar▀ summagestrichelte Linie83 gl. 8 alb. 10 h..
 
Summa summarrumgestrichelte Linie628 gl. 17 alb. 3 h..
 
Item an broit im herbst 17 gl. 21 alb.. Item ihm winterTilgung: Glen▀; unterstricheltTilgung: herbst; durchgestrichen35 gl. 15 alb.. Item imTilgung: Sommer; unterstricheltglens 42 gl. item im sommer 29 gl. 18 alb.
Summa an geldegestrichelte Linie125 gl. 6 alb..
 
Di▀ vorg. broitzs ist gewest 4 malder herrn broidts da▀ maldergl.. Item 6 malder da▀ malder 14 gl.. Item 1 malder 3 lb. das malder 11 gl.
Facit korn▀gestrichelte Linie11 malder 3 lb..
 
Nota. Die groisse posten di▀ jar▀ al▀ an aissen, fircken, holtzs, botter, kei▀, herinck stockfischs, und we▀ de▀ mehe ist befindt sich in broders regnong per p__tes ohn noit hie anzuzeigen. Di▀ jar ist auch kein keir gebrauwen dan sunst etwa▀ gegolten und ingelacht sunst war alles zimlich dheur.
 
Summa summarum omnium expositorum.
Facitgestrichelte Linie753 gl. 23 alb. 3 h..
 
Nota da▀ aissen fel ist am aissen abgekurtzst. Und kein ai▀ ist verkaufft dweil man nit gebruwen hat. Sunst kompt der kosthaltung nit mehe zu gut al▀ vor alt fett und smaltz so verkaufft ist
Facitgestrichelte Linie3 gl. 20 alb..
 
Wan dan disse 3 gl. 20 alb. von der voriger summen abgekurtzst so bleibt noch.
 
Summagestrichelte Linie750 gl. 3 alb. 3 h.
 
[677] ferner▀ zu wissen, da▀ broder▀ gest und andere frunde di▀ jar wenigh zu im komen, doch sin sie uff geregnet uffgestrichelte Linie1,5 wegh.
 
Item broder, sin hausfrawe, Lisbetgin Horn▀, und Marie Smidtzs vur jeder 53Tilgung: 43Ż; durchgestrichenweghe
Summagestrichelte Linie213Ż weghen.
Jede weghgestrichelte Linie2 gl. 2 alb..
Facit samengestrichelte Linie444 gl. 19 alb..
 
Item vor mich, und vor Herman, macht vor jedengestrichelte Linie53 weghen.
Aber vor suster nit mehe dan vorgestrichelte Linie4Ż wegh, diewel sie da▀ leste firdel jar▀ selbst kost gehalten. So machen ire 3 firdel jar▀ wie gesagt. Also sin uff miner seithen geregnet
Summagestrichelte Linie146Ż weghn.
Jede weghgestrichelte Linie2 gl. 2 alb..
Facitgestrichelte Linie305 gl. 5 alb..
Linie
Wan dan 3 alb. 9 h. so mehe au▀geben sin so bleibts nach wie vor
Summagestrichelte Linie750 gl. 3 alb. 3 h..
 
Linie
Recepta und innam.
Folgt wa▀ minem broder gegen da▀ vorg. verlech von mir zukompt.
Zum eirsten die von wegen miner, und neif Hermans und suster Sibillengestrichelte Linie146Ż weghn.
Facitgestrichelte Linie305 gl. 5 alb..
 
Item noch kompt broder von mir zu, die pension au▀ der renth von Oede de termino remigii di▀ 87 jar▀gestrichelte Linie5 daller, jeden zu 52 alb.
Facitgestrichelte Linie10 gl. 20 alb..
 
Item noch vor 0,5 aim wein▀ so mir broder zu firnem lenge wein miner verkauffter roder wein Jacobn van Brucken gelint hat da▀ fod. zu 33 daller
Facitgestrichelte Linie5 gl. 16 alb. 16 h..
 
Item vor 8 maltziden miner gest facit 1 weg 1 tag kompt broder half zu.
Facitgestrichelte Linie1 gl. 1 alb. summa facitgestrichelte Linie322 gl. 18 alb. 6 h..
Linie
Di▀ vorg. hab ich mit nachfolgenden posten vergnoigt.
Item eirstlich ist mir broder von der lester regnong anno 86 den 10 octob. gehalten) schuldich
Facitgestrichelte Linie74 gl. 8 alb. 2 h..
 
Item noch hab ich broder au▀ dem gelde van Zulch und Margreten korn▀ gelde gethain und anno 86 den 29 novemb. zugestalt
Facitgestrichelte Linie55 gl..
 
Item anno 87 den 5 febrvarii noch broder und suster uff regnong der hau▀haltung gethain 8 dubbel ducaten au▀ dem gelde von Lobbrich.
Facitgestrichelte Linie72 gl..
 
[677'] item anno 87 den 18 aprilis 3 dubbel ducaten uff das korn der beckerschen zu sechs malder jede▀ malder vor 14 gl. gethain
Facitgestrichelte Linie27 gl..
 
Item anno 87 den 17 marcii noch broder und sustern zugestalt die pension von jonfer Reken amptfrauwen zu Monhem in stadt der 32 richtzdaller nemlich 10 dubbel hispanische ducaten
Facitgestrichelte Linie90 gl..
 
Item anno 87 den 7 augusti von Bedber▀ fharen de termino jacobi anno 86 verfallen al▀ vor min theil, vor suster Sibilln theil, vor Herman und Gotschalcks theil samen 15 richtzdaller jeden zu 11 marcken
Facitgestrichelte Linie41 gl. 6 alb..
 
Item anno 87 termino remigii hau▀zin▀ van Weinsbergh vor suster Sibille und Herman▀ antheille sin 7Ż dall. jeden zu 52 alb.
Facitgestrichelte Linie16 gl. 6 alb..
 
Item alle abendt 0,5 quart wein▀ uber dischs mit dem kochwein samen 200 quarten ist jedem zwischen broder und mir 100 quarten die q. 3 alb.
Facitgestrichelte Linie12 gl. 12 alb..
 
Summa in all facit zu gelde.
gestrichelte linie 388 gl. 8 alb. 2 h..
Linie
Defalcatis defalcandis bleibt mir broder von der regnong disses jar▀ anno 87 den 10 octob. gehalten per rest schuldich.
Facitgestrichelte Linie65 gl. 13 alb. 8 h..
Linie
Wa▀ anno 1587 den 10 octob. im vorrhade verpliben mir half zustendich.
 
Item an rintfleischsgestrichelte Linie16 stuck.
Item an speckgestrichelte Linie6 seiden.
Item an schinckengestrichelte Linie4 stuck.
Item an schaifleischs noch im saltzgestrichelte Linie4 schaiff.
Item an saltzsgestrichelte Linie3 fi. hoitz.
Item an stockfischengestrichelte Linie70 lb..
Item an botterengestrichelte Linie50 lb..
Item an schollengestrichelte Linie30 lb..
Item an hoppengestrichelte Linie46 lb..
Item an beirgestrichelte Linie2Tilgung: 9; durchgestrichenaim.
Item an kolngestrichelte Linie14 maissn.
Item an holtzgestrichelte Linievor ein jar.
 
Wa▀ ich vor besonder gest di▀ jar 87 gehat.
Item den 15. janvarii al▀ Augustin die hoener bracht 1 maltzit.
Item den 17 marcii der mir jonfer Reken gelt bracht 1 maltzit.
Item den 10 aprilis den spilluden zu gotztragt zop 2 maltziten.
Item den 13 julii Augustin von Swartzemgestrichelte Linie1 maltzit.
Item den 27 septemb. dem newen halfen van Swartzemgestrichelte Linie1 maltzit.
Item den 30 septemb. 2 man pacht van Swartzm 2 maltziten
Summa di▀ 8 maltziden machen ein wegh und einen tag, ist min halfzit da vongestrichelte Linie1 gl. 1 alb.
 
[678]
 
Nota.
Von minen 5 dallern de▀ hau▀zin▀ von Weinsberch ist di▀ jar auch nitzs ingerechentTilgung: b; durchgestrichenwie bi▀ herzu beschein fillicht da▀ ich des hau▀ mit gebrauche.
 
Item unser magt Lisbeten von den Steinen eitzs 10 octob. von besonderm minent wegen loin▀ geben 2 richtzdaller.
 
Item sustern Sibillen geben uff ireTilgung: halffscheit; unterstricheltleib renth 5 daller jeden zu 26 rad. alb. bezalt an rad. gelde, da▀ sei auch gelt hab dweil sie selbst kost helt. Die ander 5 dall. halt ich in uff unse kost regnongh, und auch dweil ich von Andernach nichtzs bekome, noch von Dormagen irenthalben.
Und sin nuhe 12 jar der medong de▀ hau▀ WeinsbergsTilgung: wi; durchgestrichenumb wie auch der gmeiner kosthaltungh, der allemechtiger schick alle sachen zum besten, im friden, gesonheit und allem wa▀ selich ist. Und danck got getrulich vor alle bi▀ her zu verlente ubertrefliche gnade wilche mir widderfarn ist.
 
Ende disser regnonghZeile unterstrichen.
 
A. 1587 den 12. oct. uff s. Maximiliani-tag, wie er im almanach angezeignet steht, sol der neu erwelte konink in Polen, Maximilianus von Oisterich, daselbst gekronet sinUnrichtig.. Man sagt aber, der adel und etliche andern im lande weren ihm zuwidder, hilten es mit des koninks broder von Sweden, den dieselben lieber zum konink hetten. Wa das war ist, mogt Maximilianus sinem symbolo, dicterio und sprichwort (Militemus) gemeis wol wirk findenBd.3, S.394da▀ er im geschickt militemrum sprechn moist. Aber ich haltzs dar vor die im sulchen spruch verordnet oder geben die werden da▀ militemus, laist un▀ kregen und streiten, nit allein mit dem swerde dan van eim andern kreich gemeint haben, da▀ die schrift sage, de▀ menschen leben uff erden ist ein stetiger kreich, widder sin sichtliche und unsigtliche fiande, widder sin boesse zuneigungen und sunden widder teuffel, helle, fleischs, und dan auch gegen sin widderwertigen und misgunner. Also wirtzs zweifel▀ ohn der koninck auch wol meinen, dieweil es mit den wapen und swert nit all au▀zurichten ist, Man sagt auch, sin ohem und swager, konink Philippus von Hispanien, sult den Polen 8 tonnen goltzs verheischn haben, wan sie in zum konink erwelten und crointen. Kan und mach wol sin, dan das haus Oisterich tragt hoichBd.3, S.394.
 
Anno 1587 den 13. octob. hat mich min steifson Wilhmus Ro▀ lic. in der Burgerstraissen zu gast gehat neben den herrn Eiflern und andern mehe, sinen swageren und gutten frunden. Ich hat wol dar vor gepitten mich zuverlaissen, wult es aber nit versagt haben, so moist ich zu im komen wie noede ichs dede. Dan dweil ich eitz nit gestalt sin vil gest zu laeden da▀ macht mich scheu bei andern zu ghain. Nuhe denck ich, er hab minent halben die gasterei nit angesclagen, so hab ich im al▀ ein mensch nit vil raum▀ kunnen benemen. Doch danck ich ihm gliche woll, kan▀ aber mit widder laden oder besetzen nit vergelten. Doch kan ich im ohn da▀ dienen oder nutzs zu foegen, da▀ wil ich gern thoin, wie ich dan bi▀ her zu stedich gethain hab.
 
A. 1587 den 13. oct. sin die verordnete herrenDie Gesandtschaft wurde am 2. Sept. beschlossen (Rpr. 38f 82 a), am 4. Sept. die Gesandten bestimmt (ib. f 83 b), die am 10. Okt. (ib. f 109 b) mit der Instruktion (Brb. 105 f 188 a) versehen wurden.eins erbarn raits zu Coln, als nemlich her Johan Hardenrait, burgermeister, jonker Johan LeisekirchnBd.3, S.394 [678'] steimmeister, und doctor Wilhelmus HaicksteinAn der Stelle des anfangs gewńhlten Dr. Schenck., syndicus, hie zu schiffe gangen zu keiserlicher majestait, dem keiser Rodolpho secundo, gen Prag in Behem und zu allen ander churfurstenDie Nebeninstruktion (Brb. 105 f 193 b) wurde fŘr Verhandlungen mit den KurfŘrsten von Trier, Mainz, Sachsen, Brandenburg, Pfalzgraf Johann Casimir und dem Bischof von WŘrzburg erteilt.zu reisen und sich wegen jonker Wilhelmen von Harfft, herrn zu Hurt, zu beclagen, das der die stat Coln under des haus Burgundie gerichtzszwank understunde zu bringen und dem hilligen rich abzustricken, im sulchs zu weren. Auch uber des fursten von Gulichs und Berge neue zolle und licentgelt im lande zu clagen, damit das beswernis nit uff Coln gelagt wurdeBd.3, S.395. Wa▀ sie aber au▀richten werden mach die zeit erleren.
 
Anno 1587 den 15 octob. hab ich in minem declarationboich fol. 132, 133 et seq. vom noitbau im hau▀ Weinsbergh zu thoin, die baufelligkeit zu verhutten und wa▀ der stadt Coln statutum von der verordnung von leib▀erben zu leib▀ erben sagt. Und von corfirmation und bestetigung der oberkeit gelesen und gedacht wie ich schoin dar uber in der 7 addion hinden dran stainde provision druber gethain hett, und auch noch vor eirst ohn noit were von der hoher oberkeit al▀ papst und keiser einige confirmation mine▀ testamentzs und insetzung mine▀ erben zu erlangen dieweil da▀ vil kosten wurde und es noch lanckwilich fallen wurde ehe es mit minem erben fillicht uff da▀ dritte leib und handt komen worde. So lai▀ ich mich doch beduncken es solt vur eirst nit unraidtsam sin bei eim erbarn rhaidt der stadt Coln umb confirmation und bestetigung anzuhalten. Wie und in we▀ namen da▀ aber geschein de▀ hat man mit flei▀ zu bedencken, sich zu berathen. Auch die herrn burgermeister rentmeister sindicos und secretarien drumb zu begrutzen und den wegh zu bereiten. Und kan sulche confirmation immer nirgen an hindern dan wirt nutz und nodich sin umb de▀ stututi willen, da▀ dem hausfatter von wegen de▀ nit zu zeiten ingeredt werde. Drumb will ich ein klein supplication untwerfen und her setzen uffs kurtzst, die hetten al▀ dan der hausfatter und executorn zu lengen zu kurtzen zu besseren nach aller noitturft.
 
Wie folgt.
Hoichachtpare edle erentfeste hoichgeleirte vorsigtige weise g. l. herrn. Wir kunnen e. g. gutter wolmeinong nit verhalten wie da▀ wilant der erentfester und hoichgelerter Herman von Weinsberg licentiat der rechten und e. g. mit rhaidtzburger sin testament und lesten willen vor vil jarn uffgericht und in▀ scheffen schrein zu rechter zit gelacht dar in er einen sin▀ gebloidts von sinem fatter und motter untsprossen von grade zu grade zu erweln zum lesten zu, und in mangel der allen einen licentaten der rechten in Coln promoveirt zum erben ingesatzst und hausfatter zu Weinsbergh genant. Und gewolt da▀ derselb wegen sulchen sine▀ amptzs alle seine gutter haben und besitzen und besonder sin▀ fatter▀ hau▀ Weinsbergh in Coln sampt sinen anrorende und zugehoerende heusser in Coln bewonnen und in guttem noitbau halten und die baufelligkeit dar an verhutten sulte. Nuhe wissen mir un▀ zu berichten da▀ e. g. statutum und stattrecht umb verhuttungh der baufelligkeit mitprengen da▀ neman▀ sin testament in Coln machen oder einige erbgutter hin geben und besetzen mach von leib▀erben zu leib▀erben zu ersterben ferner▀ dan bi▀ uff die dritte handt. Sunst sulte sulche insetzung gift und besetz nit bestendich [679] sin, dieweil dan in gerurtem testament die principal ursach nemlich die baufelligkeit verhut ist, und e. g. mit uffsener gemacht sin mit angefenckter bedruwung und prenen da▀ der noitbau wircklich geschein sol und nit underlaissen werden, au▀ das dan under sulchem schein da▀ statuti etwa▀ zu taddeln verursagt werde.
Demnach gelangt an e. g. unse deinstlich fleissich pitt und begern dieselben willen ire authoriteit und decreit interponern, und obgerurt testament confirmern und bestetigen auch ercleren da▀ gemelt statut dem lesten willen unhinderlich sin sulle, da▀ e. g. auch ein fleissich uffsehen▀ haben wulle wie der testator begert da▀ der noitbawe befordert und geschehe und die baufelligkeit verhutte werde, dar an dhoin e. g. ein gut loblich wirck und stait un▀ deinstlich und fleissich zu verschulden e. g. zuversigtlich antwort begernde.
E. g. deinstwillige getrewe.
N. hausfatter, n. n. n. n. executorn zur zit zu Weinsbergh.
 
Wa dan die supplicanten (wie ich verhoff) die confirmation von eim rhade erlangen werden, so will nodich sin da▀ man von sulchem decreto und registration mit tag und dato einen besiegelten und subscriberten schein erfordere, zu sich neme, und in de▀ hau▀ Weinsbergh verwarsamheit lage auch copie da von in▀ copienboich bringe, damit man sich ein▀ rhaidtzs wissen willen und authoriteit hab zu gebrauchen. Darnach dan der hausfatter, executorn und baumeister mit ernst und flei▀ den noitbawe vollenbrengen und alle hau▀gnoissen sullen macht haben samen und besonder druff zu sehen da▀ er geschehe und nit versaumpt werdeverzierter Punkt.
 
Anno 1587 den 16 octob. hab mir einen aissen vor 33 daller jeden zu 52 alb. lichtzs gelts gehatt. Und sin 460 lb. am gewigt dran befonden.
Dissen herbst bei kreichszeiten und verstorunge in Hollant und Freislant sin, widder alle hoffnong des folks, mehe aissen uff den mart zu Coln komen, dan in vil herbsten und jarn druff gewesen, auch sin seir vil pol(n)ische aissen, davon man nit vil plach zu hoeren, (komen). Und hinderten heiran nit, wie vil licentgelder der furst von Gulich im lande Berge, Cleif und Mark darvon untfinge, das ungewontlich neu zoll war. Es machte auch, das sie nit in Brabant vertriben wordenBd.3, S.395.
 
Anno 1587 den 16 octob. hab ich uff beger miner sustern vor iren sohn Gotschalck Ordenbach zu Anthon Herwegh zum grasputzs uff den Heumart gangen und mit im gesprochn eine▀ heilichs halber zwischen gemeltem minem neiffen Gotschalck und Herwegh nicht n. von zweiffel die bei im ein weil zitzs im hau▀ gewesen wilcher heilich durch einen Jacob Groinheufft ankomen wa▀ und so weit in▀ wirck gestalt da▀ sich die jonge lude samen gesehen gesprochen hatten. Herwech wiste von irer beikompst, wiste aber nit wie die jonfer so eitz bei irer motter zu Luckrade hinder Dutz gelegen were gesinnet. Wult aber der sachen zu gut selber sich zur motter und dochtern verfoegen und mit in dar au▀ sprechen, wie er dan auch folgen▀ gethain hat und den bescheidt bekomen sie wulte mit iren beiden eidomen im lande BergeTilgung: h; durchgestrichenwonhaftich sprechen auch vernemen wie es mit irer ander unbestatter dochter [679'] die elter were ein meinong het ob die lenger unbestat wult pliben sitzen, da bei ist es vor eirst pliben. Nu gunte ich miner suster wol da▀ sie ire kinder wol underbrecht da▀ sie broit mit got und erhen kunten essen. Aber es gehet langsam und sweirlich zu, da▀ leide thoit. Ich bin de▀ vermogens auch nit da▀ ichs bessern. Ich bitt got da▀ er zur walfart und seligkeit schicken will.
 
Anno 1587 den 18. octob. ist min 91 fhanenwagt uff s. Severin▀portz gefallen. Ich bin selbst mit uffgezogen wiewol es mir swerlich fiele. Hab kertzen in die lucht vor die ronden verschaft. Auch nit mehe dan 18 heller zum wein contribueirt, so vil absentes hatten mir der jeder zwa maissen wein▀ bezaln moisten.
 
A. 1587 den 19. oct. starb N. Stapedius, der medicin doctor zum Rotstock vor den AugustinernBd.3, S.395wilch hau▀ er vor wenich jaren gekaufft und wart zu Augustinern in die kirch begraben, Disser war ein colnisch aptekers sohn, hat sich vil jar in Frankrich verhalten, dar er practiseret und grois gelt erobert, das er in Coln uber tusent ggl. jairlicher renten gegolten. Und als sich diss jar aus Frankrich mit weib und kinder her uff Coln begeben und sich hie nedergesclagen und practiseirt, ist er gelich krank worden, wenich tage gelegen und gestorben, sins alters ungeferlich von 56 jarn. Der riche apteker Fredericus Stapedius an Mirwilre orde war sin broderBd.3, S.395.
 
Anno 1587 den 20 octob. starb N. Hau▀ von Venloe der rechten licentiat furstlicher gulischer rhaidt in der stadt Dusseldorf sin▀ alter▀ ungef. 50 jaren. Disser war ein gelerther beredter wol maneirter man. Hat ein colnische dochter Gilli▀ Eifler▀ zur ehe, wonten zu Venloe da er dem koninck von Hispanien deinte. Und wie Venloe von den Staten ingenomen wart, moist er wichen dieweil er burgermeister daselbst war und catholisch pleiben wolte. Quam her zu Coln wonen. Wart uffs lest gulischer rhaidt. Erlebte noch da▀ Venloe von dem hertzogen von Parma erobert wart und er widder zu sinem hau▀ und erbguttern de▀ ortzs quam.
 
Anno 1587 den 21 octob. ist unse alte magt Lisbet van den Steinen unse nicht von un▀ komen und sich uff ein camer zu s. Revilien gegeben. Clagte sie were alt hett ein boi▀ bein, kunte nit mehe sware arbeit thoin wie vormal▀, hat wol drissich jar bei minem broder Gotschalck zum Kluppel uff der Hoeportzn gewont, da zwischn sie wol etwa▀ uff gelagt und zu s. Jacob an jarrenth belagt hatt. Het gern ir▀ gefallen▀ geheiligt aber da▀ war nit also wie sie es begerte in▀ wirck zu stellen. Min broder und suster hetten ir auch gern zu allen hilgen oder sunst in ein gut conuent geholfen da sei forthel gehatt, aber da▀ wult auch nit glucken. Sie wulte auch zu Weinsbergh nit lange pliben, also ist sie eitz zu s. Revilien und deint doch andern lude mit dem sie da▀ hau▀ verwart oder wa▀ arbeit, da▀ sie wol wirt umb were und frei vur sich selbst leben. Sol wol bei 50 jar alt sin, ist from und getrewe.
 
Anno 1587 den 22 octob. ist unse neuwe magt Eva von Gusten bei Gulch burtich so vor hin gemedet war zu un▀ in deinst zu Weinsbergh komen. Hat vor hin bin Gulch gedeint, wie auch ein jar ungef. in Coln. War groff von leibe und arbeitsam, ire elter mogen alte sclechte hau▀lude zu Gusten sin. Di▀ vom gesinde zeignen ich hie mit an, were wol nit nodich, doch moi▀ ich allerlei hie ruren und schriben.
 
[680] A. 1587 den 23. oct. umb Severini hab ich gesehen, das die (lude) ire sclapmutzger umb der kelte des wints widder uff die heubter begunten zu setzen und zu gebrauchen. Und hab gedacht, wie diss habit vor veirzich jaren nit im gebrauch gewesen, dan ungefer umb die zit eirst uffkomen were. Darumb mois ich hie anzeigen, wie sie gestalt gewesen, ob fillicht die widder abgeschafft wurden. Sie sin kleine umb das heubt gedichte hauben, wie sclaifmutzen, gewest, mit zipger oder lepger uber die oren, und von flaweil, samitt, taft, worsten gemacht, darnach die lude rich oder gering waren. Und man satzst die bonetten oder hoede druff. Also wan man emans ehre wult beweisen oder in der kirchen ware, so nam man die ober bonet, mutz oder hoit ab und leis die sclapmutze uff dem heubt umb der kelte willen pleiben, daher sie den namen Bleif-uff bequamenBd.3, S.396. Und ist vor die alten und kaelen ein seir nutzliche tragt gewest, die seir bei geistlichen und weltlichen gemein ist. Im somer satzsten die kalen und aloperii gestrickte siden sclapmutzen uff, damit sie ir calvicium verburgenBd.3, S.396so vil hab ich kurtzlich von den sclapmutzen willen vermelden bei den vor eltern ein unkundige dragt oder habit de▀ heubts wie da▀ folck neufindich in den kleideren de▀ gantzen leib▀ sin und die oft verandern und in einem lande nit wie in der andern tragen.
 
Anno 1597 den 23 octob. ist Peter Castenholtz burger zu Reimbach zu mir komen und die 2 goltgulden jarlicher renthen, wilche wilant Berndt Luchelgin den armen zu Reimbach in sinem testament besatzst gefordert. So hab ich ihm bezalt 2 goltgl. de pvo tessumptionis mariæ anni 86 jeden zu 26 rader alb.. Item noch 2 goltgl. der termino assump. mariæ anni 87 jeden zu 26 rad. alb.. Von wilchen beiden pensionen er mir under siner handt ein quitancz geben hat in namen Johan Bewel▀ eitzigen hastutail▀ meister▀ daselbst, under obg. dar. Er Peter hat wol gefordert enkel goltgl. aber ich hab ihm den bericht gethain die 5 goltgl. loi▀ gelds von Meckenhem dar vor die 2 goltgl. gekaufft weren in Coln nit hoher angelacht dan zu 26 rad. alb. vor den goltgl., so hat er▀ laissen also passern.
Di▀mall hab ich bemeltem Peter Castenholtzs den verheischenen undwerfertigen schein oder verschribung von gereurten 2 goltgl. fharrenthen ihn Coln wilche bi▀ herzu lange bei mir stil gelegen gen Reimbach zu blomgen zu gestalt. Wa▀ aber der inhalt sulchen schein▀ und verschribung sei wirt man wortlich in minem copienboich fol.freigelassene LŘckefinden darnach hat man sich zu halten. Ich hab bemeltem Peter auch ein missive oder berichtzs an die herrn scheffen und rhaidt zu Reimbach mit geben, dar in wir mit vermelt, da▀ sie mir und minen erben al▀ executoren wilant Berhartn Luchelgin▀ und siner dochter Marien testamenten einen gegen schein wulten zustellen und geben wanne und wie sie die spende wulten halten, dan mir moisten ein uffsigt uff die spende haben da▀ die 2 goltgl. jeder zu 26 rad. alb. jarligs verspendt wurden, wie un▀ oblige dar uff fleissich zu sehen. Sunst wurden mir 2 zwein vorg. goltgl. verursagt werden anzuhalten so lang bi▀ un▀ sulcher schein zugestalt wurde.
 
[680'] Anno 1587 den 23 octob. ist Wilhelmus Castenholtz stadtschriber zu Lyn▀ auch zu mir komen. Dem hab ich verzalt wa▀ ich mit Peter Castenholtzs gehandlet wie neigst hie vor angezeignet steit. Auch hat mir Wilhelmus gesagt, er het von der gemein zu Odendorp zwein termin zu behoif wilant Marien Luchelgin▀ testament untfangen nemlich 5 goltgl. de termino prima maii anno 85, item noch 5 goltgl. de termino primo maii anni 85, und wult die halfschit an sin swegersche Elsgin van Blaitzhem wenden. Vur die ander halfschit sult ich Elsgin 2,5 goltgl. fharen uff dem hui▀ vor den klein s. Mertin halten buten▀ gewei▀ und mich selbst bezaln vermoge unser abreden von wegen sulcher butung.
 
A. 1587 den 26. oct.Vgl. Wenzelburger II S. 617.sin zu Leiden in Hollant drei heubtlude, die nach innemung der Scluissen in Flandern mit etlichem kreichsfolk dahin und zu Delft ankomen, als sulten sie irer religion der ort sicherer sin, mit urtel und recht zum doit mit dem swerde gericht und ire lichnam begraben, genent Jacob Volmar, geboren zu Loon in Flandern, dess (heubt) uff die Tolporzs gesatzst, item Cosmo de PisarengiisPescarengis.aus Piemont, dess heubt uff der stat bolwerk gesatzst, item Niclas de Maulde, der mit dem heubt begraben wart. Disse drei hatten einen anhank bekomen und einen ansclag gemacht, einer sult urlob vom rade nemen, mit sinem folk aus der stat zu zehen, und im anzoge langs das rathaus sult er das innemen und die herrn fangen, der ander sult ein statporz innemen und den dritten mit sinem kreichsfolk inlaissen und sich also der stat Leiden megtich machn, daraus dan groisse bloitz(s)turzung und jamer gefol(g)t sult sin. Aber es mach durch gutte burger auskomen sin, das innen der ansclag miss(g)lucket und sie ire verdeinte straff untfangen haben. Zu wess behoif aber die stat ingenomen sult sin worden, ist nit kundich. Die urtelssprecher werden das halbar halten. Ein weil zit vor dissem geschicht wart gesagt, es stunde druff, das fride tuschen dem von Parma und Hollandern getroffen sult werden. So ist ein getruckte zeitung ausgangen, darin stunde, wie sich der engels gubernator, graff zu Licester, vor zwei oder drei monaten mit den nederlendischn confedereirten Staten etwas geirret. Wie ich finde, aus dreien principaln ursachen, ein von des Licesters autoriteit, daruber sich die Staten aller ehren, deinst und gehorsam erkleirt, zum andern wegen der contribution, damit das kreichsfolk nit unlustich wurde und etwas nachteiligsch anrichte, darauf sich die Staten untschuldigten, die contribution were sweirlich vom folk zu prengen, zum dritten, das die Staten der koninkinnen van Engelant ir antwort verzogen, ob sie leiten mogten, das sie zwischn dem von Parma und Staten zum friden handlen mogte, dan die koningin verwisse im, Licester, sinen unfleis und wer nit wol zufriden, das der von Parma von ir der underhandlung halben keinen bescheit krige. Und wie der Licester nit zur entschaft mogt geratn, hat er zu den Staten geschriben, er wiste nuhe uff kein anwort lenger zu warten und ist nach Flessingen in Selant gezogen,Bd.3, S.396wa▀ disser irthumb vor ein meinong hab kan ich nit verstain. Ob er ernst oder [681] nit ernst sei. Groisser herrn breif sin duister zu lesen, wa es ernst sie da▀ die hollender mit der koninckinnen und loester in ungnaden erwassen so wie es ein sorglicher handel mit in sin. Hat es aber etwa▀ ander▀ uff im, da▀ mach zu siner zit an den tag komen. Einmail wirt war sin da▀ der uffrorisch ausclag uff Leiden gemacht und die uffrorer gericht sin. das sich graff Mauritz von Nassau, prinz zu Uranien, auch gubernatorn in Hollant geschriben und ein pardon gemacht, darin er den burgern zu Leiden, wilche mit im ansclach aus einfeltigkeit gewesen, ire ubertrettung quit gesclagen, ausserhalb etlichen, die benant sin, und in zweien benenten conventiculis gewesenBd.3, S.397. Es macht aber ein seir groi▀ bedencken, da▀ under sulcher fridwerbung der ansclag uff Leiden die stadt gemacht ist wilchs mittel in Hollandt wol gelegen ist, dar au▀ gan▀ Hollandt zu uberfallen were. Der liebe fride were wol zu wunschen. Aber jeder besorgt sich de▀ argsten.
 
A. 1587 den 31. oct. sin die freibuter von Wachtendonk ins felt bei Widdich komen und auf jenseide Wesselink 200 aissen angetroffen, die von dem mart zu Coln da uffwartzs gedriben worden, und dem churfursten von Coln zum teil, dem churfursten von Treir zum teil, den burgern zu Coblens und vil andern zugehorten. Dieselben haben sie angefertigt, bei 24 soldaten und steuer, die darbei waren, erschossen und die aissen alle darvon getriben, dan sie zimlich stark zu ross und zu foess waren. Auch ist schiffer Johan von Mirckenich mit sinem schiff uffwartzs bei Wesselink komen faren, darnach haben sie geschossen und in ans lant willen dringen. Er stalt sich an, als wult er anfaren, heif doch alsbalde die leine ab und foir darvon bis zu Rodenkirchen in die weiden, das er salveirt wart. Man sagt, er het vil geltzs im schiff gehat, darmit man etliche ruter, so in Frankrich gezogen, bezalt sult haben. Die aissen haben sie ungeletzst bis zu Wachtendonk und Berk getriben und die ort damit gespeistBd.3, S.397.
 
Anno 1587 den 1 novemb. sontag omnium sanctorum ist die erbmemoria unser lieber eltern Christian von Weinsbergh und Sophien Cort eheluthen gehalten worden. Ire kinder und enckeln, ich Herman, min broder Gotschalck und sin husfrawe Elisabeth Horn▀, min suster Marie widwe Ordenbachs mit irem sohn Gotschalck, min neif Reinhardt van Dutz und Tringin Minawe elude, min neif Herman van Weinsbergh der mit zur taflen deint, min neif Gotschalck van Weinsberch und Margret van Swelme elude, sin zu 3 vren in die vesper und vigilien zu frauwen Brodern miner eltern graf in s. Josephs capellen (dar uff ein groisse wax▀kertzs gestanden) viseteirt und ir gebet gethain. Darnach den herren die graber durch die kirch, umbganck, choir weihende gefolgt. Und al▀ da▀ zu Carmeliten verricht war, sin sei samen zu Weinsbergh in▀ hau▀ gangen, daselbst sich balde darnach zu disch in die camer gesatzst hartfleischs, groinfleischs, gebrait, kei▀ botter eppel birren nu▀ casteien gessen und firn wein gedroncken, dan di▀ jar noch kein dranckbar newe wein war. Und nach uffhebung da▀ di▀ gracigs und ein pater nr. vor die stifter, und alle ander frunde gepitten irer im besten gedacht und frolich gewest. Nuhe wa▀ die pacht vom Schandert in 2 oder 3 jaren nit bezalt umb de▀ kreichs willen zu Nuy▀. Aber glichewol wolt min broder [681'] und ich unsre elter gedechtni▀ und der erbgenamen ergetzung nit willen zu ruck stellen. Es mach uff ein andermal etwa▀ inkomen. Min broder und ich kunnen es so genawe nit machen.
 
Anno 1587 den 2 novemb. alle selen tag, al▀ ich miner elter garf zu Carmeliten in der kirchen besugt, lei▀ mich der prior uff den mittag zu gastladen. Ich sagt zum custer ich verneme kein in der kirchen die da plegen zu sin, so durft er minenthalben kein kosten anwenden. Er sagt, es wurden noch andern mehe komen, so ginck ich und min broder dahin verzerten mallich ein ratzeichn. Und quamen auch da hin au▀ der nachparschaft Herman Ordenbach weinzepper, Henrich Brun gla▀worter, Daem Nettelhem zimmerman, und ein doichscherer die sunst nit da plagen zu sin, also da▀ sulch andacht deren die ire frunde da ligen haben, und vor vil jarn uff tag gehalten ist, eitz vergencklich wirt.
 
Anno 1587 den 2, 3, 4 novemb. hab ich min roit truben in der Aichterstraissen abthoin lesen der gar wenich, und ungestalt klein, dan es fast ein seir spade herbst ware. Vor hin den 26 octob. hat ich angefanen etwa▀ zu sondern und in der budden stain. Dweil es aber widder bestunde zu regenen lei▀ ich da▀ uberich bi▀ eitzs an den stocken pliben und al▀ es gekeltert war es in 4 fe▀lin samen nit uber 1,5 aim sclechten wein▀. Die weisse truben pliben wol 14 tag darnach an den stocken stain, und al▀ ich sei den 18. novemb. lei▀ ablesen gaben sie 10 quarten ungefher saur▀ wein▀. Nemans hat noch di▀ jar den zehnden gesonnen.
 
Anno 1587 den 5 novemb. ist min 92 fhanenwagt uff s. Severin▀ portz gefallen. Dar bin ich selbst personlich nit erscheinen, dan ich nit wol fertich war, wie mich da▀ corpus bei her Caspar Kannegeisser burgermister und corneln der dieselb noch die gemein ronde hilt untschuldigte drumb da▀ ich fast alt were. Ich gab doch dem corpus vor min boi▀ 2 quarten wein▀ 15 alb. zum besten, und bestalt die lucht mit dem kertzen da hin. Ich gedacht auch wie ich mich bei eim rhade der wagt magt ab thoin und untschuldigen.
 
Anno 1587 den 7 novemb. bin ich zu jonfer Cathrinen Flecken hui▀ uff s. Johan▀strai▀ neben doctor Glassers hui▀ wonhaft gangen und fragen laissen. Of sei vor iren broder joncker Henrich Schall von Bel zu Swadorf die 2 hoener 2 schillinck pacht den mir im zu Mertin▀haiffen bei Dormagen sulten liebern wult annemen und im zustellen. Sei untbout mit der deinstjonfer her au▀. Iha sie wult sie annemen und irem broder zustellen wurde eirst tags zu ihn komen. Derhalb ist min broder mit siner magt Lisbet von den Steinen dissen selben 7 tag war saterstag mit den zwen hoener und zwien sez. in der vorg. jonfer hui▀ gangen und dieselb da hin geliebert dar uff den folgenden 8 novemb. war der sontag voir s. mertin▀ tag da▀ man sei zu Mertin▀haiffen uff den hof sult bestalt haben. Aber dweil umb de▀ kreichs willen da neman▀ war und kein hofgericht gehalten wart, hat man den pacht zu behoif de▀ jonckern siner sustern geliebert, wilche si ihm zustellen wult; dan die zwei vorige jare hat min [682] broder die 2 hoener und 2 lb. bei m. Peter van Crefeldt schroder uff der Breiderstraissen de▀ jonckern wirdt geliebert, die im m. Peter sin frawe verstorben und er blindt wart und uff Crevelt verreist, hat man auch die hoener und schillingen uff s. Johan▀stra▀ bracht.
 
Anno 1587 den 8 novemb. uff sontag zu 8 vren am morgen ist da▀ kindt Reinhardus von Weinsbergh eliger sohn Petern von Weinsberch kertzemecher▀ und Annen von Gusten im hau▀ zur Gotzgnaden bei der Drachenportzen geborn. Und uber 14 tag darnach den 22 novemb. sant cecilientag zu s. Johan am haif gedeufft. Die patten waren Reinhart van Dutz von dem da▀ kindt den namen Reinhart hat, der ander pat heisch Ulrich war ein kertzemecher. Die gode war Margret van Swelme ehefrawe Gotschalcks von Weinsberg zur Truben an der Hoeportzen. Ich bin mit anderen frunden uff dem kintauff frolich gewest. Und ist di▀ kindt agnatus secundarius de▀ hau▀ Weinsbergh dar vor ich es halte.
 
Anno 1587 den 10 novemb. s. mertin▀ abendt hab ich herrn Anthonio Imendorf scholasteren s. Georgen ein rhaitzeichen vor sinen mertin mit minem neiffen und diener Herman in sin hau▀ uff sant Jurri▀cloister im Wynckel (da er wonte) geschickt, und ihm untpotten, off er sich de▀ schickens wol sult erwondern, so sult er▀ doch annemen. Wan ich ihm uff der straissen begegnen wurde wult ich im die ursach anzeigen. Also nam er▀ an. Da mir dan samen in gespreich wurden komen, will ich im anzeigen und pitten, er sult sulch geringes nit versmehen. Ich wult sin frundt und deinstwilliger sin, und ich im etwa▀ befillen wurde nach minem dhoitlichen abganck zuverrichten, da▀ er des doch ohn sinen schaden zu thoin unbesweirt wult sin etc.. Die ursach aber war, dweil ich dissen herrn Anthonius in stadt herrn Johan Imbs von Virschen als seniorem canonicus s. Georgii in die zal mine▀ testamentzs executorn gesatzst, und dar vor gebraucht sult werden, schickt ich ihm eitzs di▀ rhaitzeichen vor ein klein fruntlich anmachen. Er mogt fillicht wan ich abgestorben were de▀ gedencken und deste balder da▀ best thoin, insonderheit dweil her Johan Nuwenhaiffen senior canonicorum und Gerhart Lutzekirchen kirchmeister (die ich noch bei der executorschaft pliben lais▀) fast alt und unvermogen werden, da▀ er dan neben dem hern pastoir s. Jacob und doctorn Martin Crudenern auch minen executorn meinem broder Gotschalckn oder dem hausfatter zur zit zu Weinsberch minem universaln erben beiredich wult sin und min testament trulich helfen exequern. Dan ich sehen dissen herrn Anthonius de▀ verstandts geschicklicheit und fromheit also an, das ich im sulchs ampt wol darf vertrauwen, verhof und pitt auch er wil ein getreuwer fleissiger executor mine▀ testamenti sin und dem etwa▀ nachdencken.
Ich hab auch dissn s. mertin▀ abendt Engin Weinsbergh mottern in der Reimersgassen conuent ein rhaitzeichen, und der weckn von 3 mr. zu mertin geschickt. Noch frawen Catharinen von Memmingen zum Korf ein raitzeichen zum Mertin geschickt. Item den abendt am dischs ein raitzeichn verdroncken, dar hin min suster Sibilla und Tringin broder Christian▀ frawe zu un▀ quamen.
 
[682'] Anno 1587 den 11 novemb. uff martini hat mir min pachter de▀ Wolfguts zu Swartzem mit sinem sohn Reinhart untpotten, es were in der kirchen au▀geroiffen, newe contribution und schatzung zubezalen. So hab ich weiter unrawe zu verhutten dissem sohn 9 gulden 9 alb. currents mitgeben dem jonckern Wilhem Goltstein zu uberlieben, der uff sinem hau▀ zu Mugenhusen boich dar von hilte. Und hat mir der fatter Reinhart Jaspar folgen▀ gesagt da▀ gelt sie zu recht komen. Sehet so hab ich alle▀ vil an di▀ contribution gelagt. Gebe da▀ es wol angelacht mogs werden zu erhaltung friden▀ im lande. Man mach es oben zum andern regnen.
 
Anno 1587 den 12. novemb. hab gedacht an so vil cloister und gotzhuisser die unse voreltern hin und widder in den landen vor die stedte gelagt haben und nit dar in. Warumb da▀ beschein sei, und war umb dieselben von so vil jaren vur den stedten in guttem wesen sin pliben stain, und eitz nit. Vor eirst bedunckt mich sin die cloister nit alle in die stede dan dar vor in▀ feldt gelacht, dweil vil stedte klein und enge sin, und vill huisser und gebewes von alters innen gehabt da▀ man nit so wol und bequeimlich groisse platz dar innen hat mogen haben die huisser der burger drin auch zu gelten und platz zu machen sult zu vil gekost haben. Derhalb wirt man sei seir in▀ felt vor die stedte gelagt haben da groisser weiter raum zu bekomen gewest ist vur umbgenge bongarten, steinwegen, infarten weingarten, bauhoiffe und we▀ de▀ mehe mach sin, al▀ weisen weiden benden weier und mullen. In groisse stette aber hat man cloister be▀ kunnen brengen. Vur veir oder funfhondert jaren haben die stifte und cloister s. Severin s. Panthaleon, s. Apostoln, s. Georgen, s. Mertin s. Gereon, s. revilien, s. Cunibertz, s. pudell__ s. Marien ad gradus, buissen der alter stadt Coln gelegen und sin folgen▀ durch die weite neuwe maur und neuwe stadt graben dar in gezogen und sin noch fast mehe cloister zwischn die neuwe und alte stadtmaur gebaut al▀ der Carthuser Carmeliter, Johanniter Prediger s. Catharinen, Seien, s. Bonifacius, s. Reinoldt s. Apren, s. Maximien, herrn Lichnam, Machabeer cloistere ohn die kirspel▀kirchn conuenten clusen capellen. Wa▀ in der alter stadt ligen da von sage ich hie nitt. Es sullen von alter▀ die cloister▀ lude im felde, buschen bergen wiltnissen mehe andacht gehat haben, dieweil sei vonn den burgern ein abgesondert leben mogten foeren und gott dienen.TrennzeichenWar umb sei aber buissen den stetten im felde so vil jaren iha etlichs hondert jaren unverstoret sin pliben stain und nehe dar zwischen verhergt, verbrant, abgebrochen, verstoret, geplondert sin worden. Wie zu disser eitziger boisser kreichs zeit, nit allein baussen im felde, dan auch in den steden, da▀Tilgung: nicht lesbar; durchgestrichenmoi▀ man besehen wie es da mit ein gestalt hab. Mich bedunckt der groisse irthumb in religion▀ sachen disser zit vernemlich sin die principel vr [683] sachen, dan meher theils in der christenheit. Ihn vil koninckrichn und landen sin groisse ketzereien ingerissen al▀ in Dutzschlandt, Franckrich, Engellant Schotlandt, Denmarck, Sweden, Polen, Behem dar in die religion seir stoissich ist und groisse partheilichheit und uffroren drau▀ untstaint, daher jeder sin hoicheit soicht, da▀ sinne, vermeren wil, sinen moet koelen, sinnen schaden erholen sin ungluck urechen und dar dan die krege fallen da werden die gotzhuisser und cloister verbrant und verstort mehe vor den stedten dan dar in, dweil da▀ boese untugent folck die au▀legenen balder beschedigen kan, etliche fursten und stette brechen die neigste cloister vor den statmuren ab, da▀ der viandt sich dar in nit belegern soll und die stadt beschedigen. Also sint vor hondert jaren zwei jonfern cloister vor Coln Weier und Mechtere im grunde abgebrochen sampt etlichn kirspel▀kirchn und dorfern. Also ist nevlich da▀ benedictiner cloister zu Dutz verbrant und abgebrochen, nit lange dabefoir da▀ overcloister vor der stadt Nuy▀, da▀ adelich stift Deitkirchen vor der stadt Bon. Und uff andern orthern mehe, und lai▀ mich nit beduncken da▀ sie vur den stetten lichtlich werden uffgebaut werden werdensicdan sich balder in die stette begeben nachdem sie dar buisse zu vill schadens erleiden. Sie haben wol vil forthel▀ in den felden aber vil uberfhal▀ dar gegen. Die cloister haben wol vor einem, zwei, drei, veir hondert jaren und lenger reuwich von den stedten gestanden wie dern noch vil stehet. Aber es ist ja religion▀ sachn in den langen jarn auch sulcher groissen zwespalt in der religion durchau▀ in den landen gewest wie eitz. Und wa kein ander rhaidt fonden wirt oder general religion▀ fride getroffen, hab ich sorg alle cloister und gotzhuisser besonder vor den stetten werden vergain, wie eitz scheir gein oder gar wenich cloister umb Coln oder in den Nederlanden im alten floir staint. Die catholische romische religion hat vil hondert floreirt und prospereirt bi▀ vur anderhalb hondert jaren do Johannes Hu▀ zu Prag in Boehem in der religion etwa▀ neuwer angericht do eirst am meisten die cloister verstoret sint. Und nohe in miner zit bin se▀zich jarn durch die leer Martini Lutheri und andern dar durch vil cloister in Saxen, Hessen und ander landen zu boddem gangen und die inkompsten zu anderm brauch gewant sin, wie es in meiner zit in Franckrich Engelant und andern lande zugangen ist, da▀ cloister zu nit sin worden. Wanne sol▀ sin ende nemen?
 
Anno 1587 den 15 novemb. ist Caspar Broich ein alt fasbender zu Augustinern im cloister (da er die kost sin lebtag gegeolten gehelich gestorben und dar begraben worden. Disser wa▀ in einen unwillen mit dem prior und conuent daselbst gerathen, da▀ er clagte man geve im nit sat zu essen wie im verheischn were oder fillicht lebte er innen zu lange, oder wult in da▀ uberich er am sparpfenninck hatte nit zu stellen. Und al▀ er verstanden da▀ die kirch s. Jacob leibrent verschribe und der leibzugter dhoit nit begerte dweil keiner privaten nutz dar van hette da▀ es die leibzugter hillicher genussen dan der kirchen armen oder diener dweil es von leibzugter her queim. Derhalb hat er vor hondert daler jarlicher leibzugt zu sant al▀ _ daler vom hondert gegeolten. Di▀ hondert daller haben die [683'] kirchmeister s. Jacob al▀ balt widder im schrein, zu sant Severin angelacht und noch 20 daller dar zu gethain dar vor sie 6 daller erbrenthen und fharen gegolten. Aber der gut man ist al▀ balde im eirsten halben jar verstorben, da▀ er nehe heller pension bekomen. Und hat die kirch also die 5 daller erffharen frei gewonnen. Also prospereit un▀ bedthau▀ und kirspelgin auch etwa▀ dar zwischen groisse stiften und cloister zu ruck ghaint.
 
A. 1587 den 15. novembris ist der neue romischer legatusOttavio Mirto Frangipani. Am 8. Sept. (Rpr. 38 f 86 b) wurde seine Ankunft in K÷ln erwartet. Am 14. Okt. (ib. f 114 a) wurden auf seinen Wunsch Deputierte zur Verhandlung abgeordnet., des vorigen legati bischofn Vercellensis nachfolger, so in der probsteien Cuniberti lach, umb diss zit zu Bon bei erzbischof Ernesto von Beiern gewest und sin churf. gn., wie man sagt, visiteirt und reformeirt. Wie sich auch der legat bei den verordneten eins raits der stat Colnib. f 116 a, Okt. 23: ,das ehr bevelch habe, die geistlicheit zu reformiren a capite usque ad pedes, item die sectarios und dern begreffnis, item schulmeistere, universitet und deren reformation'. Die Berichte Frangipanis sind leider noch nicht im Druck erschienen.vorhin vernemen laissen, das er das domcapittel und cleresy visitern und reformern (sult), wult auch vom heubt eirst anfangen, dan das gerucht hat lang zit gangen, der churfurst hett sich mit eins edelmans im fest von Recklinkhusen dochter angelagt, damit er ein kint gezilt, und mogt dieselb wol treuwen, wie er sich vorhin auch mit einer colnischer erlicher dochter und anderen mehe jonfern angelagt hett, die er eitz leis verpliben. Umb disser ursachen und mehe ander ursachen mach die reformation angestalt sin. Und ist der churfurst zu Bon aus der canzeleien mit sinem hoffadel und gesinde aus demoit in des legaten herberge in die stat Bon gangen und bei drei stunden bei im pliben. Darnach habe der churfurst den legaten zu hoff uff die canzlei geladen und erlich tracteirt. Was da eigentlich verhandlet ist, weis ich nit, aber folgens wart gesagt, der legat kunt sich nit gnoigsam von des churfursten verstande, geschicklicheit und weisheit verwondern. Nach dissem nit lang ist der churfurst von Bon zu schiff langs Coln gefaren und hat sich balde ins stift Lutgin confaugern laissen, da ers dan eitz erheltBd.3, S.398.
 
Anno 1587 den 15. novemb. hat min alter gesel Gerhardt Lutzekirchen kannegeisser sin krentzgin der kirchmeister und achten s. Jacob in sine▀ son▀ Mertin▀ hau▀ am Maltzbuchel gehalten. Dan sin hau▀ uff dem Weidtmart gegen Gulch uber war, ungestiffelt und er hat kein hausfrawe war zu alt da▀ er sich ubel behelfen kunth, ich bin mit den andern zu 4 vren nachmittage da erschinen und sin frolich gewest. Und er hat doctor Crudener zum Hirtz da▀ krentzgin zugepracht. Di▀ ist nuhe ein nachparliche beikompst under den zwelfen allein dar unden es umbgehet in meinongen der kirchen und armen sachen daselbst zu verhandlen. Und ob nit alzit weisheit daselbst au▀gericht wirt, und ohn da▀ der kirchen und armen sachen im sprechau▀ wol verhandlet mogten und kunten werden, so moi▀ man sich dannest auch mit dem wein ergetzen, dan etlichen gefelt der zegh und umb de▀ willen folgen sie balder dan umb der weisheit und ist da▀ einen nutzs und gut beidem andern.
 
[684] A. 1587 den 16. nov. hat mich ein erbar hoichweiser rait der stat Coln uff min fleissich pitten und begern miner heubtmanschaft gnedich erlaissen. Ich gedacht, es sult mir nit ungeraten sin, dweil ich noch des raitz wer, selbst drumb zu werben und anzuhalten, dan mir die fanenwagt in minem hohen alter zu swerlich fiele umb dess willen, das ich jedermail umb mines fastens nit ein auge zu dorft toin oder fluffen kunt. Dan wan ich gemoisse oder flossige speisse gessen het, were ich von minem bruch zu hart gequelt worden. Andere beswernissen het ich wenich geacht, were mir wie andern heubtluten gewest. Derhalb hab ich eim rade angezeigt, wie ich nuhe veir jar heubtman gewesen und uffgezogen were, die eirst drei jare hetz etlicher maissen mit mir passeren mogen, das leste jar were ich nach miner swacheit und krankheit also unbequem worden, das ich ganz undeinlich darzu ware, kunt die ronde nit gain, kunt durch die ketten nit kruffen, kunt nit seir draffen wie andern, war half blint, das ich irgen mit dem kop widder einen baum uff dem walle leiff oder in ein koul feile und zur erden struchelte, und ob das corpus miner gern geschoint hett, so duchte mich, ich dede minem ampt nit gnoig. Nachdem ich dan sievenzig jar alt ware und die wachtordnong eins raitz die sievenzig-jarigen von personlicher wacht freihete, das ich auch in den verlitten veir jaren zweimail zwei jar des raits gewesen und da ander raitzhern inhalt der wagt das jar ires raitzgangs frei gewesen, ich aber des ungeacht selbst personlich uffgezogen were und min gelach bezalt het oder da ich unfertig gewesen oder zu schaffen gehatt, glichewol min fleschs weins bezalt und mich freiwillich umb der ander willen geboist het, also das ein corpus damit wol zufreiden gewest were. Auch so were min fain und corpus zimlich stark, das sie guter leude gnog hetten und miner wol untberen kunten. Aus den angezeigten ursachen und in kraft eins raitz eigen wachtordnong begert ich gans deinstlich miner zu verschoenen und mich der fanen und kettenwagt zu erlaissen, mit dem erpieten, wan die noit vorhanden (da got vor sie), wult ich leib und leben vor min geleibt fatterlant, disser stat Coln, getrulich wagen. Auch so sloich ich minen venrichen Mattheissen Gindorff vor, sagt, derselber were ein ansehnlicher, fleissiger und getruwer burger, mittelmeissiges alter und ernsthaft. Wa ein rait derselbiger gefiele, moist ich in als wol qualificeirt zu sulchem ampt roemen, sunst were noch mehe im corpus darzu geschickt, daraus oder andern im fanen einen zu erwelen, wer eim raide gefeile. Als ich druff aus der raitzkamer gewichen, hat mich ein rat gnedich erlaissen, auch der zweier verlitten freijaren glichs andern raitzherrn folgens zu geneissen. Und ist min nachpar Mattheis Gyndorff zum Stommel uff der Hoeportzn in min stat zum heubtman erwelt und sin neigste nachpar Caspar Liblar zum Sternen zum fendrich in sin stat, der min leutenant plag zuBd.5, S.286 [684'] sin, wie Laurentius Weber secretarius dis under dem vorg. dato hat registreirt, derhalb ich wol zufriden und erfreuwet sin gewesenBd.5, S.287.
 
A. 1587 den 19. nov. uff s. Elisabethn tag hat mines broders hausfrawe Elisabeth Horn irs namen fest in stat irs geburtsfest zu Weinsberg auf der stoiffen gehalten, die dasmail eirst warm gemacht wart. Mir im haus als min broder und ich, beide jonfferen Elisabetgin und Marie, Herman, min suster Sibilla und suster Tringin hinden uff dem alten Thorn, Gotschalk und Margret zum Trauben worden bei sei geladen. Sie besserten die porsion mit gesoden und gebrait, koichen, eppel, birren, nuss, casteien und schenckte gutten wein, das mir frolich worden, und sei hat das lichtmissen dabevoir ir funfzigt jare altertumb abgelagtBd.5, S.287.
 
Anno 1587 den 20. novemb. hat mir Reinhart Caspars zu Muckenhusen noch 2 malder roggen von minem lande zu Swartzem gewassen selbst in Coln geliebert, da▀ korn hat er von Carden Wilhem▀ geseheten gut bekomen sult mir 3,5 malder geben wie mich Hermans bericht hatt, de▀ hat man sich noch zu befragen. Me▀gelt und tragloin 5 alb. 4 h. hab ich bezalt. Ich hab auch Reinharten 5 gl. 20 alb. zu foirloin bezalt da▀ er nuhe in alle▀ 10 gl. foirloin▀ von jedem malder 1 gl. bekomen hat. Es sult mir carden Wilhem den pacht uff sin kosten in Coln geliebert haben. Aber wa▀ alt und arm worden so moist ich im dem foirloin verlagen, sunst het ich nitzs zu hui▀ bekomen mogen, moist da▀ korn half bezaln, da▀ korn wa▀ eitz dheur und griftich, dan wenich lei▀ man zu die stadt passiren. Wilhem mach den schaden tragen wa etwa▀ van im oder sinen erben zu bekomen ist.
 
A. 1587 den 20. nov. ist Jacob Schorn, uff der Breiderstraissn wonhaft, gestorben. Disser war stark von leib, sines alter(s) zwischn 50 und 60 jaren, vorhin ein sackdreger. Als in aber sin ohme Carl Schorn von Aich, kellergenger, vor etlichen jaren richlich belaissen, hat er sich des sackdregerdeinst quidt gemacht und vor drien jaren von eim zeichamt zu rade erwelt und zweimal gewesen, das er eitz siner rent lebte und ansehnlich war. Auch war er seir gespreich und seir koen und bekummerte sich mit vil sachn, die im befolln und nit befollen warenBd.3, S.398. Ist also ohn leib▀erben plotzlich uff sim besten floir abgestorben hat sin alte frawe nachgelaissen.
 
Anno 1587 den 20 novemb. bin ich oben von miner schrifkamern und in min schreibstoblin gefaren. Dan ob es noch nit frore, so war es doch kalt da▀ ich mich ohn wermbte mit schriben lesen im stilsitzen nit behelfen kunde.
 
A. 1587 den 23. nov., ob ich wol der wagt von eim rade vor min person gefreihet war, so hab ich doch das belett dissen tag noch selbst an dem Raithaus geholt, wilch uff s. Severinsportz gefalln ist. Dahin bin ich mit dem fanen (den der alt fanendreger Mattheis Gyndorff dahin gefort) uffgezogen, da alle min 12 rottmeister hin uff die portz laissen komen, die beletten laissen zehen und inen die loese geben, darnach angezeigt, wie mich ein hoichweiser rait umb min siebenzigste jarn alter der wachtordnong gemeiss miner heubtmanschafft erlaissen und gefreihet, so bedankBd.5, S.287 [685] ich mich gegen ein loblich corpus, gegen alle rotmeister und den ganssen fanen, das sie sich bis herzu erlich wol und gehorsam erzeigt hetten, und dweil wolgemelter rait den fenrich Mattheisn Gyndorff zum heubtman und den lutenanten Jaspar Liblar zu fenrich erwelt het, so were min fruntlich bitt, sie wulten sulches jeder siner rotten vermelden, wie ich ihn abdankte und wult fort mehe dem neuwen heubtman und befelchaber von eins raitz irer oberkit wegen und umb irer eigen und der gantzer stat walfart willen gehorsam sin und wacht fleissich verwaren, wie truwen burgern das zu ton gepurte. Und als die rotmeister abgescheiden, hab ich das gansse corpus gegen andern tag umb 4 uren in min huis zu gast geladen, einen fruntlichen trunk samen zu toin. Dissmail hab ich 3Ż alb. vor Ż quart weiss verzert, die lucht mit kertzen dahin verschafft und der magt 3 alb. drinkgelt geben. Wie nuhe den morgen die wagt mit den trummen abgesclagen war, das alle rotten under an der portzen samen quamen, reiffen vil: mir danken dem alten heubtman, das er sich so wol mit uns gehalten hat. Also zog der neu heubtman Mattheis Gyndorff mit mir vor und der newe fenrich Caspar Liblar trog den fanen, bis mir zu haus quamen. Die spillude alle veir gingen mit mir ins haus zu Cronenberg, und ich schenkte in ein fleschs weins zu verdrinken. Ich hab auch im vorrade zwein fanen, die noch gut sin und ein trom, ein lucht, an jonker Heimbach 12 dal.. schuldig, und was der pfenninksmeister noch hat oder inmanen mach, verlaissen, und kein scholt, die der fain oder corpus schuldich ist, zu bezalenBd.5, S.287.
 
A. 1587 den 24. nov. am andern tag zu veir uren nach mittage, als der newe heubtman mit den befelchabern die tagwacht an den portzn visitirt hatten, sin sie zu Cronenberg zu mir komen, als Mattheis Gyndorff der newe heubtman, Jaspar Liblar neu fendrich, Barthel von Blaitzem lutenant, Johan H. monsterschriber, Johan Bruwiler forer, Anton von Hertzogenrade und Herman Maesman beide weibler, Lambert von Luick und Hans Henschemecher beide rontdaschdreger (?), Johan Smitzhuissen profais, aber doktor Theodorus Offenberg pfenninksmeister war den tag zu brulofft gangen, das er nit kunt komen, Peter Rost wachtmeister war nit in der stat, so leiss ich minen broder und neiffen beide Gotschalk van Weinsberg in die stat zu uns komen. Do gingen mir in die groisse stuff zu Weinsberg, die warm war, an einen groissn dischs sitzen nach ordnong der befellen, und als gebett war, richt ich voreirst an mitz ein schink und hartfleischs, zu beseiden einen gronen stumpf und zong vom mastaissn und pannekoichen drumbher, folgentz mitten ein groisse kalfharst, ein halb lamp und einen haesen gebraten und zu besiten in jeder schottel drei gebraten hoener, drumb her cappern und redich, zum dritten mittel ein schottel allerlei keis, zu seiten schotteln mit bottern, gebraten, appel, birren, casteien in silbern schalen, klein koichlin und scheffenkoichen, allerlei baumfruchten, satzst eirstlich klein gleslin uff, zum gebrait 4 groisse glesser, zum banket dreirlei par gulden kop. Eirst drank man gemechlich und redte alles, was zu reden was, darnach ginge es harter an, das man frolich wart, und als der gracias gebet war, dank ich den heubtman und ganssen corpus von wegen der veirjariger leiblicherBd.5, S.288 [685'] geselschafft uff der wagt, begerte, was also kreichs weise angericht were, vur gut annemen, mines abdankens ein genogen haben und mich der wagt fortan frei halten. Sei bedankten sich hinwider und sagten mir die freihung zu. Ich sagt in kurtzweil, uber das moisten breiff und siegel uffgericht werden und min broder und ich namen mallich ein groissen und kleinen gulden kop vor uns, sagten, der groisse weir der breiff, der klein were das siegel, und also brachtens mir dem neuwen heuptman und fendrich, jeder in beiden jedem breiff und siegel mit beger, die kop umbzugain laissen und die siegel an die breiff zu hangen, wie geschach, leiss auch die banket stain und zegten so lange, bis der ein vor, der ander nach, hinweg scleis bis an die straissn dur. Dergestalt hab ich das valete und letz mit minen corpus und fanen genomen, und ob mir die schink, borstkern, stump, lomel, zong in die hausregnong bracht, wie auch beir, broit, holtz, koelen nit gerechent, so ist es doch wol 8 gl. wert gewest, was zu disser maltzit gangen, item noch den kalfharst 2 gl. 2 alb., item vur den haesen 1 gl. 21 alb., item vor 6 honer 2 gl. 5 alb. 4 h., item vur wecken 16 alb., item vor haissen-nuis 4 alb. 6 h., item vur casteien 4 alb. 4 h., item vur zuckerkoichlin 12 alb., item scheffenkoichen, eppel, birrn, baumnuss, zucker bei uns selbst gehat, item an gemeinem weissen wein 28 quarten gehat, die quart vur 7 alb., item 12 quarten raitzweins, die quart uff 9 alb. gesclagen. Summa kost disse maltzit mehe dan 28 gl. 12 alb.Bd.5, S.289.
 
Anno 1587 den 25 novemb. ist in druck umbgangen wie ich dieselb gekaufft, wa▀ gestalt Maria die koninckin von Schotlandt anno 87 den 10 febrvarii vom leben zum dhoit bracht ist worden und da▀ im castel Vodringay bei Nortamsterser in Engellant. Dar in wirt erzlet wie sie vor langen jaren von staten in Schotlandt der kroin untsetzst und verfolgt sie worden und ir sohn Jacobus in ire stat zum koninck erwelt. Drumb da▀ sie iren zweiten man einen hertzoch in Schotlandt laissen umbrengen und sin gemach mit pulfer verbrennen und eien graben geliebet und getruwet, were au▀ der gefenckni▀ lo▀ worden, sich mit kreichs folck starck gemacht iren sohn koninck Jacob uberhohen und vertriben willen dar uber sie in die flucht gesclagen were und in Engelandt gewichen, da beclagt worden und in haftung pragt. Aber die koninck het sie herlich in frier gefenckni▀ wol underhalten und nit hett da▀ scharftzst gegen sie handlen willen dweil sie ihr bloitz halben bewandt, ein koninckin in Franckrich gewesen und die neigste erbin in Engelandt ware, wiewol sie vor hin ursach gesoicht die kroin von Engelandt zu bekomen und die koninckin in Engelandt Elisabet umb leib und beden zu prengen und die catholische religion in Engelant und in Schotlandt widder uffzurechten, der ursachn dem der hertzoch von Norvolck und etliche graven und herrn in Engelandt sie ir archengich waren jamerlich umb da▀ leben komen sin. Wiewol die koninckin van Schotlandt de▀ gentzlich beredt ware und meinet dar an hett sie nit ubel dan seir ein gut wirck getahin und den himmel dardurch verdienet. Auch ire conscientz und gewissenn derhalb bei sich frei gehalten. Aber andern wilche nit also gesinnet haben de▀ nit also verstain willen, dan [686] er vor die hoigste ubelthaidt et pro crimine læsæ maiestatis eracht. Und al▀ die schottische koninckinne sulchs nit in abreden moge und das sunst gnogsam bewisen ware, und auch kein gnogsame versicherung thoin kunth da▀ die koninckin von Engelant und da▀ gansse koninckrich irenthalben ummolesteirt noch besweirt wurde, hat da▀ parlament und stende in Engelandt dweil kein ander hofnong da ware zum thoidt verurthelt. Wie ihr da▀ zitlich gnoigh zu wissen komen ist. Al▀ nuhe der tag der execution her an komen, sin die graven ritter und edlen zu Vodringay jeder ritter mit zweien und jeder vom adel mit einem gesellen erscheinen und zu honderten zu. Und schickten ire gesanten den 10 febrvarii in der gefangen koninckinnen Marien und leissn sie fragen, ob sie noch etwa▀ zu verrichten hette da▀ sulte sie in kurtzhe thoin. Sie fragt widder wan sie rechfertigt sult werden. Die gesanten antworten wan es ir geleibte. Nuhe war ihn dem castel ein groisse saal dar in war zugericht ein schavot von drei foissen hoich und zwelf foissen breit wirt umbher mit zwartzn woln doichern becleidt und belacht, dar uff war ein stoil mit eim kussen gesatzst. Den anderen tag am morgen zu 8 vren schickten die hern zu der gefangen koninckinnen an ire camer und al▀ sie ankloften wart die nit uffgethain noch innen geantwort. Darnach worden andern geschickt die fonden die camer offen und die koninckin mit allem irem gesinde uff iren knehen sitzn und bitten. Und die gesanten befragten sie, ob sie bereidt were zu sterben. Die koninckin sagt noch nit, dar uff wart ihr noch ein halbe stunde vergunt sich bereidt zu machn. Aber die zit verleif sich etwa▀, do ginge der drost mit andern zu ihr, und sie stundt uff sagendt sie were nuhe bereit. Also wart sie zwischn zwen erbaren mannen au▀ irer camer in die presente vorkamern geleit. Da fandt sie alle da▀ folck und ir hau▀gesinde stain weinen, die sie troistet, kusset die frawen und gab den mannen ire hende zu kussen. Sagt sie sulten nit truren dan sich erfreuwen und got vor sie bitten. Und der graf von Schor▀brey sprach zu ihr, madamma, hie haben mir den besiegelten befelch und sententz darnach die execution geschein soll. Und sie befalch irem getruwen diener Melwin, da▀ er iren sohn koninck Jacob sult ansagen. Sie bitt in, er wult gott fruchten, die catholische religion beschutzn, sin landt in friden regern, und nach anderm regiment nit streben wie sie gethain und derhalb in di▀ komen bin, und thoin nichtzs ubel▀ gegen die koninckin in Engelant. Und sagt ferner▀ an ich sterbe ein trewe schottin ein trewe von Franckrich ein treu catholische und ander meh wort. Der diener verheischs die botschaft trevlich zu verrichten. Sie begerte iren preister bei sich uff das schaffot, da▀ wart nit vergunt. Ferner begert sie zugen ires catholischn abscheidts bei sich zu haben, dar uff wurden ire funf diener und zwa jonfern zu gelaissen. Auch bat sie umb geleide vur ire diener mit iren jonfern mit dem wa▀ sei innen [686'] gegeben het frei in ihr landt zu reissen. Sulchs wart ihr zu gesagt. Nachdem wart sie nach dem schavot geleit und uff den stoil gesatzst dan sie nit wol stain kunt. Und meister Beale la▀ ir die sentenz und befelch der execution vor allem folck mit luter stimmen. Ire kleit war swartz und seithen. Und hat in irer handt ein beinen crucifix und ein boich und ein gulden crucifix am halse auch ein einsicpater noster am gurdel. Und es war ein doctor da der sie christlich zu sterben ermanen sult, den begert sie gar nit zu hoeren. Da sprachen die hern so wulten sie vor sie bitten. Sie antwort, bittet ihr, ich will auch bitten. Da baetten sie alle uff iren knehen mit der koninckinnen. Al▀ da▀ au▀ war fiele der hencker vor sie neder und bat umb verzeihung. Und sie vergab es im und allen die an irem bloete schuldich und der gantzer welt. Darnach fiele sie abermal uff ire knehe vur da▀ crucifix und bat etliche andechtige psalmen und wort. Al▀ die au▀ waren stunde sie uff, und ire jonferen hulfen ihr laut weinendt die kleinut und kleider abthoin. Und sie hilt sich unerschrocken vor dem doit, und al▀ ir ein jonfer ein toichlin vur die augen gebonden streckte sie iren leib stoltlich nider, legt iren hal▀ uff da▀ bloch, ruffendt in manus tvas domine commendo spiritum meum. do heif ir der hencker mit einem groissen beiel mit zweien hewen da▀ heubt ab. Also hat sie ir leben geendet. Und der hencker nam da▀ heubt uff lei▀ von folck besigtigen. Da▀ folck reiff, got beware unsere koninckin und also moissen fharen ire finde. Und da▀ heubt untfiele im vom schaffot und war uber den kamp geschoren und gar grei▀, wiewol sie nit uber 44 jar alt war und die schoinste koninckin irer zit. Alle ire kleider und wa▀Tilgung: jn; unterstrichenan irem leib war sampt dem schaffot doich und breder worden in da▀ groisse feur im saal von stundt an geworfen und verbrant. Da▀ dhoette lichnam aber wart uff ein camer getragen und gebalsamet al▀ hett man sie begraben willen. Sie hat iren son den eitzigen koninck in Schotlandt Henrici Stvarts von Lenox den den grawen irem zweiten man herkomende nachgelaissen. Die portzen de▀ castel▀ verpliben besclossen bi▀ die execution zu hof bracht worden. Do haben die von Londen freuden feur angestochen und alle clocken gelautet und gott gedancket verhaffendt sie weren nuhe von der groister gefhar im lande erloist. Und ist noch zur zit fride im lande pliben. Und mogen hohe potentaten di▀ exempel wol behertzigen.
 
A. 1587 den 26. nov. hab ich neu zitung aus Frankrich bekomen, die den 5. nov. von Nancy zum bischof zu Strasberch geschribn und mir von doctor Tilmanno, minem neiffen, zugeschickt von Zabern ist wordenVgl. Řber diese Vorgńnge Ritter: Deutsche Gesch. II S. 9 ff., wie der cardinal von Vaudemont den 30. oct. mit toit abgangen were, der herzoch von Maine het 3 fanen ruter erlegt, darunder der von DonawGemeint ist Fabian von Dohna, der aber nur verwundet wurde.uff dem platz pliben, der von Guise het 1200 navarrische deutzsche ruter gesclagenIn den Treffen bei Auneau en Beauce und bei Gien., vil gefangen, vil pfert und profant erlangt, hergegen 400 schutzn und 80 vom adel verloren, auch were der von Clervant gestorben undBd.3, S.399 [687] der von JoyenceDer Herzog Anne von Joyeuse fiel bei Coutras in offener Schlacht.und sin bruder samt 50 von adel were(n) bei La Rochelle durch verreterei umbkomen. Auch sult der konink von Frankrich dem von Guise 2000 sperruter zugeben, der von Lotring hett sin italianische sperruter in aller eil darzu geschickt. Zu Paris weren bei 80 brenner, so Deuschn und Waelen, gefangen, wilche balt gericht sulten werden. Umb disse zit sin auch dreierlei zeitungVielleicht die Zeitungen bei Weller nr. 649, 652, 653.in druck ausgangen, wie sie in Frankrich an einandern gewesen, ein partei die ander gesclagen. Aber dweil sie widderwertig und jeder geschreiben, wie im geleibt und er geneigt ist, wil ich nit erzeln, werden folgens in cronicken komen, dar man sie dan zu lesen hatBd.3, S.399. Auch ist von koninck Henrico von Naverra, ein ausfurlich schriben in truck au▀gangen dar in er sich den obersten fursten und neigsten erben zu der kroin in ofranckrich nennet und vermeldet wa▀ ursachen er ein frembdes kreichsfolck au▀ Deutzlandt anzunemen getrungen worden. Clagendt wie auch in vorigen mehe schriften so getruckt waren, da▀ er von den catholischen die er papisten nennet bei de▀ pabst Gregorii 13. zeiten und darnach sweirlich verfolgt sihe dar an der von Guisy und alle anderen geistlichs standes plichtich weren, die dannest vill erschreckliche dingen und gegen die von der reformeirter religion in Franckrich angericht hetten. Und nevlich vor zweien jaren, hette in der ietziger pabst Pius 5. noch heftiger besweirt in den ban gethain und in aller siner landen hab und guttern untsetzet und in von der nachfolgung zu der kroin in Franckrich abgesprochen und offentlich priveirt nimmer dar an zu komen noch die zu erben, de▀ er sich wol hoichlich besweirt und doch nit weren mogen, hoffendt gott wurde ihm nuhe ein▀ helfen. Und al▀ keiser Rodulphus der 2. nit gern sahe da▀ die teusche ruther dem koninck von Naverra zu zogen und da▀ gern in Deutzschlant gewirk hette, al▀ sult es widder de▀ richtz constitution und ordnong sin widder irer kei▀rmagestat erlaubni▀ so starck au▀ Dutzschlant zu zehen, haben die deusche obersten ritmeister und andere befelchabende kreichschlude duscher nation so ausser dem oberlande und oistzwartzs herkomen waren. Auch ein offentlich schriben in truck au▀ghen laissen dar in sich untschuldigt und ursach ire▀ zugs angezeigt. Nemlich, wie sie wol gemirckt wan der koninck von Navarra eirst uberzogen und undertruckt were, so wurde es zum neigsten in gelten. Dem moisten sie vorkomen. Auch so were man innen vom lesten zoge in Franckrich noch fast schuldich do der fride gemacht were pliben, eitz aber da der fride gebrochn, moisten sie irer bezalung gesinnen. Zum dritten were der dutzschen feiheit von alter▀ gewest da▀ sie bei den frembden potentaten mogten zoldt verdienen und sich in kreichswesen uben. Und sie gebe wonder we▀ sich kei. maiestat ire▀ zogs so hoich angenomen, dwel dieselb gestattet wa▀ widder de▀ richtz friden und geregtigkeit die hispanier im lande von Cleif Gulch Berg Embden gegen die stadt Aich und Wesel vorgewant [687'] hetten. Und sich sulches gar nit zu hertzen gain laissen. Derhalb hett man innen ehe nichts zu verargern. Die catholischen waren unlustich uber palzgraven Johan Casimirum, der eitz den borgraven von Thoma, des von Naverra feltobersten, half, den zog ins wirk zu stelln, das er nuhe zum funften widder die catholischn getain hattBd.3, S.399. Aber wie ich den handel uberlage, so befinde ich da▀ es Franckrich allein betreffe, dan alle potentaten und oberkeiten von wegen der religion und regiments, dan under dem schein der religion macht jede parthei einen groissen anhanck und heimlich verbuntni▀ wie sie zum regiment mogen gerathen. Es hat sich aber zu weit verlauffen da▀ ich sorge, ein parthei sol die ander swerlich mit gewalt au▀rotten mogen, wa nit ein gemeiner fride uffs neut werde getroffen. Hie von hab ich oben fol. 666 pag. 2 wieter▀ gesagt und daselbst in margine.
 
A. 1587 den 27. nov. umb disse zit ist eirstDer Bau der Brothalle begann erst am 16. Dez. (Rpr. 38 f 147 a), am 22. Febr. 1588 war sie vollendet. (ib. f 183 b.)ein neuwe broithall vor fremt broit uff den Heumart gebaut worden, dan dweil beide fursten von Coln und Gulch werten, das kein korn uff den mart zu Coln komen moiste, und die becker in Coln keinen vorrade von korn machen kunten oder wulten und von einem rade stetich gelieberten wulten haben, und wan man in liebern wulte, das in das korn nimmer gefiele, derhalb drank einen rait die noit darzu, das sie das fremde broitVgl. Rpr. 38 f 123 b--f 152 b.ohn zins in die stat zu prengen gestatten und die broithall bauten. Das die becker seir verdraus und sagten. Man machte das backamt zu neit, so leis man sie nit bei amtzs geregtigkeit. Und also steits noch in dem stande. Das malder korns war zimlich deur, galt 13 gl. lichtz geltzs, war 4 enkel ggl. und 1 colschn gl. Nuhe war es gliche vil, wie es in Coln quam, durch broit oder fruchten, dan man moist es haben. Von unden uff kunt man es zu schiff nit bekomen, von oben ab auch spack, dan es daselbst auch fast deur wareBd.3, S.399.
 
A. 1587 den 28. nov.ib. f 139 b, f 141 b.begunte die fu(rde)rste neuwe maur am neuwen bolwirk vor der Wierporzn eirst zu reissen und teglich noch mehe, das man es sweirlich steipen mogt, und dochte doch nit. Derhalb die burger vil wort machten, das man sie hett den bott laissen tragen, ire arbeit und gelt vergeblich anwenden und das nit bess versorgt hette. Der herrn steinmetzer, m. Peter von Siberg, ein jonk man, sult dem in zeiten vorkomen sin und der naisser geschutter erden und swaren last gutte achtung gehat haben. Man sagt, der schade sol mit seesstusent daler nit zu bessern sin, ohn die schande, so man ingelagt hatBd.3, S.400.
 
A. 1587 den 30. nov. haben wir uber dischs oft rede gehat, das uns swager doctor Henrich Faber in der Bottegassen, der vor einem monat oder zweien so doll und verruckt siner sinne gewesen, das man wenich hoffnong siner besserung hette und ihm eitzBd.5, S.289 [688] die wansinnigkeit bestunde zu scleissen, das er sin verstand widder bequam. Also was er zu Meintz bei dem Cantzler doctor Fabro gewesen, der in richtlich an ein baurin bestaet hat, die dannest leibeigen war. Als er aber gen Coln kommen war, sich zur hoichzit zu rusten, inmittels starb die und besatzt zwei oder drei tusent daller wert. Darnach gewan er ein jonfrawe in Mentz leib, verment dieselb zur ehe zu bekomen, aber ein ander doctor zu hoff truwet sie, des sich disser doctor Henricus fast annam, das er dollet und in sin ohme der cantzler herab zu siner mottern schickte, da er noch doller wart, aber eitz zimlich gut mit im ist. Diss haben mir und fill andern uns verwondert, das etliche aus leibten doll sulten werden, und geschicht noch dannest oft, wie man list und sigt. Derhalb ist jongen gesellen und frewlin nodich, das sie sich der leibten oder, wie ichs nennen sol, eiffers und einpass nit zu hart willen annemen oder zu hertzn nemen, dan balde aus dem sinne sclain, da es als balde ires gefallens wil geraten, denken, es kompt so gutt ein schiff an, als abgeht. Etliche sin so stainthaft, das sie kein leibte scheffen und sagen: nescio, quid sit amor, nec amo nec amor nec amavi, aber da man freihen wil, sol man eirst erweln, darnach lieben: prius deligendum, deinde diligendum und an dem orde, da es einem werden mach, sunst kracht er nuss durch den sack kan die kern nit erlangen. Doctor Philippus Pfingsthorn und secretarius Nicolaus Linck sagten, do man doctoris Fabri ret hat, es weren narren, die einer frawen willen dol wurden. Ich halt sie auch vor halbmenschen und nit recht witzich, derhalb rede ich alter den jongen, da in derglichen dusel ins heubt queim, das sei den balde aus den gedanken sclagen und ander wirk vor die hant nemen, damit sie das vergeissen. Derhalb ich innen folgende reimlin gedichtet, daran sie gedenken mogen.
Reimlin.
Dich nit verstoir. La, fa, re sing. Ein schiff so goit Wilt sei nit wol, Ade far hin, Kumpt widder an, So wert nit dol. Du bis nit min. Als foir darvanBd.5, S.289.
 
Anno 1587 den 1 decemb. hat Jacob von Bedber mir und minen miterben und consorten die loese von 20 alter daller mit dem notario Woltero Kynckhuyssen in beisin zwier gezuge verkundigen die 400 alter daller heubtsummen gegen neigst zu kunftigh christmissen von sinen haussern zu Brun▀bergh under Kestern und Pauwe uff dem Altenmart, abzulagen und sin erbschaft von der fharen zu frien. Ich sagt dem notario wie Jacobn von Bedber vor hin selbst. Er het die freiheit zu loesen, aber er moist den erschinen termin s. jacobi anno 87 eirst bezalen und dan die loi▀ mit noch einem termin der kunftich s. jacobi erschinen sulte anno 88 mit dar bei lagen. Nuhe gab un▀ wonder wa Bedber so vill geldtzs her queim da▀ er un▀ loesen wulte, dweil er (wie man saigt) gar verdorben were. So quame un▀ die loese ubel, dweil un▀ selige motter Sophia Kort widwe Weinsbergh noch zu einer handt allein an den 20 alter daler fharen im schrein under laenen geschriben stunde [688'] und moisten nach schrein▀ gebrauch ire sechserlei erben dar an geschriben werden, das nit sin solte dieweil die 20 alter daller fharen un▀ veiren al▀ mir Herman, minem broder Gotschalck miner suster Sibillen und un▀ broder Christians zweien sohnen zugetheilt waren, dan un▀ beide andere sustern Maria Ordenbachs und Cathrinen Dutze hatten ire dheilen lange vor hin au▀ dem loesgelde von doctor Furstenbergh bekomen. Wie ire recognitiones so sie mit eigner handt underschriben vermelten, sulten mir veirerlei erben dan im schrein recht verwart werden da▀ jeder de▀ sinen megtich sulte werden zu wenden und zu keren in we▀ handt er wulte durch ein ufftragt und lieberong. So moist es uff sware kosten durch ein beheltni▀ geschein, da▀ auch swerlich wulte zugain, dweil der Ordenbachs kinder zwei baussn lands zu Worm▀ und Stra▀bergh were und gnogsame volmachten hie her schicken moisten. Wan dan ehe die loese sult ire vorganck gewinnen so moist die heubtsumma im schrein pliben ligen bi▀ unse motter an eim andern orde widder wurde geschriben wie sie geschriben hat gestanden, bi▀ da▀ beheltni▀ wurde geschein. Es wart gesagt Bedber hett da▀ hau▀ Underkestern brunsberg ab verkaufft von dem kauffgelde sulte die loe▀ geschein. Folgen▀ wart gesagt, er wurde nit liebern kunnen, oder were sunst etwa▀ darin gefallen, da▀ die loese nit wurde vor sich ghain de▀ mogen mir gewar werden wie es faren wirt.
 
A. 1587 den 3. decembris ist Gerhart Angelmecher, weinmeister, und ichib. f 126 a. Am 25. Nov. waren die Genannten zu der Verhandlung deputiert.als verordnete eins erbarn ratz mit den provisorn der Longbroder, jonker Johan Judde, Johan Oickhoiffen, gnant Falck, Johan Rodekirchen, in der broeder cloister oder haus uff dem Numart erschinen, darin ich min lebtag noch nit gewesen war. Da solten mir einen irtumb samt dem prior zu Crutzbrodern, der ir visitator sult sin, helfen hinlagen und gutte ordnong machen. So was der broder irtumb, das sie iren pater nit lenger wulten dulden, dweil er haistich were, die broder geworfen und die sclussel dar gelagt hatt, da befonden mir, das der unwil und hass nit hingelacht kunt werden, sie wurden dan zur frier neuer chur schriten. Das leis man dem visitatorn und convent zu bedenken befolen sin. Wie sie dan auch folgens einen neuwen pater erwelt habenAm 22. Febr. 1588 wurde trotzdem noch eine neue Verhandlung notwendig. (Rpr. 38 f 183 b.). Disse Longbroder sin seltsame rauwe gesellen, die wol zeren, vil verdienen und wenich ufflagen willen. Derhalb ein erbar rait aus gutten ursachen (bewegt), innen provisorn, weltliche leut, zu setzen, darmit sie ubel zufriden sin. Und hat die noit einen rait darzu gedrungen, dan wan sei uffgezert hatten, moist ein rait in zu zeiten ire scholt bezaln, wie sie in kurzen jarn uber anderhalb tusent daler vor sie bezalt hatten, und das zu andern zeiten mehemalen, wiewol sie etliche jare her, darzwischen ein unzalbar folk gestorben, groismechtich gelt verdeint haben, das selten tag gewesen, sie haben 4, 6, 8, 10 lichen zu begraben gehat, da sie von einer 10 mr., von der andern 6 mr. verdeinst haben, ohn was sie nacht und tag bei den kranken verdienen und innen davan geschenkt und erbitlet worden, also das sie etliche tusent gulden hetten an rent lagen kunnen, wan sie sperlich gewest weren und wol gewolt hetten. Disse provisorn haben uber 14 oder 16 hondert daler angelacht, von dem gelde, darvor sie etlichen ir lebtag die kost verkauft, dieHs. ,und'.balt verstorben waren. DieBd.3, S.400 [689] broeder sprechen frei und konlich, was sie verdienen, das sie ir gelt. Sie doin und leiden vil darumb, das ist war, aber sie moisten dannest vor ire nachkomen etwas ersparen, wie die vorigen in verspart haben. Mit zimlicher noitturft quemen sie wol umb, aber willen oft uffgeschefft haben und gutten weins die fulle haben. Man kan irer in Coln nit wol untraten, daruff verlaissen sie sich. Eitzs mogen 24 broder sin, haben dissen herbst 9 gutter aissn ohn verken und schaif affgedain. Sie bruwen gutt beir, backen gutt broit, leben wol. Ein strack regiment were ihn hochnoidich, aber in dissen kreichsziten soll es ubel zu machen sinBd.3, S.401Ergńnzung am Rand: Wilche persoin oder affkompst feiner sie, edel oder unedel.. Ich mirck die prouisorn werden es sweirlich treffen kunnen.
 
A. 1587 den 5. decembris sin die freibuter von Wachtendong in der nacht zu Cardorf in das vorgeburge komen und daselbst den vaigt, einen jongen habseligen man, gefangen und hinweg gefuirt. Auch haben sie den offerman zu Melaten, einen alten man, so wol stunde, spolieirt, der sich dannest in der nacht heimlich verborgen hat, das er mit dem leif darvon komen und das gut gelaissen hatBd.3, S.401.
 
,A. 1587 den 6. dec. hat uns nachpar HectorEnnen: Zeitschr. f. deutsche Kulturgesch. 1874 S. 760. Vgl. Rpr. 38 f 141 b (Dez. 7), f 143 a, f 150 b, f 175 b. Hector de Buyss.zum Grein uff der Hoeporzen sich heimlich darvon gemacht und bankeroit gespiltBd.3, S.402sin zweite frawe die er in der herbstmissen zu Franckfort getrut und sin vordochter Judit im hau▀ mit der magt gelaissen. Aber die creditorn haben den andern tag mit ein▀ rhaidts erleubni▀ die geweltrichter mit den diener zu sich genomen, haussoichung gethain hectorn nit fonden dan die frawe dochter magt in verwarsamheit gehalten die gesagt, er het sich uber die creditorn beclagt die in dermaissen betrangen da▀ sich uff side moiste machen, sie wisten nit wa hin er komen were. Doch wart alle▀ im hui▀ uffgeschriben, und man wei▀ noch nit wa hin er komen sihe. ,Disser Hector war ein mackler, von Dorneck vor 12 jaren komen, den Grein gemeit und bis herzu drin gewont. War sunst ein leiblich man, der groissen handel mit dem wechzel dreif, das ich in duck seck mit gelde in und aus sehen tragen, und uff alle munzn und kleinater, golt und silber, gutten verstant hatte. Er ginge gar zirlich gekleit und troge sin gulden ringe, das man an im nit gezweifelt hetteBd.3, S.402also kan man von baussen nit spurren wie die leude geschaffen sin. Non aurium semper quodcumque resplendet ut aurum. Man sagt, er het vormals auch banckerot gespilt. Auch vur drien jaren sin son Hector. Sunst hat er noch einen sohn da sa▀ auch nit vil auff. Die dochter war fein. Der sol disse schande nit vill profiteren. Sunst waren es gutte leudt hilten sich wol in der nachparschaft. Noch dannest ist es ein gar ubel wirck mit dem banckrot besonder wan man die leude mit vorsatz betrugt und umb da▀ ire prengt. Und ob wol etliche durch ire schuldener die in fhalen oder durch borg in scholt fallen, so sin sie dannest nit wol zu unschuldigen, dan zu lastern und zu straiffen.
 
[689'] ,A. 1587 den 7., 8., 9. tag dec.Am 9. Dez. (ib. f 143 a.)haben die churfurstliche colnische rete begert, mit einem erbarn rat der stat Coln zu sprechn. Uff des churfursten (seiten) waren verordnet der hoifmeister jonker Rost und jonker Ley, der licentiat Kurtzrock von Andernach und Bartholt, zolner zu Linx, uff eins ratzs seiten der burgermeister Kannegeisser, doctor Schenck, Gerhart Angelmecher, jonker Judde, licentiat WeinsberchAusserdem die BŘrgermeister Krudener, Angelmecher und lic. Lennep. (f 144 a.). Und als sie im umbgank zu Minderbruder zusamen quamen, fort der lic. Kurtzrock das wort und zeigte eirst des churfursten Ernesti von Beiern gnedigsten willen gegen einen rat und ganse burgerschaft an und sagt darnach, wie noch fast alte und neuwe irrungen zwischen dem churfursten und erzstift Coln und eim rade der stat Coln swebten anderteils. So were ire churf. gn. wol dahin geneigt, das sulche irrungen durch nachparliche communication hingelagt wurd(en) zwischen iren beiderseits verordneten, und da eim raede der weg nit gefellich, alsdan die gebrechen an die romische keiserliche majesteit zu stelln oder sunst durch ein compromiss zu untscheiden. Sulten die wege aber nit gefallen werden, so moist ire churf. gn. uff andern rat bedacht sin. Daruff eins raits abgeordneten antworte(te)n, sie wulten ires gn. h. zugeneigten willen und anlangen eim rade trulich vortragen. Wie dan geschach. Und sin die articula in vollem rade verlesen, der wol 70 oder 80 warn und 2 ganser stunden druber gelesen wartRpr. 38 f 144 a, ,memorial, welchs fast lang'. Es wurde deshalb am 12. Dez. noch ein Ratstag abgehalten.. Disse artikel betraifen die churfurstliche hoicheit, regiment, gerichtzzwank und gerechtigkeit an, als das salgericht, hoichgericht, concordaten, vertrege, mullentaifel, vetwage, kommerrecht und vil anderen alte und neuwe dingen, die ich nit all behalten hab, der eins deils etwas uff sich, etliche auch nit vil zu beduden hatten. Daruff wart den reten gesagt, ein erbar rait moist die alten sachen mit den neuwen sich erinnern und uffsoichen laissen, und dweil der puncten gar vil weren, auch die veranderung eins raits diss christmissn geschein und ein neuwe ingainde rait das vortragen auch anhoeren und sich druff bedenken moiste, so kunt (es) in der eil nit vor sich gain. Das, sagten die rete, were ware, moisten es selbst bekennen, begerten, sie wulten es irem gnedigsten herrn, der eitz in sinem stift Luick were, zuschriben. Also ist der abscheit genomenBd.3, S.402nuhe kan ich mich und vil andern nit gnogsam verwondern warumb disses wirck in der groisser ungelegener zit vor die handt genomen wart da es die trucksessen Berck im ertzstift und wachtendong im Gellerlande noch innen hatten, die landtschaft von den frunden hoichgeschatzst von den fianden uberfallen und gestreufft, die lude gefangen und geschatzst die dorfer und haiffe verbrant, der wingarts und der ackerman, der kauffman schiffman foirman nit sicher, die rentner nit vom bischof oder dhom capittel von iren halfen und pensionarien nit bezalt worden auch die geistlicheit in Coln mit swarer fhanen und kettenwagt mit beschirmpt sin. Etliche meinten, der Carolus Belleius, stathelder zu Bon, hett es mit andern fremden, frithessigen und ungunstigen der stat Coln zugericht. Etliche meinten, man wult einen rait damit bedreuwen oder schatzen oder beistant zum kreich oder gelt erlangen, dan ein rat hat sich bis herzu neutral in colnischen paffen- und religions-Bd.3, S.403 [690] sachen bei disses kreichs zeiten erkleirt und gehalten. Und das iren burgern zu gutt, das sie frei durch alle landen wandeln und handlen mogten. Wiewol disse neutralitas den geistlichn und stiftschen nit wol gefiele. Was dan ferners die rete vor ein gutte oder boesse meinong in der vorgesclagener vertragshandelung hatten, kan ich nit wissen, aber der art gibtz nit, wie man in den cronicken list. Im rade haben vil die gutliche handlung nit aller dingen willen absclain, aber gar die sach in des keisers oder churfursten (hant) stellen oder sunst compromittern, dweil der keiser fetter ist und die churfursten sich broder under einandern nennen, auch dieselb sach und artickeln durch den untsatzsten churfursten Gebhardum Trucksessen im keiserlichen camergericht vorlangs mit ordentlichen rechten angefangen war, der meinong ich nit instimteBd.3, S.403Ergńnzung am Rand: 690r,e08und sagte da man sich in die gutliche communication wurde in laissen willen sult man bedachtlich mit der sachen umbghain, die gutliche handlungen weren oft verreitter der sachen. Man sult zusehn und sich nit verbrennen. Also sult man alle▀ uffsoichen und dem wirck trevlich nachdencken.
 
A. 1587 den 11. dec. starb d. Andreas GeilVgl. Řber Gail, H. Burckhard: Festrede fŘr das GrŘndungsfest der Universitńt WŘrzburg 1887., sines alter von 62 jaren, in sinem haus uff der Herzestraissen. Er hat zu Loeffen in Brabant studeirt und da ein hausfrau von sclechten eltern getruwet, sunst war er Philips Geiln sohn, eins richen kaufmans zu Coln in der Lintgassn, und broder und swager herrn Philips Geiln, hern Gerhart Pilgrum, herrn Henrich Crudener, allen burgermeistern in Coln. Er wart beisitzer zu Speir im keis. camergericht, darnach keisers Maximiliani 2 rait, da er observationes camere imperialis beschriben und die under sinem namen in truck ausgehen (laissen), wie d. Joachimus Mynsvegerus vorhin getain hat. Und wie im sin eirste hausfrau abgestorben war, hat er her Henrich Kannegeissers burgermeisters dochter getruwet, die im in Oisterich und Boehem gefolgt und auch etliche kinder gebeiret. Darnach hat er sich uff Coln in die rau begeben, aber ist von erzbischof Ernesto von Beiern zum canzler angenomen und zu Bon zehen wonen zu unrauwigen zeiten, da er geracht und lam worden, also sich zulest uff Coln begeben, da er verstorben und zu s. Brigiden begraben. Ein gut man gewesenBd.3, S.403.
 
Anno 1587 den 11 decemb. ist min nachfolger Matthei▀ Gyndorf zum Stommel al▀ neuwer heubtman mit der 94 fhanenwagt licht uff die Haneportzs gezogen. Ich aber bin al▀ der gefrihet zu hau▀ pliben. Und er hat etliche befelchaber verendert al▀ Johan Brvupler den foerer hat er zum fendrichs lutenanten gesatzst, den Lambert von Luyck zum foerer gemacht. Barthel von Blaitzem zu sinem selbst lutenant genomen, die ander befelche hat er pliben laissen.
 
Anno 1587 den 12 decemb. haben wir uff sant Jorris cloister ungeferlich 33 aimen beir▀ von funf malder maltz und zwei malder wei▀ gebrawen und dissen tag zu Weinsberch laissen tragen und gefast. Es waren die fruchten seir deur, derhalb hatten wir uff eim andern orde alt beir gegolten, und ingelagt und un▀ also lange zit beholfen. Edoch haben wir eitz so drencklich folck nit da▀ mir noch ein gutte weil mit dissem gebruwe mogen umbweren bi▀ es besser oder arger wirt, wie got wil.
 
[690'] Anno 1587 den 13. decemb. moi▀ ich zu gedechtni▀ anzeignen, wie ich vor im heubt binnen der stirn allein ein wehethumb hab wie ein gesweir geht nit uber all da▀ gansse heubt, dan es bleibt vor an der stirnen oder præcipitio und voirtheil de▀ heubtz sitzen. Hat ein gutte weil mine▀ beduncken▀ bi zwen monat da gewesen. Irret mich so hoich nit da▀ ich da von kranck sin, dan allein wan ich hoisten so stichs es mich wie ein metz dar in. Und gegen den abendt irret es mich, nach dem sclaif am morgen foele ich wenich mangel▀ dar an. Wa es her verursagt ist da▀ wei▀ ich nit. Mach filligt vom fuchten dumpfen langen regentichem witter komen sin. Und mach da▀ alterdumb auch dar zu helfen. Ich hab nitzs dar zu thoin willen, verhoffendes sult in im selbst verswinden. Aber doch hab ich es darnach doctor Knof medico zu erkennen geben und mich mit dem berathenn. Der meint es mogt ein besupfung im vorheubt sin, und hat gerathen, ich sult etwa▀ innemen gegen den abendt da▀ purgeirte. Dar wa▀ ich nit gern an, dan ich wei▀ da▀ sie stetich sagen, recipe. Ich sagt ich wult es noch ein weil zit gott befollen laissen sin, und hoffen es sult von im selbst vergain, bi▀ es etwa▀ warmer zit wurde. Also steht es nach wie vor, dan smertzt es mich, dan foile ichs nit. Moi▀ alle▀ erwarten wa▀ got geben will.
 
A. 1587 den 15. dec. ist min neiff und diener Hermannus Weinsberg von dem commissario licentiato Ross und secretario Lynck in arte notariatus examineirt, uff das er approbatus notarius authoritate senatus mogt sin und immatriculeirt werdenSiehe die Matrikel der Notare, G 331, fol. 17., uff das er im fall, da im etwas vorqueim, on gefar und sorge instrumenta publica uffrichten (k÷nne). Dan ein erbar rait hat in verlittener morgensprach zu Colner gotztragt wie auch etlich mail zuvor vermorgenspracht und publiceirt, wer von notarien von eins raitz wegen nit examineirt, inreirt noch approbeirt were, der sult uff ein peen von 50 oder 25 goltgl. von dem fisco gestraift werden und darzu sult sin instrument vor den gerichten eins raits nit angenomen werden. Derhalb hat er approbeirt und sin iurament toin, ob im einiger actus vorqueim, daruber er tanquam notarius requireirt wurde, das er dan vom fisco nit bedurft angefertigt werden und in schaden fallenBd.5, S.290so hat er sich approbirn laissen. Wa▀ schadt da▀ nit schadt Er hat nitze minenthalb den commissariis durfen geben, dan 6 alb. vom siglen und den copisten vom schriben und jurament abzuschriben 9 alb. Sunst helt das documentum den 9. jan. 1588, das es dateirt seiBd.5, S.291(wan es aber notarius reirt, und von mir zum notario und schriber Weinsberch approbeirt sie. Vide supra fol. 614 pag. 1 et 2 daselb steht auch da▀ er jarligs 10 richtzdaller da von haben sult da bei ichs noch pliben lai▀.).
 
Anno 1587 den 17 decemb. haben wir beide vrthel▀meister und commissarii im rhade von etlichen urtheln die zu erkenni▀ gestalt waren refereirt. Ich von 6 urtheln di▀maill, und min geselle, der licentiat Wilhelmus Ro▀ auch nit weniger dan von sexsen. Und damit hat ich nuhe min ampt zu ende bracht von dissem jar, de▀ ich seir wol zu friden ware.
 
[691] Anno 1587 den 18 decemb. uff fritag zu 5 vren den abendt ist Ailheitgin van Deutzs die ehelige dochter Reinhardten van Deutzs goltsmidts und Catharinen Minawe eluthen in irem hau▀ neben dem krips oben in der Schildergassen geboren. Und den 27 decemb. darnach geteufft worden zu s. Apostolen, und Johan Minawe de▀ kindts hergin war der pat, die dochter Otten van Keken und Margret van Swelhem die guden. Und ist di▀ kindt ein cognaten primaria mine▀ neiffen dochter zu Weinsbergh.
 
A. 1587 den 21. dec. uff s. Thome tag, wie Brun Bartholt des raits uff dem Swarznhaus war gekoren und die geselschaft daselbst den mittag uber dischs saess, quam zeitung, wie Mertin Schenk mit etlichem folk zu ross und zu fois von unden hinuff ins lant von Gulch komen weren und ohn zweifel einen ansclag hetten, legen eitz bei Duren, wulten Zulch belageren. Dabei pleib es dissmalBd.3, S.404.
 
Anno 1587 den 22 decemb. uff dinstagh umb vesper zit quam licentiatus Suffridus Levordiensis rector bursæ coronarum zu mir fordert 8 rad. gl. fahren die der bursen pasiæ et remigii verfallen di▀ 87 jar▀ dar vor ich im 16_ gl. currentzs geltzs bezalt hab. So hat er mir vor newe zeitung erzelt da▀ die ihn Hollandt zweispaltich weren. Etlich mit dem koninck von Hispanien hilten, und etliche mit der koninckinnen von Engellandt. Auch hat er gehoirt wie Mertin Schenck der von den engelschen und trucksessen wol ein▀ were im lande von Gulch umbzweifte, darvor man sich allerlei besorgen und wol zusehen moiste.
Am abendt desselben 22 tags nach 4 vren ist die lucht so roit gewest da▀ ich sachte da▀ ist seltzam an zu sehen, da▀ vil in Coln und in Bon und ander▀wa gesehen hatten und gesagt da▀ moi▀ feur und brant sin. Etliche sagten es het wint bedudet.
 
A. 1587 den 23. dec. uff godestag aequinoctii hiemalis den morgen umb die 3. stunde ungeferlich, als das lest quateir des monat dieselb nacht eirst angefangen zu scheinen die ganse nacht durch, do sin etliche mit eim nachen vur die stat Bon heimlich komen, hab(en) da am Tolporzgin gegraben und ein oder zwa camern, wol geladen mit krut und loit, drunder gestalt, und wie die von der wacht oben herab geroifen, was sie da machten, gaben sie vor bescheit, sie weren fischer, auch hetten (sie) etlich ferken, die sie uff die markten prengen wulten. Und (als) alles bereidt, haben sie die geladen bussen-kamern mit eim laufenden feur angestochen, das Zolporzgin gesprenkt, wilch die glasfinster am zol und canzlien und durch die stat ausgeworfen und durch die ganze stat toin schutten, das vil gehoirt und erschreckt sin worden. Der es angestochen, dem hatzs das hare und bart verbrant und scheir tauf gemacht. Als nu das Zolporzgin zersprenkt war, sin irer voreirst nit uber 10 oder 12 zu fois ingelaufen und balde der meher teil zu fois, die verborgen stunden, bis hin uff den markt, irer etliche zu der Sternenporzn, da die torren mit groissen hemmern und leitern abgesclagen, die sie mitpragt hatten, und die Sternenporz eroffnet, da Mertin Schenk mit den rutern inkomen, sich uff den markt bei einandern gefoigt und sich gestarkt, die burger sin in wenigem zal hervorkomen, und als dero trumescleger die trom rurt, wart er alsbalde erschossen, darnach sie durch die stat ritenBd.3, S.404 [691'] und leifen, die bussen uff durren und finstern losschussen, alarm machten. Und war ire loese ,Alun'Ob ,Allons'?, sie sclogen die heuser uff, namen alsbalde die leude gefangen und bestunden zu plonderen. Der ketten waren etliche gesclossen, doch nit vil, und sie wisten umbwege zu finden, da es offen war. Vil leissen sich heimlich die mauren ab mit putzseiln. Der zolner Wendel Ruysch mit siner frauen und kindern samt irem gesinde und zweien Jesuiten, wilche die nacht bei im geherbergt, quamenBd.3, S.405quamen under dem plonderen heimlich durch das zersprengte Tolporzgin, da es do stil war, darvon bis zu Siburch. Der pistor s. Marien in Coln hat ein nacht uff eim daufhaus gesessenBd.3, S.405Tilgung: hat; unterstrichen und sich verkleidet ungeletzst aus der stat (gemacht), wie er auch eirst mit gluck aus Nuiss quam, da es eirst ingenomen wart. Die zeitung, wie Bonn ingenomen war, quam umb 8 uren gewaltich in Coln. Und wie ich zu 9 uren in die raitzkamer gangen war, sagts mir der licentiat Wilhelmus Ross allereirst. Und quam alles ein zitung uber die ander in den rait, einer quam mit bloissem hembt und barfoissich an den platz, verzalt, das es war were und wie er draus komen were. Und der steimmeister schickt eilens Gillissen, den botten, nach Bon, die eigentliche warheit zu vernemen. Der quam denselben abent widder von Bon in Coln, sagt, er het mit Mertin Schenk gesprochn, der im gesagt, was er gesehen het, sult er nachsagen. Also das es leider mehe wair, dan gut was. Den andern tag uff christabent sin noch fast mehe colnische burger und fremden, wilche die nacht in Bon geherbergt, zu Coln ankomen, auch etlich burger, man, frauen, kinder, knecht, mede, canonichen, die sich von den soldaten und wechtern an den porzn mit gelde ausgegolten hatten, darvon komen, die alles erzalt, was sie vernomen und sie beduchte, und doch nit mehe wisten, dan jeder an sinem orde gesehen und gehoert hatte. Und ire reden und kuntschaften waren verscheiden meinongen, wie es ein jeder darvor hilt und glaubte. Einer sagt, die burger hetten die stat verraten, die ander, die zoldaten und wechter in Bon hetten die porzen eroffnet. Der dritte sagt, die gulische schutzn weren eirst mit ingezogen, der veirte, sie hetten die stat in der eil mit gewalt ingenomen. Und also fiele vil gespreichs, das man noch heutiger stunde die eigentliche warheit nit anders (weis), dan oben mit dem Zolporzgin und Sternenporzn gesagt ist. In der eroberung hatt man Scheifert von Merade, hern zu Bornhem und amtman zu Bon und Broil, item Fabricium, den vaigt zu Bon, den dechen zu Bon und vicecanzler, doctor Servatium Eick, alten canzler zu Ossnbruck, doctor Michel Glaser, minen swager, Bartholt, den zolner zu Lins, und etliche vom adel, reten, canonigen und ansehentliche herrn, burger und leude gefangen, ingezogen, geschatzst und uff swaren ranzon gesatzst. Des churfursten stathelder Carolus Belleius, der principal, ist die nacht in Bon gewest, aber man kan nit eigentlich sagen, wa er pliben sie. Etliche sagen, er sult auch uber die maur gefallen und darvon uff Coblens komen sinDies war richtig., etliche sagen, er were toit in der stat graven im wasser fonden und hett 500 dubbeln ducaten bei sich gehat, aber so man nitzs eigentligs vernimt, pleibt es also im zweifel stain, bis manBd.3, S.405 [692] gewisser zeitung vernemen wirt. Sunst sin wenich toit pliben, dan wenich were und widderstantz geschein ist, wiewol die soldaten zum teil mit den burgern in der wagt gewesen sin. Man sagt von eim Minderbrodermonch, sult mit eim sclagswert zerhauwen und getoit sin. Auch sult grois gelt in Bon komen sin, das die Italianer dahin geliebert, und das contribution-gelt, damit das kreichsfolk besoldet sult werden, das alles dem Schenken in die hende were gefallen. Die burger hett man in die kirchn getriben und besclossen, bis man die heuser besigtigt und do den einen vor, den an(dern) nach, ausgelaissen und innen gesagt, was sie toin und laissen solten. Wie es mit der churfurstlicher canzeleien gefaren sei, ob da vil unrait widderfaren sei, davon hab ich noch nichtzs gewisses erfaren, dan sie ware dissmail zu Bon, da auch gemeinlich die rete waren. Von den kirchen hab ich auch noch nichtz gehort, ob die spolieirt sin oder nit sint. Und ein erbar rait zu Coln hat uff denselben tag, als Bon ingenomen ist, befilch getain, das man die fanenwacht starken und die kettenwagt in gutte ordnong stellen und visitern solVgl. die etwas ausgeschmŘckte Darstellung bei Ennen V S. 204. Rpr. 38 f 153 b ff.. Und ist diss ein grois versehen von den reten und besten zu Bon, da man so vil smachwort uber die burgere zu Neuss hatte laissen ausgahen, das sei gesclaffen, und ,wan ein fraue hett gesponnen, Neuss were nit gewonnen', und urtelten derhalb uber die burger zu Nuiss, das sie groisser straifen wertich weren. Und eitz haben die churfurstliche stathelder, rete und befelchaber so ubel zugesehen und sich an das erbarmlich exempel zu Neuss nit gespiegelt, sullen nit wol wissen, waruff das sie es nuhe selbst schauben willen. Man sagt, spotters haus brent gern. Sunt derisores derisis deterioresBd.3, S.406derhalb sei sich selbst wol scheinen mogen, da ihn die stadt Bon vertrewet war, sampt de▀ ganssen stiff_ wolfart. Und haben de▀ nit fleissiger und trevlicher acht genomen. Haben ir abgunstige sine uff die stadt Coln gesatzst, da▀ sie dero unrawe und schaden anrichter und ist in nuhe selbst zu hau▀ komen. Wa▀ wirt aber ander▀ dar au▀ folgen dan ein neuwer kreich und verderfni▀ de▀ gantzen ertzstiftzs, furstenthumben Gulch Cleif Berg, Marck sampt der burgerschaft in Coln. Hie will ich es di▀mail pliben laissen, dan es wirt ohn zweiffel disser eroberung mehe folgen, dan mach man auch mehe anzeignen.
 
Anno 1587 den 24 decemb. al▀ ich mines rhaidtzgangs und urthelmeisters ampt abgestanden und ein neuwer rhadt uff dissen christabendt ingangen. Hat mich wolgedachter rhaidt zumTilgung: Acht; durchgestrichensestemail Rheinmeister vnd Richter jn der Weinschoelen erwelt. Jch auch dissen Christabendt allen (da ich mit Hau▀ vnd disch halten) da▀ folgendt
 
Offergelt geben.
Mynem broder.1. raitzichn.
Elisabetgin Horn▀ 1 ratzichn.
Siner hausfrawen 1 ratzichn.
Marien Smitz 1 ratzichn.
Suster Sibillen 1 ratzichn.
Neif Herman 1 ratzichn.
Unser neuwer magt Even 1 betzler van 9 alb..
Hab den alten brauch halten willen wie ich vil jair gethain hab und in ein kunftich fridsam neu jar gewonschet ob man schoin allerlei▀ besorgte.
 
[692'] Anno 1587 den 25 decemb. 8 calendas janva. de▀ selben jar▀ uff den hilligen christagh anfahen ich da▀ jar recht nach der geburt unser▀ selichmecher▀ von der jonfer Mariæ zu schriben, ob wol disse gansse octava bi▀ an die besneidung in da▀ alte jar 87 gesatzst wirt, da▀ kumpt da▀ die ailmanachen mit dem eirsten tag janvarii anghin und bi▀ zu dem widder au▀gain. So haben wir nuhe das christfest in unsem und de▀ hau▀ Weinsbergs bedehau▀ s. Jacob gehalten da min broder und ich kirchmeister waren, und zum offer gingen wie da bruchlich uff die veir hoichziden ist. Und ob wir den abendt wol dies et læticiæ im hau▀ songen so ginge un▀ dasselb doch freuden halber wenich zu hertzen, do mir da▀ betrobni▀ unser nachparn zu Bon bedachten, und wa▀ dar au▀ untstain wurde min suster Sibilla a▀ den abendt bei un▀. Und war di▀ fest uff einen fritag gefallen.
 
A. 1587 den 26. dec. uff samstag s. Stephani sin die Truckseschn aus Bon vor Broil komen und vermeint, das uffzufordern. Aber die burger und nachparen haben innen das geweigert, auch nach in geschossen und gesagt, sie wult(en) Brul selbst verwaren. Doch haben sie folgens etliche knecht ingenomen, wilche der capitein Blanckemeier von Keiserswerde dahin geschickt. Also das sich Brul noch wol helt. Umb dissen tag sullen auch etliche freibuter von Lillo, bei Antwerpen gelegen, Vilforden heimlich ingenomen, spolieirt und widder verlaissen habenBd.3, S.407.
 
A. 1587 den 27. dec. uff den tag Joannis Evangeliste sin min broder und ich dissen sontag bei doctor Crudener den mittag zu gast gewest. Da wart gesagt, Schenk het den 4 dinkstoelen, in Bon gehoerent, gepotten, sie sulten dem abgesatz(t)en churfursten Gebhardo Trucksessen sweren, und in Bon uff den markt bringen keis, botter, eier, fruchten und was sie zu verkaufen hetten, in sult gutte bezalung geschein und von innen nichtz ungutligs (begert werden). Auch hett Schenk alle vernomte gefangen vor sich laissen komen, sie besigtigt und ir namen, und wie hoich sie geschatzst weren, anzeignen laissen, und was colnische burger waren, los geben, ohn das sie die knecht moisten verehren. Und sin etlich in hoiger schatzung hoicher und neder modereirt, etlich gefangen worden. Und man hat darzwischen gar vil gelogen, wie dan pflegt zu gescheinBd.3, S.407.
 
Anno 1587 den 28 decemb. uff godestag innocentum ist un▀ nigt Feilen van den Steinen gegen Neu▀ uber wonhaft zu un▀ komen und 3 dall. min oder mehe pachtzs vom Schandert bracht, und begert wa▀ noch von zwien jaren mangelten ir zu schencken dan sie clagte den groisse schaden de▀ belegs vor Nuy▀ und beschantzung uff den Steinen. Min broder hat mit mir gesprochen, und ihr den bescheidt geben, er wult sich zu gelegener zit mit sinen miterben besprechen verhoft es zu erhalten. Aber sie sulte zum neigsten die pachtbreif mit brengen, und da▀ stuck landts uff dem Schandert uffs neut annemen dar uff ist sei hin zu hui▀ gezogen. Nu will die noit erfordern, da▀ sie vor notario und gezugen beken da▀ sie und ire eltern da▀ stuck lande▀ von un▀ und unsen eltern jeder zits pachtzs geweise und anders nit ingehat hetten. Sunst haben wir keinen claren bewei▀ da von ich wei▀ wan sie doit were da▀ un▀ da▀ stuck lande▀ eigenthumlich zustendich sie, wie es un▀ dan in warheit zustendich ist. Sie hat den pachtzittel wol under unserm siegel. Aber wir haben kein bewei▀ von ir.
 
[693] A. 1587 den 29. dec. wart die contrafeitung, wie Bonn ingenomen war, und von dem Hoichberger in ein kuffern form gestechen, offentlich in der stat Coln uber die straissen feil getragen und sunst verkauft, uffgegolten und verschickt. Doch etwas darin gefalt, da gemailt stunde, die Rheinporz zu Bon were uffgesclagen, da es das Tolporzgin gewesen ist. Die reimen, so darunden getruckt stunde, will ich herzu setzen und lauten, wie folgt: Der pabst zu Rom hatt ausgebant Churfurst Trucksess aus sinem lant, Weil er vom stuel zu Rom abtrat Und seim clerick erleubet hatt Die ehe, zu meiden hoererei. Auch stalt er ihr gewissen frei In sachen der religion, Als ein stant teuscher nation. Ernestus, herzoch hoichgeborn, An sin stat balt wart auserkorn, Den Trucksass mit dem swert austreib Und sich churfurst im erzstift schreib. Truchsass sulchs ein zeit in sich beis, Doch entlich Bon angreifen leis Durch Mertin Schenk, der bracht sie balt Mit streitbar hant in sin gewalt. Es waren etliche mit dissem gemeils und truck ubel zufriden, sprachen, Schenk het Bonn nit mit stritbar hant, dan mit verreterei ingenomen. Die andern sprachn, der herzog von Parma het Neuss binnen drien tagen mit hereskraft, scheissn und stormen erobert, Schenk aber het Bonn in drien stunden mit geringer macht gewonnen. Dem sie nuhe, wie im will, die hoffkerls zu Bon haben die schanz schentlich versehen, da sei zuvor wisten, das Schenk aus sinem blochuis am Zolhaus under Emerick uffgebrochen, sich durchs cleifsche lant ins gulcher lant begeben, und den tag zuvor gesagt wart, er het die leitern zu Erklens angesclagen, er het Nidecken, Reimbach und ander flecken vor, do es vurwar zusehens galt. Und man sagt, sei weren gnogsam in Bon gewarnt. Und wirt disse zeitung und contrafeitung allerwege balde in die landen ausgespreit sin und jeder, wie er gesinnet, daran hangen und liegenBd.3, S.408.
 
A. 1587 den 29. dec. ist uns neue heubtman mit der 95 fanenwagt uff die Rheingassporzs gezogen, dann eitzs 4 fanen die wacht besetzen moisten, besonder langs den Rhein, da man lang zit mit 3 fanen allein uffgezogen ist. Und nach drien tagen hat ein rait befolen, mit 6 fanen uffzuzehenBd.3, S.409und e▀ ist mir geluckt da▀ ich vor dem rancspot zu Bon der wagt erlaissen sin, dar vor ich got hoichlich dancken, eitz sult es sweirlich bei eim rhade zu erlangen sin.
 
Anno 1588 den 30 decemb. sin die vernoimpste jonfferen von Marienforst in Coln komen. Al▀ min werdige frawe von Broich, min nigt jonfer Barbara Hersbachs procuratersche und mehe andern, ligen eitz zu s. Severin in▀ weibischofs hau▀, die andere jonfern wulten pliben aber in ist uff gehorsamhit gepotten van dan zu zehen. Auch sin die jonfern von Benthen in Coln komen. Die von Bottenbroich sin spolieirt, etliche heusser und hoiffe im lande verbrant, dem folck werden beisten und wa▀ innen zu stehet genomen, verjagt und gesclagen von beidersidtz kreichsfolck frunden und fianden ohn allen underschit da▀ sie seir in Coln fluwen, sich besorgendt.
 
[693'] A. 1587 den 30. dec., war die octava van der neuwer innemong der stat Bonn, ging das geswetzs, Mertin Schenk sult daselbst gesagt haben: ,Wie sol man es doch mit den zweien stritigen pfaffen halten? Sullen sie vertragen mogen werden oder sullen sie noch lenger kregen willen?' Und wie er ein rauwer gast zu reden mach sin, sult er daran gehenkt haben: ,Der ein hat ein ehelich weib getruwet, ist abgesatzst, der ander hat verscheiden unehelige weiber, ist angesatzst. Den einen wult ich setzen zwischen zehen oder zwelf vas gutter wein, dan er seuft gern den besten, den andern aber zwischen zehen oder zwelf schoner weiber, dan er boleirt auch gern. Wa sie zu vertragen sin, wol und gut, wa nit, so pleib es ein paffenkreich nach als vor.' Diss anregen ich nemans zu nachteil, dan allein, das man nit allein von boesen wirken, dan auch von schantparen worten, wilche umbgain, wissen moge. Aber glichewol, da etwas (gesagt) wirt, das fremt ist, mois man nit so seir ins arge uffnemen, die umb leib und gutt, umb ire sinne, ehr und wolfart komen, die und ire erben und frunde, haben sich der paffen disser gestalt nit zu erfreuwen. Was hat man doch truchsessn willen, was hat man doch beiern willen? Man hat nuhe etliche jar so lang getruchsesst und gebeiert, das die stette und stifte, Coln, Luick, Munster, die nachparn im lande Gulch, Cleif, Berg, Mark, ja die Rinischen uff und ab, der kirmis und festes wol innen worden sin. Man sagt, der gemein arm und riche man hettens gegen got zur straff verdeint, die hohern mogen es auch wegen ehrgeizigkeit verschult haben. Got helf und besser und troist den, der recht, auch unrecht hat, zum friden und guttenBd.3, S.409.
 
Anno 1588 den 31 decemb. s. siluestri und s. columben tag, uff den lesten de▀ vergangen 1587. jar▀ wil ich min verslin setzen, die ich disse octava und darnach gemacht. Dar in den zalliteren M, C, L, X, V, I zu vernemen und zu gedencken wa▀ datum▀ und jar▀ Bon vom Schencken ingenomen und erobert sei.
 
Anno 1587.
Bonnam pro truchse▀ væ Schenckius occupat arte.
 
Rebus et expoliat.
Di▀ ist ein hexametrum cum archilaio wie Horatius die carmina, diffugere nives etc. arboribusque coniæ etc. gemacht hatt. Glichfal▀ hab ich elegiaca disticha sub iisdem numeralibus lris. pfantiseirt. Und in fine etwa▀ verendert, al▀.
 
Anno 1587.
Præsul aggripinas Bonnam neglexit, et alter occupat hanc technis,Tilgung: technis; unterstrichelt, ensibus ipse suis.
 
Aut sic.
Præsul aggripinæ Bonnam neglexerat, alter accipit hanc technis, ensibus atque suis.
 
Aut sic.
Præsul aggripinas Bonnam neglexit et astu, accipit hanc alter, vincit et ære novo.
 
Aut sic.
Præsul aggrippinæ Bonnam neglexit, et alter accipit hanc technis, ensibus atque gravat.
Tantum de anno 1587
 
[694] dieweil ich nuhe die verslin angezeignet von dato 1587 da▀ in namen herrn Gibhardi truchsa▀ die stadt Bon ingenomen sei, und eman▀ auch begerte ein verslin wan herr Ernestus von Beiern vor hin Bon erobert het so hab ich da von den datum 1584 do da▀ beschein in folgendt verslin bracht.
 
Anno 1584.
 
Bonna coronatis quater (ut vi stricta) paratur.
Mille sub Ernesto, Carolus asse caret.
Sensus est.
 
Sub archiepiscopo Enesto Bavaro Bonna quater mille coronatis (ut 1 quanuis vi stricta) paratut 1 queritur vel emitur, quia Carolus frater gebhardi destituti asse 1 pecunia vel stipendio caret. Vide supra sub anno 1584 den 28 janvarij.
 
Anno 1588 den 31 decemb. und lesten tag de▀ jar▀ 1587 den man den newjar▀ abendt nennet, hab ich den wein so ich vor min eigen persoin und min gest verthain hab nemlich angezeignet. An weissem wein au▀geholtgestrichelte Liniefacit 132 q..
An rodem wein min▀ gewa▀gestrichelte Liniefacit 91 q..
An rhaitzwein und zeichen 59gestrichelte Liniefacit 118 q.
Summa in allgestrichelte Linie340 quarten.
 
Die quart wei▀ zum zappen hat di▀ jar gestigen uff 6, 7, 8 alb.. Item die quart roits zum zappen 5 6 alb. gegolten. Ein rhatzeichn war 16 18, 20 alb. werdt.
Her unden war der win den ich zum theil uff s. Jacobs, krentzgin, zu abdanckang der fhanenwagt zum theil al▀ ich kranck war verthain und verschenckt ingerechent ohn 100 quarten rhoitz den abendt ordinare uber dischs die quart 3 alb..
Noch hab ich di▀ verlitten jar 87 al▀ urthel▀meister und commissarius ein▀ erb. rhaidts an sportelgelt und andern geschenck so vil bekomen, da▀ ichs gesclagen hab auff current Colschs gelt. Summagestrichelte Liniefacitgestrichelte Linie124 gl. 17 alb.. Facit 4 alb. weniger dangestrichelte Linie57 dall..
Item noch ist mir 0,5 ho_ saltz geschenckt. Ist geschatzstgestrichelte Linie8 dall..
Dissen tag am abendt haben wir im hau▀ Weinsberg uber disch besonder kein freude gehat dan sin under un▀ im hau▀ allein still gewest, edoch da▀ newe jar mit einem gleslin wein▀ besclosen, und un▀ aller gnaden von got im voriger zeit un▀ erzeigt bedanckt und vor wolfart und friden de▀ kunftigen jar▀ gepitten.
Ob auch wol die zehen jar senectutis meæ da▀ ist mine▀ alterthumbs uff dissen 31 decemb. nit aller umbTilgung:ist;unterstrichensin und noch 10 tage dar an mangeln, wie ich dan auch min volkomen alter von 70 jarn dissen tag nit erreicht noch bequeimlich umb besclo▀ de▀ jar▀ dar in prengen kunnen, dieweil die 10 tag propter reformatum calendarum mitler zit anno 1583 in novembri au▀gelaissen sin, so hab ich sie doch mit gott di▀ stunde erlebt und mach im neigstkunftigen jar vermeldt werden wa▀ sich in den resterenden tagen zugetragen hatt. Datum anno 1588 uff godestag den 13 janvariiVerzierung